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Hallöchen liebe Uhrenfreunde! Rolex hat mal wieder ein neues Patent veröffentlicht. Und wie ihr euch sicher denken könnt, kann auch ich als gelernter Uhrmacher es natürlich nicht sein lassen, mir so etwas genauer anzusehen. Vor allem dann nicht, wenn es um ein Thema geht, das technisch deutlich spannender ist, als es auf den ersten Blick vielleicht wirkt: ein Großdatum.

[Beitrag von Leon Zihang,
Uhrmacher und Kopf hinter ChronoRestore.com]
Leon Zihang Uhrmacher ChronoRestore

Patent-Analyse: Das Großdatum von Rolex

Genauer gesagt, geht es um die Patentveröffentlichung US 2026/0104672 A1 mit dem Titel „Timepiece device for displaying timepiece information and method for operating same“. Angemeldet wurde das Ganze von Rolex SA in Genf, als Erfinder ist Ludovic Zbylut genannt. Die US-Anmeldung datiert auf den 10. Oktober 2025, die Priorität stammt aus einer europäischen Anmeldung vom 15. Oktober 2024. Veröffentlicht wurde das Patent am 16. April 2026. 

Bevor jetzt aber jemand direkt die nächste Rolex mit Großdatum im Kopf hat: ein Patent ist noch keine Uhr. Rolex patentiert, wie viele andere Hersteller auch, regelmäßig technische Lösungen, die nicht zwangsläufig in Serie gehen. Es kann sein, dass wir so ein Großdatum irgendwann in einer Rolex sehen. Es kann aber genauso gut sein, dass es nie auf den Markt kommt. Spannend ist die Konstruktion trotzdem, denn sie zeigt sehr schön, wie Rolex ein bekanntes Problem auf sehr eigene Art lösen möchte.

Und genau hier müssen wir auch direkt einordnen: Rolex wäre mit einem Großdatum natürlich nicht der erste Hersteller, der so etwas baut. A. Lange & Söhne hat das Großdatum schon lange zu einem Markenzeichen gemacht. Glashütte Original hat mit dem Panoramadatum, meiner Meinung nach, sogar eine der elegantesten Lösungen überhaupt im Programm.

Die spannende Frage ist also nicht: „Hat Rolex das Großdatum erfunden?“ Nein, natürlich nicht. Die spannende Frage ist: Wie will Rolex es anders machen?

Das Grundproblem beim Großdatum

Ein normales Datum in einer mechanischen Uhr wird meistens über einen Datumsring angezeigt. Dieser Ring trägt die Zahlen 1 bis 31 und läuft einmal rund um das Werk. Der Vorteil: Das ist relativ einfach und robust. Der Nachteil: Die Zahlen sind begrenzt groß, weil alle 31 Datumszahlen auf einen Ring passen müssen.

Beim Großdatum teilt man die Anzeige deshalb auf. Eine Anzeige zeigt die Zehnerstelle, also 0, 1, 2 oder 3. Die andere Anzeige zeigt die Einerstelle, also 0 bis 9. Dadurch können die einzelnen Ziffern deutlich größer dargestellt werden.

Technisch klingt das erst einmal einfach. In der Praxis entstehen aber sofort mehrere Probleme. Zwei Scheiben müssen korrekt springen, sie müssen sauber indexiert werden, sie dürfen sich nicht gegenseitig blockieren, und am Ende soll das Ganze durch ein Fenster auch noch schön aussehen. Genau dieser letzte Punkt ist oft schwieriger, als man denkt.

Wenn man zwei runde Scheiben nebeneinanderlegt, entsteht zwischen ihnen ein unschöner Spalt. Dieser Spalt ist nicht einfach gerade, sondern durch die runde Form der Scheiben eher linsenförmig beziehungsweise bauchig (Siehe Abbildung 1).

1. Spalt zwischen zwei nebeneinanderliegenden Scheiben
Abb. 1

Deshalb arbeiten viele Großdatumsanzeigen mit einem Mittelsteg im Fenster. Dieser Steg trennt die Zehner- und Einerstelle optisch und verdeckt gleichzeitig den Bereich, in dem die beiden Anzeigeelemente nicht perfekt an einander liegen.

