Replica-Uhren aus dem China-Shop: Erfahrungen & Tipps zum Erkennen von Fälschungen

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Ich habe lange überlegt, ob ich auf diesem Blog über Replica-Uhren schreiben soll. Schließlich kommt mir das ganze Thema wie „Topfschlagen im Minenfeld“ vor – im größten Uhren-Forum Deutschland zum Beispiel wird das Thema gemieden wie der Teufel das Weihwasser.

Auf der einen Seite: Absolut verständlich, denn Uhren sind ab einer gewissen Preisklasse ja nicht nur einfache Zeitmesser (das kann jedes Smartphone), sondern vielmehr Statussymbole und Träger von bestimmten Image-Aspekten. Im beruflichen Umfeld sind Uhren auch oftmals der Porsche für das Meeting, für die natürlich viel Geld ausgegeben wird. Es ist nachvollziehbar, dass manch eine Reaktion zum Thema Replica-Uhren dann gelinde gesagt „empfindlich“ ausfällt, wenn jemand versucht sich mit dem Bruchteil des finanziellen Aufwandes diesen Status zu erkaufen.

„Echte“ Fake-Uhren – wer kennt’s nicht? 😉

Auch ich bin der Meinung, dass man nicht unnötig Werbung für Replica-Uhren machen sollte. Auf der anderen Seite denke ich aber, dass es hilfreich – nein unabdingbar – ist Replica-Uhren zu verstehen, um sich selbst vor Betrug schützen zu können.

Replicas in einem Schaufenster

Ich möchte es gleich vorwegnehmen: Ich gebe mit diesem Artikel keine Schritt-für-Schritt-Anleitung wie ihr Replica-Uhren kaufen könnt. Vielmehr möchte ich meine persönlichen Erfahrungen mit der Replica-Uhren-Industrie mit euch teilen und auf Betrugs-Maschen aufmerksam machen, die im Dunstkreis von Replicas leider verstärkt auftreten…

Zu diesem Zweck habe ich ein paar Euros in die Hand genommen und einen Selbstversuch mit einer gefälschten Breitling Navitimer World gestartet…

Rolex Submariner No-Date Original vs. Replica Noob v7
Rolex Submariner Replica vs. Original (mehr dazu in meinem Vergleichs-Artikel)

Was sind Replica-Uhren?

Replica Uhren (oder auch: Replikas, Fakes, Fälschungen) sind (meistens detailgetreue) Nachahmungen bekannter und meistens teurer Luxus-Uhrenmarken wie beispielsweise Breitling, Omega, Hublot, TAG Heuer, Richard Mille oder Rolex. Replica-Uhren tragen immer den Namen der Marke, die gefälscht wird – das unterscheidet Replicas von sogenannten Hommagen.

Allerdings werden sogar günstigere Modemarken wie Armani gefälscht – in meinem Urlaub in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden mir solche Replica-Modelle an jeder Ecke angeboten (bitte fragt mich nicht nach dem Sinn).

Replica-Uhren auf einem Markt auf Mallorca, Bild: Nichtvermittelbar / CC BY-SA via Wikimedia Commons

Während Replica Uhren in aller Regel komplett (Gehäuse, Zifferblatt…) und mehr oder weniger detailliert nachgeahmt werden, gibt es auch noch sogenannte „Franken-Uhren“ (abgeleitet von Frankenstein), die auch alle möglichen Komponenten der Originale enthalten (z.B. Lünette).

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Preislich bewegen sich „gehobenere“ Replica-Uhren „von der Stange“ zwischen ca. 400€ und 600€ und damit bei einem Bruchteil der Originale. Aber auch Replicas für deutlich über 1000€ sind käuflich in Fernost erwerbbar.

Schnappschuss aus einem bekannten Replica-Uhren-Shop

Ausnahmen bestätigen die Regel: Es gibt auch Replicas von sehr günstigen Uhren wie beispielsweise der Casio F91W (Original-Preis rund 10€!) oder Vostok-Uhren, die auf russischen Flohmärkten vertickt werden.

