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Der Markenname Pagani Design entbehrt nicht einer gewissen (unfreiwilligen) Komik: Die Design-„Leistung“ der Firma beschränkt sich darauf sämtliche Elemente bekannter Uhren-Klassiker auf den Millimeter genau nachzuahmen – TAG Heuer Aquaracer, TAG Heuer Isograph, Rolex Daytona, Rolex Submariner, Breitling Avenger und etliche weitere Design-Klone sind im Sortiment von Pagani Design (bzw. Bersigar – dazu gleich mehr) zu finden.

TAG Heuer Aquaracer-Klon von Pagani Design / Bersigar

Okay, okay – das akribische Kopieren von Designs mag ja durchaus gar nicht so einfach sein, schließlich muss alles gaaaaaanz genau an seinem Platz sitzen, damit der Kunde auch bloß keine Zweifel daran hegt, welches Uhren-Modell kopiert wurde 😉 In dieser Hinsicht hat Pagani Design (bzw. der Nachfolger Bersigar) eine Menge mit Uhren von Parnis gemein: Das ungenierte Produzieren günstiger Design-Nachahmungen (sogenannter Hommagen) ist ohne Zweifel fester Bestandteil der Marken-Strategie.

Und selbst der Name ist – pardon: war – nicht grade von Einfallsreichtum geprägt: Man stibitze einfach den Namen des bekannten italienischen Luxus-Sportwagenherstellers Pagani Automobili nahe Modena (der freilich Null Komma Nix mit den Pagani Design-Uhren am Hut hat), tackere das Wort „Design“ dran und tada – geboren ist der Markenname, der zufälligerweise gleichzeitig auch noch an Porsche Design erinnert. Praktisch, oder?

Der Markenname Pagani Design ist allerdings Geschichte – die Uhrenmarke hat sich umbenannt. Auf Amazon heißt es nur nüchtern:

Wir haben unseren Markennamen von „Pagani Design Watches“ in „BERSIGAR“ geändert. Wir sind bestrebt, Ihnen die besten Uhren zu liefern, die es je gab. Bitte beachten Sie, dass alle Verkaufsansprüche gelten, wenn Sie die Produkte von unserer neu benannten Marke Bersigar kaufen.

Seit 2020 taucht außerdem der zungenbrecherische Marken-Name PAGRNE DESIGN auf Amazon auf.

Bersigar und Pagrne Design also statt „Pagani Design“. Dass der Markenname Pagani Design freiwillig aufgegeben wurde, wage ich allerdings zu bezweifeln: Vielmehr glaube ich, dass der Anwalt der Pagani Automobili S.p.A. wahrscheinlich ein paar weniger freundliche Briefchen verfasst hat. Das Ganze erinnert verdächtig an die Panerai-Klone mit den geschützten Marina Militare-Schriftzügen von Parnis, die ebenfalls nicht mehr vertrieben werden dürfen (stattdessen ist’s heute halt der Schriftzug Luminous Marina, in Anlehnung an Panerai Luminor Marina).

Übrigens: Bersigar heißt kitschig in der Malaiischen Sprache (gesprochen u.a. in Malaysia, Singapur). Absicht? Ich weiß es nicht… 😉

Luxusschlitten von Pagani: Weder verwandt noch verschwägert mit Pagani Design-Uhren

Man beachte aber, dass Pagani Design-Uhren nach wie vor über Aliexpress käuflich erwerbbar sind. Meine Vermutung: Die Änderung des Markennamens ist vor allem für europäische Shops durchgeführt worden, damit diese rechtlich sauber sein können. Ich rate übrigens von einer Bestellung über Aliexpress ab: Sollte es wirklich rechtliche Auseinandersetzungen gegeben haben, ist es denkbar, dass der Zoll Uhren mit dem Schriftzug Pagani Design einkassiert. Bei einer Bestellung von Bersigar-Uhren über Amazon & Co. hingegen ist man auf der sicheren Seite.

Ob auch schon der eine oder andere Uhrenhersteller, dessen Design als Klon-Grundlage diente, Bersigar bzw. Pagani Design bereits kritisch beobachtet? Wundern würde es mich nicht: Selbst wenn rechtlich gesehen der Geschmacksmusterschutz abgelaufen ist, sind Uhren-Designs kein Freiwild: In bestimmten Fällen kann ein wettbewerbswidriges Handeln gemäß UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) vorliegen. Voraussetzung hierfür ist, dass das nachgeahmte Modell charakteristische/einprägsame Merkmale aufweisen muss, welche Otto Normalverbraucher sofort mit einem bestimmten Hersteller (z.B. Rolex) in Verbindung bringt. Mehr dazu in meinem Artikel über Hommagen und die Abgrenzung zu Replicas inklusive einiger spannender beispielhafter Rechtsstreitigkeiten.

