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Die Seiko 5 Sports Automatik gehört zweifellos zu den beliebtesten Modellreihen des japanischen Traditionsherstellers. Daher ist es nur logisch, dass sich Seiko an ein großes Update der Seiko 5 Sports Automatik-Reihe gewagt hat. Was kann da schon schief gehen? Nun, eine ganze Menge, denn die Neueinführung der günstigen Einsteiger-Automatikuhr steht unter keinem guten Stern: Das Modell hat die (eigentlich kaum lösbare) Aufgabe ein vielleicht noch beliebteres Seiko-Modell inoffiziell zu ersetzen, welches als echter Verkaufsschlager galt: Die Seiko SKX007.

Und dann wagt es Seiko auch noch die neue Seiko 5 Sports Automatik nicht als funktionale bzw. echte Taucheruhr (wie die Seiko SKX), sondern als „Sportuhr in Taucher-Optik“ mit eher magerer Wasserdichtigkeit zu positionieren. Geht das gut oder säuft die neue Seiko 5 Sports Automatik ab? Schauen wir’s uns an!

Eckdaten der Seiko 5 Sports Automatik:

  • Durchmesser: 43 mm; Höhe: 13 mm
  • Gehäuse aus Edelstahl, je nach Modell beschichtet mit Titankarbid
  • Wochentag- und Datum-Anzeige, Sonntag in roter Schrift
  • Leuchtmasse LumiBrite auf Zeigern und Indizes
  • Hardlexglas (beschichtetes Mineralglas)
  • Wasserdichtigkeit 10 bar / atm bzw. 100 Meter (zum Schwimmen geeignet)
  • Automatikkaliber Seiko 4R36 (Handaufzug, Gangreserve von 41 Stunden und einem Sekundenstopp). Das Werk entspricht dem Seiko NH35
  • Erhältlich in 27 verschiedenen Ausführungen in fünf verschiedenen Stilen: Sport, Suits, Specialist, Street und Sense. 
  • UVP: 269 Euro (SRPD63K1) / 299 Euro (SRPD79K1 / SRPD81K1 / SRPD83K1 / SRPD77K1 / SRPD85K1) / 329 Euro (SRPD65K1 / SRPD71K1 / SRPD73K1 / SRPD76K1 / SRPD55K2 / SRPD65K3)
  • Rabatte von >20% auf den Listenpreis sind bei Seiko nicht unüblich
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Seiko 5 Sports Automatik: Geschichtliche Hintergründe

Tauchen wir kurz in die Geschichte der Seiko 5-Modellreihe ein: Den Ursprung hat die Automatik-Uhr bereits im Jahre 1963 mit der Einführung der Seiko Sportsmatic 5, der allerersten japanischen Uhr mit einer Tag-Datum-Anzeige („Day Date“). Die „5“ im Modellnamen wirkt auf mich etwas willkürlich und ist wahrscheinlich irgendwo im Hinterzimmer einer Werbeagentur entstanden („High Five!„). Die Zahl bezieht sich laut Seiko auf fünf Kerneigenschaften, d.h.

  • ein automatisches Uhrwerk,
  • eine Tag-Datum-Anzeige auf der 3 Uhr-Position,
  • eine hohe Wasserdichtigkeit,
  • eine versetzte, Handrücken-schonende Krone,
  • sowie ein robustes Gehäuse und Armband
Vintage Seiko Sportmatic Diashock 25 Jewels, Automatic Wind Watch, Made in Japan (8492631715)
Seiko Sportsmatic 5, Bild: Joe Haupt, USA [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Fünf Jahre später, 1968, wurde die Seiko 5 Sports geboren, die optisch deutlich jünger und flotter rüberkommt als die Sportsmatic 5. Die Zielgruppe damals: Junge Erwachsene, die eine Uhr für sportliche Aktivitäten suchten.

Die allererste Seiko 5 Sports Automatik aus dem Jahre 1968, Bild: Seiko

Bisher fasst Seiko unter der Modellreihe Seiko 5 ein Sammelsurium an unterschiedlichsten Automatikuhren zusammen: Modelle in Taucheruhren-Optik, Uhren im Field Watch-Design, klassische Dresser etc. etc. Eine klare Linie ist nicht zu erkennen.

