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Am 1. Juli 2020 überraschte Tudor mit einer Neuheit, mit der aufgrund der Corona-Pandemie kaum jemand gerechnet hatte. Okay okay, eine wirkliche Neuheit ist die Tudor Black Bay Fifty-Eight (auch bekannt als Tudor Black Bay 58 bzw. kurz BB58) natürlich nicht, denn diese kam bereits 2018 als kleiner dimensionierte Alternative (39 mm Durchmesser und deutlich flacher) zur „normalen“, 2012 lancierten Tudor Black Bay Heritage-Reihe auf den Markt. Neu an der frischgebackenen Black Bay 58 ist tatsächlich nur die Farbe: „Navy Blue„, gepaart mit weißgoldenen Zeigern und Indizes. Und zurecht darf man fragen, ob das „Born to Dare“ ist… 😉

Drauf gepfiffen, denken sich offenbar die meisten Uhrenfreunde: Direkt nach der Lancierung der Tudor Black Bay 58 Blue gab es einen durchaus beachtlichen Ansturm auf das neue Modell, der Wartezeiten bzw. Wartelisten verursacht hat, die man eigentlich nur vom Mutterhaus Rolex kennt. Na gut, ganz so miserabel wie bei Rolex ist die Verfügbarkeit nicht, die Preise für sofort erwerbbare Modelle bei den bekannten Online-Händlern bewegen sich daher noch in einem humanen Rahmen. Mit viel Glück kann man auch eine direkt beim Konzessionär kaufen.

In diesem ausführlichen Test blicken wir zunächst auf die historische Herkunft der Tudor Black Bay 58 bzw. den Zusammenhang mit der Tudor Submariner. Anschließend beleuchten wir die qualitativen Aspekte der neuen Tudor Black Bay 58 Blue. Auch ein direkter Vergleich mit der Rolex Submariner darf dabei nicht fehlen – ist die Tudor BB58 eine echte Alternative zu dem Diver-Klassiker?

Eckdaten der Tudor Black Bay 58 Blue (M79030B-0001) *:

  • Wasserdicht bis 20 bar / 200 Meter (zum Tauchen geeignet)
  • Satiniertes und poliertes Edelstahlgehäuse 39 mm, Höhe 12 mm, Horn-zu-Horn 47 mm
  • Gewicht ca. 145 Gramm (am Stahlband)
  • Zeiger und Indizes weißgold-beschichtet
  • Einseitig drehbare Lünette in Edelstahl mit Zahlenscheibe aus mattblau eloxiertem Aluminium
  • Automatik-Kaliber MT5402 (COSC-zertifiziert), 28800 bph, Silizium-Spiralfeder, Gangreserve 70 Stunden
  • Fünfjährige, übertragbare Garantie ohne Registrierung oder vorgeschriebene regelmäßige Wartung
  • Listenpreis: 3140€ am Leder- bzw. Textilband, 3430€ am Stahlband
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Die Ursprünge der Tudor Black Bay 58 Blue (BB58)

Die Verbindung von Tudor zu Rolex ist heute alles andere als ein Geheimnis. Der Rolex-Tochter haftete allerdings lange Zeit das Image an, nur ein Rolex-Abklatsch zu sein. Hier und da liest man auch heute noch süffisante Sprüche wie „Poor man’s Rolex“.

Das hat vor allem historische Gründe, denn die im Jahre 1926 initiierte und unter der Führung von Rolex-Gründer Hans Wilsdorf nach dem Zweiten Weltkrieg in Schwung gebrachte Marke, sollte damals einfach nur eine günstige Alternative zu Rolex sein – nicht mehr und nicht weniger. Entsprechend nah bewegten sich die Tudor-Modelle – optisch wie technisch – an denen von Rolex. Eine der wenigen Ausnahmen ist das 1957 lancierte Modell Advisor mit mechanischer Wecker-Funktion.

Der Durchbruch der Marke Tudor gelang mit Taucheruhren – kein Wunder, denn die Tochter durfte sich bei den Technologien des Mutterhauses bedienen, allen voran das zweiteilige Oyster-Gehäuse, welches ein wesentlicher Baustein in der Erfolgsgeschichte der Rolex-Taucheruhren war. Später kamen Tudor-Diver außerdem – genau wie die Rolex Submariner – mit Triplock-Krone.

Im Jahre 1954, nur ein Jahr nachdem die allererste Rolex Submariner mit damals mehr als ordentlichen 10 bar Wasserdichtigkeit auf den Markt kam, stellte auch Tudor eine Taucheruhr unter dem Namen Oyster Prince Submariner Referenz 7922 vor. Besonders kreativ war es sicherlich nicht, der ersten Tudor-Taucheruhr fast dieselbe Optik und auch denselben Namen wie das Vorbild aus dem Hause Rolex zu verpassen. Die Strategie ging aber auf: Die Rolex Submariner sorgte für Aufsehen in der Uhrenbranche, war mit 150 US-Dollar (heute ca. 750 US-Dollar) für damalige Verhältnisse aber nicht grade erschwinglich. Der Erfolg der Rolex Submariner strahlte aber schnell auf die deutlich günstigere Tudor Submariner 7922 aus, die ebenfalls – dank Oyster-Gehäuse samt verschraubtem Boden und verschraubter Krone – mit 10 bar Wasserdichtigkeit kam und daher eine günstige und ebenbürtig-zuverlässige Alternative darstellte.