Markt in Tunesien – hier wimmelt es nur so vor Replica-Uhren

Alles, was nicht niet- und nagelfest ist: Auch Uhren-Armbänder werden gefälscht

Auch vor Armbändern macht die Replica Uhren Industrie keinen Halt: Auf der Suche nach original Breitling Kautschukarmbändern bin ich auf ebay bzw. ebay Kleinanzeigen auf etliche mehr oder weniger schlecht gemachte Fälschungen gestoßen, ganz klar zu erkennen an unsauberen Verfransungen am Kautschuk. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Breitling so etwas produziert. Ich fragte mich, ob es sich vielleicht um Ausschussware handelt. Der Preis war zwar gut, aber nicht so gut, dass man direkt an eine Fälschung denkt.

Nach mehrmaligem Nachbohren gestand ein Verkäufer, dass es sich um ein „Aftermarket in sehr guter Qualität“ handele. Das ist eine sehr freundliche Formulierung für ein Replica-Armband 😉 Ein anderer Händler (auch wieder ebay nach mehrmaligem Nachbohren) hat ganz klar gesagt, dass er die Armbänder in Massen gekauft hat (Breitling, Omega etc.) und nicht weiß ob es Originale sind – wer’s glaubt wird selig. Alles in allem werden meiner Erfahrung nach gefälschte Armbänder noch viel aggressiver auf bekannten Plattformen angeboten – vermutlich da hier die Prüfung durch ebay & co. nicht ganz so streng ist. Mit der weichen und geruchsarmen Qualität von Original-Bändern haben diese Chemiekeulen dann natürlich nicht viel zu tun. Wer hier unbedacht kauft, kauft zweimal!

Breitling Colt A17388 blau
Originales Kautschukband einer Breitling Colt

Wie funktioniert der Replica-Uhren-Markt? China-Shops & Co.

Urlaubs-Mitbringsel vom „Strand-Juwelier“ sind in aller Regel von sehr niedriger Qualität – ein besonders ulkiges Exemplar ist die unten gezeigte Rolex: die Schriftqualität ist miserabel, statt O’s wurden Q’s verwendet und es gibt ganz offensichtliche Rechtschreibfehler (RQLEX QYSTER RERPETUAL).

Rolex-Replica, die schon auf den ersten Blick zu erkennen ist, Bild: Gdead / Public domain

Und noch ein Beispiel: Eine Rolex-Daytona mit so schlecht angebrachten Ziffern, dass diese sich innerhalb kürzester Zeit abgelöst haben und nun unter dem Glas durcheinanderwirbeln. Auch die Krone ist leicht „windschief“ 😉

Bild: Daniel Sancho, CC2.0 via flickr.com

Neben solchen offensichtlich schlechten Replicas, existiert aber auch eine äußerst professionelle Industrie für sehr hochwertige Replica Uhren. Diesen habe ich in einem Selbstversuch ergründet: In durchaus ansehnlichen Online-Shops von (nahezu immer) chinesischen Händler, welche in einschlägigen Replica-Foren als „Trusted“ (vertrauenswürdig) eingestuft werden, findet man eine riesige Auswahl neuer und älterer Modelle fast aller Luxus-Uhrenmarken. Ausführlich (aber nicht hochauflösend) bebildert und mit allen Infos zur Uhr (z.B. „Scratch-proof sapphire crystal with double AR coated Swiss Standard“) kann man sich dort stundenlang durchklicken.

Was darf’s sein? Luxusuhren-Marken in einem Replica-Shop

Obacht: Um diese Trusted-Shops herum haben sich allerdings auch einige Betrüger gescharrt, die mit 1:1 Website-Kopien und leicht abgewandelter URL auf Bauernfängerei gehen (quasi Replica-Replica Shops 😉 bzw. „Fake-Shops„). Merkt euch: Wenn es darum geht, euch das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist die Kreativität von Betrügern grenzenlos.

