Spinnaker Hull 2.0 mit California Dial im Test

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Nach der Spinnaker Bradner wird nun auch die günstige Spinnaker Hull neu aufgelegt: Die neuen Modellvarianten mit California Dial unterscheiden sich allerdings merkbar vom Vorgänger

Eckdaten der Spinnaker Hull mit California Dial (SP-5071):

  • Strukturiertes Ziffernblatt im California Stil
  • Gehärtetes Mineralglas
  • 42 mm Durchmesser, 12 mm Bauhöhe
  • Gewicht: 95 Gramm
  • Leuchtmasse: SuperLuminova
  • Verschraubte Krone
  • Wasserdichtigkeit 10 bar (zum Schwimmen geeignet)
  • Wasserabweisendes Lederband (reguläre Variante) / Kautschukband (schwarze „Tactical“ Edition)
  • Seiko NH35 Automatikwerk, durch einen Glasboden einsehbar
  • 2 Jahre Garantie
  • Unverbindliche Anmeldung ab 17. Mai
  • Erhältlich zum Kauf ab 31. Mai
  • Preis:
    • Normale Varianten: 250 US-Dollar (circa 210€ inkl. Einfuhrumsatzsteuer und 20% Rabatt-Code „CHRONO20“ auf auf spinnaker-watches.com)
    • „Tactical“ Varianten: 275 US-Dollar (circa 230€ inkl. Einfuhrumsatzsteuer und 20% Rabatt-Code „CHRONO20“ auf auf spinnaker-watches.com)

Test der Spinnaker Hull mit California Dial (normale und „Tactical“ Variante)

Das charakteristische Merkmal der neuen Spinnaker Hull ist sicherlich das Zifferblatt, das sogenannte California Dial. Der (historische) Sinn und Zweck hinter der seltsam wirkenden Mischung aus arabischen und römischen Ziffern ist schnell erklärt: Sogenannte Kampftaucher, die im zweiten Weltkrieg regelmäßig Überstunden machen mussten, um riesige gegnerische Kriegsschiffe zu versenken, waren natürlich nicht nur im glasklaren Wasser auf den Malediven und bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Oder anders gesagt: Es konnte auch schon mal zappenduster in den Tiefen des Meeres werden, während die Kampftaucher auf ihren Torpedos zu ihrem nächsten Ziel geritten sind (kein Scherz)…

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Maiale – berittener Torpedo, Bild: Edward Derela [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
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Brumm brumm: Kampftaucher reiten auf ihrem Maiale zum Ziel, Bild: Renegade at Dutch Wikipedia [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Das California Dial war im Prinzip nur ein simpler, aber praktischer Ansatz, um den fleißigen Tauchern unter Wasser eine einfache Ablesehilfe zu geben, damit im stressigen Schiffe-versenken-Alltag die Uhrzeit nicht fehlinterpretiert wurde.

Die erste Taucheruhr mit California Dial war im übrigen die Panerai Radiomir mit der Referenz 3646, welche in den 1930er Jahren im Auftrag von Panerai durch Rolex für das italienische Militär, konkret die Kampfschwimmer der Marina Militare, produziert wurde.

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Panerai-Taucheruhr Ref, 3646 mit California Dial, Bild: Piero7 [Public domain], Wikimedia Commons

Mehr über die Geschichte des California Dials inklusive Details zur Namensherkunft (Spoiler: ja, das California Dial hat tatsächlich etwas mit dem US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien zu tun…):

Auch das Panerai-typische, kissenförmige Gehäuse der Spinnaker Hull-Neuauflage ist zweifellos im Dunstkreis des italienischen Vorbilds angesiedelt – nur, dass die günstige Taucheruhr mit einem Gehäusedurchmesser von 42 mm auch für schmalere Handgelenke geeignet ist, während die Modelle aus italienischen Hause kaum unter 44 mm zu bekommen sind.

Das Gehäuse der Spinnaker Hull California Dial ist nach wie vor (unter Berücksichtigung des Preises von knapp über 200€) irre gut verarbeitet. Auch die PVD-Beschichtung ist qualitativ erste Sahne: Auch, wenn ich kein riesiger Fan von beschichteten Gehäusen bin, gefällt mir der zum „Tactical“-Thema passende, matte Look sehr gut. Es handelt sich bei der Beschichtung übrigens um Titancarbid: Mit Titancarbid-Beschichtungen habe ich hinsichtlich Robustheit gute Erfahrungen gemacht, zum Beispiel bei der TAG Heuer Black Phantom.