Das will Seiko offenbar ändern: Begleitet von einer Menge Werbe-Tamtam wurde die Seiko 5 im Jahre 2019 mit satten 27 (!) Varianten neu aufgelegt – die Optik hat allerdings nach wie vor wenig mit dem Ur-Design der Seiko 5 Sports aus dem Jahre 1968 gemein…

Seiko 5 Sports Automatik im Test

Die neue Seiko 5 Sports Automatik bewegt sich mit Blick auf Zeiger, Indizes, Lünette etc. designtechnisch im Dunstkreis „echter“ Taucheruhren wie der Seiko Turtle und der Seiko SKX. Und da die beliebte Seiko SKX ja seit 2019 nicht mehr produziert wird und nur noch Restposten erhältlich sind, scheint Seiko die neue 5er-Reihe quasi (inoffiziell) als optisch ähnlichen Ersatz zu positionieren, der sich preislich unterhalb der Seiko Turtle (UVP ab ca. 400€) bewegt. Nur eben mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass die neue Seiko 5 Sports Automatik keine echte, funktionale Taucheruhr wie die SKX oder die Turtle bzw. die King Turtle ist, sondern nur wie eine aussieht.

Seiko-Turtle-vs.-King-Turtle-Saphir-Keramik-Vergleich
Die Seiko Prospex New Turtle und King Turtle: Oberhalb der Seiko 5 Sports Automatik als echte Taucheruhr positioniert und nach wie vor erhältlich

Und genau das ist der Knackpunkt, an dem sich viele Uhrenfreunde stoßen: Durch die reduzierte Wasserdichtigkeit auf 10 bar bzw. 100 Meter ist das Modell nur zum Schwimmen geeignet und damit logischerweise keine echte Taucheruhr. In diesem Zusammenhang gibt’s anstelle eines (Taucheruhren-typischen) massiven Stahlbodens einen Glasboden, der einen Blick auf das Automatikkaliber erlaubt. Abstriche muss man auch bei der Krone machen, die nicht verschraubt ist. Alles in allem muss ich zugeben, dass auch auf mich die neue Seiko 5 Sports Automatik ein bisschen wie ein abgespeckte SKX wirkt. Ein Downgrade sozusagen. Seikos mutmaßliches Ziel: Die Attraktivität der teureren Prospex-Modelle wie Turtle & Co. erhöhen.

Seiko Turtle vs. Seiko 5 Sports Automatik

„Da will Seiko wohl die Kaufhäuser neu erobern“ oder „Modeuhren ohne Diver-Herz“ habe ich als abwertende Kommentare diesbezüglich bereits gelesen. Einerseits verstehe ich, dass der eine oder andere Seiko-Fan die Nase rümpft. Eine neue Seiko-Modellreihe in Taucheroptik soll doch auch bitte schön auch zum Tauchen geeignet sein!

Auf der anderen Seite ist aber die Frage: Wer braucht wirklich regelmäßig eine Wasserdichtigkeit von 20 bar (und damit einhergehende Eckdaten wie eine verschraubte Krone)? Wer von den Seiko-Fans geht mit seiner Seiko auf Tauchstation – so richtig mit Sauerstoffflasche, Neoprenanzug & Co.? Oder davon mal abgesehen: Wozu braucht man heutzutage überhaupt eine mechanische Uhr für Tauchgänge (hallo Tauchcomputer)?

10 bar Wasserdichtigkeit Tauchen mit Ausrüstung Outdooruhr
Chrononautix-Blogger beim Tauchen – die Schwabbelbäckchen täuschen! (glaube ich)

Der Otto-Normal-Bürostuhlakrobat (wie ich einer bin) geht höchstens vielleicht ein bis zwei mal pro Jahr im Urlaub tauchen, wenn überhaupt. Und für diesen Fall gibt es ja immer noch Modelle aus der Seiko-Prospex-Reihe wie die Turtle, die mit Preisen ab ca. 340€ auch kein riesiges Loch in den Geldbeutel reißen.

