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Orient Uhren haben eher einen Underdog-Status. Robuste (Taucher-)Uhren mit gutem Preis-Leistungs-Verhรคltnis – da kommen dem geneigten Uhren-Fan schnell diverse groรŸe japanische Traditionshersteller wie Seiko in den Sinn. Das Land der aufgehenden Sonne hat aber darรผber hinaus noch weit mehr zu bieten: Mit Modellen wie Ray, Mako, Bambino und Triton hat sich der kleine japanische Hersteller Orient Watch Co. unter Freunden von Budget-freundlichen Uhren (insbesondere Divern) eine groรŸe Fangemeinde aufgebaut. In Uhrforen werden Uhren von Orient regelmรครŸig als Preis-Leistungs-Kracher bezeichnet. Grund genug, um an dieser Stelle – nach einem kurzen Abstecher in die Geschichte des Herstellers – zwei vergleichsweise gรผnstige Automatikuhren etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Die eher klassische Dresswatch Orient Bambino (ca. 140โ‚ฌ) und die sportliche Taucheruhr Orient Triton (ca. 320โ‚ฌ) …

Orient Taucher-Uhr “Triton”
Orient Uhr “Bambino”

Orient Watch Co.: Geschichte bis Triton und Bambino

Die Orient Watch Co., Ltd. hat schon ein paar Jรคhrchen auf dem Buckel: Gegrรผndet wurde der Uhrenhersteller im Jahre 1950 im Herzen von Tokio. Die Wurzeln reichen aber noch mehrere Jahrzehnte weiter zurรผck: Orient-Grรผnder Shogoro Yoshida begann 1901 zunรคchst mit einem GroรŸhandel und einer Reparaturwerkstatt fรผr Taschenuhren. Ab 1912 produzierte er selbst Golduhrengehรคuse. In seiner neu gegrรผndeten kleinen Fabrik Toyo Tokei Manufacturing (Toyo = Orient = Ferner Osten im Japanischen) kamen ab 1920 Tischuhren und Messgerรคte hinzu.

Ab 1934 wandte sich Shogoro Yoshida den Armbanduhren zu. Die Geschรคfte liefen exzellent, auch dank des japanischen Militรคrs als solventen Kunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg zwang die schwache japanische Wirtschaft die Toyo Tokei Manufacturing allerdings in die Knie, die Fabrik musste schlieรŸen. Shogoro Yoshida rappelte sich aber kurze Zeit spรคter wieder auf und wagte einen Neustart mit der Grรผndung der Tama Keiki Company im Jahre 1950. Ein Jahr spรคter firmierte Tama Keiki um: die Orient Watch Company, Limited (Orient Tokei Kabushikigaisha) war geboren und verkaufte zunรคchst Uhren unter dem Markennamen Orient Star. Immerhin rund 1500 Uhren verlieรŸen monatlich die Produktion.

Schlichte Orient Star-Anzeige aus den Firmen-Anfรคngen in den 50er Jahren

Im Rahmen von Export-Abkommen mit China (1955) und Nordamerika (USA, Kanada; Ende der 50er) kam das Geschรคft mit Armbanduhren wieder ordentlich auf Touren. Lange gehรถrte Orient zu den Top 3 der japanischen Uhrenhersteller – neben den GrรถรŸen Seiko und Citizen. Die Qualitรคt von Orient-Uhren galt schon damals als sehr hochwertig. Eines der Modelle aus den Anfangsjahren war der Orient World Diver, von dem ich durchaus eine Retro-Neuauflage begrรผรŸen wรผrde ๐Ÿ˜‰

Eine beliebte Werbe-Botschaft damals war auch die Robustheit von Uhren – das hat natรผrlich auch Orient aufgegriffen: Die leicht bekleidete Dame mit Presslufthammer im Bild unten kam beispielsweise bei einer koreanischen Orient-Werbeanzeige in den 70ern zum Einsatz…

Mit dem Aufkommen batteriebetriebener Quarz-Uhren in den 70ern konnte Wettbewerber Casio allerdings massiv Marktanteile gewinnen (unter anderem mit der extrem beliebten Casio F-91W) und Orient auf Platz vier verdrรคngen – trotz der Bemรผhungen von Orient mit eigenen Modellen ebenfalls FuรŸ im Quarz-Segment zu fassen:

Orient Anzeige zu Quarz-Uhren aus 1979

Mit rund 500 Mitarbeitern ist Orient heute im Vergleich zur japanischen Konkurrenz eher das kleine gallische Dorf. Zum Vergleich: Die Citizen Watch Co., Ltd. zรคhlt รผber 20.000 Mitarbeiter (Uhren machen allerdings “nur” rund 50% des Citizen-Umsatzes aus / Citizen ist beispielsweise auch im Bereich Werkzeugmaschinen unterwegs / siehe Citizen Annual Report).