Das funktioniert, ist aber ästhetisch nicht immer ideal. Gerade wenn man ein besonders klares, hochwertiges Datum haben möchte, kann so ein Mittelsteg störend wirken. Außerdem kann er Schatten werfen, besonders wenn die Anzeigeelemente auf unterschiedlichen Ebenen liegen.

Lange & Söhne: ikonisch, aber mit Mittelsteg

Bei A. Lange & Söhne ist das Großdatum ein echtes Markenzeichen. Man kennt es vor allem von der Lange 1. Dort besteht das Großdatum aus einer Einerscheibe und einem Zehnerkreuz. Die Konstruktion ist technisch sehr elegant und historisch fest mit der Marke verbunden. (Hier brauchen wir ein Bild von einer Lange mit Großdatum, um den Mittelsteg zu zeigen)

Der große Vorteil: Das Datum ist extrem gut ablesbar und gestalterisch sofort erkennbar. Das Großdatum gehört bei Lange einfach zum Gesicht vieler Modelle. Man sieht sofort: Das ist Lange.

Der Nachteil liegt aber ebenfalls auf der Hand: Die Anzeige hat konstruktionsbedingt ein sehr eigenes Fensterdesign mit klarer Trennung zwischen den beiden Ziffern. Dieser Mittelsteg ist Teil des Designs. Manche lieben genau das, andere empfinden ihn als etwas schwer oder architektonisch. Technisch ist es eine wunderbare Lösung, optisch aber eben eine Lösung mit sichtbarer Trennung.

Und noch etwas kommt dazu: Durch die Konstruktion mit separaten Anzeigeelementen ist man in der Platzierung des Datums eingeschränkter. Bei solchen Scheiben- oder Kreuzlösungen sitzt das Großdatum typischerweise in einem Bereich zwischen 12 Uhr und Zeigermitte oder zwischen 6 Uhr und Zeigermitte. Ganz frei auf dem Zifferblatt lässt sich diese Art Anzeige nicht beliebig verschieben, weil die Mechanik dahinter Platz braucht.

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Glashütte Original: das Panoramadatum als Benchmark

Ganz anders macht es Glashütte Original mit dem Panoramadatum. Und hier muss man wirklich sagen: Glashütte Original hat in diesem Bereich extrem stark vorgearbeitet.

Das Panoramadatum arbeitet mit zwei Anzeigescheiben, die auf einer Ebene liegen. Genau das ist der große Vorteil. Weil die Scheiben nicht auf unterschiedlichen Höhen übereinanderstehen, entsteht kein störender Höhenversatz und damit auch kein Schattenwurf zwischen den beiden Zahlen. Außerdem braucht es keinen klassischen Mittelsteg zwischen Zehner und Einer. Die Anzeige wirkt dadurch sehr ruhig, flach und hochwertig.

Für mich ist das einer der größten Vorteile des Panoramadatums. Man bekommt eine große Datumsanzeige, die nicht durch einen dominanten Steg zerstückelt wird. Der Spalt zwischen den Anzeigen ist zwar vorhanden, aber er ist fein und in der Praxis überhaupt nicht störend. Ja, er ist leicht gebogen, aber ganz ehrlich: Mich persönlich stört das überhaupt nicht. Im Gegenteil, das Panoramadatum wirkt dadurch sehr harmonisch.

Noch ein großer Vorteil: Durch die kompakte Konstruktion kann Glashütte Original das Panoramadatum im Werk flexibler platzieren. Man sieht es bei verschiedenen Modellen an unterschiedlichen Positionen. Das Datum ist nicht so stark darauf angewiesen, genau zwischen 12 Uhr und Zeigermitte oder zwischen 6 Uhr und Zeigermitte zu sitzen. Dadurch hat Glashütte Original gestalterisch mehr Spielraum als viele klassische Großdatums-Konstruktionen. Typisch sitzt es bei GO an der 4 Uhr Position. Dort kommen Lange und Rolex mit ihren Konstruktionen nicht hin, weil die zwei Datumscheiben nicht wie bei GO ineinander liegen, sondern nebeneinander. In Abbildung 2 sieht man die Konstruktion von GO’s Datum mit den beiden ineinander liegenden Scheiben. Die innere Scheibe zeigt die Zehner Zahl, während die äußere Scheibe die Einer anzeigt. An der äußeren Scheibe sind 10 Zähne angebracht, die mit einer Raste in Position gehalten werden und an der Zehnerscheibe sind es nur vier Zähne. Diese liegen unter der Scheibe in unterschiedlichen Höhenlagen, damit ein Schaltrad entweder die Zehner, die einer oder beide Scheiben gleichzeitig schalten kann.

