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Sinn Spezialuhren Neuheiten 2020: Sinn U50, Sinn 1739, Sinn 556 RS „rote Sekunde“ / der kleine Bruder der U1 kommt

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Nach den Anfang 2020 lancierten Neuheiten, der Fliegeruhr Sinn 104 St Sa A B E (hier im Review) und dem Bicompax-Chronographen Sinn 158 (mit optischer Ähnlichkeit zur geschichtsträchtigen Heuer 1550 – mehr dazu in meinem Artikel über Bundeswehr-Uhren), ergänzt der Frankfurter Spezialuhren-Hersteller sein Portfolio um die von vielen Fans sicherlich heiß erwartete kleinere Variante des Taucheruhren-Klassikers Sinn U1: die Sinn U50. Die Sinn U50 ist allerdings preislich merkbar höher angesetzt ist als die U1 (kleinere Uhr = kleinerer Preis gilt hier also leider nicht 😉 ).

Mit der Sinn 1739 bringt Sinn außerdem einen neuen Dresser heraus. Die Sinn 556-Reihe bekommt darüber hinaus eine neue Variante mit rotem Sekundenzeiger (RS) spendiert…

Sinn-Neuheit 2020: Sinn U50 – der kleine Bruder der U1

Die Sinn U1 gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Modellen der Frankfurter und wird oftmals auch als (Neo-)Klassiker bezeichnet: Zum einen kommt die U1-Taucheruhr in einem überaus eigenständigen Design, was keine Selbstverständlichkeit im Meer an Taucheruhren im Markt ist, die sich teilweise doch stark ähneln.

Zum anderen ist die U1 hochgradig massiv, kommt mit einem Durchmesser von immerhin 44 mm, knapp 15 mm Höhe und wiegt entsprechend über 210 Gramm (am Edelstahlband). Die U1 ist ein richtig fetter Brocken, bei der kein Zweifel darüber aufkommt, wofür man sein Geld ausgegeben hat. Um die U1 allerdings im Alltag tragen zu können, braucht man schon eher kräftigere Handgelenke (außer man macht gerne nebenher Bizeps-Curls mit der U1) – unter 18 cm Handgelenkumfang ist das Tragen der U1 eher grenzwertig.

Sinn U1 Taucheruhr Sellita SW200
Sinn U1 – ein ganz schöner Brocken

Und genau hier setzt die neue Sinn U50, der kleine Bruder der Sinn U1, an: Die Frankfurter haben das markant-charakteristische Design der U1 unverändert übernommen (Lünette, „Lego“-Zifferblatt, hängende Krone etc.), aber den Durchmesser auf 41 mm verschlankt – klingt nicht viel, macht sich im Alltag aber ohne Zweifel bemerkbar. Gut: Gleichzeitig wurde die Höhe auf knapp über 11 mm reduziert, um die Proportionen zu wahren. Auch das Band der U50 ist am Anstoß etwas schmaler geworden (Bandanstoß 20 mm anstelle 22 mm bei der U1). Das Gewicht der U50 beträgt (ohne Band) 74 Gramm und damit fast 40 Gramm weniger als bei der U1 (ohne Band 113 Gramm). Dieser Gewichtsunterschied ist bei mehrstündiger Tragezeit erfahrungsgemäß auf jeden Fall spürbar, der Tragekomfort wird deutlich erhöht.

Hier ein direkter Vergleich zwischen U50 und U1 – der Größen-Unterschied ist durchaus beachtlich.

Ein Nachteil hat die neue, kleinere Gehäusekonstruktion allerdings – theoretisch jedenfalls: Die Wasserdichtigkeit beträgt bei der U50 „nur“ noch 500 Meter (50 bar). Zum Vergleich: Die U1 kommt mit 1000 Meter bzw. 100 bar. Das dürfte aber wohl 99,9999% der U50-Interessierten nicht wirklich jucken – für Tauchgänge ist die U50 natürlich ebenfalls bedenkenlos einsetzbar.

Sinn U1 Kratzer Tegimentierung Sand

Das Gehäuse der U50 ist (wie bei der U1) standardmäßig aus perlgestrahltem U-Boot-Stahl. Es handelt sich dabei um Spezialstahl für die Außenhüllen der U-Boot-Klasse 212, entwickelt von ThyssenKrupp. Der Vorteil von U-Boot-Stahl ist eine höhere Seewasserbeständigkeit und damit eine höhere Resistenz gegenüber Kratzern (Härte ca. 340 HV) und Rost (denn merke: Edelstahl ist niemals gänzlich rostfrei – mehr dazu in meinem Artikel über die Sinn U1).