Und dennoch bin ich ebenfalls hin- und hergerissen: Einerseits finde ich Seikos Schritt, dem Modellportfolio eine klarere Ausrichtung zu verpassen, indem besser zwischen den Einsteiger-Automatikmodellen (die frisch wirkenden, vielzähligen Varianten der neuen Seiko 5 Sports Automatik) und den höherwertigeren, funktionalen Taucheruhren der Prospex-Reihe (Turtle, Monster, Sumo etc.) getrennt wird, nachvollziehbar – und mit typischen Kaufhaus-Modemarken wie Diesel, Fossil & Co. hat die neue Seiko 5 Sports Automatik nun mal wirklich gar nix am Hut.

Seiko Prospex x Fabien Cousteau: Kommunikativ ist die Modellreihe klar auf professionelle Taucher (oder solche, die es werden wollen) ausgerichtet, Bild: Seiko

Auf der anderen Seite zerschießen die Japaner mit der neuen Seiko 5 Sports Automatik gewissermaßen ihr mühevoll aufgebautes Image, Experte für funktionale Taucheruhren im Einsteigersegment zu sein. Seiko gibt mit der Einstellung der SKX-Reihe und der Neueinführung der optisch fast identischen Seiko 5 Sports Automatik ohne Not die Krone ausgerechnet an einen der größten japanischen Konkurrenten ab: Citizen, die mit der Promaster (z.B. NY0040) eine genial verarbeitete, funktionale Taucheruhr für unter 200€ anbieten. Das verstehe wer will…

Von links: Citizen Promaster, Seiko New Turtle und Seiko 5 Sports Automatik

Seiko erzielt die Portfolio-Differenzierung insbesondere durch die irre vielfältigen Varianten der Seiko 5 Sports Automatik – insgesamt 27 verschiedene Modelle, aufgeteilt in fünf Unterkategorien (Street, Sense, Specialist, Suits, Sports), sind erhältlich. Dabei sind unauffällig-klassische Varianten wie die SRPD71K1, aber auch ungewöhnliche, ziemlich gewagte, Design-Schöpfungen wie die SRPD83K1 mit knallig-roten Zeigern und Indexen. Oder auch die orange-farbene SRPD59K1, die an die Seiko 7548-700C aus den 80er Jahren erinnert. Oder aber die SRPD77K1 mit einer interessanten Zifferblatt-Musterung. Oder oder oder! 🙂 Die Zielgruppe scheint mit Blick auf die Seiko’schen Werbemaßnahmen alles in allem dieselbe zu sein wie in den 60ern: Junge Erwachsene…

Jung, bunt, urban: Werbung für die neue Seiko 5 (2019), Bild: Seiko

Bei all den Varianten fällt die Wahl wirklich nicht leicht. Letztendlich habe ich mich für einen Kauf der Ninja-Stealth-Black-Phantom-Variante SRPD79K1 entschieden ;-). Das Modell glänzt zwar ganz sicher nicht mit perfekter Ablesbarkeit, aber einer genialen rabenschwarzen Optik, die mir noch in meiner Taucheruhren-Sammlung fehlte.

Schauen wir uns die Details der neuen Seiko 5 an: Das Gehäuse ist hinsichtlich der Form quasi identisch zu dem der SKX – hier wagt Seiko keine Experimente und setzt auf bewährtes Design. Das Gehäuse ist massiv, die Verarbeitung überdurchschnittlich für diese Preisklasse.

Einige Modellvarianten der neuen Seiko 5 sind mit Titankarbid beschichtet. Beschichteten Uhren stehe ich grundsätzlich zwar eher kritisch gegenüber, denn Kratzer in der Beschichtung sehen einfach unschön aus und sind auch nicht mehr wegzubekommen (Edding ansetzen = schlechte Idee!). Mit der verwendeten Titancarbid-Beschichtung habe ich hinsichtlich Robustheit aber bisher gute Erfahrungen gemacht (z.B. TAG Heuer Black Phantom). Auch die Lünetteneinlage ist mit Titancarbid beschichtet, um sie vor Kratzern zu schützen…

Augenscheinlich ist auch das neue Seiko 5 Sports Automatik-Logo: Während das alte Logo noch eine einfache „5“ in einer Art Schild war, wirkt das neue Logo, eine Art gekippte 5, sehr dynamisch und sportlich – mir gefällt es recht gut! Irgendwie erinnert es mich aber an das Logo des Autoherstellers Suzuki. Hmm! So richtig verstehe ich aber trotzdem nicht warum das Logo, welches schon die allerersten Seiko 5-Modelle in den 60ern kennzeichnete, geändert wurde.