2. Glashütte Originals Panoramadatum
Abb. 2

Und genau deshalb muss man bei aller Begeisterung für das Rolex-Patent klar sagen: Glashütte Original ist hier nicht einfach irgendein Vergleich, sondern ein echter Maßstab.

Was macht Rolex nun anders?

Rolex beschreibt im Patent ebenfalls eine Großdatumsanzeige mit zwei Anzeigeelementen. Im gezeigten Beispiel gibt es eine linke Scheibe für die Zehnerstelle und eine rechte Scheibe für die Einerstelle. Die linke Scheibe trägt also die Ziffern für 0, 1, 2 und 3 beziehungsweise alternativ 1, 2, 3 und ein Leerfeld. Die rechte Scheibe trägt die Einer 0 bis 9. 

Der große Unterschied liegt im Spalt zwischen den beiden Scheiben. Rolex möchte vermeiden, dass zwischen den beiden Anzeigen ein bauchiger, linsenförmiger Zwischenraum entsteht. Deshalb sind die Ränder der beiden Anzeigescheiben im sichtbaren Bereich nicht einfach rund, sondern speziell geformt.

Im Patent in Abbildung 3 sieht man, dass die beiden Scheiben an den Stellen, an denen sie im Datumsfenster nebeneinanderstehen, gerade beziehungsweise komplementär geformte Kanten besitzen. Das bedeutet: Die linke und die rechte Scheibe passen an dieser Stelle wie zwei sauber geschnittene Flächen zueinander. Dadurch entsteht zwischen den beiden Ziffern kein gebogener Spalt wie bei der Lösung von Glashütte Original, sondern eine gerade, saubere Trennlinie.

Im Idealfall soll der Spalt sogar fast verschwinden. Rolex nennt im Patent Spielräume von weniger als 0,2 mm, weniger als 0,1 mm oder sogar weniger als 0,05 mm. 

Das ist der entscheidende ästhetische Unterschied zu Glashütte Original: Bei Glashütte Original ist der Spalt zwischen den beiden Anzeigen leicht gebogen. Er ist mit einer Größe von 0,05 mm wirklich sehr klein, aber eben gebogen. Bei Rolex soll er gerade sein. Ob das in der Praxis wirklich schöner ist, ist natürlich Geschmackssache. Technisch ist die Lösung aber sehr spannend.

Der Trick: Die linke Scheibe weicht beim Schalten aus

Jetzt kommt der wirklich interessante Teil. Wenn die beiden Scheiben so eng an einander liegen und ihre Ränder nicht mehr einfach kreisrund sind, können sie sich beim Schalten nicht problemlos drehen. Sie würden kollidieren oder sich verklemmen. Genau hier setzt Rolex mit seiner Mechanik an.

Die linke Anzeigescheibe ist nicht einfach fest im Werk gelagert. Sie sitzt auf einem beweglichen Träger, der um die Achse A51 gelagert ist (siehe unten). Ich habe den Hebel in Abbildung 4 rot markiert. Die eigentliche Achse der linken Datums- beziehungsweise Zehnerscheibe ist A1. Diese Achse kann durch den beweglichen Hebel minimal von der rechten Scheibe wegbewegt werden.

4. Komplette Datumskonstruktion des Großdatum von Rolex
Abb. 4

Man kann sich den Ablauf so vorstellen:

Im Ruhezustand stehen beide Scheiben sehr eng nebeneinander. Die speziell geformten Kanten liegen nahezu aneinander und bilden im Datumsfenster eine saubere Trennlinie. Sobald der Datumssprung ausgelöst wird, greift der Schaltmechanismus ein. Das Antriebsrad mit dem Finger 41 bewegt das Steuerrad 30 weiter. Dieses Steuerrad besitzt mehrere Zahnbereiche, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Es schaltet die Zehnerscheibe, die Einerscheibe und steuert gleichzeitig die Bewegung des Hebels.