Aber nun gut! Mal ganz davon abgesehen, dass Hommagen-Hassern bei Pagani Design / Bersigar-Uhren sicherlich die Hutschnur platzt, schauen wir uns dennoch mal die Qualität an – denn die Eckdaten im Verhältnis zum Preis sehen auf den ersten Blick unverschämt lecker aus…

Eckdaten der hier getesteten Pagani Design / Bersigar-Uhr:

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Bersigar Uhren (ehemals Pagani Design) im Test

Wie bei Parnis kommen auch die Uhren von Pagani Design bzw. Bersigar aus dem Land der aufgehenden Sonne: der Volksrepublik China. Das erklärt nicht nur den lockeren Umgang mit geistigem Eigentum anderer, sondern auch den ziemlich günstigen Preis.

Saphirglas, Keramiklünette, aufwendiges Zifferblatt mit tiefen Streifen und applizierten Indizes, massives Stahlband und -Gehäuse sowie ein Seiko NH36A Automatikwerk. Für rund 100€. Teilweise sogar deutlich drunter (die Preise schwanken recht stark). Echt jetzt! Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder?

Pagani-Design-Uhr-Erfahrungen

Nun, grundsätzlich ist es so, dass Uhren aus China qualitativ wirklich gut sein können – man schaue zum Beispiel auf die fast durchweg guten Uhren von Spinnaker, die ich hier auf diesem Blog schon öfters unter die Lupe genommen habe. Die Marke Spinnaker macht um ihre asiatische Herkunft gar keinen Hehl – warum auch?

Deutlich geheimnistuerischer sind da schon viele niedrigpreisige Schweizer Marken unterwegs, die ihre (qualitativ guten) Hauptkomponenten (Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger etc.) aus Fernost beziehen – und dank fragwürdiger Regularien trotzdem mit Swiss Made werben können (mehr über die schwachsinnige Swiss Made-Regel gibt’s hier).

Auf der anderen Seite ist zu beachten, dass die chinesische Qualität von Hersteller zu Hersteller sehr stark schwanken kann. Insofern hatte ich – mit Blick auf den Preis von schlappen 100€ – keine großen Erwartungen an die TAG Heuer Aquaracer-Hommage von Bersigar / Pagani Design (erst recht nicht nach dem eher durchwachsenen Eindruck, den ich von der chinesischen Klon-Bude Parnis gewonnen habe).

Die Qualität hat mich allerdings positiv überrascht, insbesondere die sehr saubere Verarbeitung der Drucke auf dem Zifferblatt. Auch das Streifenmuster ist erstaunlich hochwertig umgesetzt. Selbst bei Nahaufnahmen gibt sich dass Zifferblatt keine Blöße. Da muss ich schon in den hintersten Ecken meines Gehirns kramen, um weitere Uhren zu finden, die eine so hohe Detailqualität in dieser Preisklasse bieten.

Die hohe Qualität setzt sich auch bei den polierten Zeigern und den applizierten Indizes fort – sogar der aufwendige „Mittelknick“ der Zeiger und Indizes der TAG Heuer Aquaracer wurde umgesetzt, wodurch das Licht sehr schön reflektiert wird:

Die Lünette kommt mit einem Inlay aus strahlend-glänzender Keramik. Keramik ist deutlich weniger empfänglich für Kratzer als beispielsweise Aluminium. Auch optisch wird die Bersigar-Uhr durch die Hochglanz-Lünette stark aufgewertet. Die Verarbeitungsqualität ist auch hier erstaunlich gut – man beachte insbesondere die sehr sauber aufgetragene Farbe in den leicht eingefrästen Ziffern und Indizes:

Gehäuse und Feinmechanik: Licht und Schatten

Das Gehäuse weist sowohl polierte als auch vergleichsweise fein satinierte Flächen auf. Und es ist sehr massiv: Die Uhr bringt (inklusive Stahlband) über 190 Gramm auf die Waage. Der Durchmesser ist bei Amazon allerdings teilweise falsch angegeben: Dieser beträgt (wie bei der Vorlage, der TAG Heuer Aquaracer) sportliche 43 mm. Die Uhr ist damit zwar nichts für Spargelärmchen, für das durchschnittliche Herrenhandgelenk aber gut geeignet (Lesetipp: Optimale Uhrengröße mit einer einfachen Formel bestimmen).

Die Wasserdichtigkeit ist für eine solch wuchtige Uhr, die auf dem Design einer Taucheruhr basiert, allerdings ziemlich mager: 10 bar bzw. 100 Meter. Mehr als Schwimmen ist damit nicht drin…

Bei der Feinmechanik tun sich die chinesischen Uhrenbauer oftmals schwer. Und das ist auch bei Bersigar / Pagani Design nicht anders, hier gibt es Licht und Schatten: Das Stahlband ist eher klapprig-quietschender Natur und etwas scharfkantig. Die Stifte, die die Stahl-Glieder zusammenhalten, machen keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Man beachte auch die extrem unvorteilhaften Bandanstöße, die wie ein Fremdkörper wirken. Urgs! (Tipp: einfach ein anderes Band dranmachen, z.B. ein Nato Strap von Miro’s Time).