Auch, wenn die Spinnaker Hull 2.0 alles in allem den Charakter einer Panerai-Hommage hat, findet man trotzdem einige eigenständige Elemente: Anders als der Panerai-typische Zwei-Lagen-„Sandwich“-Look der alten Spinnaker Hull, sind die Ziffern und Indexe der Neuauflage plastisch und wirken wie appliziert. Ins Auge sticht insbesondere auch die neue, unregelmäßige Oberfläche des Zifferblattes, die an eine Mondkrater-Landschaft oder Granit erinnert…

Durch die markante Oberfläche des Blattes hat die Uhr eher etwas tooliges und weniger den Retro-Charakter des Vorgängers, der noch mit einem Zifferblatt mit körnigem Farbverlauf kam:

Spinnaker Hull: Neu vs. alt

Auch die von Spinnaker angebotenen Farbvarianten sind meiner Meinung nach absolut gelungen – die Variante mit blauem Zifferblatt, bläulich schimmernder Entspiegelungsschicht auf dem Glas (Punktabzug: leider nur gehärtetes Mineralglas) und brauner Leuchtmasse ist ziemlich genial. Die schwarze Tactical-Variante mit grauer Lume wirkt im Vergleich deutlich moderner und eher wie eine Einsatzuhr. Das Modell wird seinem Namen in der Summe absolut gerecht…

Für Kampftaucher oder solche, die es werden wollen, (oder auch eher unsportliche Badewannentaucher wie meine Wenigkeit) sei ergänzt: Die dunkle Leuchtmasse der Tactical Edition ist naturgemäß deutlich schwächer als die der regulären Spinnaker Hull California Dial. Allerdings darf man mit der Spinnaker Hull ohnehin nicht in dunkle Tiefen abtauchen – mit einer Wasserdichtigkeit von eher mageren 10 bar / 100 Meter sind leider maximal Schwimmeinlagen drin…

Spinnaker Hull Tactical (links) vs. normale Variante

Während bei der „normalen“ Spinnaker Hull ein wasserabweisendes (!) Lederband montiert ist, kommt die Tactical-Variante mit einem vulkanisierten Kautschuk-Band. Kautschukbänder in dieser Preisklasse sind immer so eine Sache: Bei Billig-Bändern stellt sich manchmal schon direkt nach dem Öffnen der Packung der Kopfschmerz durch Chemie-Gestank ein. Umso überraschter war ich über den süßlich-vanilligen Geruch, der mir beim Auspacken entgegen kam. Nach meinen Recherchen handelt es sich dabei um beigemischte Aromen – etwas gewöhnungsbedürftig ist der Geruch schon, aber er ist nicht unangenehm.

Wie auch der Vorgänger kommt die neue Spinnaker Hull mit dem bewährten und robusten Seiko NH35 Automatikwerk. Hinsichtlich der Rotor-Dekoration hat Spinnaker im Büromaterial aber offenbar einen besonders dicken, roten Edding gefunden – nicht mal eine einfache Logo-Gravur ist auf der Schwungmasse anzutreffen. Stattdessen gibt’s das Spinnaker-Logo (ein stilisiertes Segel) als Druck auf dem Glasboden. Immerhin…

Mit +5 Sekunden pro Tag bzw. +15 Sekunden pro Tag laufen beide der mir vorliegenden Testuhren in einem guten bis halbwegs akzeptablen Ganggenauigkeitsbereich. Die große Differenz deutet darauf hin, dass Spinnaker maximal eine Basis-Feinregulierung des Automatikwerkes vornimmt – mit Blick auf den Preis ist das auch kein allzu großes Wunder. Man beachte: Wenn ein Seiko NH35 die Produktionsstätte von Seiko TMI verlässt, „darf“ es in einem Bereich von -20 bis +40 Sekunden pro Tag laufen. Größere Schwankungen in den fertigen Uhren sind also normal…

Mehr über das Seiko NH35 und wie eine Feinregulierung abläuft:

Fazit zur Spinnaker Hull California Dial

Von der alten Spinnaker Hull war ich semi-begeistert – so richtig wollte der Funke nicht überspringen, was auch an kleineren qualitativen Schwächen lag. Die neue Spinnaker Hull mit California Zifferblatt hat es mir aber sofort angetan. Auch, wenn ich mich mit Mineralglas eigentlich nicht anfreunden kann (warum nicht einfach ein Hesalit-Glas wie bei der UNDONE Basecamp?) – für knapp über 200€ (inklusive Gutschein-Code CHRONO20) bekommt man mit der neuen Spinnaker Hull eine Menge Uhr für’s Geld…

Tipp am Rande: Der Versand erfolgt zwar direkt aus Hong Kong, sollte die Uhr aber wider Erwarten doch nicht gefallen, bietet Spinnaker eine unkomplizierte Retoure an, indem ihr einfach ein Rücksendeetikett per E-Mail zugeschickt bekommt. Ein Leser hat mir kürzlich von diesen positiven Erfahrungen per E-Mail berichtet 🙂

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