Anno 2005 positionierte Omega die erste Seamaster Planet Ocean 600M: bulliger, robuster, moderner als die Seamaster 300M. Spätestens als Daniel Craig als James Bond 007 in Casino Royale mit der Planet Ocean „Big Size“ am Arm über die Leinwand flackerte bekam sie verstärkte Aufmerksamkeit. Fast forward ins Jahr 2025: Omega hat offenbar entschieden, dass die bisherige Entwicklung der Planet Ocean irgendwo in einer Sackgasse gelandet ist. Zu groß, zu dick, zu sehr auf Technik-Overkill getrimmt. Also hat Omega die Planet Ocean merkbar neu gedacht. Gleichzeitig gibt’s auch viele bekannte Elemente – und leider auch alte Macken, bei denen man sich ernsthaft fragt, warum Omega nicht die Gunst der Stunde genutzt hat, um auch da nachzubessern…



Eckdaten Planet Ocean (Gen 4):
● Kaliber Omega 8912, 60 Stunden GR, Master Chronometer (METAS)
● Durchmesser 42 mm
● Höhe 13,79 mm
● Horn-zu-Horn 47,5 mm
● Gehäuse aus 316L Edelstahl
● Boden aus Titan Grad 5
● 600m wasserdicht
● Saphirglas mit beidseitiger Entspiegelung
● Sellita SW200-1 Automatik Elaboré
● Keramiklünette
● Stahlband mit Tauchverlängerung
● Preis: ab 8300 Euro
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Geschichte der Omega Seamaster Planet Ocean 600M
Bevor wir uns der neuen Planet Ocean nähern, müssen wir einmal kurz das Offensichtliche aussprechen – den Vergleich, den sicherlich viele Uhrenfreunde im Kopf haben. Denn beim „Erzrivalen“ Rolex ist die Rollenverteilung seit Jahrzehnten klar: Die Submariner ist die Ikone, der Dauerbrenner, die Uhr, die selbst Leute erkennen, die sich eigentlich nicht für Uhren interessieren. Und dann gibt es die Sea-Dweller: Technisch überlegen, gebaut für ernsthafte Taucheinsätze in großen Tiefen – aber im Alltag oft ein Stück weit im Schatten ihrer berühmteren Schwester.
Bei Omega läuft das Spiel sehr ähnlich. Die Seamaster Diver 300M ist das Gesicht der Marke im Wasser, spätestens seit Bond ziemlich bekannt und (neben der Omega Speedmaster Moonwatch) so etwas wie der sichere Hafen im Portfolio. Die Planet Ocean hingegen war von Anfang an die ernstere, technisch ambitioniertere Interpretation – mehr Tiefe, mehr Leistung, mehr Technik. Und trotzdem stand sie immer ein bisschen im Schatten der 300M. So wie die Sea-Dweller neben der Submariner.
Was das Ganze unweigerlich etwas absurd macht: 300 Meter Wasserdichtigkeit sind eigentlich bereits jenseits dessen, was die allermeisten Taucher jemals brauchen werden. Alles darüber hinaus – 600 Meter oder gleich mehrere Kilometer wie beim Omega-Extremmodell Ultra Deep, mit der der US-Amerikaner Victor Vescovo anno 2019 als erster Mensch den Grund des tiefsten Punkts aller fünf Weltmeere erreichte – braucht quasi kein Mensch. Dennoch hat es schon einen gewissen Coolness-Faktor gehabt, dass an der Außenseite von Vescovos U-Boot, darunter an den Roboterarmen, eben drei speziell für diese Mission konzipierte, hoffnungslos überdimensioniert-dicke Seamaster Planet Ocean Ultra Deep Professional-Modelle angebracht waren – Zeitmesser, die offiziell auf einen Druck von 1.500 bar bzw. 15.000 Metern getestet wurden. Das Modell war im Grunde eine Mischung aus Ingenieurskunst, Marketing und, seien wir ehrlich, ein bisschen Angeberei.