Auch das Drehen der Lünette funktioniert alles andere als „smooth“, die Rastung wirkt billig. Die Lünette hat außerdem ziemlich viel Spiel – dadurch kann man diese aber zumindest immer exakt zentrieren 😉 Etwas ulkig: Die Lünette lässt sich mit 90 Klicks drehen – anstelle der gängigen 60 bzw. 120 Klicks (1 Klick je Minute bzw. je halber Minute). Falls jemand einen Anwendungsfall für eine unidirektionale 90-Klick-Lünette kennt, möge er sich gerne im Kommentarbereich unten melden 😉

Auf der anderen Seite fällt beispielsweise die Schließe durchaus positiv auf: Sie ist massiv und schließt sauber. Da habe ich schon deutlich schlechtere Schließen bei deutlich teureren Uhren gesehen.

Besonders überrascht war ich vom Kronen-Gewinde: Die verschraubte Krone lässt sich butterweich rein- und rausschrauben. Wenn ich da an die extrem hakelige Krone des ähnlich teuren Modells 8926OB Pro Diver von der gestandenen Marke Invicta denke…

Bersigar / Pagani Design und das NH36A Automatik-Werk von Seiko

Das NH36A Automatikwerk, welches in der hier getesteten Bersigar-Uhr zum Einsatz kommt, wird vom japanischen Hersteller Seiko gebaut – es gilt als zuverlässiger und robuster Traktor. Beim NH36A handelt es sich um eine ansonsten baugleiche Variante des allseits beliebten NH35A mit zusätzlicher Wochentagsanzeige (neben dem Datum). Unzählige andere Hersteller und Micro-Brands verbauen das Kaliber in Automatik-Uhren bis ca. 350€. Das Automatikwerk ist also definitiv eine hervorragende Wahl, erst Recht mit Blick auf den günstigen Preis von Bersigar. Auf einen schick dekorierten Rotor muss man allerdings verzichten, was absolut okay in dieser Preisklasse ist.

Ich gehe außerdem nicht davon aus, dass das NH36A eine umfangreiche Feinregulierung spendiert bekommt – und das kann für Ganggenauigkeitsfanatiker durchaus zum Nachteil gereichen: So wie Seiko die Werke an Bersigar liefert, dürfen diese per Spezifikation eine Gangabweichung von -20 bis +40 Sekunden mitbringen – pro Tag! Die Schwankungen können von Uhr zu Uhr also wirklich enorm sein. Die mir vorliegende Bersigar-Uhr läuft mit +17 Sekunden pro Tag in einem halbwegs brauchbaren Bereich – es geht aber natürlich auch deutlich besser.

Im Zweifelsfall hilft aber der Gang zum Uhrmacher, der über den sogenannten Rücker eine Feinregulierung relativ einfach durchführen kann. Das sollte nicht viel mehr als 20€ bis 30€ kosten. Mehr über das Seiko NH35A bzw. NH36A und die Feinregulierung gibt’s hier.

Fazit zu Pagani Design / Bersigar-Uhren

Die hier getestete TAG Heuer Aquaracer-Hommage von Bersigar / Pagani Design kommt mit einer überraschend hohen Detailqualität, gleichzeitig aber auch mit ein paar Schwächen bei der Feinmechanik, die aber unter Berücksichtigung des Preises absolut zu verzeihen sind. Wer sich nicht daran stört einen astreinen Blender, eine fast identische Kopie der TAG Heuer Aquaracer, Gassi zu tragen, der bekommt extrem viel Uhr für’s Geld und darf absolut bedenkenlos zuschlagen. Kurz und knackig lässt sich aus Preis-Leistungs-Sicht zusammenfassen: Chapeau! 

Man muss allerdings bedenken, dass die Qualitätssicherung der Chinesen, vor allem in diesem Preisbereich, oftmals sehr stiefmütterlich behandelt wird. In einschlägigen Uhrforen liest man von gewissen Qualitätsschwankungen, die man wohl leider ein Stück weit in Kauf nehmen muss. Bei einem Kauf über Amazon sollte eine Rückerstattung bzw. Umtausch im Zweifelsfall allerdings kein Problem sein.

Augen auf beim Gebrauchtuhrenkauf: Die ersten Versionen des hier getesteten Modells (unter dem Namen Pagani Design) kamen mit einem gewölbten Mineralglas mit Datumslupe und chinesischen Seagull Werken. Gegen Seagull-Kaliber ist zwar ebenfalls nichts einzuwenden, ich würde ein Seiko NH36A aber jederzeit vorziehen. Die ersten Bersigar-Uhren kamen außerdem mit Hardlex-Glas. Saphirglas wurde erst später „nachgerüstet“.

Alternativen zu Bersigar / Pagani Design

Auch, wenn die Qualität von Bersigar-Uhren wirklich überdurchschnittlich gut ist, möchte ich an dieser Stelle noch mal dazu anregen in sich zu gehen und sich zu fragen: Will ich mir eine Uhr von einem Hersteller um den Arm binden, dessen Markenzeichen der Griff in die Design-Grabbelkiste bekannter Klassiker ist?

