Aquatico Bronze Taucheruhr Diver Sea Star-12

Bronze-Diver für den kleinen Geldbeutel: Aquatico Sea Star im Test

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Nach meinem Test der wuchtigen, quadratischen Aquatico Super Charger Dive 1000 Bronze erreichten mich ein paar Leser-Anfragen, ob ich nicht auch den günstigeren (und auch etwas humaner dimensionierte) Aquatico Bronze Sea Star Diver auf den Prüfstand stellen könne – klar kann ich das! 😉 Schauen wir uns den Geldbeutel-schonenden Microbrand-Diver mit Seiko NH35 Automatikwerk also mal genauer an…

Eckdaten der Aquatico Bronze Sea Star:

Günstiger Automatik-Bronze-Diver: Aquatico Sea Star im Test

Die Aquatico Bronze Sea Star gibt’s in zwei Varianten, die sich nur hinsichtlich des Lünetten-Inlays unterscheiden: Eine Variante kommt mit einer Keramik-Lünette, die andere Variante mit Voll-Bronze-Lünette. Während die Keramik-Variante in allgegenwärtiger Diver-Optik kommt und dadurch vielleicht ein wenig „das Besondere“ vermissen lässt, ist die Variante mit Voll-Bronze-Lünette meiner Ansicht nach schon deutlich spannender, da es nur wenige Bronze-Uhren in diesem Design gibt (darunter das offensichtliche Design-Vorbild, die Oris Carl Brashear) – man beachte die gefrästen Indizes auf der Lünette, wodurch eine schön plastische Optik erzeugt wird.

Die mit Super-Luminova BGW9 gefüllten, gebürsteten Zeiger und Indizes sowie die „Umrandung“ des Datumsfensters sind – passend zur Bronze – goldfarben und ordentlich verarbeitet. Selbiges gilt für die Zifferblatt-Drucke, die sich auch bei Nahaufnahmen keine Blöße geben – ich betone das an dieser Stelle, da manch asiatische Microbrand manchmal etwas zu viel mit dem Rotstift rumfuchtelt und beim sogenannten Tampon-Druck spart. Dadurch sehen Schriftzüge bei genauem Hinsehen schnell verfranst aus. Aber wie gesagt: Bei der Aquatico Bronze Sea Star gibt’s da nix zu Meckern! Aber seht selbst:

Das Bronze-Gehäuse der Aquatico Sea Star hat einen relativ hohen Kupferanteil – genauer: es handelt sich um die Legierung CuSn8, die im Vergleich zu Aluminium-Mehrstoffbronze (siehe z.B. Tudor Black Bay Bronze) recht schnell eine (gewollte) charakteristische Patina entwickelt. Bei Auslieferung war die Aquatico Sea Star allerdings in dieser Hinsicht noch etwas jungfräulich, die Bronze strahlte noch förmlich vor sich hin – es ist zu erwarten, dass das Gehäuse und die Lünette über die Monate deutlich nachdunkeln werden.

Das Gehäuse ist außerdem bis immerhin 30 bar wasserdicht – die Aquatico Sea Star wird dem Titel Diver also mehr als gerecht. Schön ist auch, dass die Hörner durchbohrt sind, was einen kratzerfreien Bandwechsel ermöglicht.

Der Gehäuseboden kommt mit einer eher unspektakulären und platten Delfin-Gravur und ist aus Edelstahl, damit es nicht zu Verfärbungen auf der Haut durch die Bronze kommt. Der Stahlboden verdeckt gleichzeitig den Blick auf das grundsolide Seiko NH35 Automatikwerk, welches die Wahl Nummer eins für Microbrand-Einsteigermodelle im Allgemeinen ist. Auf der Zeitwaage legt das NH35 in der Aquatico Bronze Sea Star mehr als ordentliche +8,3 Sekunden pro Tag hin.

Trotz der guten Ganggenauigkeit bei meinem Test-Modell, gehe ich mit Blick auf den Kampfpreis nicht davon aus, dass jedes einzelne Werk umfangreich feinreguliert wird – man muss also ggf. auch schlechtere Gangwerte in Kauf nehmen, die sich innerhalb der Seiko TMI-Spezifikation bewegen (-20 bis +40 Sekunden pro Tag bei einer Referenztemperatur von 23º± 2ºC). Im Zweifelsfall hilft der Gang zum Uhrmacher, der eine Feinregulierung für ein paar Euro vornehmen kann.

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Eine nennenswerte Besonderheit an der Aquatico Bronze Sea Star ist das stark gewölbte Saphirglas, welches deutlich über den Rand der Lünette ragt. Solch gewölbte Uhrgläser aus synthetischem Saphir findet man normalerweise eher in hochpreisigeren Modellen, da die Produktion relativ aufwendig ist: das Glas wird nicht einfach nur von einem Rohling runtergeschnitten, sondern es sind zusätzliche Produktionsschritte (Schleifen, Fräsen) nötig, um die Wölbung zu erzeugen – und das treibt natürlich die Kosten in die Höhe.

Breitling Fertigung Uhrgläser
Saphirglas, geschnitten in gleiche Teile zur weiteren Bearbeitung

Das gewölbte Glas wertet die Optik der Bronze Sea Star definitiv auf. Nur bei der Produktion der Bilder für diesen Test war die Wölbung wegen der vielen unerwünschten Reflexionen wahrlich keine Freude 😉

Das Lederband der Aquatico Bronze Sea Star kommt von der seit 1905 (!) tätigen, berühmten US-amerikanischen Gerberei Horween. Die Lederherkunft merkt man qualitativ absolut: Das Band ist perfekt verarbeitet und überaus anschmiegsam. Das kommt natürlich dem Tragekomfort zu Gute, der dank eines vertretbaren Durchmessers von 42 mm ohnehin sehr gut ist. Zum Vergleich: Mein Handgelenkumfang beträgt in etwa 19 cm.

Mehr über Horween in diesem äußerst sehenswerten Video von n-tv:

n-tv Wissen – Die Gerberei Horween from Omega511 on Vimeo.

Wer sich dennoch unsicher wegen der Größe ist, der möge hier schauen:

Fazit zum Aquatico Sea Star Bronze Diver

Eine Bronze-Taucheruhr mit grundsolidem japanischen Automatikwerk, (stark gewölbtem) Saphirglas und rundum guter Verarbeitung für unter 300€ (mit Rabatt-Code wie Eingangs geschrieben)? Da musste ich tatsächlich in meinen hintersten Gehirnwindungen kramen, um mechanische Modelle anderer Uhrenmarken mit ähnlich gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Ein Blick auf meine Bronze-Uhren-Übersicht verrät, dass es tatsächlich nur wenige nennenswerte Alternativen gibt – am ehesten kommt der Ventus Mori Brass Diver in Betracht.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass Aquatico mit der Bronze Sea Star in dieser Preisklasse fast konkurrenzlos ist – es verwundert nicht, dass die in Hong Kong ansässige Uhrenmarke alleine vom Modell Bronze Sea Star schon rund 500 Stück verkauft hat (was für eine Microbrand mehr als ordentlich ist).

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4 Gedanken zu “Bronze-Diver für den kleinen Geldbeutel: Aquatico Sea Star im Test”