Longines Spirit Automatik 2020 Prestige-27

Longines Spirit Automatik-Fliegeruhr (2020) im Test – Punktlandung?

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Der Schweizer Uhrenhersteller Longines wird häufig von Uhrenfreunden genannt, wenn es um Taucheruhren mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis geht. Insbesondere die Modelle HydroConquest und Legend Diver sind überaus erfolgreich – so erfolgreich, dass Fliegeruhren ein gewisses Nischendasein innerhalb des Longines-Sortiments fristen. Das will der seit jeher in Saint-Imier ansässige Uhrenhersteller mit den 2020 eingeführten Longines Spirit-Fliegeruhren ändern…

Eckdaten der Longines Spirit:

  • Swiss Made
  • Schweizer Automatik-Kaliber L888.4 (ETA A31.L11 mit Silizium-Spiralfeder, COSC-zertifiziert)
  • Durchmesser 42 mm (auch als 40 mm-Variante erhältlich)
  • Zifferblatt schwarz, weiß oder blau mit Sonnenschliff
  • Stahlboden, verschraubt
  • Gewölbtes Saphirglas, beidseitig entspiegelt
  • Wasserdichtigkeit 10 bar (100 Meter)
  • Bandanstoß 22 mm (42 mm-Variante) bzw. 21 mm (40 mm-Variante)
  • „Prestige“-Variante mit extragroßer Box, Booklet und drei Wechselbändern mit Schnellwechselsystem („normale“ Variante mit nur einem Band und ohne Schnellwechselsystem)
  • Preis der Prestige-Variante: 2600€ (40 mm) bzw. 2700€ (42 mm)
  • Preis der normalen Variante: 2000€ (40 mm) bzw. 2100€ (42 mm)
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Geschichte der Longines-Fliegeruhren: Der Weg zur Longines Spirit Automatik

Ein wesentlicher Baustein in der Firmengeschichte von Longines, der ältesten heute noch aktiven Uhrenmarke der Welt, waren Fliegeruhren: Borduhren, Siderographen, Fliegerchronographen & Co. waren insbesondere zu Beginn der zivilen Luftfahrt ab den 1920er und 1930er Jahren überlebenswichtig Instrumente zur Navigation, die häufig aus dem Schweizer Jura im Allgemeinen und von Longines im Speziellen kamen.

Denn schließlich konnten die damaligen Piloten noch nicht auf moderne Hilfsmittel wie GPS zurückgreifen. Und es wäre ja auch irgendwie ungeschickt gewesen, wenn der Pilot bei einem transatlantischen Flug irgendwo „falsch abbiegt“ und plötzlich über dem Meer ohne Treibstoff dasteht, oder? 😉

Eine von Longines ersten Uhren, die speziell für die Luftfahrt entwickelt wurde, war alles andere als gewöhnlich: eine vom amerikanischen Kommandant und Navigationslehrer Philip van Horn Weems entwickelte Navigationsuhr ermöglicht eine sekundengenaue Synchronisierung mit dem amtlichen Radio-Zeitzeichen ohne die Zeiger neu ausrichten zu müssen – dank einer speziellen Lünette und einem zentralen, drehbaren (!) Hilfszifferblatt. Dem Radio-Zeitzeichen entsprechend konnten Piloten dank der Uhr eventuelle Abweichungen korrigieren und für weitere Kursberechnungen berücksichtigen.

Man bedenke dabei, dass mechanische Uhren zur damaligen Zeit natürlich längst nicht so präzise liefen wie heute. Auch die in den Cockpits vorherrschenden, teilweise extrem eisigen Temperaturen, konnten die mittlere Gangabweichung einer Uhr stark in Mitleidenschaft ziehen. Und da bei der Langstreckennavigation selbst wenige Sekunden Abweichung signifikante Fehler in der Kursberechnung verursachen konnten, galt Weems Erfindung als echte Innovation von hohem praktischen Nutzen.

Das Weems-Patent, eingereicht im Jahre 1929

Niemand geringeres als der US-amerikanische Pilot Charles Lindbergh, der 1927 in seiner Propellermaschine The Spirit of St. Louis mit einer 33-stündigen Nonstop-Atlantiküberquerung für Schlagzeilen sorgte, zeichnete sich für eine Weiterentwicklung der Weems-Navigationsuhr verantwortlich – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes 😉 : Bei seinem Solotrip über den Atlantik verwendete Lindbergh zur Navigation den Geschwindigkeitsmesser seines Flugzeugs, einen Kompass sowie seine Armbanduhr. Allerdings war er mit den Informationen, die seine Uhr damals anzeigen konnte, nicht zufrieden – weshalb er selbst drauf los kritzelte und die Grundlage für die sogenannte Stundenwinkel-Uhr schuf.