Toll: Das applizierte Seiko-Logo

Allemal genial ist die Optik des applizierten Seiko-Logos und der applizierten Indizes – je nach Lichteinfall ergibt sich bei der Seiko 5 Street Style SRPD79K1 ein schöner Kontrast. Insgesamt wirkt das Zifferblatt sehr plastisch und hochwertig – meiner Meinung nach sogar hochwertiger als bei der teureren Seiko Turtle und allemal besser als bei der Seiko SKX…

Die hauseigene Seiko-Leuchtmasse mit dem Namen LumiBrite ist in der tiefschwarzen Street-Variante der Seiko 5 (SRPD79K1) naturgemäß wenig bis kaum ausgeprägt – irgendwie logisch bei einer schwarzen Färbung ;-). Hier ein Vergleichsbild mit der Seiko Prospex New Turtle (links):

Ganz getreu dem Kredo der Fünf Seiko-Versprechen, ist natürlich auch die Tag-Datum-Anzeige bei der neuen Seiko 5 Sports Automatik mit dabei. Schön: Der Sonntag ist knallig-rot und bildet einen tollen Kontrast zum schwarzen Zifferblatt der SRPD79K1. Die Tag-Scheibe ist bei den Modellen, die für den deutschen Markt vorgesehen sind, übrigens zweisprachig und kann daher auch von deutsch auf englisch umgestellt werden.

Kann auch problemlos auf englisch umgestellt werden: Die Tag-Scheibe des Kalibers 4R36

Während Seiko bei der Wasserdichtigkeit der neuen 5er Automatik den Rotstift angesetzt hat, wurde immerhin beim Innenleben nicht gespart: Der japanische Uhrenhersteller hat das bei der Seiko SKX eingesetzte Kaliber 7S26 in Rente geschickt und der neuen Seiko 5 Sports Automatik das Automatik-Kaliber 4R36 spendiert, welches auch in den teureren Prospex-Taucheruhren (z.B. Seiko Turtle) seinen Dienst vollrichtet. Damit kommen Seiko-Fans (und solche, die es werden wollen) nun auch in den Genuss von Komfortfunktionen wie Sekundenstopp bei gezogener Krone oder optionalen Handaufzug.

Durch den Glasboden kann das 4R36 bei der Arbeit begutachtet werden. Das Kaliber gewinnt zwar keinen Schönheitswettbewerb, ist aber trotzdem ganz nett anzusehen…

Mit +8,4 Sekunden pro Tag bringt das 4R36 in der mir vorliegenden Seiko 5 einen ordentlichen Wert auf die Zeitwaage – Seiko scheint die Feinregulierung durchaus ernst zu nehmen (jedenfalls ernster als die Lünetten-Zentrierung, hierzu gleich mehr).

Gut zu wissen: Unter der Bezeichnung Seiko NH35 wird das 4R36 auch an andere Uhrenhersteller ausgeliefert. Insbesondere Micro-Brands verbauen das als robust und zuverlässig geltende Automatik-Kaliber. Mit dem Seiko NH35 habe ich mich in diesem Artikel ausführlich beschäftigt.

Der Tragekomfort der neuen Seiko 5 ist exzellent – der auf dem Papier doch recht ausladende Durchmesser von 43 mm wird durch die hängende Krone auf „4 Uhr“ relativiert, da sich diese dadurch nicht in den Handrücken bohren kann. Das Nato-Band der SRPD79K1 ist ordentlich verarbeitet, aber eher einfacherer Qualität. Ich hatte definitiv das Bedürfnis ein höherwertigeres Nato (zum Beispiel ein gestreiftes „Bond“-Nato in Seatbelt-Qualität von Miro’s Time oder Watchbandit) oder aber ein schwarzes Lederband zu montieren.