Man schaue beispielsweise auf die vielzähligen, sehr eigenständigen Uhren-Alternativen aus dem japanischen Hause Orient. Die Orient Bambino beispielsweise ist eine Uhr mit fast ungeschlagenem Preis-Leistungs-Verhältnis. Und auch die Uhren-Klassiker Seiko 5 Sports Automatik und Citizen Promaster Automatik sind mehr als einen Blick wert…

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Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb kurzer Zeit, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

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Dieser Beitrag hat 28 Kommentare

  1. Giuann

    Anonymos : wollkommen richtig deine Meinung…

  2. Hugo S.

    Einwandfreie Review. Ich kenne die Uhr nur von Fotos aus Foren und der Werbung. Ich selbst habe nur ein paar Uhren, mechanische und Casios im „Portfolio“, und auch etliche schon besessen und wieder abgeben.
    Chinesinnen hab‘ ich zwei, eine Bersigar 1645 (DJ41)und eine Steeldive SD 1970 Cpt. Emerald aka Seiko Willard. Verglichen mit einer SRP773 von Seiko muss sich die Steeldive keinesfalls verstecken. Das Gehäuse ist astrein und imho nicht schlechter als das der Turtle, Lume/Indice sind gleichfalls bestens, Krone verschraubt und 20ATM, die Lünette aus Keramik, sauber ausgerichtet, graviert und nachtleuchtend, Zeiger luminiert, für ein ca. ein Drittel des Preises der originalen Uhr. Über die Qualitäten des Armbandes könnte man diskutieren, es ist stellenweise etwas scharfkantig und eben nur gestiftet ohne Ösen.
    Die Bersigar kann man von der Machart her durchaus mit einer Seiko 5 100 Sports vergleichen, und auch hier wird man bass erstaunt über das jeweilige Preis- Leistungsverhältnis sein. Sapphire und geschraubtes Jubilee sind bei der Chinesin incl., NH35 und unter 100€ von Amazon.-
    Das Design der DJ ist weit weniger Menschen bekannt als das diverser Submariner, und wenn man sich nur ein bißchen auskennt sieht man, es ist etwas anderes als die Marke aus Biel 😉
    Die Chinesen schicken sich an für die Japaner das zu werden, was Nippon für Europa war, als es um Uhren und Elektronik ging in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

    1. Mario

      Danke für deine ausführliche Ergänzung, Hugo!

  3. Reto

    Ende Januar habe ich eine Pagani Design PD-1662 GMT online bei paganidesignwatch.com in Guangzhou bestellt und innert kurzer Zeit in mein Winterdomizil in Thailand geliefert erhalten – kein Zoll, keine Steuer, Gratislieferung frei Haus für 95 USD. Entgegen den Bildern fehlte auf dem Zifferblatt das Wort „Explorer“, was mich nicht störte. Viel mehr hatte ich Freude daran, dass die Uhr extrem schlank war für eine GMT mit relativ hoher Wasserdichtigkeit (12.6 mm), eine (coke) Lünette mit satten 120 Klicks, genau adjustiert, leichtgängig und doch relativ stabil, gut anzufühlen. Verglichen mit der entsprechenden Steinhart-Rolex-Hommage war einzig der Zyklop eher wirkungslos. Band, Tragekomfort usw. alles bestens, relativ kurzer Vorgang des Werks. – Aber aufgepasst: Ende Februar bestellte ich beim gleichen Lieferanten nochmals exakt dieselbe Uhr, Pagani Design PD-1662 GMT coke. Die innert weniger Tage gelieferte Uhr sah schon auf den ersten Blick wesentlich klobiger aus. 14 mm dick, der Glasdeckel auf der Rückseite ragte deutlich weiter aus der Uhr als bei er ersten Lieferung. Die Lünette war sehr schlecht eingemittet, beim viel zu leichtgängigen Drehen ertönte ein billiges, schepperndes Geräusch, bei nunmehr bloss 60 Klicks pro Umgang. Offensichtlich das alte Modell. Daher schreibe ich diesen Bericht: aufgepasst, dass ihr das neue, wesentlich schlankere und elegantere Modell mit 120 Klicks erhält. Ich habe inzwischen die Rücksendeadresse erbeten (es besteht ein 30-tägiges Rückgaberecht mit voller Erstattung an die Zahlstelle, wenn die Uhr noch die Tags hat, in der makellosen Originalbox mit allem Zubehör ist und als neu weiterverkauft werden kann. Ich werde sie zurückschicken.

  4. Gerd

    Ich habe mittlerweile drei Rolex Hommagen: Invicta 8926OB („Submariner“ mit NH35A), Parnis 338 („GMT Master II“ mit Mingzhu DG3804) und Pagani Design PD-1662 („GMT Master II“ mit Pearl DG5833). Das DG3804 und DG5833 sind wohl weitesgehend identisch, was ich aber als expliziter Noob sage. Meine Erfahrungen: kein echter Uhrmacher wollte mir die Uhren regulieren. Ich war bei 4 Uhrmachern, das ist kein Zufall. Also habe ich es selbst gemacht. Ohne Zeitwaage, nur trial and error. Im Ergebnis gehen alle an meiner Hand etwa +2 bis +3 Sekunden pro Tag (genauer: 15-20 Sekunden pro Woche). Insgesamt finde ich alle drei Uhren sehr gut verarbeitet. Die Pagani Design und die Invicta sind wirklich wasserdicht (beim Schwimmen angehabt), die Parnis ist es nicht. Letztere gibt aber auch nur 3 atm an, also schon ok. Was ich nun am Arm habe ist die Pagani Design, aber mit dem Parnis Armband. Wenn schon Hommage, dann ist sowas auch egal, finde ich. Der Grund ist, dass das Parnis Armband meiner Meinung nach eine Klasse besser ist: Drückerfaltschließe mit Feinverstellung. Ich persönlich mag, dass es durchgehend matt ist. Geschraubt sind beide.

