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Sie ist bereits seit über 60 Jahren fester Bestandteil des Portfolios des familiengeführten Schweizer Uhrenherstellers Titoni, fliegt trotz auffälliger Optik aber etwas unter dem Radar: Das Modell Cosmo King, das dank des Kalibers ETA 2834-2 in Ergänzung zum Datum samt Datumslupe einen charakteristischen Blickfang in Form einer Wochentaganzeige an Bord hat (“Day-Date”). So viel vorweg: Die Cosmo King ist – anders als beispielsweise die Tangente von NOMOS – alles andere als ein Dresser für’s Understatement…

Eckdaten Titoni Cosmo King Day-Date:

Titoni Cosmo King: Rolex Day-Date-Alternative im Test

Da hat wohl jemanden die Sammelleidenschaft gepackt: Der asiatische Uhrenblogger Watchopenia zeigt seine ziemlich eindrucksvolle und umfangreiche Sammlung von wahrscheinlich so ziemlich allen Cosmo King-Varianten, die irgendwann mal irgendwo auf der Welt auf den Markt gebracht wurden – angefangen mit einer Bicolor-Cosmo King aus den 50er/60er Jahren, die schon damals viele Designmerkmale mitbrachte, die sich auch bei der heutigen Cosmo King wiederfinden (dazu aber gleich mehr).

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Titoni Cosmo King Test 18

Gleichzeitig ist auch die optische Ähnlichkeit der Cosmo King zur Felca Sportsmaster XX aus den 70er Jahren unverkennbar (siehe Lünette, Wochentagsanzeige, Datumsumrandung). Was das mit Titoni zu tun hat? Nun, schon vor über 100 Jahren startete der grade mal 24 Jahre junge Schweizer Fritz Schluep unter dem Namen Felco und später Felca eine Uhren-Produktion. Schon früh in der Unternehmensgeschichte orientierte sich die Familie Schluep in Richtung asiatischer Märkte – und so entstand anno 1952 die Marke Titoni, die damals wie heute von der Eigentümerfamilie geleitet wird. Die Marken Titoni und Felca wurden eine Weile parallel geführt bis in den späten 70er Jahren nur noch Titoni übrig blieb. Viele Designs von Felco/Felca finden sich aber logischerweise heute auch in der DNA von Titoni wieder.

Der Name Cosmo King leitet sich übrigens vom Wörtchen Kosmopolit (von griech. kosmopolitēs) ab, also Weltbürger, die sich aufgeschlossen gegenüber fremden Lebensweisen verhalten – wie soll schon der griechische Philosoph Sokrates gesagt haben: Ich bin weder Athener noch Grieche, sondern ein Bürger der Welt. Aber genug philosophiert: Fakt ist, dass der Name Cosmo King mit Blick auf die durch und durch dressige Optik des Modells tausend mal besser als Sportsmaster passt.

Titoni Cosmo King Test 15

Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Titoni Cosmo King eine gewisse Ähnlichkeit mit der Rolex Day-Date hatte und nach wie vor hat – vor allem mit Blick auf die polierte Lünette mit deren charakteristischer Riffelung bzw. Kannelierung. Der wesentliche, zentrale Blickfang ist aber natürlich die der Rundung des Zifferblatt folgende, zentrale Anzeige des Wochentags (“Day”) auf “12 Uhr”. Ins Auge sticht ferner die metallische Umrandung des Datumsfeldes (“Date”), das der Form der Zykloplupe, die das Datum vergrößert und dadurch das Ablesen enorm erleichtert, folgt.

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Titoni Cosmo King Test 21

Bei der aktuellen Variante der Titoni Cosmo King von einer Hommage zu sprechen, wäre meiner Meinung nach allerdings übertrieben: So sticht beispielsweise das Zifferblatt ins Auge, das mit markanten, vertikalen Linien kommt. In Verbindung mit den applizierten und mit Super-LumiNova gefüllten Stundenindizes ergibt sich so eine tolle, plastische Optik. Man beachte bei den Stundenindizes auch den knackscharfen “Zweidrittel-Knick”, der für ein schönes Lichtspiel sorgt. Schick, schick!