Seit 2017 ist Orient eine hundertprozentige Tochter des Seiko-Konzerns, genauer: Seiko Epson. Innerhalb des Seiko-Konzerns ist Orient aber eher ein Zwerg – Seiko kommt insgesamt auf rund 12.000 Mitarbeiter (allerdings inklusive der anderen Konzernsparten wie Electronic Devices / Uhren machen “nur” ca. 70% des Seiko-Umsatzes aus / siehe Seiko Annual Report).

Aber auch, wenn Orient kein Branchenriese ist, รคndert das nichts an der groรŸen Beliebtheit des Uhrenherstellers in gut informierten Kreisen, insbesondere unter Fans mechanischer Uhren mit klassischen, unaufgeregten Designs und einer gewissen Portion Eigenstรคndigkeit.

Orient Triton: Klassisches Taucheruhren-Design mit ein paar eigenstรคndigen Design-Merkmalen (hierzu spรคter mehr)

Hier und da ist zu lesen, dass Orient sogar eine Manufaktur mit eigenen mechanischen Uhrwerken ist. Das ist nach meinen Recherchen allerdings nur teilweise korrekt. Korrekt ist, dass Orient-Uhren samt der mechanischen Werke nach wie vor grundsรคtzlich unabhรคngig vom Mutterhaus Seiko designt und im eigenen Hause produziert werden. Tatsรคchlich nutzt Orient aber als mechanische Basiskonstruktion die vor einigen Jahrzehnten per Lizenz erworbenen Seiko-Kaliber 7006 und 6600. Orient hat diese Werke stetig weiterentwickelt und beispielsweise um eine Gangreserveanzeige-Komplikation ergรคnzt (mehr dazu gleich mit Blick auf die Orient Triton). Die Produktion diverser Werkskomponenten erfolgt bei Seiko, vieles wird aber In-House, direkt bei Orient in Japan, hergestellt. Orient-Kaliber gelten als zuverlรคssig und robust und mรผssen sich nicht vor der Konkurrenz innerhalb des eigenen Hauses (Seiko) verstecken – dank besagter Weiterentwicklungen. Orient hat auch ein paar Low-Budget Quarz-Uhren im Portfolio – hier stammen die Werke aber offenbar allesamt von Seiko.

Einige bewegte Bilder von der Orient’schen Produktion in Japan gibt’s hier:

Im Heimatmarkt Japan ist Orient vor allem mit Premium-Modellen der Sub-Marke “Royal Orient” unterwegs, die in Deutschland oder anderen Lรคndern kaum zu bekommen sind. Weltweit setzt die Orient Watch Co. aber vor allem auf mechanische Uhren der gleichnamigen und eher gรผnstiger orientierten Marke Orient (mit dem Lรถwen-Logo samt Wappen). Die effektiven “StraรŸen”-Preise von Orient starten bei rund 120โ‚ฌ.

Bild: craigfinlay [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

In besser informierten Uhren-Kreisen in Deutschland sind Orient-Uhren ziemlich bekannt. Weniger Uhren-affinen Leuten zaubert der Markenname allerdings eher Fragezeichen in die Augen. Mit Blick auf die sozialen Medien wie Instagram ist Orient in den USA beispielsweise allerdings deutlich bekannter – was auch an der “Mr. Orient Watch USA”-Kampagne rund um einen personifizierte Uhr in Form eines herrlich ironischen Strahlemanns liegt. Etwas schrullig sind die Spots ja schon, aber die Amis ticken nun mal etwas anders… ๐Ÿ˜‰ Reinklicken lohnt sich aber auf jeden Fall – hier ein Beispiel vom Orient Youtube-Channel:

Wenden wir nun unseren Blick in Richtung zwei beliebter Orient-Modelle: Die Orient Triton, eine massive und hochwertige Taucheruhr, sowie die Orient Bambino, eine eher klassische Einsteiger-Automatikuhr im Retro-Stil…