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Der Drehring der Sinn U50 kommt standardmäßig mit Tegimentierung. Es handelt sich dabei um ein Oberflächenhärteverfahren, welches die Härte des Stahls auf satte 1200 bis 1300 HV (Härte nach Vickers) erhöht. Zum Vergleich: Normaler Edelstahl hat eine Härte von grade mal 220 HV. Ich kann also jedem dringend nahelegen – trotz des Aufpreises von 250€ – die Gehäusetegimentierung zu wählen, denn der Alltagsnutzen ist immens. Man beachte: Durch die Tegimentierung wirkt die Farbe des Stahls deutlich dunkler, fast wie Titan – das muss man mögen, unterstreicht aber den tooligen Charakter der U50. Die Tegimentierung für das Stahlband kostet übrigens nochmal extra: 80€ (bzw. 60€ für die Tegimentierung der Schließen der Silikonbänder).

Eine nennenswerte, aber praktisch nicht relevante Änderung der U50 gegenüber der U1 betrifft das Innenleben: Während die U1 mit einem Schweizer Sellita SW200-1 kommt, ist die U50 mit einem Sellita SW300-1 ausgestattet. Das SW300-1 ist quasi baugleich mit dem ETA 2892-2 und etwas flacher konstruiert als das SW200-1. Die Qualitätsstufe ist auch beim verbauten SW300, wie man es von Sinn gewohnt ist, Premium/Top. Die Sinn-Uhrmacher regeln alle Sinn-Uhren leicht ins Plus (Feinregulierung).

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Wer jetzt denkt „kleinere Uhr = geringerer Preis„, der irrt: Sinn hat mit der U50 leider eine Preiserhöhung von über 15% „reingeschmuggelt“: Die Sinn U50 ist mit Preisen ab 1990€ (am Lederband) merkbar teurer als die U1 (ab 1720€). Mit Gehäuse-Tegimentierung und Stahlband landet man bei 2420€. Zum Start der U50 stehen auch Varianten mit schwarz beschichteter Lünette (U50 SDR) und eine voll-beschichtete Variante (U50 S) zur Verfügung…

Weitere Sinn-Neuheiten 2020

Sinn 1739 St I 4N, St I S und Heimat

Eine weitere Neuheit ist die Sinn 1739 – eine schlichte Dresswatch mit schickem Sonnenschliff-Zifferblatt, applizierten Indizes und schlanken Abmessungen (39 mm Durchmesser, 9 mm Höhe). Auch hier kommt das Schweizer Sellita SW300-1 zum Einsatz.

Auch eine mit Rhodium beschichtete Zifferblatt-Variante „Heimat“, die wir schon von der Sinn 1746 kennen, ist mit dabei. Wer sich jetzt fragt, was denn die Bayern-Rauten mit Frankfurt zu tun haben, dem sei gesagt: Das Rautenmuster soll an die in Frankfurt beliebten Apfelweingläser erinnern. Prost!

Bild: Benreis / CC BY via Wikimedia Commons

Preispunkt für die Sinn 1739: Ziemlich knackige 1890€. Puhh! Vor diesem preislichen Hintergrund seien noch optisch ähnlich schlichte und deutlich günstigere Made in Germany-Alternativen erwähnt: die Circula Heritage mit geschichtsträchtigem Manufakturkaliber der Pforzheimer Uhren-Rohwerke (PUW) (ab 890€) und die Mühle-Glashütte Panova (Listenpreis 1000€).

Sinn-Neuheit 2020: Sinn 556 A RS und Sinn 556 I RS (rote Sekunde)

Eine eher unspektakuläre, aber sinnvolle Neuerung betrifft die erstmalig 2007 lancierte, mit 38,5 mm Durchmesser eher kleiner dimensionierte instrumentelle Uhr Sinn 556: diese ist nun auch mit „roter Sekunde“ (RS) erhältlich, sowohl bei der Zifferblatt-Variante mit Ziffern und ohne Ziffern („A“ und „I“). Preislich markiert die Sinn 556 den günstigsten Einstieg in die Welt der Sinn-Uhren (ab 960€ am Lederband). Das Sellita-Automatikwerk in der neuen Sinn 556 RS kommt ebenfalls in der Qualitätsstufe Top/Premium. Eine aufpreispflichtige Tegiment-Option gibt es hier leider nicht.

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