Aber zurück zu den Trusted-Replica-Shops. Irre: Sogar Boxen und Papiere, die mit der Seriennummer des Modells übereinstimmen, können gegen einen Aufpreis dazu erworben werden. Hier geht eine zusätzliche Gefahr für den Gebrauchtuhrenkauf auf ebay & co. aus, da man sich fälschlicherweise aufgrund der Papiere in Sicherheit wiegt.

Besonders krass: Bei meinen Recherchen in einem bekannten Replica-Shop bin ich über eine gefälschte Garantie-Karte gestolpert, auf der ein deutscher Juwelier vermerkt ist – diesen Juwelier gibt es wohlgemerkt tatsächlich!

Krank: Ein echter deutscher Juwelier auf einer gefälschten Rolex-Garantiekarte

Natürlich sind nicht alle Käufer von Replica Uhren Betrüger: So existiert in Replica Foren oft ein separates Unter-Forum, welches Replicas bei ebay aufdeckt, damit der ehrliche Käufer nicht darauf hineinfällt. Vielmehr hatte ich bei meinen Recherchen das Gefühl, dass Replica Uhren Käufer das Ganze als „Sport“ sehen – immer auf der Suche nach dem nächsten verbesserten Modell, welches dem Original möglichst nahe kommt…

Replica-Uhren: Test & Qualität – Super Rep? AAA Replica? 1 zu 1 Replica?

Ich entschied mich für den Selbstversuch relativ spontan für eine Breitling Navitimer World, welche laut einschlägiger Foren als sehr gut gemachte Replica Uhr gilt. Sehr häufig wird in den Replica-Communities nach sogenannten „Super Reps“, „1 zu 1 Best Edition Replicas„, Replicas der Spitzenklasse oder „AAA Replicas“ gefragt – also Replica Uhren, die so perfekt sind, dass man sie überhaupt nicht vom Original unterscheiden kann. Das gleicht manchmal der verzweifelten Suche nach dem heiligen Gral 😉

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Wer allerdings glaubt, für einen Bruchteil des Geldes dieselbe Qualität des Originals zu bekommen, der glaubt wohl auch an den Osterhasen – natürlich wird es niemals ein 100% korrektes „Super Rep“ geben. Günstigere Personalkosten in China hin oder her: Wie soll ein chinesischer Replica-Hersteller eine exakte Kopie für den Bruchteil des Originales anbieten können und dabei noch gleichzeitig Geld verdienen? Wie ich später auch noch mal ausführlicher zeigen werden, sind die chinesischen Fälscherbuden insbesondere bei feinmechanischen Fragestellungen gerne mal überfordert.

Dennoch konnte ich aufgrund von umfangreich bebilderten Reviews in einem Replica-Forum ausmachen, dass die Breitling Navitimer World Replica recht nah dran an einer „Super Rep“ ist. Aufgrund meiner Erfahrungen mit original Breitling-Uhren lag die Entscheidung für dieses Modell also nahe. Hierzu aber später mehr.

Neben den 338 US-Dollar für die Replica kamen noch 50 US-Dollar für den Versand hinzu. Nach Bezahlung erhielt ich ein paar Tage später sehr niedrig aufgelöste „Qualitätssicherungs-Fotos“, auf denen man maximal gröbere Mängel erkennen konnte. Nach Freigabe der Bilder wartete ich auf das Paket aus China…

„Qualitätssicherungsfoto“ einer Panerai

Test: Wie ist die Qualität von Replica Uhren? Der Teufel steckt im Detail…

Die Bestellung und der ganze Versandprozess haben tadellos funktioniert, auch wenn ein mulmiges Gefühl bei der rund zweiwöchigen Wartezeit auf das chinesische Paket natürlich nicht ausblieb. Das Modell, welches ich bestellt hatte, eine Breitling Navitimer World, war auf den ersten Blick sehr gut verarbeitet: Das Saphirglas war ordentlich entspiegelt, das Ziffernblatt und das Gehäuse waren sauber verarbeitet. Auch der Gehäuse-Boden gab kaum Anlass zur Kritik.