Der einzige Nachteil der Tudor Submariner war, dass keine Rolex-Manufakturkaliber, sondern nicht-Chronometer-zertifizierte Standard-Kaliber von Lieferanten wie ETA zum Einsatz kamen. Vielen Kunden, darunter auch diversen Militäreinheiten, war das aber schnurzpiepegal: Die Tudor Oyster Prince Submariner 7928 mit spitz zulaufendem Kronenschutz beispielsweise war ab 1964 fester Bestandteil der Ausrüstung der Tauchereinheiten der US Navy. Später wurde die Tudor Oyster Prince Submariner 9401 außerdem an die Truppen der französischen Marine Nationale ausgeliefert.

Ein Meilenstein war auch die 1958 auf den Markt gebrachte Tudor Submariner 7924, die erstmalig mit mehr als ordentlichen 20 bar Wasserdichtigkeit kam. Der Spitzname: „Big Crown“, in Anlehnung an die immerhin 8 mm große, griffige Krone (gegenüber 5 mm kleinen Kronen vorheriger Modelle).

Auch heute noch ist Tudor* als günstigere Alternative zu Rolex platziert. Die Tochtermarke grenzt sich aber nunmehr mit einem klaren Retro-Schwerpunkt vom Mutterhaus ab. Insbesondere mit der 2012 lancierten, recht eigenständigen Black Bay-Reihe konnte Tudor einen großen Schritt aus dem Schatten der Mutter machen. Der kleinere Black Bay-Ableger, die Tudor Black Bay 58 wurde dabei 2018 lanciert – zum 60-jährigen Jubiläum der Tudor Big Crown-Submariner aus dem Jahre 1958. Und spätestens jetzt sollte klar sein, dass die Tudor Black Bay (58) der geistige Nachfolger der Tudor Submariner ist…

Tudor Black Bay 58 heute – die neue BB58 Blue

Anders als die allerersten Tudor Submariner-Modelle der 50er Jahre, die sich optisch extrem nah an der Rolex Submariner bewegt haben, ist die heutige Black Bay-Reihe von einer gewissen Eigenständigkeit geprägt. Das liegt beispielsweise an dem charakteristischen, sogenannten Snowflake-Zeiger, der erstmalig bei der Tudor Submariner im Jahre 1969 zum Einsatz kamen und durch die quadratische Spitze an eine Schneeflocke erinnern (okay, etwas Fantasie braucht man schon 😉 ). Damals waren auch die Indizes, optisch passend zu den Snowflake-Zeigern, quadratisch. Das ist bei der Neuauflage in Form der Black Bay 58 aber nicht so – es kommen klassische Rund-Indizes zum Einsatz (die quadratischen Indizes sind der Tudor Pelagos vorbehalten).

Die Tudor Black Bay 58 Blue wirkt durch die reinweiße Leuchtfarbe auf den Zeigern und Indizes in Verbindung mit den weißgold-beschichteten Zeigern und Indizes sowie dem Blauton („Navy Blue“) sehr kühl, fast schon etwas nüchtern. Sie unterscheidet sich dadurch wesentlich von der schwarzen Tudor Black Bay 58, die mit ihren gold-Tönen (Zeiger, Indizes, Drucke, Lünette) einen deutlich ausgeprägteren, „warmen“ Retro-Charakter mitbringt. Dennoch passt auch das am Rand gewölbte Retro-Saphirglas ganz wunderbar zur Tudor Black Bay 58 Blue.

Insbesondere die Gehäuseverarbeitung der Tudor Black Bay 58 ist erste Sahne: die Satinierung der Hörner ist zwar merkbar gröber als bei der Rolex Submariner, das passt aber gut zum Retro-Thema des Modells (der Schliff erinnert an den sogenannten Bexley-Schliff, der von der britischen Rolex-Niederlassung in Bexley an Rolex Vintage-Uhren beispielsweise im Zuge von Gehäuseaufarbeitungen angebracht wurde). Die fein polierte Flanke steht im schönen Kontrast zur Satinierung.

Schönes Detail: Die reliefartige Rose auf der griffigen Krone der Tudor Black Bay 58 erinnert an das ursprüngliche Marken-Logo, das erstmals in den 1930er Jahren eingeführt wurde und an das Symbol des englischen Königshauses Tudor angelehnt ist.

Als Hommage an die Anfangsjahre von Tudor war die Rose früher auch als Logo auf der ersten Black Bay Heritage (2012) aufgebracht. Seit der Tudor Submariner aus dem Jahre 1969 verewigt der Genfer Hersteller allerdings eigentlich nur noch das Wappenschild als Logo auf dem Zifferblatt – so auch bei der Black Bay 58.