    1. Mario

      Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst, Gerd!

  5. Ralf-Peter B.

    Ich habe mir vor kurzem eine Seiko SPB129J1 / SPB129 Presage Limited Edition mit dem grünen Zifferblatt gekauft. Ansich in vielen Punkten eine tolle Uhr. Das Zifferblatt ist eine Augenweide und die Gangwerte erreichen fast Chronometervorgaben. Was aber eine Frechheit für eine Uhr ist, die zwischen 700-850 Euro angeboten wird, ist das Metallband. Das klappert und quietscht. So eine Qualität ist tollerierbar für die hier vorgestellte Uhr von Bersigar, aber nicht für einen hohen dreistelligen Betrag. Ich hatte schon öfter gelesen, dass Seiko keine hochwertigen Metallbänder im Vergleich zu den bekannten schweizer Marken an ihren Uhren verbaut. Aber man kann ja wohl eine höhere Qualität erwarten, als für eine Uhr die 600-700 Euro weniger kostet. Hätte ich nicht sowieso vorgehabt die Uhr lieber an einem Vintagelederband zu tragen, wäre es ansonsten für mich ein Grund gewesen die Uhr an den Händler zurückzusenden. Seiko war für mich eigentlich immer eine Firma die gute Qualität für annehmbare Preise liefert. Scheint aber nur für Uhren zu gelten an denen kein Metallband verbaut wird.

    1. Mario

      Danke für deine ergänzenden Worte, Ralf!

  6. Der kleine Hinz

    Vielen Dank für den schönen Test und die Bilder. Ich habe mittlerweile vier Chinesinnen in der Sammlung, davon sind drei Automatik Hommagen und ein Mondphasen Quartz Ticker. Zwei der drei Automatics haben Miyota drin und eines ein Hangzoug Werk mit kleiner Sekunde und Gangreserve Anzeige. Alle Uhren Laufen ordentlich gemäß ihrer Parameter und mich überrascht das auch nicht. Gerade bei den Modellen mit Japanwerken kann man getrost zugreifen. Denn diese Hersteller machen ja auch nix anderes, als die zahlreichen Einschaler.

    Das einzige, was mir da Sorgen macht, sind die Produktions und Arbeitsbedingungen. Wer die einschlägigen Dokus bei Arte und Co. schaut, weiß, wie Chinesische Arbeiter/Innen leben müssen. Da tut sich eine Welt auf, wie bei uns um 1850. Man muß sich daher über folgendes im klaren sein: Wenn es zu billig ist, zahlt jemand anderer drauf. Nun will ich aber auch nicht die Solidaritätskeule schwingen, denn ich denke, den chinesischen Arbeiter interessieren deutsche Hartz4 Probleme, Wohnungsnot durch Gentrifizierung und dergleichen genauso wenig wie wir uns für deren Probleme interessieren.

    1. Mario

      Danke für die ergänzenden Worte!

  7. Klugscheisser

    Meines Wissens ist das Land der aufgehenden Sonne Japan (siehe die Flagge)!
    OK: das Uhrwerk kommt daher 😉
    China ist das Reich der Mitte.

    1. Mario

      Hm, also vom „Land der aufgehenden Sonne“ ist auch häufig im Zusammenhang mit China die Rede.

      1. Jay

        Naja, Aussagen werden ja nicht richtiger, nur weil man sie beherrlich wiederholt, nech? 😉

  8. Michael

    Was haben wir gelacht, als die ersten japanischen „Autos“ auf unseren Straßen zu sehen waren. Ich erinnere mich noch dunkel an ein giftgrünes Modell mit halbrunder C-Säule und davor ein Bullauge; ich glaube, es war ein Datsun. Zehn Jahre später hat hier niemand mehr gelacht, das haben die Japaner getan, über uns.
    Die ersten chinesischen Smartphones, die sahen nicht nur sch…lecht aus, das war auch fabrikneuer Schrott. Und heute? Erinnert sich noch jemand ernsthaft an Siemens oder Nokia? Und was die Uhren angeht: Wenn die Chinesen für 100 Euro so etwas auf die Beine stellen, was bekommen die dann für 300 oder 500 Euro hin? Der arroganten und völlig überteuerten europäischen Uhrenindustrie könnten die Chinesen zeigen, wo der Hammer hängt. Wir wissen noch nicht, ob sie auch wollen. Ja, ich mag diese wundervollen mechanischen Kunstwerke mit zum Teil schönsten Gehäusen in phantastischer Qualität, aber wer von uns Normalottos kann für eine Uhr schon 4000, 8000 oder 12000 Euro lockermachen? Daher sehe ich die ganze Angelegenheit mit den Hommagen wie mein guter Freund Rumburak sehr entspannt. Einzig die höchst kriminelle Variante der Uhren- und Markenfälschung (ebenfalls erstaunlich oft aus dem Reich der Mitte) ist strengstens zu verurteilen. Im Übrigen bin ich von der hier meist vorherrschenden Toleranz und dem Wohlwollen den Kopisten gegenüber sehr angenehm überrascht. Mein Uhrentraum, die Sea Dweller, ist für mich zeitlebens unerschwinglich. Und wenn ich gut 12000 Euro übrig hätte, könnte ich damit sicher segensreicheres tun als eine Uhr zu erwerben. So trage ich eine Hommage (mit Sicherheit aus einer chinesischen Fabrik) in einer für’s Geld überragenden Qualität mit dem sehr guten Seiko NH35 und bin richtig zufrieden.