Breitling Navitimer World Replica
Breitling Navitimer World Replica

Nur beim Anfassen und genauen Anschauen offenbarten sich Detail-Mängel, die so niemals durch die Breitling-Qualitätssicherung gehen würden: Unter dem Uhrenglas war Staub eingeschlossen und die Lünette ließ sich nicht „rund“ und nur mit viel Kraftaufwand drehen. Die Mechanik dahinter wirkt billig.

Außerdem hatte das Automatik-Werk, ein chinesischer Nachbau des ETA Valjoux 7750, die Eigenart wie ein Zäpfchen abzugehen. Sprich: Wenn der Rotor sich bewegte, hatte man das Gefühl, dass am Arm gleich ein Hubschrauber startet. Feinmechanik ist offenbar keine Stärke der chinesischen Fälscher-Werkstätten.

Der offensichtlichste Schwachpunkt an dem Modell ist aber das Edelstahlarmband, welches nicht mal annähernd mit den grandios verarbeiteten Breitling-Originalen mithalten kann. Das Replica Armband quietschte, knarzte und die Schließe ließ sich nur mit viel Kraft runterdrücken. Totalausfall!

Breitling Navitimer World Replica

Dennoch: Auf den ersten Blick war das Modell für einen Laien nicht vom Original zu unterscheiden und das ziemlich schlechte Edelstahlarmband ist natürlich schnell durch ein Lederarmband ausgetauscht.

Replica Uhren können also verblüffend nah dran am Original sein und die Replica Uhren Industrie ist nicht zimperlich, was das Produzieren von neuen verbesserten Modellen angeht: In der Regel werden besonders beliebte Modelle wie z.B. die Rolex Submariner in etlichen Neuauflagen regelmäßig weiter verbessert. Von der Community gefeiert, werden dann hochauflösende Fotos der Replicas mit denen des Originals verglichen, umfangreiche bebilderte Reviews geschrieben und auf die sogenannten „Flaws“ hingewiesen.

„Flaws“ sind die offensichtlichsten Mängel am Replica-Modell, bewegen sich aber oftmals in einem Bereich, der ohne direkten Vergleich mit dem Original kaum erkennbar ist.

Hier ein paar beispielhafte „Flaws“ einer Rolex Submariner „Super Rep“:

Natürlich gilt: Je geringer die Anzahl Flaws, desto beliebter das Modell in der Replica-Community. Es gibt aber auch recht offensichtliche Flaws, wie z.B. bei der Tag Heuer Carrera Day Date (Calibre 16), bei der die durch den transparenten Uhrenboden sichtbaren Schrauben blau statt silberfarben sind.

Ich muss also aus eigener Erfahrung kurz und knapp festhalten, dass gut gemachte Replica Uhren de facto wirklich schwierig von Originalen zu unterscheiden sein können. Sprich: Das Erkennen von Replica Uhren ist selbst für einen erfahrenen Uhrenkenner mitunter schwierig. Die Modelle sind teilweise so gut, dass man z.B. bei einem Gebraucht-Kauf schnell Betrügern auf den Leim gehen kann. Dies gilt es zu verhindern…

Wie erkenne ich Replica Uhren?