Zum Lieferumfang der neuen Seiko 5 Sports Automatik gehört eine sehr einfache Pappschachtel (mit nettem Oberflächeneffekt), eine Garantiekarte und eine Bedienungsanleitung. Das war’s. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass Seiko den Preis nicht mit einer unnötig aufwendigen Box, die eh nur irgendwo in der Ecke verstaubt, in die Höhe treibt (Grüße an Omega mit ihren imposanten, aber irgendwie auch unnötig aufgeblasenen XXL-Boxen). Auf der anderen Seite kann eine geniale Box wie die der Citizen Promaster (eine kleine Sauerstoffflasche mit beweglichen Teilen) natürlich das i-Tüpfelchen sein…

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Fazit zur neuen Seiko 5 Sports Automatik

Ob Seikos neue Ausrichtung mit der „abgespeckten“ Seiko 5 Sports Automatik bei gleichzeitiger Verabschiedung der (optisch sehr ähnlichen) Seiko SKX nun mutig oder einfach nur Banane ist – das wird die Zeit zeigen. Letztendlich muss sich jeder selbst die Frage stellen: Will ich eine funktionale Automatik-Uhr, mit der ich theoretisch auch Tauchen gehen kann (→ Seiko Prospex bzw. Restbestände der Seiko SKX)? Oder ist mir die Wasserdichtigkeit nicht so wichtig, stattdessen möchte ich lieber aus einer Vielzahl an Farbvarianten wählen können (→ neue Seiko 5 Sports Automatik)?

So oder so kann man festhalten, dass die neue Seiko 5 Sports Automatik mit einer Haptik und Optik punktet, die man in dieser Preisklasse bei anderen Marken schon eine Weile suchen muss. Farbtechnisch dürfte bei den vielzähligen Varianten auch so ziemlich jeder fündig werden, der das Grund-Design der neuen Seiko 5 mag. Nur das beschichtete Mineralglas, welches Seiko werbewirksam Hardlex tauft, ist ein Abstrich, den man in Kauf nehmen muss.

Meine Prognose: Schlecht verkaufen wird sich die neue Seiko 5 alles in allem ganz sicher nicht.

Alles in allem war ich doch sehr geneigt die neue Seiko 5 Sports Automatik zu behalten – ich habe sie allerdings letztendlich doch wieder retourniert. Der Grund: Eine schief sitzende Lünette. Nennt mich einen Dippelschisser, aber bei einer schief sitzenden Lünette verstehe ich keinen Spaß – erst recht nicht bei einer Uhr mit einem UVP von rund 300 Euro. Schief sitzende Lünetten sind bei Seiko leider ein Problem, welches immer wieder in Foren oder anderen sozialen Medien aufpoppt und diskutiert wird. So richtig in den Griff zu kriegen scheinen die Japaner das Thema nicht.

Schief, schiefer, Seiko: Die Lünette der neuen Seiko 5

Ich werde mir also die neue Seiko 5 noch mal im stationären Einzelhandel genauer anschauen – offizielle Händler gibt es ja in Deutschland zur Genüge. Ich empfehle allerdings die Angebote genau zu vergleichen: Bei Seiko sind Online-Rabatte von 20% aufwärts nicht unüblich. Ein Blick auf die Preise bei Amazon lohnt sich beispielsweise immer wieder.

Seiko 5 Sports Automatik-Neuheiten 2020: Ohne drehbare Lünette … und kleiner!

Die Japaner haben der Seiko 5 Sports Automatik-Modellreihe im Jahr 2020 noch ein paar weitere Varianten spendiert – mit deutlich kleinerem Durchmesser (40 mm) und ohne drehbare Lünette. Die Optik der neuen Seiko 5-Varianten ist damit deutlich klassischer, fast schon dressig.