Orient Triton – Nippon-Taucher im Test

Die Orient Triton (Referenz RA-EL0003B00B) kam 2018 als hochwertigere Alternative zur beliebten Einsteigertaucheruhr Orient Mako und gleichzeitig als Ersatz zur Orient M-Force auf den Markt. Mit Blick auf den UVP soll die Triton offensichtlich die Lรผcke zwischen der Orient Mako (StraรŸenpreis ca. 200โ‚ฌ) und der Orient Saturation Diver 300m (StraรŸenpreis รผber 1000โ‚ฌ) schlieรŸen. Aber kann die Triton gegen das hochgelobte Preis-Leistungs-Verhรคltnis der Mako anstinken? Sie kann!

Beim Auspacken der Triton war ich direkt positiv รผberrascht: Das 43 mm groรŸe und 14 mm hohe รœhrchen bringt ein Kampfgewicht von 211 Gramm (am Stahlband) auf die Waage – ein richtiger Brocken, wuchtig-massiv und wertig verarbeitet. Die Haptik ist ziemlich genial und mit Blick auf den Preis weit รผberdurchschnittlich. Insbesondere das Gehรคuse mit dem Wechsel zwischen satinierten und polierten Flรคchen gefรคllt. Gut: Die Krone ist seitlich versetzt – ein typisches Merkmal, welches sich auch bei Seiko-Taucheruhren (z.B. Seiko Turtle) wiederfindet. Dadurch wird der Tragekomfort erhรถht, da sich die Krone naturgemรครŸ nicht in den Handrรผcken bohren kann. Toll: Die Wasserdichtigkeit betrรคgt 200 Meter bzw. 20 bar – die Orient Triton ist damit also nicht nur eine Sportuhr in Taucheroptik (wie die Seiko 5), sondern darf tatsรคchlich mit auf Tauchstation genommen werden. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverstรคndlichkeit…

Die seitlich versetzte Krone der Triton

Die Hรถrner sind durchbohrt, was den kratzerfreien Wechsel des Bandes erleichtert… und genau da sind wir auch schon bei einem Negativpunkt: Die Qualitรคt des dreigliedrigen Stahlbandes ist okay, reiรŸt aber keine Bรคume aus. Die Glieder neigen zum Quietschen, die SchlieรŸe ist ziemlich 08/15 und blechern. Wenn man seine Uhr gerne am Stahlband trรคgt lohnt sich der Blick auf die Strapcode-Stahlbรคnder, die einen sehr guten Ruf genieรŸen: Fรผr die Triton gibt es sogar ein passendes Stahlband im Jubilee-Stil oder auch eine Bicolor-Variante. Ansonsten ist auch sicherlich ein Kautschuk- oder Natoband, zum Beispiel von Miro’s Time, eine gute Wahl.

Aber kommen wir zurรผck zur eigentlichen Uhr: Die Triton gibt’s in drei Varianten –

  • schwarz mit Edelstahl-Lรผnette,
  • schwarz mit Edelstahl-Lรผnette gold-beschichtet
  • und in der Farbe blau.

Ich habe mich fรผr die Variante mit goldfarben-beschichteter Lรผnette entschieden, da die Optik sich wohltuend vom Standard-Taucheruhren-Design abhebt. Die Gold-Farbe wird auch bei den applizierten, mit Leuchtmasse gefรผllten Indizes sowie den Zeigern fortgefรผhrt. Das ergibt in der Summe eine ziemlich coole Retro-Optik.

Die Lรผnette (mit Aluminium-Einlage) rastet mit perfektem Widerstand, sehr satt und knackig. Und das beste: sie ist perfekt zentriert – eine Sache, die eigentlich eine Selbstverstรคndlichkeit sein sollte, an der gewisse andere japanische Uhrenhersteller aber schon seit Jahren unnรถtigerweise scheitern (*hust* Seiko *hust*).