Besonders interessant ist der Bereich an der Raste, die mit der Zahl 50 bezeichnet ist. Über die innere Verzahnung des Steuerrades 30 wird die Raste 50 nach rechts gerückt. Da der gesamte Hebel an der Stelle A51 gelagert ist und die linke Datumscheibe auf diesem Hebel sitzt, bewegt sich die komplette linke Anzeigescheibe ein kleines Stück von der rechten Anzeigescheibe weg nach links.

Dadurch wird der Abstand zwischen den Achsen A1 und A2 kurzzeitig vergrößert. In Abbildung 5 sieht man genau diesen Schaltvorgang. Die Raste 50 liegt auf einem inneren Zahn des Steuerrades 30 auf, wodurch die linke Anzeigescheibe weiter nach links ausgeschwenkt wird und ein Spalt zwischen den beiden Anzeigescheiben entsteht. Genau das ist nötig, damit sich die beiden Scheiben beim Datumssprung drehen können, ohne dass ihre speziell geformten Kanten miteinander kollidieren. Sobald die Schaltung erfolgt ist, drückt eine Feder beziehungsweise ein elastisches Rückstellelement den Hebel wieder zurück. Die linke Scheibe wandert wieder in ihre Ruheposition, und die beiden Kanten liegen erneut sauber aneinander. 

5. Schaltvorgang des neuen Rolex Datumsmechanismus
Abb. 5

Die beiden Anzeigescheiben werden während des gesamten Ausschwenkvorgangs parallel um eine Anzeige weitergedreht, weil das Steuerrad 30 außen ebenfalls Zähne hat. Diese greifen in die Zähne der Anzeigescheiben ein und drehen sie bei jedem Schaltvorgang um genau eine Position weiter. Damit die Zehnerscheibe nicht jeden Tag geschaltet wird, ist diese etwas weiter vom Steuerrad 30 entfernt und kann nur von längeren Zähnen des Steuerrades erreicht werden. Deshalb gibt es an dem Steuerrad 30 außen auch noch 4 lange Zähne, die nur für die Weiterschaltung des Zehnerrades da sind.

Das ist schon eine wirklich geniale Idee. Rolex gestaltet den Spalt nicht einfach durch ein Fenster oder einen Steg weg, sondern bewegt eine der beiden Scheiben beim Schalten aktiv aus dem Weg. Im Ruhezustand bekommt man die perfekte Optik, im Schaltmoment den nötigen Freiraum.

Was passiert beim täglichen Datumssprung?

Die Anzeige wird laut Patent bevorzugt einmal pro 24 Stunden weitergeschaltet (toll, dass sie das nochmal erwähnen, dass ein Datum alle 24 Stunden weitergeschaltet werden muss 😉 ). Dabei erfolgt der Sprung idealerweise sofort oder zumindest nahezu sofort. Das bedeutet: Nicht langsam über mehrere Stunden, sondern in einem kurzen, klar definierten Schaltvorgang. So wie man es auch von eigentlich allen anderen Rolex-Werken kennt. Der Sprung passiert ruckartig und mit einem Schlag.

Bei normalen Tageswechseln muss meistens nur die Einerstelle springen. Bei Übergängen wie 09 auf 10, 19 auf 20 oder 29 auf 30 muss zusätzlich die Zehnerstelle weiterschalten. Beim Übergang von 31 auf 1 muss die Anzeige wieder auf den Anfang zurückspringen.

Das Patent beschreibt, dass die Mechanik grundsätzlich bei jedem Schaltvorgang die linke Scheibe aus dem Weg bewegen kann und auch muss – selbst dann, wenn die Zehnerscheibe gerade gar nicht weitergeschaltet wird. Das ist logisch, denn durch die sehr enge Anordnung der Scheiben reicht schon die Bewegung der einen Scheibe, um eine Kollision mit der anderen zu riskieren. Also wird lieber bei jedem Schaltvorgang kurz Platz geschaffen.

Aus Uhrmacher-Sicht ist das sehr interessant, weil hier Optik und Mechanik eng miteinander verzahnt sind. Die schöne gerade Trennlinie im Fenster ist nur möglich, weil die Scheibe im richtigen Moment ausweichen kann.

