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Dass sich Betrüger immer wieder neue Wege überlegen, um euch das Geld aus der Tasche zu ziehen, dürfte bekannt sein. So trifft man auf dem Facebook Marketplace derzeit häufig auf eine noch recht neue Masche im Zusammenhang mit dem Verkauf hochwertiger Uhren.

Erst vor wenigen Tagen habe ich in einem bekannten Uhr-Forum eine Frage von jemandem gelesen, der eine Uhr über den Marketplace angeboten hatte, aber offenbar wegen der äußerst ungewöhnlichen Zahlungsart eines angeblichen Interessenten stutzig geworden ist:

Hat hier schon mal jemand gehört, dass man Fedex mit Geld los schicken kann, um eine Uhr bei einem Verkäufer abzuholen?

Tatsächlich sollte man bei angeblichen Bargeldsendungen im Tausch gegen eine Uhr sofort hellhörig werden…

Porsche Design Uhr Fail

Bargeld gegen Uhr: Betrugsmasche auf Facebook Marketplace

In der Regel startet die Konversation mit einer Nachricht über den Facebook Messenger:

Hallo, ich interessiere mich für Ihren Angebotenen Artikel, bitte kontaktieren Sie mich so schnell wie möglich.

Es handelt sich dabei aber natürlich nicht wirklich um einen Interessenten, sondern um einen Betrüger mit einem neu erstellten oder gehackten Facebook-Konto in Verbindung mit einem Bot, der den automatischen Versand von Nachrichten einleitet.

Ein erstes Indiz dafür, dass es sich um Betrug handelt, ist übrigens, dass nur von dem „Artikel“ die Rede ist. Fast jeder normale Interessent würde den Artikel in der Regel konkret(er) benennen, also zum Beispiel „die Uhr“ oder „die Seiko“ schreiben. Aber das nur am Rande.

Nach der Einigung über einen vermeintlichen Kaufpreis, soll es in der Vorstellung des Betrügers dann wie folgt ablaufen:

„OK Ich möchte Ihnen das Geld jedoch gerne in bar in einem Umschlag über den Kurierdienst der UPS GROUP an Ihre Adresse senden. Sobald das Geld eingegangen ist, sende ich einen Abholservice zu Ihnen nach Hause. Das heißt, der UPS SERVICE kommt zu Ihnen nach Hause und gibt Ihnen Ihr Geld. Sobald Sie Ihr Geld erhalten haben, geben Sie ihm den Artikel, damit er ihn zu mir nach Hause schicken kann.“

Beispieltext eines Betrügers

Damit die Abwicklung über den Dienstleister (UPS, FedEx oder dergleichen) vorgenommen werden könne, brauche der Verkäufer nur seine Kontaktdaten angeben (Adresse, Name, Email, Handynummer etc.). Was dann allerdings folgt ist eine gefälschte Nachricht per Email oder SMS, die mehr oder weniger echt aussieht und in der ein Betrag (zum Beispiel 50€) für eine “Versicherungsgebühr” verlangt wird. Diese müsse der Verkäufer vorstrecken, der Käufer addiere den Betrag aber angeblich zum eigentlich Kaufpreis hinzu.

Die Fake-Email oder -SMS enthält ferner die Info, dass die Gebühren über Paysafecard bezahlt werden müssten. Von eben dieser Paysafecard, die beispielsweise an fast jeder Tankstelle erworben werden kann, verlangt der Betrüger dann unter einem Vorwand ein Foto – und mit dem Foto hat der Betrüger dann auch den PIN-Code der Paysafecard. Nun löst der Betrüger das Guthaben mit dem auf dem Foto erkennbaren Code ein und das Geld ist weg.

Auch Links in den Fake-Nachrichten sollten natürlich niemals angeklickt werden – dahinter können sich Phishing-Websites verbergen, ähnlich wie bei der folgenden Masche…

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Ähnliche Betrugsmasche bei eBay Kleinanzeigen

Eine ähnliche Masche habe ich in meinem Bekanntenkreis bei eBay Kleinanzeigen beobachtet: nach der vermeintlichen Einigung mit dem Käufer über die Kaufsumme und die Zahlungsart will dieser „aus Sicherheitsgründen“ noch einen Code per SMS durchschicken.

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Bei dieser Masche kann es richtig teuer werden: Der Betrüger möchte angeblich per PayPal zahlen und einen Code per SMS durchschicken. Diesen Code soll der Verkäufer dann an den vermeintlichen Käufer weitergeben. Und genau das sollte man tunlichst vermeiden. Denn: Dieser Code ist in Wahrheit eine TAN (Transaktionsnummer), die der Validierung einer Online-Zahlung dient. Oder mit anderen Worten: Der Betrüger kann fleißig auf eure Kosten einkaufen, abgerechnet wird über euren Mobilfunkanbieter bzw. die Handyrechnung.

Fazit: Betrug auf Facebook Marketplace & Co.

Abschließend sei gesagt, dass es natürlich etliche Abwandlungen der oben beschriebenen Betrugsmaschen gibt. Nicht selten bauen die Betrüger auch ein bedrohliches Szenario rund um horrende Schadensersatzzahlungen und dergleichen auf, wenn man nicht mehr reagiert. Das ist natürlich völliger Quatsch.

In jedem Fall gilt: Wenn man sich auf bekannten Verkaufsplattformen wie Facebook Marketplace oder eBay Kleinanzeigen bewegt, sollte man stets extrem wachsam sein (insbesondere bei unüblich erscheinenden Zahlungsarten) und keineswegs die Kommunikationsplattform wechseln (zum Beispiel auf WhatsApp, wodurch man zwangsläufig die Handynummer rausgeben muss). Im Zweifel sollte man die Kommunikation sofort abbrechen und den Betrüger an Facebook, eBay etc. melden.

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