Orient Uhren Erfahrungen Test Triton Diver
Voll auf die 12! Die perfekt zentrierte Lรผnette

Augenscheinliches Merkmal auf dem matten Zifferblatt ist auch die Gangreserveanzeige, die eher Exoten-Status bei Uhren in dieser Preisklasse genieรŸt. Die Gangreserveanzeige fรผgt sich aber meiner Meinung nach hervorragend ins Zifferblatt ein und erinnert an ein Messinstrument beim Tauchsport…

Toll: Anders als viele japanische Hersteller in dieser Preisklasse verbaut Orient ein kratzresistentes Saphirglas in der Orient Triton – bei der preislich รคhnlichen Seiko Turtle beispielsweise kommt “nur” Hardlex-Glas, d.h. gehรคrtetes Mineralglas, zum Einsatz. Das Glas der Triton ist etwas versenkt, d.h. die Lรผnette steht leicht รผber dem Glas. Man beachte: Saphirglas hat, wenn es nicht entspiegelt wird. in Abhรคngigkeit des Lichteinfalls einen etwas milchigen Ton…

Nicht besonders gut entspiegelt, das kommt aber wiederum das Robustheit zu Gute, da Entspiegelungsschichten zerkratzen kรถnnen

Auch beim Innenleben der Orient Triton wartet eine Besonderheit: Wie alle Orient-Uhren kommt auch dieses Modell mit einem im eigenen Hause gefertigten “Quasi-Manufaktur-Kaliber”, welches exklusiv von Orient verwendet wird (Seiko hat Orient bisher das Werk alleine gegรถnnt ;-)). Wo gibt’s heute noch sowas in dieser Preisklasse? Also mir fallen da kaum nennenswerte Beispiele ein…

Konkret handelt es sich um das Orient-Automatikwerk 40N5A mit Sekundenstopp, Handaufzug und einer Frequenz von 21600 bph. Die Gangreserve ist mit 40 Stunden auf dem Niveau des ETA 2824. Meine Ganggenauigkeitsmessung ergab einen exzellenten Wert von +2,5 Sekunden pro Tag – viel besser geht’s nicht! Der Wert verwundert nicht: Man findet zwar nicht allzu viele Infos zum 40N5A, allerdings dรผrfte es laut diverser Erfahrungsberichte locker mit populรคren Kalibern wie dem ETA 2824-2 mithalten kรถnnen. Gut zu wissen: Das 40N5A kommt auch in der deutlich teureren Orient Saturation Diver 300m zum Einsatz. Schade: Der Blick auf das Werk wird einem aufgrund eines massiven, verschraubten Gehรคusebodens leider verwehrt – man beachte hier aber die schรผchtern-zurรผckhaltende EPSON-Gravur – ein Hinweis auf den Mutterkonzern Seiko Epson…

Der offizielle Listenpreis fรผr die Orient Triton betrรคgt rund 600โ‚ฌ – bei diversen Hรคndlern ist die Uhr aber deutlich gรผnstiger zu bekommen. Auf Amazon beispielsweise kostet die Triton mit gold-Lรผnette grade mal rund 320โ‚ฌ (Stand Ende 2019). Das ist fรผr das Gebotene einfach unverschรคmt gรผnstig. Die Triton ist hinsichtlich des verbauten Werkes und der Qualitรคt (Haptik, Optik) deutlich hรถherwertiger angesiedelt als die sehr beliebte Orient Mako bzw. Mako II. Auch im Vergleich zu meiner Seiko Turtle muss ich sagen, dass die Triton einfach im Detail noch einen Tick besser verarbeitet ist. Den Vergleich mit den hรคufig empfohlenen Taucheruhren der deutschen Micro-Brand Steinhart muss die Triton ebenfalls keineswegs scheuen. Wenn man sich mit der eher unkonventionellen Gangreserveanzeige anfreunden kann, ist der Kauf der Triton faktisch ein No-Brainer…

Eckdaten der Orient Triton:

  • Saphirglas
  • Hauseigenes Orient-Automatikwerk 40N5A mit Gangreserveanzeige
  • Durchmesser 43 mm, Bauhรถhe 14 mm
  • BandanstoรŸ 22 mm
  • Gewicht: 211 Gramm (am Stahlband)
  • Wasserdichtigkeit 20 bar / 200 Meter (zum Tauchen geeignet)
  • Taucherlรผnette mit Aluminium-Einlage, einseitig drehbar
  • “StraรŸenpreis” 300-400โ‚ฌ

Orient Bambino (2. Generation) im Test

Das Modell Bambino markiert den Einstieg in die Welt der mechanischen Orient-Uhren. Die Optik ist unaufgeregt-schlicht und klar im Bereich Retro-Dresswatch positioniert – dafรผr spricht das durchgรคngig polierte, edel wirkende Gehรคuse mit einer Hรถhe von sehr schmalen 7 mm (!). Nimmt man noch das sehr stark gewรถlbte Mineralglas hinzu kommt die Uhr auf eine Hรถhe von 12 mm.