Rolex gegen Glashütte Original: Wer hat die bessere Lösung für das Großdatum?

Das ist natürlich die Frage, die viele interessiert. Und meine Antwort wäre: Es kommt darauf an, worauf man schaut.

Wenn es um die technische Raffinesse des Schaltvorgangs geht, ist das Rolex-Patent beeindruckend. Die Idee, eine Scheibe für den Wechsel kurz aus der Eingriffszone herauszubewegen und danach wieder exakt an die andere Scheibe heranzuführen, ist mechanisch sehr elegant. Besonders Rolex-typisch ist dabei, dass die Konstruktion nicht einfach spektakulär aussehen soll, sondern ein konkretes funktionales Problem löst.

Wenn es aber um die praktische Eleganz und Flexibilität der Anzeige geht, hat Glashütte Original meiner Meinung nach weiterhin enorme Vorteile. Das Panoramadatum ist kompakt, flach, sauber ablesbar und benötigt keinen dominanten Mittelsteg. Außerdem lässt es sich im Werk flexibler platzieren. Genau das ist ein Punkt, den man aus Designer Sicht nicht unterschätzen darf. Außerdem kommt die Variante von GO mit weniger Hebeln und Bewegungen aus. Jeder Hebel mehr, der sich im Uhrwerk befindet kann auch mehr Probleme machen.

Der meiner Meinung nach größte Unterschied zwischen Rolex und Glashütte Original liegt tatsächlich im Spalt: Bei Glashütte Original ist er gebogen, bei Rolex soll er gerade sein. Aber ob ein gerader Spalt wirklich ein so großer Vorteil ist, darüber kann man diskutieren. Mich persönlich stört der gebogene Spalt beim Panoramadatum überhaupt nicht. Im Gegenteil: Das Ganze wirkt sehr harmonisch und technisch extrem ausgereift.

Und was ist mit der Rolex-Lupe?

Ein weiterer spannender Gedanke: Wenn Rolex irgendwann wirklich ein Großdatum bringt, was passiert dann mit der ikonischen Lupe?

Die Cyclops-Lupe gehört bei Rolex seit Jahrzehnten zur Markenidentität. Für viele ist sie ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal. Für andere ist sie genau das Detail, das sie an Rolex stört. Ein echtes Großdatum würde die Lupe eigentlich überflüssig machen. Man braucht keine Vergrößerung mehr, wenn die Ziffern selbst groß genug sind.

Das wäre für Rolex ein interessanter Schritt. Eine Rolex mit Datum, aber ohne Lupe? Für mich wäre es wirklich cool, denn ich bin einer dieser Leute, die die Lupe noch nie wirklich schön fanden. Für traditionelle Rolex-Fans vielleicht gewöhnungsbedürftig. Gerade deshalb wäre so ein Großdatum nicht nur technisch spannend, sondern auch gestalterisch ein echter Bruch mit einer langen Designtradition. Schreibt es gerne in die Kommentare, wie ihr darüber denkt!

In welche Rolex könnte ein solches Großdatum passen?

Das Patent nennt natürlich kein konkretes Modell. Trotzdem darf man ein bisschen spekulieren.

Am naheliegendsten wäre für mich eine elegantere Rolex-Linie. Die 1908 könnte ein Kandidat sein, weil sie ohnehin klassischer und dressiger positioniert ist als Submariner, GMT-Master oder Explorer. Ein Großdatum würde hier gut passen, ohne die Toolwatch-DNA anderer Modelle zu verwässern.

Vielleicht wird es da Zeit mal eine neue Version der 1908 raus zu bringen. Ich finde aber auch, dass das Datum sehr gut in die neue Land-Dweller passen würde. Mir gefällt dieses Modell ja bekanntlich sehr gut. Ich kann mir vorstellen, dass hier neben der neuen Dyna-Pulse Hemmung auch noch ein neues Datum Platz hat. 🙂

Bei einer Datejust wäre es natürlich besonders spannend, weil die Datejust historisch so stark mit dem Datum und der Lupe verbunden ist. Eine Datejust mit echtem Großdatum und ohne Cyclops wäre aber fast schon eine kleine Revolution. Ob Rolex so etwas wirklich macht? Schwer zu sagen.