    1. Mario

      Vielen Dank für deine Ergänzung, Michael!

  9. randori01

    Nope, auf gar keinen Fall diese, wie sie auch immer getauft sein mag, Plagiatoren. Wir entwickeln und diese „Herrschaften“ stehlen, dass jede Elster blass wird, und zerstören dadurch unsere Firmen und letztlich unsere Gesellschaft. Kein Verständnis für diese und ähnliche Firmen.

    1. Ratman

      Wer ernsthaft vorhat, sich eine TAG Heuer Aquaracer zu kaufen, wird dies auch tun und sich nicht mit einer „Bersigar“ zufriedengeben. Von daher dürfteHerstellern der Luxusuhren durch Hommagen kaum Gefahr drohen. Eine andere Hausnummer dürften Fakes bzw. Replicas (REPs) sein, wo dann nicht nur das Design, sondern auch der Markenname usw. gefälscht wird. Hier besteht insbesondere die Gefahr, dass jemandem eine REP als echte Uhr verkauft wird. Je nach Preislage sind die Dinger manchmal nur von Fachleuten vom Original zu unterscheiden.

      Für unter einem Zehntel des Preises einer Original-RLX bekommt man eine Replika, die tatsächlich nur von sehr erfahrenen Uhrmachern als Fake entlarvt werden kann, da hier nicht nur das Äußere nachgebaut wird, sondern auch das Werk in allen Details und sogar das Krönchen im Glas.

    2. Rumburak Klötenschneider

      Na na na, geht’s auch ein bisschen kleiner? Kopieren ist auch immer eine Art der Anerkennung und Zerstörung der Gesellschaft doch arg weit hergeholt! Und sehen oft kopierte Hersteller (Rolex, Omega, Tag-Heuer etc.) aus wie kurz vor der Zerstörung? Eher nicht. Im Gegenteil, dadurch wächst die Bekanntheit und oft auch der Umsatz. Niemand, der sich ein Original leisten kann, wird sich mit einer so „popeligen“ Kopie zufrieden geben. Und auf der anderen Seite, warum sollten Menschen, denen ein gewisses Design besonders gut gefällt, nicht auch eine „Hommage“ tragen dürfen, wenn ihr mühsam verdientes Geld für einen solch teuren (und auch nicht zwingend notwendigen) Luxus nicht ausreicht? Ein bisserl mehr Toleranz und Verständnis wäre hier angezeigt.

  10. Klaus R.

    Trittbrettfahrer gibt es leider überall und immer wieder. Für echte Uhrenfans ist das nichts und man sollte versuchen durch „Nichtkaufen“ dieses Geschäftsmodell weitgehend zu eliminieren. Uhren für die Gartenarbeit gibt’s beim „Aldi“ und die werden pünktlich zum Batteriewechsel in den Müll geworfen, was konsumfreudig und klimaschädlich ist.

    1. Ratman

      Das ist ein wenig zu kurz gedacht. Es gibt zum einen nicht nur chinesische Firmen, die mehr oder minder bekannte Designs abkupfern. Steinhart wirft zum Beispiel niemand vor, einfach nur zu Kopieren. Abgesehen davon, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss, sollte man folgendes bedenken: Sehr viele der Firmen, die heute zu den ganz Großen gehören, haben klein angefangen und in der Anfangszeit hauptsächlich andere Designs kopiert oder nachgeahmt. Man denke nur an die ganzen japanischen Autobauer. Doch irgendwann fangen solche Firmen dann auch an, eigene Ideen umzusetzen. Und die Qualität ist auch bei chinesischen Firmen lediglich abhängig vom Preis. Wenn die schon für rund 100,- EUR brauchbare Qualität abliefern können, möchte ich nicht wissen, was die für 500,- EUR zu fertigen im Stande sind.

      Mal ganz abgesehen davon, dass vieles, was auf hiesigen Märkten als „Swiss Made“ oder so angeboten wird, eh von chinesischen Werkbänken stammt.