Wie kann man trotzdem versuchen Replica Uhren zu erkennen? Zunächst einmal: Vergesst sämtliche andere Artikel und Blog-Einträge zu diesem Thema: Keiner dieser Artikel wird euch wirklich weiterhelfen. Der Grund ist simpel: Der Replica-Uhren-Markt ist anpassungsfähig und schnell – sehr schnell sogar. Und die Hersteller werden immer besser. Was nützen da allgemeine gehaltene Hinweise, z.B. bezüglich der Leuchtkraft im Dunkeln oder der Vergrößerung der Datums-Lupe? Solche Tipps sind so hilfreich wie ein Fallschirm aus Blei! Denn: De facto ist es so, dass besonders die beliebten Modelle bis ins kleinste Detail gefälscht werden. Das macht auch nicht vor „Wasserzeichen“, besonders aufwendigen Uhrenböden o.Ä. halt. Der Teufel steckt – wie wir im Kapitel vorher gelernt haben – im Detail.

Natürlich gibt es auch Replica-Uhren vom „Strand-Juwelier“, die – wie bereits beschrieben – von sehr schlechter Qualität sind und nur so vor „Flaws“ strotzen. Hier werden sogar manchmal Phantasie-Modelle angeboten, die es de facto nie gegeben hat und die man sogar auf 100 Meter von Originalen unterscheiden kann. Hier zwei Beispiele für extrem schlecht gemachte Replicas, eine Breitling von hinten und eine TAG Heuer Carrera von vorne:

Breitling Navitimer Replica
Extrem mieser Gehäuseboden einer Breitling-Replica
Tag Heuer Carrera Replica
Fantasie-Modell: TAG Heuer Carrera Calibre 17

Aber so einfach machen es euch Betrüger natürlich nicht…

Tipps zum Erkennen von Replica-Uhren – Achtung vor Betrügern!

Habt ihr – insbesondere von privat zu privat – die Absicht bei ebay oder in einschlägigen Handels-Foren (z.B. Uhrforum.de) eine Uhr zu kaufen, so beherzigt die folgenden Tipps.

Tipp #1: Recherchiert hochauflösende Bilder und Reviews der entsprechenden Replica Uhren! Steuert als erstes die Google-Suche an und/oder recherchiert in einschlägigen Replica-Foren. Gleicht dann die benannten „Flaws“ des Modells mit den Bildern des vermeintlichen Originals ab bzw. achtet auf diese Details bei der persönlichen Übergabe der Uhr. Achtung: sogar bei persönlichen „Parkplatz-Übergaben“ sind schon dreiste Replica-Betrügereien mit gefälschten Personalausweisen überliefert worden.

Achtet auch darauf, dass ihr verschiedene Varianten des Replicas recherchiert: Es gibt zwar nur eine Hand voll guter Replica-Uhren-Produzenten in China (z.B. ARF, VSF, ZF, früher Noob), diese haben aber auch jeweils andere „Flaws“ in ihren Kopien. So kann es sein, dass einer der Hersteller z.B. die Lünettenfarbe eines bestimmten Modells besser kopiert, ein anderer Hersteller aber wiederum das Ziffernblatt viel besser hin bekommt.

Darüber hinaus achtet unbedingt auf die verschiedenen Versionen der Replica-Modelle: Wie bereits beschrieben werden Replica Uhren regelmäßig weiterentwickelt (v1, v2 etc.). Hierbei werden die bekannten „Flaws“ i.d.R. verbessert (manchmal kommen aber sogar neue hinzu 😉 ).

Hier noch ein paar weitere Tipps zum Kauf von Uhren auf ebay & co., welche sich nicht direkt auf Replica Uhren beziehen – die Grenzen zwischen Betrügereien und Replica Uhren können aber fließend ineinander übergehen.