Mehr: Overengineered: Extreme Taucheruhren, die kein Mensch braucht (aber trotzdem käuflich erwerbbar sind)
2022 stellte Omega die kommerzielle Version der Seamaster Planet Ocean Ultra Deep vor, die zugunsten des Tragekomforts deutlich in ihrer Wasserdichtigkeit abgespeckt wurde – auf immerhin aber noch 6.000 Meter bzw. 600 bar (+25% Sicherheitsmarge).
Von der nüchternen Sinnhaftigkeit solcher „Overengineered“-Modelle mal abgesehen: Uhren wie die Planet Ocean leben nicht unbedingt nur davon, was man mit ihnen faktisch macht – sondern davon, was man theoretisch mit ihnen machen könnte. Das war schon immer Teil der Faszination von Taucheruhren im Allgemeinen.
Um das einzuordnen, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Der Name Seamaster tauchte erstmals 1948 auf – damals allerdings noch weit entfernt von dem, was wir heute unter einer Taucheruhr verstehen. Eher elegante Allrounder mit ersten technischen Ansätzen wie einer verbesserten Dichtung am Gehäuse. Wasserdicht, ja – aber noch keine Werkzeuge für die Tiefe.
Das änderte sich Ende der 1950er schlagartig. Vier Jahre nach Lancierung der Rolex Submariner 1957 brachte Omega mit der Seamaster 300 (CK2913) erstmals eine echte Taucheruhr an den Start – zusammen mit der Railmaster (CK2914) und der Speedmaster (CK2915) im berühmten „Master Trio“. Eine Uhr, die nicht nur auf dem Papier funktionierte, sondern auch im Einsatz. Namen wie Jacques Cousteau tauchen in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Fun Fact am Rande: Die Seamaster war eigentlich nur für 200 Meter zugelassen, da dies die Grenze der Testausrüstung war, aber Omega war zuversichtlich, dass das Modell auch 300 verkraften konnte (und wählte diesen Namen entsprechend selbstbewusst).
Spannend: Einige Elemente wie die Zeiger mit Pfeilspitze, die Ziffern bei 3, 6, 9 und 12 sowie das besonders kontrastreiche Zifferblatt und die Tauchskala auf der Lünette sind bis heute feste, charakteristische Bestandteile vieler Omega Seamaster-Modelle – übrigens auch bei der Planet Ocean.


In den 1970ern wurde es dann… sagen wir mal eigenwillig. Mit der PloProf, Spitzname „Le Grand“, entwickelte Omega eine radikale, optisch fast schon bizarre Taucheruhr mit Monobloc-Gehäuse, das so luftdicht war, dass kein Helium-Entlüftungsventil nötig war. Riesig, asymmetrisch, technisch beeindruckend – aber eher nichts, was man sich mal eben im Alltag um das Handgelenk schnallt.
Der große Sprung in die Popkultur kam dann in den 90ern: 1993 erschien die Seamaster Diver 300M mit optisch charakteristischem Heliumventil, zwei Jahre später war sie im Kino am Handgelenk von Pierce Brosnan in GoldenEye zu sehen (mit diesem Film und dem gleichnamigen N64-Spiel begann übrigens meine persönliche Leidenschaft für Bond-Streifen).
Als Daniel Craig 2006 in Casino Royale übernahm, brachte er nicht nur einen raueren, „physischeren“ Bond mit – sondern auch die ein Jahr zuvor erstmalig lancierte Planet Ocean ins Rampenlicht. Plötzlich war da neben der bekannten Seamaster Diver 300M (Ref. 2220.80.00, Mit Coaxial-Kaliber 2500) eine zweite Uhr am Handgelenk, die deutlich moderner, massiver und technischer wirkte – weniger Gentleman, mehr Einsatzgerät: Na klar, die mit 45,5 mm deutlich wuchtigere, bis 60 bar wasserdichte Planet Ocean mit der Referenz 2900.50.91.
Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte der Planet Ocean, die – nach Adam Riese – anno 2025 ihren 20. Geburtstag feierte. Das Jubiläum hat Omega zum Anlass genommen, um Ende 2025 einen Cut zu machen und die Planet Ocean in weiten Teilen neu zu denken (leider aber nicht in allen Teilen)…

