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Mechanische Uhrwerke bestehen in der Regel aus mehreren Hundert Einzelteilen. Besonders viele sind es, wenn Komplikationen wie beispielsweise Mondphase, Ewiger Kalender oder Tourbillon hinzukommen. Einen guten Uhrmacher, zum Beispiel für Luxusuhren von Omega, Rolex, TAG Heuer, IWC, Glashütte Original & Co. zu finden, der bei diesen vielen, oftmals winzigen Teilen durchsteigt, ist heutzutage gar nicht mehr so einfach – denn häufig ist davon zu lesen, dass der Beruf des Uhrmachers grade im Begriff ist auszusterben. Doch stimmt das überhaupt? Nun, darauf ein klares jein (dem gehen wir gleich auf dem Grund). In jedem Fall ist es wichtig, sich einen schnellen Überblick über Uhrmacher in der Nähe machen zu können – die interaktive Karte von Uhrmachern in Deutschland unten hilft euch dabei!

Uhrmacher in der Nähe: Deutschland-Karte

Tipp: Je nach dem, welche Marke ihr zur Reparatur oder Revision an einen Uhrmacher geben wollt, lohnt es sich auch sich mit dem Thema markenspezifischer Zertifizierungen zu beschäftigen.

Über den Beruf eines Uhrmachers

Das Tagesgeschäft der noch existierenden Uhrmacherbetriebe ist heute das Wechseln von Batterien. Trotz Smartwatch und Co. liegen aber insbesondere hochwertige mechanische Uhren im Trend: Allein beim Juwelierriesen Wempe werden im Jahr über 40.000 hochwertige Uhren zur Reparatur abgegeben.

Dabei muss ein Uhrmacher einiges drauf haben: Er ist Experte, wenn es um die Reparatur und Wartung bzw. Revision geht. Er nimmt die “Sorgen”-Uhren auseinander, findet heraus, was nicht stimmt, und setzt sie dann wieder zusammen, damit sie wie neu laufen. Um mechanische Uhren reparieren oder revidieren zu können (mehr: Revision am Beispiel einer Rolex) sind tiefe Fachkenntnisse absolut entscheidend.

Fachkräftemangel: Uhrmacher – ein aussterbender Beruf?

Die deutsche Bundesagentur für Arbeit hält fest: Uhrmacherinnen und Uhrmacher der geburtenstarken Baby-Boomer-Jahrgänge verabschieden sich nach und nach in den wohlverdienten Ruhestand. Gleichzeitig beginnen zu wenige junge Menschen eine Ausbildung in diesem Handwerk. Auch Betriebe wollen immer seltener ausbilden: Innerhalb der letzten vier Jahre sind die betrieblichen Ausbildungsstellen um fast 20 Prozent zurückgegangen.

Der Fachkräftemangel ist daher sicherlich das größte und dramatischste Problem im Bereich der Uhrmacherei. Das Kritische daran ist, dass die Nachfrage nach fachgerechten Uhrenreparaturen gleichzeitig immer größer wird.

Zum Vergleich: Aktuell haben wir in Deutschland einen Schnitt von ca. 200 Auszubildenden im Uhrmacherhandwerk pro Jahr. Im Jahr 2022 haben in Deutschland 70 Auszubildende ihre Gesellenprüfung abgelegt. Gleichzeitig haben rund 600 Uhrmacher ihren Beruf verlassen.

Und noch ein paar Zahlen von unseren Schweizer Nachbarn, der historischen Hochburg der Uhrmacherei: 2015 lag die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in der Schweizer Uhrenindustrie bei 490 und sank bis 2020 auf 361. Seither geht es wieder leicht nach oben. Das Interesse der jungen Schweizer an einer Karriere in der Uhrenbranche ist aber längst nicht hoch genug, um den wachsenden Bedarf der Unternehmen zu decken: 2023 blieben 271 Lehrstellen unbesetzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Beruf Uhrmacher ist weit davon entfernt, auszusterben. Vielmehr verlagert sich der Schwerpunkt: Insbesondere die Uhrenhersteller suchen dringend Nachwuchs, d.h. viele Uhrmacher finden heute insbesondere Anstellung direkt in der Uhrenindustrie. Vor allem viele bekannte Uhrenmanufakturen aus der Schweiz suchen junge, gut ausgebildete Menschen, die diesen Beruf ausüben möchten. Daher verwundert es nicht, dass die wenigen, die eine Ausbildung abschließen, gern auch mal direkt in die Schweiz abgeworben werden.

Dass die Uhrenhersteller die wenigen Uhrmacher “absorbieren”, macht die Nachfolgesuche für kleinere Uhrmacherbetriebe in den Städten und Städtchen schwierig: Viele langjährige Uhrmacher mussten und müssen bald ihre Betriebe aufgeben, weil sie keine Nachfolger finden. Klassische, unabhängige Uhrmacherbetriebe findet man heute leider nur noch selten. 

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Technische Zeichnung bei Glashütte Original, Bild: Glashütte Original

Uhrmacher: Ausbildung und Alltag

Angehende Uhrmacher sollten Geduld, eine ruhige Hand und ein Auge für kreative Lösungsfindung mitbringen. Im Rahmen der Ausbildung lernen Auszubildende des Uhrmacherhandwerks beispielsweise den Umgang mit den unterschiedlichen Werkzeugen und Maschinen, welche Schleif- und Poliermittel wie eingesetzt werden müssen sowie die Programmierung und Handhabung moderner Produktionsmaschinen. Für die Ausbildung sind gute Physik- und Mathematikkenntnisse vonnöten.

Einen ausführlichen Erfahrungsbericht über die Ausbildung zum Uhrmacher findet ihr hier:

Ausbildung zum Uhrmacher: Ein Erfahrungsbericht [Teil 1]

Ausbildung zum Uhrmacher: Ein Erfahrungsbericht [Teil 2]

Um einen Eindruck darüber zu bekommen, was ein Uhrmacher heutzutage alles können und wissen muss, empfehle ich euch darüber hinaus einen Blick in die Technik-Ecke dieses Blogs – diese wird vom WOSTEP-zertifizierten Uhrmacher Leon Zihang von ChronoRestore (der übrigens einen bundesweiten Uhrmacher-Service über Versandboxen anbietet) umfangreich mit Leben gefüllt. Schaut gerne auch in unseren gemeinsamen Livestream vorbei und fragt Uhrmacher Leon direkt und live alles, was euch unter den Nägeln brennt!

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12 Kommentare
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Thomas Keil
9 Tage zurück

http://www.uhrmacher-aschaffenburg.de, Inhaber Felix Wüstenfeld

Nick
21 Tage zurück
Alex Bruns
22 Tage zurück

B2B Uhrenservice A. Lempert in Ibbenbüren

Thilo
22 Tage zurück

Empfehle noch im Norden:
Uhrmacher & Juwelier MARI-TIMER Inh. Maximilian Wilke – Kiel

Scholtyssek
23 Tage zurück

Karl Bort
Breisach

Zeitblitz
23 Tage zurück

Uhrmacher Tipp : Meisterwerkstatt ZEITBLITZ, 79713 Bad Säckingen am Hochrhein.