Tipp #2: Nutzt die umgekehrte Google Bilder-Suche! Via https://images.google.com (per Klick auf das kleine Kamera-Symbol) könnt ihr Bilder-URLs angeben oder Bilder hochladen und somit prüfen, ob die Bilder aus dem Inserat schon einmal woanders auftauchen und somit möglicherweise geklaut sind. Tauchen die Bilder z.B. schon in einem Forum auf, so sollte man zumindest alarmiert sein, auch wenn es natürlich sein kann, dass der Verkäufer gleichzeitig das Foren-Mitglied ist und die Bilder einfach auch für den Verkauf nutzt. Im Zweifelsfall bittet ihr einfach den Verkäufer um ein aktuelles Bild, bei dem die Uhr eine ganz bestimmte Uhrzeit anzeigt oder die Uhr mit einer aktuellen Tageszeitung zeigt. Spätestens hier wird ein Betrüger, der gar keine Uhr besitzt, auffliegen. Der Bilderklau ist übrigens sehr beliebt bei Betrügern auf ebay (siehe Tipp 4)…

Tipp #3: Wiegt euch nicht in Sicherheit, selbst wenn der Verkäufer einen Personalausweis vorzeigt bzw. einen Scan verschickt – der Personalausweis kann schlicht geklaut oder gefälscht sein: Es gibt eigentlich nichts, was sich nicht im sogenannten Darknet kaufen lässt.

Tipp #4: Wiegt euch nicht in Sicherheit, weil ihr denkt, dass der Verkäufer ja bei Banküberweisung via Kontodaten identifiziert werden kann! Eine gängige Betrugsmasche bei ebay ist, dass inaktive Accounts mit 100% positiven Bewertungen gehackt werden und Artikel mit falschen Bildern inseriert werden. Auch die hinterlegten Bankkonten werden hier in aller Regel mit geklauten Personalausweisdaten eröffnet. Paypal wird natürlich auch nicht angeboten und in den Artikel-Beschreibungen wird teilweise sogar explizit Selbstabholung ausgeschlossen – spätestens dann sollten sämtliche Alarmglocken angehen. Bei ebay gab es einige Zeit exakt diese Masche mit der Omega Seamaster Planet Ocean, welche zu einem ziemlich guten Sofortkaufen-Preis angeboten wurde – allerdings nicht so gut, dass man direkt an Betrug denkt. Ich hatte sogar testweise Kontakt mit einem der Betrüger, welcher immer neue abstruse Ausreden erfand, warum Selbstabholung oder Paypal nicht möglich ist.

Tipp #5: Nach dem Kauf: Immer noch Zweifel? Ab zum offiziellen Konzessionär! Es gibt Replicas, die selbst mit hochauflösenden Fotos oder wenn man sie in der Hand hat, kaum vom Original zu unterscheiden sind. Falls ihr noch Restzweifel habt, ob eure neue Lieblingsuhr wirklich original ist, hilft ggf. nur der Gang zum offiziellen Händler. Den Gang zu einem „normalen“ Juwelier, der die Marke nicht führt, könnt ihr euch aber sparen: Es gibt viele Uhrmacher, die nicht einmal eine Replica Uhr erkennen, wenn sie den Gehäuseboden geöffnet haben.

Tipp #6: Schließt einen Kaufvertrag ab! Winkt der Verkäufer ab, so solltet ihr besonders kritisch sein – mehr dazu hier.

Fazit zu Replica Uhren

Mittlerweile habe ich die Breitling Navitimer World aus dem Selbstversuch wieder in einem der Replica Foren verkauft und dabei keinen nennenswerten Verlust gemacht. Die Erfahrung, die ich gemacht habe, zeigt aber wie einfach es ist an Replica Uhren zu kommen, die teilweise wirklich als Original durchgehen können. Das eröffnet natürlich Möglichkeiten für Betrüger…

Mehr Lesestoff: Ein Direktvergleich von Rolex Submariner-Original und Replica zeigt, wie gut die Fälscher-Industrie heute ist…

Rolex Submariner 114060 No-Date Original vs. Replica

Da mich immer wieder Nachrichten erreichen, abschließend noch ein Hinweis: Bitte habt Verständnis dafür, dass ich keinerlei Fragen über konkrete Bezugsquellen von Replicas beantworte. Weder per E-Mail, noch in den Kommentaren oder anderweitig. Auch nicht „ausnahmsweise“.

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Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb weniger Minuten, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

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