Kantig, kantiger, Omega: Die neue Planet Ocean der vierten Generation
Die neue Omega Seamaster Planet Ocean der vierten Generation ist nicht nur ein kleines ästhetisches Update gemischt mit leichten technischen Verbesserungen. Es ist eine tiefgreifendere Entwicklung, insbesondere was das Design betrifft. Denn die neue Planet Ocean ist deutlich kantiger geworden – und erinnert so an 80er Jahre-Modelle wie die Seamaster 120m Mayol, die „Baby Ploprof“ oder die Seamaster 200 SHOM. Wo früher diese typischen geschwungenen „Lyre-Lugs“ waren – also die leicht verdrehten Bandanstöße, die Omega seit Jahrzehnten prägen – findet man jetzt scharfe Facetten, klare Linien und fast schon architektonisch-lineare Flächen. Das Ganze erinnert weniger an klassische Seamaster-DNA und (wie ich finde passenderweise) mehr an eine Mischung aus Omega Ultra Deep und Ploprof.



Das ist erstmal gewöhnungsbedürftig. Aber nicht zwingend schlecht. Auf jeden Fall wirkt die Uhr am Handgelenk überraschend kompakt. Mit 42 Millimetern Durchmesser (gegenüber 43,5 mm bei der Vorgänger-Generation), rund 47 mm Horn-zu-Horn und knapp unter 14 Millimetern Höhe (eine merkbare Verringerung von über 2 mm gegenüber der vorherigen Generation) ist sie endlich wieder in einem Bereich angekommen, den man als alltagstauglich bezeichnen kann. Wer die letzten Planet Ocean-Generationen kennt, weiß: Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich hatte schon insgesamt drei Planet Oceans in meiner persönlichen Uhrenbox – keine davon durfte aber allzu lange bleiben. Einer der Gründe (und da bin ich einfach recht empfindlich): Die Kopflastigkeit. Insbesondere die bei der vierten Generation merkbar reduzierte Höhe ist eine signifikante Verbesserung im Vergleich zur voluminösen dritten Generation mit über 16 mm Durchmesser und sorgt für einen deutlich besseren Tragekomfort im Alltag.


Und genau hier merkt man, worauf Omega eigentlich abzielt. Die neue Planet Ocean will nicht mehr die kompromisslose Werkzeuguhr sein, die man sich theoretisch für 600 Meter Tiefe umschnallt (praktisch aber nie dafür nutzt). Sie will eine Uhr sein, die man jeden Tag tragen kann. Dass sie trotzdem 600 Meter wasserdicht ist, gehört in dem Kontext eher in die Kategorie „weil wir’s können“.
Ein Detail, das in diesem Zusammenhang für erstaunlich viel Gesprächsstoff sorgt, ist das Verschwinden des Heliumventils. Dieses kleine Ding bei „10 Uhr“, das seit Tag eins ein Markenzeichen der Planet Ocean war. Technisch gesehen ist das Ventil nur für Sättigungstaucher relevant, realistisch betrachtet also für 99,9999% aller Träger komplett irrelevant. Fun Fact am Rande: Auch bei den 2019 vorgestellten Planet Ocean Ultra Deep-Modellen verzichtet Omega auf das Heliumventil, da dieses bei der theoretischen Tauchtiefe von bis zu 6000 Metern als zusätzliche Schwachstelle problematisch wäre.

Die neue Lösung ist übrigens nicht einfach „wir lassen es weg und hoffen, dass keiner fragt“, sondern basiert auf einer moderneren Gehäusekonstruktion mit einem inneren Titanring, der die Druckresistenz übernimmt. Heißt: Omega setzt nunmehr auf eine komplett gasdichte Gehäusekonstruktion, die das Eindringen der winzige Heliummoleküle von vorneherein verhindern soll.
Übrigens ist auch der verschraubte Boden aus Titan, was Uhrenfreunde mit Kontaktallergie aufhorchen lassen dürfte. Leider ist die Bodengravur mit dem typischen Omega-Hippocampus doch arg lieblos geworden, insbesondere im Vergleich zu den tollen Relief-Gravuren früherer Generationen. Insgesamt wiegt die Planet Ocean mit zwei entnommenen Bandgliedern ca. 170 Gramm.
Mehr: Was tun bei Uhren-Allergie? Hintergründe und Lösungen für Allergiker (Nickelallergie, Lederallergie, Titanallergie & Co.) | CHRONONAUTIX Uhren-Blog
Die neue Planet Ocean hat ordentlich an Blingbling zugelegt: hochglänzendes Keramikinlay für die Lünette (ZrO2) mit weißer Emaille für Ziffern und Teilstriche, polierte Mittelglieder im Band, scharf definierte Kanten und polierte Fasen… das Ganze wirkt deutlich luxuriöser als früher. Insgesamt hatte ich auch das Gefühl, dass die Omega-Designer ein bisschen Richtung (Grand) Seiko geschielt haben, als sie das Gehäuse grundlegend neu gestaltet haben.