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Titoni Cosmo King Test 17

An dieser Stelle möchte ich auch das für diese Preisklasse überdurchschnittlich gut verarbeitete, fünfgliedrige Edelstahlband mit seinen abwechselnd gebürsteten und polierten Gliedern hervorheben, das sich überaus angenehm um das Handgelenk schmiegt. Die Schließe macht haptisch einen einigermaßen massiven Eindruck, allerdings gibt es nur eine zweistufige Feinjustierung (die leider auch nicht werkzeugfrei funktioniert); dafür ist die Schließe aber schön flach, was grundsätzlich gut zu einer Dresswatch passt und beim Arbeiten mit Maus und Tastatur bzw. beim Schreibtischkontakt angenehmer ist.

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Titoni Cosmo King Schliesse

Das Gehäuse unterstreicht mit seinen kompakten Dimensionen (40mm Durchmesser/46mm Horn-zu-Horn und angenehm flache 11,3mm Höhe) sowie mit seinen polierten, leicht gewölbten Flanken die dressige Optik der Cosmo King. Die Krone ist verschraubt, was (genauso wie die mit 10 bar vergleichsweise hohe Wasserdichtigkeit) eher ungewöhnlich für diesen Uhrentyp ist – ungewöhnlich gut.

Schick: In den Edelstahl-Gehäuseboden ist ein Globus eingeprägt, der das Konzept der Cosmo King-Serie widerspiegeln soll. Zitat Titoni: “Die Uhr ist ein dezenter Begleiter für alle, die sich ambitioniert einer kosmopolitischen Welt stellen.

In der Summe wirkt die Cosmo King zwar sehr dressig, aber alles andere als schlicht – entsprechend mag ich beim Wörtchen “dezent” ehrlich gesagt nicht so recht mitgehen: Die Cosmo King hat definitiv einige ziemlich auffällige Elemente an Bord, die “hier, hier, hier” schreien, darunter vor allem (wie bereits ausgeführt) die Wochentagsanzeige, die Zykloplupe und das geprägte Zifferblatt.

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Titoni Cosmo King Test 4

In der Titoni Cosmo King tickt das Automatikkaliber 2834-2 von der Schweizer ETA SA. Es handelt sich dabei um eine Variante der bekannten ETA 28XX-Kaliberreihe, nur eben ergänzt um eine Wochentaganzeige in englischer Sprache, die sich in der ersten Kronenposition durch Drehen der Krone nach unten einstellen lässt. Die allgemeinen Spezifikationen des Kalibers sind mit 28.800 bph, Stoßsicherung, Sekundenstopp etc. auf einem zeitgemäßen Niveau. Die Gangreserve ist mit 38 Stunden auf demselben durchschnittlichen Level wie beim Sellita SW200, aber deutlich unter beispielsweise dem Titoni-Manufakturkaliber T10 mit 72 Stunden (siehe auch: Titoni Seascoper 600 im Test / Interview mit Olivier Schluep).

Dass überhaupt ein ETA-Kaliber zum Einsatz kommt, ist durchaus eine Besonderheit, denn der Mutterkonzern hinter ETA (Swatch Group) hat den Hahn für Hersteller außerhalb des eigenen Konzerns eigentlich zugedreht. Ich gehe davon aus, dass Titoni hier noch von Lagerbeständen zehrt – ein durchaus entscheidender Faktor, um das für die Cosmo King prägende Merkmal, die Wochentagsanzeige, darzustellen (das Sellita-Pendant ist übrigens das SW240-1).

Wie man es von Titoni gewohnt ist, ist das Kaliber mit +8 Sekunden/Tag (Zifferblatt oben auf der Weishi 1000 Zeitwaage) ordentlich von den Uhrmachern einreguliert worden (siehe Reglage) – allerdings nicht so gut wie ich es bisher von anderen Titoni-Modellen mit Sellita-Werk gewohnt war (siehe z.B. Titoni Heritage Chronograph oder Titoni Airmaster).