Nicht schön, aber selten: Die Skizze der Stundenwinkeluhr

Die Stundenwinkeluhr (englisch Hour Angle Watch) mit der Referenz 3210 unterschied sich mit ihrem charakteristischen Zifferblatt und der ungewöhnlichen Lünette grundlegend von anderen Fliegeruhren. Die Idee hinter der Uhr war dabei, die Längengradbestimmung (der Greenwich-Stundenwinkel und damit die Positionsbestimmung in der Luft) unter zusätzlicher Verwendung eines Sextanten, einem Radiosignal und einer Sternenkarte zu erleichtern.

In diesem Video wird das Funktionsprinzip anschaulich erklärt:

Lindbergh verschaffte sich 1931 Gehör für seine Idee bei John Heinmüller, Präsident der Federation International of Aviation (F.I.A.) in New York und – kein Zufall – eines der Longines-Oberhäupter. Heinmüller brachte noch im selben Jahr Lindberghs Idee mit nach St. Imier, wo diese auch nach nur wenigen Monaten umgesetzt wurde.

Atlantiküberquerungen waren in den Anfängen der Luftfahrt offenbar ein Magnet für tollkühne Pilot*innen: Nach John Alcock und Arthur Whitten Brown (1919) sowie Charles Lindbergh (1927) wirbelte eine Dame diese von Männern dominierte Domäne ordentlich durcheinander: Die US-amerikanische Pilotin und Frauenrechtlerin Amelia Earhart war – fünf Jahre nach Lindbergh – die erste Frau überhaupt, die einen Soloflug über den Atlantik in Angriff nahm: von Kanada auf eine Kuhwiese in Irland, wo Earhart entgegen aller Gerüchte bei der Landung aber keineswegs eine Kuh umgemäht hat – „außer sie ist vor Angst gestorben“, wie sie mit ihrem typischen trockenen Humor damals zu Protokoll gab. Mit dabei bei Earharts Ausflug: ein 35 mm kleiner Longines Eindrücker-Chronograph mit dem Handaufzugskaliber 13.33Z, welcher sie unter anderem bei der Navigation unterstützte.

Earhart war bei ihrem Transatlantikflug mutterseelenallein knapp 15 Stunden ohne Unterbrechungen unterwegs. Und das wohlgemerkt in einer Zeit, in der Männer meistens der Ansicht waren, dass Frauen höchstens die Reise an den heimischen Herd antreten, ganz sicher aber nicht über den „großen Teich“ fliegen sollten. Gegen genau solche Ansichten kämpfte Amelia Earhart allerdings vehement an – mit Taten wie dem Atlantikflug, welcher sie zu eine der berühmtesten Frauen der USA machte.

Ein weiterer Meilenstein in Longines Fliegeruhrengeschichte markierte das Jahr 1938: Longines war gleich mit mehreren Zeitmessern bei Howard Hughes dreitägiger, berühmter Weltumrundung am Start. An Bord seiner Lockheed 14 befand sich unter anderem ein Longines Sideograph, ein Bordinstrument zur Astronavigation – sozusagen der Vorläufer des modernen GPS. Hughes Crew trug außerdem diverse Longines-Armbanduhren.

Übrigens: Freunde des gepflegten Popcorn-Kinos sind beim Namen Howard Hughes sicherlich hellhörig geworden: Das Leben des US-amerikanischen Unternehmers, Filmproduzenten und Luftfahrtpioniers wurde 2004 verfilmt – im sehenswerten Hollywood-Streifen Aviator mit Leonardo Dicaprio in der Hauptrolle.

Ein weiteres nennenswertes Beispiel aus Longines‘ Fliegeruhren-Historie ist die „Oversized“ Longines Swiss Air-Edition 24-Stunden-Uhr aus den 50er Jahren. 24-Stunden-Uhren wie diese wurden für Navigatoren an Bord von Langstreckenflügen entwickelt, damit diese beim Zeitzonen-Hopping, bei dem Tag und Nacht schnell verschwimmen können, die internationale Referenzzeit GMT stets fehlerfrei ablesen konnten.