Die Lünette selbst ist eines meiner persönlichen Highlights: Breit, griffig, mit einem Design, das klar an die Ploprof und die Ultra Deep erinnert. Die Bedienung ist satt und präzise, im Vergleich zum Rasten der Rolex Submariner oder der Glashütte Original SeaQ aber deutlich grobschlächtiger (auch akustisch) – hier hätte Omega gerne etwas mehr Gas geben können. Anzumerken ist auch, dass das Zifferblatt durch die relativ breite Lünette etwas kleiner wirkt – und damit auch die Uhr als Ganzes. Mir gefällt’s!
Nicht unerwähnt bleiben soll: Seit je her ist Orange ja sowas wie die „Signature-Farbe“ der Planet Ocean. Gott sei dank: Bei der neuen Planet Ocean gibt’s konsequenterweise die Farbe Orange als Keramiklünette in einem eher gedeckten, leicht „dreckigen“ Orange – meiner Meinung nach der perfekte Farbton. Fun Fact: Bis 2014 waren alle orangefarbenen Lünetten bei Omega aus Aluminium gefertigt, erst danach gelang es Omega die Farbe auch in Keramik zu produzieren.


Schon die 2005 lancierte Omega Planet Ocean Ref. 2908.50.38 mit 42 mm im Durchmesser, Kaliber 2500 und oranger Alu-Lünette war zu Beginn meiner Uhrenleidenschaft so etwas wie ein kleiner heiliger Gral für mich, den ich mir aber nie gegönnt habe (fragt mich nicht warum). Der Spitzname des Modells: Pumpkin. Die orange Lünette oder (dezenter) orange Designelemente wie orange Stundenziffern oder das klassische Diver-Viertel auf der Lünette in orange – über die Jahre und Jahrzehnte begleitete die Farbe Orange stringent die Planet Ocean.

Das Zifferblatt ist mattschwarz, klar strukturiert, mit den typischen großen, dezent zur Mitte hin zulaufenden Indizes und den markanten Pfeilzeigern. Hier fühlt man sich sofort wieder zuhause. Zweifarbiges SuperLuminova in Blau und Grün verbessert die Ablesbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen, zum Beispiel unter Wasser.
Nur die offenen, (passend zum Gehäuse) etwas kantige-moderner gestalteten Ziffern zeigen, dass auch hier die Gegenwart Einzug gehalten hat. Ein kleiner Eyecatcher ist das metallische Omega-Bild- und Schriftlogo, das richtig lecker aussieht, insbesondere in Verbindung mit der genialen beidseitigen, farblosen Saphirglasentspiegelung, welche die Optik der ganzen Uhr merkbar aufwertet.

Und dann wäre da noch das Thema „kein Datum“: Für Puristen und Freunde der Symmetrie ein kleines Fest, für Pragmatiker eher ein leises Seufzen. Aber seien wir ehrlich: Wenn Omega etwas kann, dann ist es Varianten nachschieben. Wer unbedingt ein Datum will, muss wahrscheinlich einfach nur ein bisschen Geduld mitbringen.