Der Durchmesser der Bambino ist fรผr eine Dresswatch allerdings recht groรŸzรผgig bemessen: Mit 42 mm wirkt sie deutlich sportlicher als die gรคngigen 38 bis 40 mm. Die Abmessungen wirken in der Summe aber sehr stimmig – die Uhr wirkt sehr filigran am Handgelenk und geht auch bei grรถรŸeren Herrenhandgelenken nicht unter. Mit 72 Gramm am Lederband ist die Bambino deutlich leichter als beispielsweise die wuchtige Orient Triton. Das Echtlederband mit Rauleder-Oberseite und Glattleder-Unterseite ist schรถn weich und flexibel – qualitativ hatte ich so ein tolles Band in dieser Preisklasse keinesfalls erwartet.

So schlicht die Bambino auf den ersten Blick wirkt, so schรถner sind doch die Details bei genauerem Hinsehen: Erwรคhnenswert ist beispielsweise das zum Rand hin nach unten gewรถlbte Zifferblatt, welches sich hervorragend mit dem stark gewรถlbten Mineralglas ergรคnzt und fรผr eine geniale Retro-Optik sorgt. Die rosรฉgoldfarbenen, polierten Indizes sind appliziert, ein Sonnenschliff rundet die hochwertige Optik des Zifferblattes ab. Die Zeiger in “Dauphine”-Form sind ebenfalls in der Mitte “geknickt” und ergรคnzen die Indizes hervorragend. Sogar das Orient-Logo, eine Art Wappen mit zwei Lรถwen, ist nicht einfach nur gedruckt, sondern fรผgt sich plastisch in das Zifferblatt ein. Toll!

Auch im Inneren der Orient Bambino tickt ein “Quasi-Manufaktur-Kaliber”, das Automatikwerk F6724. Das F6724 lรคsst keine modernen Komfortfunktionen (Sekundenstopp, optionaler Handaufzug, gute 40 Stunden Gangreserve) vermissen, die Frequenz betrรคgt allerdings “nur” 21600 bph (=6 Schritte pro Sekunde), wodurch der Sekundenzeiger nicht ganz so schรถn flรผssig schleicht wie bei einem Werk mit 28800 bph (=8 Schritte pro Sekunde). Auf dem Papier ist das in der Summe alles ziemlich sehenswert! Meine praktische Messung der Ganggenauigkeit ergab einen Wert von +7,9 Sekunden pro Tag – nicht so gut wie bei der Triton (kein Wunder mit Blick auf den Preisunterschied), aber immer noch sehr ordentlich!

Die Orient Bambino ist fรผr rund 140โ‚ฌ zu bekommen. Im Lieferumfang ist eine sehenswerte Geschenkbox mit einer Oberseite aus gebรผrstetem Edelstahl. Wie bei der Triton ist das Preis-Leistungs-Verhรคltnis der Bambino erste Sahne. Da muss ich wirklich schon lange und in meinen hintersten Gehirnwindungen nachkramen, um eine Uhr zu finden, die รคhnlich schnรคppchenverdรคchtig ist…

Eckdaten der Orient Bambino:

  • Stark gewรถlbtes Mineralglas
  • Hauseigenes Orient-Automatikwerk F6724
  • Durchmesser 42 mm
  • Bauhรถhe 12 mm (gemessen ohne Glas: 7 mm)
  • BandanstoรŸ 22 mm
  • Gewicht: 72 Gramm (am Lederband)
  • Zifferblatt mit applizierten Indizes und Sonnenschliff
  • Wasserdichtigkeit 3 bar / 30 Meter (spritzwassergeschรผtzt)
  • “StraรŸenpreis” ca. 140โ‚ฌ

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15 Kommentare
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THOR
6 Monate zurรผck

…Habe mir passend zum “Grรผndonnerstag”Die hier fรผr 160.-โ‚ฌ gegรถnnt! ๐Ÿ˜‰

This New Bronze Orient Is A Real Surprise – YouTube

…Leider kommt die Farbe nicht so rรผber wie in Echt!

Orient ist eine Tochterfirma von Seiko,und wie gesagt…Sehr beliebt(Zu Recht!)