Die Eckdaten:

  • Gehäuse aus Edelstahl
  • Durchmesser 40 mm
  • Bandanstoß 20 mm
  • Krone nicht verschraubt
  • Hardlex-Glas
  • Wasserdichtigkeit 100 Meter / 10 bar
  • Seiko 4R36 Automatikwerk
  • Preis ab 269€ („Straßenpreise“ bei ca. 200€)
  • Erhältlich ab: ca. Juni 2020
  • Referenzen: SRPE51, SRPE53, SRPE55, SRPE57, SRPE58, SRPE60, SRPE61, SRPE63, SRPE65, SRPE67, SRPE69

Automatik-Alternativen von Citizen und Seiko

An dieser Stelle sei noch auf zwei Alternativen zur Seiko 5 hingewiesen, die ich bereits im Text genannt habe: Zum einen die Citizen Promaster Automatik, eine waschechte funktionale Taucheruhr, die für unter 200 Euro zu bekommen ist, sowie…

Citizen Promaster Automatik Erfahrungen NY0040
Citizen Promaster Automatik

… die Seiko Prospex New Turtle. Wer ungefähr einen Hunni mehr auf den Tisch legt, der bekommt mit der Turtle ein Modell mit allem, was eine funktionale Taucheruhr ausmacht: Ein massiver Stahlboden, verschraubte Krone und eine Wasserdichtigkeit von 200 Meter bzw. 20 bar. Die Optik ähnelt der Seiko 5 recht stark. Nur die Gehäuseform unterscheidet sich deutlich – der Name „Turtle“ muss ja auch irgendwo herkommen… 😉 Wer eine Keramiklünette und Saphirglas haben möchte ohne zum Modder rennen zu müssen, der darf seit 2020 auf die Seiko King Turtle schielen, die allerdings 200€ mehr als die „normale“ Turtle kostet.

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Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb kurzer Zeit, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

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Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Hans F.

    Hallo, habe mir ein Seiko 5 Sports in Pepsi besorgt. Von der Verarbeitung her absolut top. Nichts ist schief, Lynette, Minutenring und Indizes sitzen Punktgenau. Zeigerstellung perfekt. Was mich sehr beeindruckt ist die Farbgestalltung, die Farben strahlen einem ins Gesicht. Bei viel teureren Schweizer und Deutschten Markenuhren kann ich solch eine gute Farbwirkung nicht feststellen. Da könnten sich andere teure Uhrenmarken orientieren.
    Für das Geld gibt es nichts annährendes was andere Uhrenmarken bieten. Selbst meine heißgeliebte Promaster kann da nicht mithalten.

    1. Mario

      Danke für deine Erfahrungen, Hans 🙂

      1. Hans F.

        Hallo, verstehe die Kritik wegen der nicht vorhandenen Tauchfähigkeit. Ich behaupte, das 90 % Besitzer von mech. Taucheruhren Ihre Uhr max. im Urlaub, die Uhr zum schnaucheln benötigen. Brauche ich da eine Taucheruhr?
        Was ich verstehe wenn ich mal 500Euro und mehr für eine Uhr ausgebe dann würde ich auch auf Tauchfähigkeit bestehen. Bei professionellen Taucheinsätzen ist eh ein Tauchkomputer sinnvoll. Also die Kritik wegen der nicht Tauchfähigkeit bei der Seiko 5 Sports ist nicht gerechtfertigt.

  2. Ibrahim

    Toller, interessanter Artikel, wie immer.

    Nur eine kleine Korrektur: Das Eingangszitat von Hodinkee bezogsich auf die Seiko 5 SNKL23, nicht auf die Sports Automatic.

    1. Mario

      Stimmt, danke für den Hinweis!

  3. Roland F.

    Seiko hatte einen einfachen Auftrag: Tausch bei der SKX das 7S26 gegen ein 4R36. Jeder der vielen SKX-Fans wäre zufrieden gewesen und hätte (vermutlich) klaglos eine Preisaufschlag von bis zu 50,00€ für ein Werk mit Handaufzug und Sekundenstopp akzeptiert. Aber, Seiko wäre halt nicht Seiko, wenn die Firma auf ihre Fanbase hören würde. Die neue Seiko 5 Sportuhr ist für mich eine Schimäre, ähnlich wie ein Kalbsledergürtel mit Kroko-Prägung. Der reicht auch, um die Hose an Ort und Stelle zu halten, verspricht aber ebenfalls mehr zu sein, als er tatsächlich ist.
    Nichtsdestotrotz kann es für die Firma die wirtschaftlich richtige Entscheidung gewesen sein, ihre zahlreichen SKX-Kunden zu vergraulen. Bei 27 Modellen sollte für jeden etwas dabei sein, der nicht explizit eine echte Taucheruhr haben möchte. Die Größe könnte allerdings ein Knackpunkt sein. Die SKX gab es nicht umsonst auch in einer 36 mm Ausführung.