Im Inneren arbeitet (genau wie bei der Ultra Deep) das Kaliber 8912 – ein Co-Axial Werk mit Master-Chronometer-Zertifizierung. Heißt: neben der COSC-Zertifizierung spendiert Omega eine vom METAS zugelassene Zertifizierung, bei der die Kaliber eine 10-tägige Testreihe durchlaufen, in der die alltäglichen Tragebedingungen simuliert und die Unempfindlichkeit gegenüber insbesondere Magnetfeldern (bei 15.000 Gauss bzw. 1,5 Tesla) kontrolliert werden. Die Gangabweichung darf für die Zertifizierung maximal 0/+5 Sekunden pro Tag betragen. Ferner wird jede einzelne Uhr hinsichtlich ihrer Wasserdichtigkeit geprüft. Detail-Ergebnisse der jeweiligen, individuellen Zertifizierung lassen sich direkt auf omegawatches.com abrufen.
Die Gangreserve ist mit rund 60 Stunden alltagstauglich, aber auch alles andere als spektakulär (sogar das Sellita SW200 schafft in der Version -2 mittlerweile 65 Stunden). Nicht ganz zeitgemäß, aber im Alltag auch kein Beinbruch ist, dass Omega die Gangreserve offenbar mit einer dezenten Reduzierung der Frequenz auf 25.200 bph „erkauft“ (statt der üblichen 28.800 bph).
Eine Besonderheit des Werks ist die Möglichkeit zur Schrittweisen Verstellung des Stundenzeigers über die Mittelstellung der Krone, also unabhängig vom Minutenzeiger – etwas, das man eigentlich nur von True GMT-Kalibern kennt und zur schnellen Korrektur der Lokalzeit, zum Beispiel nach der Landung in einer anderen Zeitzone, genutzt werden kann. Praktisch? Ja. Game-Changer? Sicher nicht.
Mehr: Co-Axial-Hemmung Omega: Technische Hintergründe erklärt | CHRONONAUTIX Uhren-Blog



Abschließende Gedanken
Die Planet Ocean ist nicht mehr die Alte. Und das finde ich persönlich insbesondere hinsichtlich der alltagstauglicheren Gehäuseabmessungen und der moderneren Designsprache auch richtig gut. Die Präsenz der Uhr am Handgelenk ist gleichzeitig enorm. Die Planet Ocean hat sicherlich ein bisschen von dem „rauen“ Charme verloren, der sie früher so besonders gemacht hat, gleichzeitig kann man ihr aber meiner Meinung nach nicht vorwerfen zu „weichgespült“ zu sein (wie man das beispielsweise bei der neuen Longines HydroConquest teilweise vernimmt). Unterm Strich bleibt eine vierte Generation, die ein Stück weit polarisiert. Und das ist vielleicht sogar das Beste, was ihr passieren konnte.

Am vollintegrierten Kautschukband mit Faltschließe kostet die neue Planet Ocean je nach Farbauswahl ab 8300. Naheliegenderweise ist sie am Stahlband teurer und kostet ab 9000. Warum „ab“? Nun, die hier im Detail gezeigte orange Variante kostet jeweils 300 Euro mehr (8600 bzw. 9300 Euro), was ehrlich gesagt schwer zu vermitteln ist, aber wohl den höheren produktionstechnischen Aufwand der orangefarbenen Keramik abbilden soll (so oder so: Rabatte sind Omega-typisch durchaus drin, gut und gerne mal um die 20%).
In jedem Fall hat die vierte Generation der Planet Ocean nochmal deutlich im Preis angezogen (zum Vergleich: Die Ref. 215.30.44.21 lag bei 7700€ am Stahlband). Omega will mit der Planet Ocean offenbar in einer noch höheren Liga mitspielen, in der aus Kundensicht die Erwartungen aber auch entsprechend höher geschraubt werden dürfen. In diesem Zusammenhang hätte ich mir definitiv insbesondere eine pfiffigere Lösung für die Feinjustierung der Schließe gewünscht: Hier spielt Rolex mit Glidelock und mittlerweile sogar die Rolex-Tochter Tudor mit T-Fit groß auf, während Omega nur von der Ersatzbank zuschauen kann.
Denn: Zwar baut die Schließe der neuen Planet Ocean mittlerweile merkbar flacher (wenn auch nach wie vor ca. 1 mm dicker als Glidelock und T-Fit). Und auch die Optik ist mit ihrer abgekanteten Machart nun richtig sexy (der polierte Mittelteil ist aber natürlich Kratzermagnet Nummer 1 für Schreibtischtäter wie mich). Der größte Schmerzpunkt ist aber: Omega hat es nach wie vor nicht hinbekommen, dass die Feinjustierung bzw. Tauchverlängerung optisch unscheinbar ausfahrbar ist: Wie bei den Vorgängern steht ein optisch alles andere als hübsches, fremdkörperartiges Stück Stahl aus der Schließe, wenn man diese über den innenliegenden „PUSH“-Drücker verlängert. Das ist mit Blick auf die Konkurrenz maximal unverständlich. Zumal eine deutlich pfiffigere Konstruktion ja im Hause der Swatch Group ja vorhanden ist: Die geniale, ebenfalls sehr flache Schließe der Glashütte Original SeaQ, die sich über ein Drücken auf das Logo in der Schließenmitte (natürlich auch optisch unscheinbar) ausfahren lässt. Hier würde ich die Verantwortlichen bei Omega gerne mal schütteln und ihnen sagen: Das Jahr 2010 hat angerufen und will seine Schließe zurück!
Die neue Seamaster Planet Ocean 600M erscheint zum Start in drei Varianten mit schwarzer, blauer oder orangefarbener Lünette. Weitere Farben und Komplikationen wie ein Chronograph, eine GMT und dergleichen werden wohl nur eine Frage der Zeit sein.