Eine solche 24-Stunden-Fliegeruhr gelangte 2009 ins Longines-Museum. Es handelte sich dabei um die Uhr des Swissair-Navigators Harry Hofmann, welcher sie bis in die 70er Jahre während seiner Flüge auf den Linienflugzeugen der Typen DC-4, DC-6, DC-7, DC-8 und Coronado getragen hatte.

Vor ein paar Jahren wurde außerdem ein Longines-Original für satte 75.000 US-Dollar beim Auktionshaus Phillips versteigert. Mit der heute erhältlichen Re-Edition Longines Twenty-Four Hours (Ref. L2.751.4.53.4) geht es auch etwas günstiger. 😉

Longines Fliegeruhren heute

Longines hat in der letzten Zeit immer wieder Neuauflagen (sogenannte Re-Issues oder Re-Editionen) lanciert, die sich an den historischen Originalen orientieren. Der Knackpunkt: Viele historische Modelle waren voll auf Funktionalität ausgerichtet und dadurch designtechnisch oftmals eher „speziell“.

Ein Beispiel für eine solche – sagen wir mal unorthodoxe – Re-Edition: die Longines Type A-7 1935 basiert auf dem gleichnamigen Eindrücker-Chronographen (integriert in die große Zwiebelkrone), der von Longines in den 1930er Jahren für das U.S. Army Air Corps produziert wurde. Und nein, ihr habt keinen Knick in der Optik: Die „schiefe“, um 45° versetzte Zifferblatt-Konstruktion wurde exakt so in einem umfangreichen Pflichtenheft gefordert, damit die Zielgruppe (US-Kampfpiloten) die Informationen von der Uhr ablesen konnte, ohne die Hände vom Steuerknüppel nehmen zu müssen.

Mit der 2020 lancierten, neuen Longines Spirit-Modellreihe wollen die Schweizer nun offenbar auch alltagstauglichere Fliegeruhren anbieten. Schauen wir uns das neue Modell nun etwas genauer an…

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Longines Spirit Automatik 2020 (Prestige)

Schnörkellos war einer der ersten Begriffe, der mir beim Blick auf die Longines Spirit eingefallen ist. Das Modell ist auf den ersten Blick eine typisch-schlichte Fliegeruhr – mit auffällig großer, und damit auch mit dicken Handschuhen bedienbarer Krone und exzellenter Ablesbarkeit.

Auf den zweiten Blick gibt es aber eine Menge Details zu entdecken, vor allem auf dem mattschwarzen Zifferblatt (auch erhältlich mit „körnig“-weißem Zifferblatt sowie Zifferblatt mit blauem Sonnenschliff) – Details wie beispielsweise die applizierten und mit Super-Luminova gefüllten Ziffern, die optisch eine Menge hermachen und dank des beidseitig entspiegelten Saphirglases hervorragend zur Geltung kommen. Ich bin großer Fan von beidseitig entspiegelten Saphirgläsern, da die Optik meiner Meinung nach einfach deutlich hochwertiger wirkt und die Ablesbarkeit aus allen erdenklichen Winkeln genial ist. Der Nachteil: Es muss einem bewusst sein, dass selbst die besten Entspiegelungsschichten immer etwas kratzempfindlicher sind, als das Saphirglas selbst.

Apropos applizierte Ziffern: In einschlägigen Foren hat die durch das Datumsfenster „abgesäbelte“ Ziffer „3“ für hitzige Diskussionen gesorgt. Auch ich muss sagen, dass ich die Umsetzung als eher ungeschickt gelöst, gleichzeitig aber nicht als „Dealbreaker“ empfinde. In der Summe frage ich mich aber schon, warum die „3“ unbedingt dran glauben musste 😉 . Tipp: Bei der kleineren 40mm-Variante der Longines Spirit ist das Datumsfenster komplett an die Stelle der „3“ gewandert. Sofern man sich also auch mit der kleineren Variante anfreunden kann, ist diese für den einen oder anderen eventuell die bessere Wahl.

Ein weiteres dezentes und liebevoll umgesetztes Merkmal der Longines Spirit ist auch ein rundum laufender, hochglanzpolierter Edelstahlring, welcher die leicht erhöhte Minuterie optisch abgrenzt und die polierte Lünette und Gehäusekante aufgreift. Schönes Detail: der Edelstahlring wird von den kleinen rautenförmigen Stunden-Indizes dezent durchbrochen.