      Und was sind denn die „echten“ Uhrenfans? Die, die sich aufgrund einer dicken Brieftasche eh alles leisten können und für die eine RLX nicht einfach nur eine Uhr, sondern ein Statussymbol ist? Oder doch eher die, die sich für die Technik und das Design an sich interessieren, aber erst einmal klein anfangen wollen?

  11. Anonymous

    Vielen Dank für den sehr objektiven Test! Ich besitze sowohl zwei Paganis als auch zwei Bersigars in diesem Design und kann die angesprochenen Punkte bestätigen. Wobei ich die Sache mit dem scharfkantigen Band relativieren muß. Es ist ja nicht so, dass die Kanten nicht ordentlich entgratet wären. Nur sind die Kanten eben auch nicht gebrochen, daher gibt es eine harte 90°-Kante, die manche Leute als scharfkantig empfinden. Soweit ich beurteilen kann, ist das aber beim „Vorbild“ auch so. Ich sehe zumindest auf Fotos keine gebrochenen Kanten an den einzelnen Bandgliedern.

    Was ich aber am Band bemängeln muss, sind die vollkommen bescheuerten Bandanstöße, die weder zur Uhr noch zum Band passen. Und das sowohl bei der Pagani als auch bei der Neuauflage unter dem Namen Bersigar. An der Uhr ragen die Ecken der Anstöße einen Millimeter über die Hörner hinaus, das Band selbst ist dagegen zu tief an die Anstöße geklöppelt. Eine glatte Fehlkonstruktion. Es scheint mir, als hätte sich der zuständige Mitarbeiter bei Pagani/Bersigar im CAD-Programm komplett vergallopiert.

    Warum man im Prinzip das Design des Vorbild komplett nachahmt, aber die Bandanstöße vollkommen neu konstruiert hat, ist nicht nur mir ein Rätsel. Ansonsten bekommt man aber wirklich erstaunlich viel Uhr fürs Geld. Für den geforderten Preis kann zumindest ich locker über die bekloppten Anstöße und das zu große Spiel der Lünette hinwegsehen. Vielleicht sollte sich mal jemand hinsetzen und ein paar Hundert besser passende Anstöße fertigen. Die würden garantiert reißenden Absatz finden 🙂

    Ein großes Lob für einen erneut sehr objektiven Test ohne die sonst auf anderen Plattformen üblichen China-Scheuklappen. Ob man solche Beinahe-Kopien mag, muss jeder für sich selbst auskaspern. In meiner Sammlung tummeln sich jedenfalls neben deutschen und japanischen Markenuhren auch diverse Pagani, Parnis, Bliger und Konsorten. Und alle sind ihr Geld wert. Ein Vergleich der Qualität der Chinesen mit den jeweiligen Designvorbildern verbietet sich m.E. schon wegen der riesigen Preisdifferenz.

    Gruß an alle,
    Tom

  12. Ralf

    Hi, ich habe die Uhr auch, in Grün.

    Da ich die Uhr in Blau und 41mm auch von Tag Heuer habe, wollte ich diese Bersigar mal testen – und bin nach wie vor überrascht.

    Anders als bei Dir, ist meine Lünette schön Satt, meine läuft mit getragenen 2 Sek + am Tag.

    Das Band ist nach ca 10 minuten von der Uhr geflogen, es ist nun ein Sailcloth von Geckota dran.

    Ich trage sie immer wieder gerne, und das für NEU 79 Euro!

    Danke für deine ehrliche Sichtweise, bei Hommage fängt man sich immer schnell Schellen ein 🙂

  13. Dlanor Lepov

    Ich verstehe das Adjektiv „überraschend“ nicht.
    Unser verehrter Blogger ist doch selbst im Maschinenbau tätig. Kauft man die guten deutschen Maschinen, kann man auch am anderen Ende der Welt gute Produkte machen. Die Chinesen haben seit Jahren den Bogen raus. Ich würde eher einen VW aus China kaufen als einen aus Wolfsburg.
    Und eine Uhr ist ja keine gigantische Herausforderung. Das können viele anständig zusammenschrauben.
    Ich weiss auch nicht, was die Warnung vor dem Zoll soll. Die Beamten sind wenig auf IPR abgerichtet, interessieren sich für Einzelsendungen naturgemäss kaum und der Tarif ist 0.8 Euro pro Stück ab 125 (?) € Warenwert. Die MwSt. Grenze wird generell auch leicht umgangen.
    Dass ein Zöllner wegen des Worts Pagani und einer gewissen ästhetischen Nähe zum Porsche Design Logo einen Schriftsatz anlegt, glaube ich nicht. Natürlich kann man das nie genau wissen, aber nach 20 Uhren aus China habe ich fast schon statistisch relevante Erfahrungen. Alles geht durch, ausser angeblich in Italien und Spanien, wo sich offenbar noch viele Zöllner langweilen. Meine Uhren kommen oft technisch aus den Niederlanden. Offenbar hat die niederländische Post eine Lokalität in China, wo die EU dann beginnt. Bei der Ankunft in Schiphol ist der Zoll schon abgegessen.
    Ich würde also keineswegs von Aliexpress abraten, zumal man dort bei Disputen generell kulant ist. Chinesen mögen keinen Ärger. Selbst für kleine Macken gibt es sofort eine Erstattung.
    Wer eine Uhr als Statussymbol versteht, wird in China nicht glücklich (obwohl es mittlerweile in China auch high-end Produkte gibt, wie z.B. auch bei Hifi Komponenten). Aber wer einfach Spass mit guten Zeitmessern haben will, kann das schon bedenkenlos kaufen.