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Moin Mario,
für mich preislich außerhalb dem, was ich für eine solche Uhr auszugeben bereit bin.
Bei den Specs taucht die Zeile auf: „Sellita SW200-1 Automatik Elaboré“. Vermutlich ein versehentlich stehengebliebener Textbaustein.
Beste Grüße,
Frank
Lustig finde ich schon den Vergleich der Generationen. Vielleicht hofft man bei Omega auf ähnliche Spekulanten wie bei Rolex. Die Bilder der Uhr sind nett anzusehen, die Realität hat mich schnell ernüchtert. Der Preis abgehoben, aber mit 20-30% Nachlass, der vermutlich schon eingepreist ist, kommt man dem realistischen Marktwert schon näher.
Ich hatte den Vorgänger der PO 600. Alles andere als eine überzeugende Fertigungsleistung in allen Bereichen der Uhr, somit auch das Metas zertifizierten Kaliber – ohnehin nur ein Momentaufnahme.
Und Ja, die Gangreserve und das KALIBER ein Witz für den Preis – leider kein Guter.
Schön aber ist, dass man den „Pickel“ auf 10Uhr endlich abgeschafft hat, technisch erfolgreich gelöst😉
Es könnte aber optisch gesehen, zumindest ein Alleinstellungsmerkmal gewesen sein, dass die Uhr nun nicht mehr hat und daher austauschbar zu anderen gezeigten Marken macht.
Mit 20-30% Nachlass kommt man dem realistischen Marktwert schon näher – allerdings ohne ihn zu erreichen.
Bei Omega wollte und will man am anhaltenden Uhrenhype im gehobenen Preisbereich tüchtig mitverdienen und hat seit einigen Jahren die Preise kontinuierlich drastisch erhöht, wobei die Qualität der Uhren nicht in gleichem Maße mitgewachsen ist.
Die Sea Master oder die Speedmaster sind wirklich gute Uhren, keine Frage, aber mittlerweile maßlos überteuert. Aber solange es ausreichend Knallerbsen gibt, die diese Phantasiepreise zahlen, wird sich daran nichts ändern.
Moin.
Im Vergleich am Schönsten sieht immer noch die erste Generation aus. Wieviele Euro die wohl im Jahre 2005 gekostet haben mag? 🤔 Vielleicht weiß das ja jemand?
Beste Grüße
Vielleicht mal google nutzen? Oder geht es dir darum, dass alles teurer geworden ist und man in der Schweiz vermutlich den Realitätssinn verloren hat?!
Ein gelungenes Update meiner Meinung. Aber ich würde eine Seamaster 300 immer vorziehen. Die Planet Ocan ist einfach an sich keine richtig schöne Uhr. Sie trägt einfach zu sehr auf.
Hallo zusammen,
die neue Omega Seamaster Planet Ocean 600M (Gen 4), UVP: ab 9.000,– € am Stahlarmband, hat für mich im Vergleich zur Seamaster Diver 300M, UVP: ab 6.500,– € am Stahlarmband, keinen so großen Mehrwert, dass ich bereit wäre 2.500,– € Mehrpreis zu bezahlen.
Beste Grüße
Georg
Witzigerweise zeigen beide die gleiche Zeit an, die für 2.500€ leider nicht besser wird.