Bei den klassischen Sportmodellen halte ich es eher für unwahrscheinlich. Eine Submariner oder GMT-Master mit Großdatum würde das Gesicht der Uhr sehr stark verändern. Aber wer weiß – Rolex überrascht manchmal genau dann, wenn man es nicht erwartet.

Was habt ihr für Vermutungen? Schreibt es in die Kommentare. 🙂

Mein Fazit

Rolex hat mit diesem Patent keine neue Kategorie erfunden. Das Großdatum gibt es seit langer Zeit, und Hersteller wie A. Lange & Söhne und Glashütte Original haben hier bereits hervorragende Arbeit geleistet. Vor allem Glashütte Original ist mit dem Panoramadatum technisch und optisch extrem stark aufgestellt.

Trotzdem ist das Rolex-Patent sehr spannend. Nicht, weil Rolex einfach ein Großdatum baut, sondern weil Rolex das Problem des Spalts zwischen zwei nebeneinanderliegenden Scheiben auf eine eigene, mechanisch sehr clevere Weise angeht. Die linke Scheibe wird beim Schalten kurz weggeschwenkt, damit die beiden speziell geformten Scheibenränder nicht kollidieren. Danach kehrt sie wieder in ihre Position zurück und bildet mit der rechten Scheibe eine saubere, gerade Trennlinie.

Ob diese Lösung am Ende besser ist als das Panoramadatum von Glashütte Original? Das muss man sehen, falls Rolex sie überhaupt jemals in eine Uhr einbaut. Technisch, auf dem Papier ist sie aber ohne Frage genial. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch in der Realität so sauber funktioniert und den Dauertest auch besteht. Ich denke aber, wenn Rolex so etwas tatsächlich zur Serienreife bringt, dann würde sich diese Datumsanzeige mit Sicherheit sehr gut bewähren.

Jetzt seid ihr dran: Was haltet ihr von der Idee einer Rolex mit echtem Großdatum? Würde euch eine Rolex ohne Lupe gefallen? Und in welchem Modell könntet ihr euch diese Technik am ehesten vorstellen? Lasst euren Spekulationen in den Kommentaren freien Lauf.

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal,
Leon von ChronoRestore

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3 Kommentare
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Claus
17 Tage zurück

Ist aber offenbar kein Jahres- oder gat ewiger Kalender, sondern muss zweimonatlich manuell angepasst werden.
Oder haette ich da etwas uebersehen/ueberlesen?

Leon von ChronoRestore
16 Tage zurück
Antworten...  Claus

Hey Claus,

nein, da hast du recht, es ist eine normale Dtumschaltung, die alle zwei Monate angepasst werden muss indem man den 31. überspringt. 🙂

VG Leon

Konrad
27 Tage zurück

Leon,
es hat Spaß gemacht, Deinen Post zu lesen. Die Mechanik der Rolex-Großdatum Lösung ist in der Tat sehr komplex und faßzinierend. Bei einer tatsächlichen Umsetzung dürften die extrem geringen Toleranzen der Bauteile und das exakt gleichzeitige Auslösen des Datumswechsels für beide Datumsscheiben die entscheidenden Punkte sein.
Offen gesagt halte ich den Aufwand, der getrieben wird um um einen Trennsteg oder eine gekrümmte Grenze zwischen der Einer- und der Zehneranzeige zu vermeiden, für maßlos übertrieben.In meinen Augen ist das Rolex Patent ein typischer Fall von „over engeneering“ oder „mit Kanonen auf Spatzen schießen“. Persönlich stört mich weden der Trennsteg von Lange, noch die gekrümmte Trennlinie von Glashütte Original und auch mit der „Cyclops Warze“ kann ich gut leben, solange ich nur das Datum ohne Brille ablesen kann.
Wenn das beschriebene Patent wirklich umgesetzt wird, kann ich es mir bei Rolex eigentlich nur in der 1908 und in keinem Fall bei der Explorer II oder der Submariner vorstellen, in der Land-Dweller nur dann, wenn die Stundenziffern 6 und 9 durch einfache Strichindexe ersetzt werden.