    1. Ratman

      Ich kann die Aussagen nur bestätigen. Nachdem ich in den letzten Jahren diverse Paganis, Bersigars, Parnis und Bliger aus China erhalten habe, kann ich sagen, dass es bisher nur einmal etwas Ärger gab, nämlich mit einer Bliger, bei der das Werk nachvollziehbar Nachts um kurz vor 23:00 Uhr stehenblieb. Der Verkäufer beharrte auf Rücksendung, deren Kosten ich zu tragen gehabt hätte. Das war natürlich nicht mehr wirtschaftlich, daher kann ich mit dem Fehler leben. Ansonsten wurde immer sehr kulant entweder Ersatz gesendet oder der Preis teilweise oder ganz erstattet.

      Mit dem Zoll gab es trotz großer optischer Nähe zu den jeweiligen Originalen nie Probleme. Der größte Teil der Sendungen kommt aber sowieso über die Niederlande oder Luxemburg ins Land und wird anscheinend ohne Murren durchgewunken. Bei meinen Besuchen im Zollamt durfte ich aber auch schon oft miterleben, wenn Fälschungen mit dem Logo des Markeneigentümers eingezogen wurden. Ich habe den Eindruck, die Jungs dort wissen ganz genau, was sie tun.

      Mit der Qualität der Uhren aus CN ist es wie überall: You get what you pay for. Bei Uhren im Bereich von 50,- EUR sind die Qualitätskontrollen lasch bis kaum vorhanden. Ab 100,- EUR gibts brauchbare Qualität, da kann aber trotzdem schon mal ein Schraubstift im Band locker sein oder ein Lünetten-Inlay nicht ganz mittig sitzen. Ab ca. 150,- EUR bekommt man aber schon richtig gute Sachen von Steeldive, Alpha und wie sie alle heißen.

      Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft Chinauhren bei Händlern mit Sitz in Deutschland. Ist dann halt etwas teurer.

  14. Christian

    Bei Billigwerken álá NH35 oder NH36 würde ich es als Uhrensammler eher vorziehen, mir eine Zeitwaage zuzulegen, denn jedesmal zum Uhrenmacher zu gehen, der die Uhren dann auch wieder nur annähernd reguliert, wird dies auf Dauer einfach zu teuer.
    NH35 und NH36 Werke lassen sich auf +/- 1-2 Sekunden am Tag und je nach Glück auch per Woche einstellen. Ich spreche hierbei aus eigener Erfahrung.
    Und so eine Zeitwaage kostet nun auch kein Vermögen.
    Mitzubringen sind lediglich Geduld und Fingespitzengefühl. Beides ist erlernbar 🙂

    Liebe Grüße
    Christian

    1. nur zufällig hier

      Habe ein NH35A (Invicta 8926OB Pro Diver; Submariner Hommage; 85 Euro), ein Mingzhu DG3804 (Parnis 338; GMT Master II Hommage; 63 Euro) und ein Pearl DG5833 (Pagani Design PG-1662; GMT II Hommage; 78 Euro). Übrigens alle sehr gut verarbeitet! Das NH35A habe ich selbst reguliert (-45 -> ca. +2 pro Tag; mehrmals Öffnen und trial and error), die anderen gehen unreguliert etwa +10 bis +15 pro Tag (ich check nicht, wo ich da schieben soll?). Habe die Parnis und die Pagani Design zu 3 Uhrmachern gebracht, alle haben den Auftrag abgelehnt sie feinzuregulieren. Ich trage mittlerweile die Pagani Design, weil sie 10 atm wasserdicht ist (die Parnis lief an), allerdings mit dem Parnis Armband. Wenn schon Hommage, dann ist das auch egal! 🙂 Das Parnis Armband ist massiv, geschraubt, durchgehend matt und hat eine Drückerfaltschließe mit Feineinstellmöglichkeit. Ich finde das besser, als das der Pagani Design. Bin eigentlich kein Uhrensammler oder -kenner, sondern eher ein Unentschlossener mit Spieltrieb und so habe ich jetzt also eine 40 mm PD-1662 GMT Master II Hommage am Arm, Automatik, Keramik-Lünette, Saphirglas, 10 atm, verschraubte Krone, Gehäuseboden mit Glas mit Blick auf geschliffenen Rotor und blaue Schrauben. Jedes WE wird die Uhrzeit gestellt, wobei Hacking hilfreich ist. Und wenn sie nicht mehr geht, dann schmeiße ich sie direkt in die Elbe 😀

      1. Mario

        Danke für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht!

  15. Günter

    Hallo Mario, ich denke das Preis- Leistungsverhältnis ist kaum zu schlagen. Es bleibt aber eine Hommage. Danke für den echt guten Bericht. Weiter so

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