Der größte Blickfang des Zifferblattes sind aber sicherlich die applizierten Sterne oberhalb des „Chronometer“-Schriftzuges. Vintage-Uhrenfreunde kennen diese fünf Sterne vielleicht noch vom Modell Longines Admiral aus den 70er und 80er Jahren. Die Sterne spalten die Gemüter in einschlägigen Uhrforen genauso wie die abgesäbelte „3“. In dieser Hinsicht muss ich aber sagen, dass mir die Sterne ausgesprochen gut gefallen und der Longines Spirit das gewisse Etwas verleihen.

Die Gehäuseverarbeitung hat mich sehr überrascht – im positiven Sinne. Insbesondere die feine, in mehrfache Richtungen durchgeführte Satinierung kann locker mit deutlich teureren Modellen wie beispielsweise von der Konzernschwester Omega mithalten. Toll!

Abgerundet wird das Gehäuse von einer geprägten, übergroßen Flieger-Krone sowie einem massiven und verschraubten Stahlboden mit (nicht besonders spektakulärer) Gravur – ein Glas-Sichtboden wäre mir ehrlich gesagt lieber gewesen, denn das Kaliber L888.4 ist durchaus ansehnlich…

Automatik-Kaliber L888.4 in der Longines Spirit

Sowohl in der hier getesteten Prestige-Version als auch in der „normalen“ Version der Longines Spirit (hierzu gleich mehr) ist das Automatik-Kaliber L888.4 (ETA A31.L11) verbaut, dessen Konstruktion auf dem bewährten Kaliber 2892-A2 der Konzernschwester ETA SA Manufacture Horlogère Suisse basiert.

Das L888.4 bringt gegenüber dem ETA 2892 einige Modifikationen mit, darunter insbesondere eine auf 64 Stunden hochgeschraubte Gangreserve. Um die höhere Gangreserve zu ermöglichen, hat ETA die Frequenz von 28.800 auf 25.200 Halbschwingungen pro Stunde reduziert. Longines bzw. ETA wählen mit dem Kaliber L888.4 also einen Mittelweg gegenüber dem Powermatic 80 (siehe z.B. Mido GMT), dessen Gangreserve zwar auf 80 Stunden verbessert wurde, allerdings noch mehr zu Lasten der Frequenz (21.600). In diesem Zusammenhang bedenke man den Nachteil, dass eine geringere Frequenz auch einen weniger schön schleichenden Sekundenzeiger bedeutet. Das L888.4 ist hier meiner Meinung nach der perfekte Kompromiss zwischen ETA 2892 und Powermatic 80.

Das Kaliber L888.4 – hier sichtbar durch das Saphirglasfenster eines anderen Longines-Modells.

Auch für die Ganggenauigkeit hat Longines was getan: Das Kaliber L888.4 kommt mit einer Unruhfeder aus monokristallinem Silizium, die aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Patek Philippe, Rolex, der Swatch Group und dem Centre suisse d’électronique et de microtechnique (CSEM) hervorgegangen ist. Die Vorteile einer Silizium-Unruhspiralfeder gegenüber klassischen Unruhspiralen sind absolut nennenswert: ein gleichmäßigeres Schwing-Verhalten, Korrosionsfestigkeit, höhere Stoßfestigkeit und eine Unempfindlichkeit gegenüber Magnetfeldern sorgen für eine deutlich bessere Ganggenauigkeit.

Die höhere Ganggenauigkeit, die mit dem Einbau einer Silizium-Spiralfeder einhergeht, ermöglicht es Longines das begehrte Chronometer-Zertifikat für das Kaliber L888.4 abzustauben – die Longines Spirit tickt also ganz hochoffiziell mit einer Gangabweichung von maximal -4 bis +6 Sekunden pro Tag.

Longines Spirit Prestige – Unterschiede zur normalen Variante

Viele größere Uhrenhersteller haben sich erstaunlich (oder erschreckend?) lange gegen Schnellwechselsysteme für Uhrenbänder gewehrt – warum auch immer. Insbesondere viele Microbrands haben dieses ungemein praktische Feature in den letzten Jahren verstärkt umgesetzt, viele andere Marken ziehen nun langsam nach.