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Bild: ETA via CaliberCorner
Titoni Cosmo King Test 19

Fazit zur Titoni Cosmo King

Die Titoni Cosmo King dürfte hinsichtlich Preis-Leistungs-Verhältnis die so ziemlich beste Empfehlung für Uhrenfreunde sein, die eine hochwertige, dressige, aber gleichzeitig auffällige Uhr von einem gestandenen Schweizer Hersteller im Dunstkreis der Rolex Day-Date suchen (die wegen der Edelmetall-only-Strategie der Genfer nämlich erst ab rund 38.000€ Liste erhältlich ist, siehe Rolex-Preisliste – der Graumarktpreis ist wegen schlechter Verfügbarkeit, trotz des ohnehin schon knackigen Preises, sogar noch mal deutlich höher). Denn: Selbst die auf den ersten Blick “naheliegendste”, die im Vergleich zur Rolex Day-Date deutlich günstigere Alternative Tudor Royal Day-Date, ist in der 41mm-Stahlvariante mit 2420€ immer noch deutlich teurer bepreist als die Titoni Cosmo King mit 1035€ (und im Inneren der Tudor tickt auch kein Manufakturkaliber, sondern das Kaliber Tudor T600 auf Basis einer Sellita-Konstruktion – genau wie bei Titoni).

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Titoni Cosmo King Test

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12 Kommentare
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Andi
1 Jahr zurück

Ich fand die Vorstellung Super!!!. Hab sie mir gleich gekauft. Eine tolle Uhr, sieht schön aus, bodenständiges Werk, interessantes Design, auch wenn vermeintlich ein wenig abgeschaut. Titoni ist eher ein Underdog, auch für mich als Schweizer. Schade, dass so kleine Marken nicht auf mehr Resonanz teffen.
Die Uhr, das Renomée, die Geschichte, das passt für mich zusammen. Ich freu mich jetzt schon wenn sie nächste Woche kommt. Zudem hat Titoni einen guten After-Sale-Support. Aber ich denke das ETA hält stand. Da wird es nicht viel zu bemängeln geben.
Lieber Gruss
Andi

Ingo
1 Jahr zurück

Spannend und sehr ungewöhnlich finde ich die Nummerierung der Wochentage (Monday 1, Tuesday 2,…). Hab ich so noch nie gesehen – und wird interessanterweise im Bericht auch nicht erwähnt

George
11 Monate zurück
Antworten...  Ingo

“sehr ungewöhnlich?” >>> Aber in Europa beginnt die Woche mit MONTAG, also ist das der erste Tag, oder?

Carsten
1 Jahr zurück

P/L Sieger im Bereich der RLX DayDate Design Uhren. Kaufen solange noch ETA drin steckt. Ohne Lupe für mich etwas eigenständiger und schöner.

Alf aus Mannheim
1 Jahr zurück

Eines muss ich doch noch bemerken. Du schreibst: „Die allgemeinen Spezifikationen des Kalibers sind mit … 38 Stunden Gangreserve, … auf einem zeitgemäßen Niveau.“

War das ironisch gemeint? „38 Stunden Gangreserve“ sind so unter aller S… äh, Kanone, dass es schmerzt.

randori01
1 Jahr zurück

Warum denn nicht? Bis auf die unsägliche Rentner-Lupe ist die Uhr imho durchaus sehenswert. Ziemlich auffällig, aber gut, warum denn nicht?
Im Zweifel würde ich, da die Verarbeitung offensichtlich erneut Titoni-typisch sehr gut sein soll, eben einem Produkt Totoni’s allemal den Vorzug ggü. weit teueren Marken geben.

hausmo
1 Jahr zurück

Schöner Bericht und ganz viele tolle Fotos. Warum ist nicht ein einziges Bild von der Faltschließe zu sehen, vlt. weil sie nicht vorzeigbar ist?

Klaus Riemenschneider
1 Jahr zurück

Dezenz kann man der Uhr wirklich nicht nachsagen. Aber für alle Käufer von Modeuhren ist sie sicher qualitativ hochwertiges Produkt. Aber man sollte GlitzerBlink schon mögen.

Sandro
1 Jahr zurück

Sieht komisch aus, irgendwie unfertig. Die Lünette wirkt grobschlächtig und das Band passt nicht zum Design der Uhr.