Viel SpaรŸ beim Eiersuchen wรผnscht Euch

THOR ๐Ÿ˜‰

THOR
7 Monate zurรผck

…Orient,baut Gute Uhren fรผr wenig Geld!
…Kann man nicht oft genug erwรคhnen!
Qualitรคt muss nicht teuer sein! ๐Ÿ˜‰
Chapeauยด!
LG
THOR

Achim
3 Jahre zurรผck

Ich besitze schon lange eine Mako I, habe die damals aber ohne besondere Kenntnis der Marke gekauft, weil sie halt so gรผnstig war.

Spรคter wurde ich dann SEIKO-Fan und habe auf diesem Umweg dann auch Orient wahrgenommen. Gerde eben habe ich mir eine Kamasu mit roten Ziffernblatt gekauft und bin in jeder Hinsicht begeistert. Optik, Fertigungsqualitรคt und Preis-/Leistungsverhรคltnis finde ich unschlagbar – das war sicher nicht meine letzte Orient.

Jรผrgen
4 Jahre zurรผck

Hallo Mario,
die Orient Triton hatte ich ganze 3 Tage. Am dritten Tag ist die Krone abgebrochen und das bei รคuรŸerst vorsichtigem Umgang. Insgesamt ist sie auch nicht mehr als 140.00 EUR Wert. Da ist eine Seiko oder Citizen zum gleichen Preis schon besser verarbeitet ๐Ÿ˜‰

Ratman
4 Jahre zurรผck

Besten Dank fรผr diesen Einblick in die Welt der Orients. Bis vor Kurzem kannte ich auch kaum ein Modell nรคher. Doch vor einigen Monaten habe ich mich spontan in zwei Vintage-Modelle vom Typ Orient SK (Super King) verliebt. Diese wurden sogar vor einiger Zeit neu aufgelegt. Normal habe ich mit Vintage nichts am Hut, aber die beiden sind wirklich schรถne Dinger. Die beiden gefallen mir wohl auch deswegen so gut, weil sie mit ihrer GrรถรŸe von 42mm gut in die heutige Zeit passen. Damals in den 70ern muss das wirklich extrem groรŸ gewirkt haben ๐Ÿ™‚

Mal sehen, welches Orient-Modell sich als nรคchstes in meiner Sammlung einfindet.

Anonym
4 Jahre zurรผck
Antworten...  Mario

Hatte das gute Stรผck (wir sprechen hier รผber Uhren, nur zur Erinnerung) letzte Woche am Arm, hier ein aktuelles Photo -> https://www.roguewatches.de/index.php/rogue-lounge/40-welche-begleitung-habt-ihr-heute-am-arm?start=1860#6234

Guido
4 Jahre zurรผck

Hallo Mario,
dass du den Artikel รผber die beiden Orientalen noch mal auf den Titel gepackt hast, hatte Folgen:
Ich trage eigentlich niemals Dresser, aber die Bambino hatte, in der hier gezeigten Variante, das gewisse Etwas und bei einem sehr bekannten Online-Kaufhaus gab es sie auch noch fรผr 119 EUR.
Ich mach es mal kurz: Sie sieht in Echt mindestens so gut aus, wie auf Deinen sehr gelungenen Fotos.
Wie Du schon schreibst, ein absoluter Schnapper. Kann man eigentlich gar nicht dran vorbei… ๐Ÿ™‚

Rene
4 Jahre zurรผck

Also die “Bambino” bekommt ein Sternchen fรผr die schlichte Optik bei gleichzeitig auffรคlliger Farbgebung, plus das schรถn gewรถlbte Glas. Das hat was!

Die Triton kriegt allwerdings keins, da ist mir einiges “zu viel” – dreifarbige Indizes (goldener Ring, weisse Grundflรคche und ein Lumi-Dot) in 5 Formen (12-Uhr Dreieck, 3-6-9-Stรคbchen, Kreise und auch noch zweierlei angeschnittene Kreise), volles Ziffernblatt, getoppt durch ebenso vollen Print, plus Bicolor… da steig ich aus. Die Endlinks scheinen mir auch ein eher klappriger Alptraum zu sein.

Armin
4 Jahre zurรผck

Wieder ein interessanter Bericht รผber gute, schรถne, aber vor allem bezahlbare Uhren. Ich Habe die Marke Orient schon lรคnger auch meiner Beobachtungsliste. Die Triton ist schon ein schรถnes รœhrle. Ist mal wieder Zeit fรผr Zuwachs in meiner Uhrenschublade……