Umso erfreulicher, dass nun auch die Longines Spirit mit einem solchen Schnellwechselsystem kommt – allerdings nur in der teureren sogenannten „Prestige“-Version (2600€ bzw. 2700€), leider nicht aber in der „normalen“ Version der Spirit (2000€ bzw. 2100€). Passenderweise bringt die Prestige-Version der Longines Spirit auch noch zwei hochwertige und sehr weiche Wechselbänder aus Leder mit – ein zweiteiliges Band und ein Nato-Band, welche ebenfalls mit Schnellwechselsystem kommen. Ungewöhnlich: das Stahlband hat nur gestiftete Glieder (nicht verschraubt), was in dieser Preisklasse eher ungewöhnlich und für mich ein nennenswerter Nachteil ist.

Darüber hinaus kommt die Longines Spirit Prestige mit einer übergrößen Box, die man sonst nur vom großen Bruder aus der Swatch Group, Omega, kennt. Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan solch überdimensionierter Boxen – gerne hätte es auch eine Nummer kleiner und die Uhr dafür ein paar Euronen günstiger sein dürfen 😉 .

Die XXL-Box enthält (neben den Wechselbändern) auch noch ein Hardcover-Booklet mit geschichtlichen Hintergrundinformationen zu Longines-Uhren – allerdings leider nur in englischer Sprache. Hier hätte meiner Meinung nach eine Übersetzung drin sein müssen.

Fazit zur Longines Spirit Automatik

Es ist ein schmaler Grat, den Longines geht: Die Schweizer wollen nach den vielen Re-Editionen auf Grundlage eher ungewöhnlicher Fliegeruhren-Designs aus der eigenen Unternehmensgeschichte, mit der Longines Spirit nun auch mit einem etwas „alltagsfreundlicheren“ Design Käufer ansprechen.

Bei solchen Unterfangen läuft ein Uhrenhersteller naturgemäß Gefahr in designtechnischer Belanglosigkeit zu verschwinden – vor allem wenn man bedenkt, dass insbesondere im Bereich Fliegeruhren der Wettbewerb hart und die Alternativen überaus vielzählig sind (siehe zum Beispiel Fortis Uhren, Laco GMT, Sinn 104 etc.).

Grundsätzlich bin ich aber der Ansicht, dass Longines mit der Spirit durchaus positiv aus der Masse heraussticht – die vielen liebevollen Details auf dem Zifferblatt (mit Ausnahme der abgesäbelten „3“ 😉 ), die geniale Gehäuseverarbeitung auf Omega-Niveau und das hochpräzise Innenleben (COSC, Silizium-Spirale) sind alles in allem gute Verkaufsargumente.

Und der Preis? Nun, ich persönlich schätze Longines sehr dafür, dass die Marke – trotz hoher Markenbekanntheit und langer Markenhistorie – nach wie vor in vergleichsweise humanen Preisregionen unterwegs ist. Nicht zufällig werden viele Longines-Modelle wie beispielsweise die HydroConquest oftmals von Uhrenfreunden als Preis-Leistungs-Tipp genannt.

Und auch, wenn Longines mit der Spirit sich eher hochpreisiger positioniert (Prestige-Variante ab 2600€), so ist der Preisrahmen im Großen und Ganzen mit Blick auf Qualität, Lieferumfang und innere Werte in einem recht akzeptablen Rahmen – wenngleich ich keineswegs von einem Schnapper sprechen würde 😉

Tipp: Wenn man gefallen an der Longines Spirit gefunden hat und nicht unbedingt das Bedürfnis hat dauernd die Bänder zu wechseln (siehe Schnellwechselsystem der Prestige), so würde ich dazu raten, auf die Prestige-Variante zu verzichten und zur „normalen“ Variante am Stahlband zu greifen – denn seien wir mal ehrlich: Auch wenn die XXL-Box und das Booklet ein nettes extra sind, verstauben diese spätestens nach ein paar Wochen doch ohnehin irgendwo in einer Ecke des Hauses. Und hinsichtlich der Bänder gilt: falls doch mal Bedarf an einem neuen Band besteht, so gibt es etliche Drittanbieter, bei denen man ein passendes, hochwertiges Band nachträglich kaufen kann (z.B. individualisierte Bänder von Greenpilot-Watchstraps).

Hinweis / Reklame
Die Longines Spirit Prestige wurde für diesen Test von Juwelier Altherr zur Verfügung gestellt und anschließend zurückgesendet.

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2 Gedanken zu “Longines Spirit Automatik-Fliegeruhr (2020) im Test – Punktlandung?”