    1. Mario

      Danke für deine Gedanken, Roland!

  4. Holger K.

    Super Beitrag. Ich hab jetzt die Orient Mako 3 (Kamasu) genommen. Verschraubte Krone, 200 m wasserdicht und echtes Saphirglas. Da kommt die Seiko preis leistungsmässig nicht mit.

    1. Mario

      Danke dir Holger – Orient muss ich auch unbedingt mal unter die Lupe nehmen 🙂

    2. Anonymous

      Da bin ich voll bei dir Holger. Preis/Leistung ist bei Orient unschlagbar. Habe mir eine Mako XL geholt für 150 Euro!

  5. Andreas B.

    Ein sehr gut geschriebener Beitrag, präzise und auf den Punkt. Danke, ich freue mich schon auf den nächsten Artikel.

  6. Der kleine Hinz

    Seiko 5 steht jetzt für fünf Qualitätsmerkmale.

    Keine verschraubte Krone
    Keine Lumeperle mehr in der Lünette
    Keine 200m Dichte mehr
    Kein Seiko5 Logo mehr, stattdessen gibts Superman
    Kein günstiger Preis mehr

    Hurra, da freue ich mich als Käufer aber.

    Nicht.

  7. Rumburak Klötenschneider

    Seiko kegelt sich bei „taucherähnlichen“ Uhren in diesem Preissegment selber raus. Wie Du schon richtig bemerkt hast, ist damit die Citizen Promaster in all ihren Ausführungen in dieser Preisklasse die unschlagbare Taucheruhr. Außerdem krieg ich die Krise, wenn eine Uhr auf dicke Hose macht und dann mit kläglichen 10 Bar WD daherkommt. Ich habe mir mal die ganze Kollektion auf der Seiko-Page angesehen. Es regiert der Zeitgeist und die Profitgier (Preis-Leistungs-Verhältnis ungenügend – Ausstattung runter-Preise rauf – eine schiefe Lünette bei 300 Euro ist ja wohl ein ganz schlechter Witz). Für das Geld gibt es eine ganze Reihe von tauglicheren Uhren ( Merke: Ein Taucher, der nicht taucht, taugt nix (( alte ägyptische Weisheit))).
    Wie wäre es denn mal mit einem Test einer wirklich sehr vielversprechenden Seiko, der Prospex SNR029J1 ? Gut, andere Preis- und Gewichtsklasse, aber interessant.

  8. Dlanor Lepov

    Die alten Seiko 5 konnte man für unter 100 Euro kaufen. Ich habe eine in GB bestellt mit Arabisch als zweiter Sprache, was einen Hinweis auf Bezugsquellen ergibt.
    Insofern hat Seiko also den Einstiegspreis deutlich erhöht und positioniert sich anders im Markt. Vielleicht ist das der Hintergrund.

  9. Anonymous

    Im Artikel wird der „rote Sonntag“ erwähnt. Was ist mit dem „blauen Samstag“? Bei der new Turtle ist der blau. Bei den neuen 5ern nicht mehr?

    Gruß

    1. Mario

      Hi, bei der schwarzen Variante ist der Samstag weiß.

  10. Günter

    Für mich bitte die Sports 5 von 1968. Die nehm ich gerne. Wer richtig und regelmäßig tauchen geht braucht keine Taucheruhr. Die Kennzeichnung 5 passt gar nicht. Ich glaube aber auch das die über den Preis verkauft wird. Nur bitte nicht 27 verschiedene Modell. Für mich too much. Wie immer sehr lesenswerter Artikel. Sonnige Grüße aus Spanien 🇪🇸

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