Die Drucke auf dem Zifferblatt zeigen sich auch bei Nahaufnahmen makellos.

An zwei Stellen muss die Tudor Black Bay 58 Blue einen gewissen Respektabstand zur Rolex Submariner belassen: Das Lünetten-Inlay der Tudor BB58 ist nicht aus Keramik, sondern aus eloxiertem Aluminium, welches naturgemäß deutlich anfälliger für Kratzer ist. Der Einsatz einer Aluminium-Lünette ist eher unüblich in dieser Preisklasse, wenngleich man wohlwollend anmerken kann, dass diese den Retro-Charakter des Modells noch einen Tick besser unterstreicht (vor allem im Vergleich zu den Bling-Bling-Cerachrom-Lünetten von Rolex Submariner & Co.).

Die 60-Minuten-Graduierung, die Ziffern und die zentrale Lünettenmarkierung sind, ganz wie beim Zifferblatt, reinweiß gehalten und obendrein versilbert. Die Lünette macht in der Summe einen hochwertigen Eindruck – sowohl optisch als auch technisch (das Rasten der Lünette beim Drehen ist sehr satt, knackig und hochpräzise). Und dennoch darf man kritisch fragen, warum Tudor der Black Bay 58 keine matte (!) Keramiklünette spendiert hat.

Auch die Schließe der Tudor Black Bay 58 Blue hat längst nicht so viel Liebe abbekommen: Uhrenfreunde, welche den genialen Glidelock-Schnelleinstellungsmechanismus ihrer Rolex Submariner ins Herz geschlossen haben, werden von der eher einfach gestrickten Faltschließe der Tudor Black Bay 58 Blue enttäuscht sein. Immerhin gibt’s eine in die Schließe integriert dreistufige Feineinstellung, für die man aber mit einem Werkzeug in den entsprechenden Löchern rumpopeln muss (was in Anbetracht der hochglanzpolierten Seite schnell mal für hässlicher Kratzer sorgt – am besten man hält gleich eine Tube Cape Cod zum Polieren bereit 😉 ). So richtig ist es nicht nachvollziehbar, warum Tudor hier auf eine so altbackene Lösung setzt, denn selbst kleine Uhrenhersteller wie Formex kriegen werkzeuglose Feineinstellungsmechanismen mittlerweile in deutlich günstigeren Modellen umgesetzt (siehe Formex REEF Taucheruhr).

Das Stahlband der Tudor Black Bay 58 Blue ist optisch und haptisch tip top. Auch die häufig kritisierten, funktional völlig sinnbefreiten „Nieten“ an der Seite des Bandes, gefallen mir gut – endlich mal etwas Abwechslung vom fast schon ubiquitären Band im schlichten Oyster-Stil, welches man noch und nöcher an Taucheruhren findet (nicht nur von Rolex). Die Nieten sind übrigens eine Hommage an die Stahlbänder, die Tudor in den 50er und 60er Jahren eingesetzt hat.

Tudor und die Kenissi SA

In der Tudor Black Bay 58 Blue tickt das Automatik-Kaliber MT5402 aus quasi-eigenem Hause: Tudor hat die Uhrwerkeproduktion vor wenigen Jahren in die Kenissi SA ausgegliedert, um sich unabhängig von den Lieferungen der Swatch Group bzw. ETA zu machen – sicherlich keine schlechte Idee mit Blick auf den Hickhack zwischen der WEKO und ETA.

Das Kaliber MT5402 der Tudor Black Bay 58

Kenissi sitzt in unmittelbarer Nachbarschaft des Rolex-Mutterhauses in Genf – zumindest noch: Der Uhrwerkeproduzent soll 2021 in das rund 150 km weiter nördliche Le Locle umziehen, wo derzeit unter dem mysteriösen Codenamen Projekt Gemini (lat. für „Zwillinge“) eine rund 150 Meter lange Fabrik gebaut wird. Die Hälfte des Gebäudes sei laut der Schweizer Tageszeitung Le Temps für Kenissi und die andere Hälfte für Tudor reserviert. Häuptling von Kenissi ist ein bekannter Name: Jean-Paul Girardin, ehemaliger Vice President von Breitling.

Mit kleinen Brötchen gibt sich Tudor offenbar nicht zufrieden: Wie Le Temps Anfang 2019 berichtete, ist die Kenissi SA der “industrielle Arm von Tudor” – entsprechend kommen die Kenissi-Kaliber nicht nur in den rund 200.000 jährlich produzierten Tudor-Uhren zum Einsatz, sondern auch bei anderen Herstellern, die nicht zur Rolex-Gruppe gehören. Denn auch bei Tudor bzw. Kenissi kennt man das Einmaleins der Betriebswirtschaftslehre: Höhere Produktionsmenge = Kostenvorteile durch die sogenannte Stückkostendegression. Und Kostenvorteile bedeuten letztendlich mehr Cash in de Täsch 😉 .

Ein Beispiel ist die Uhren-Sparte von Chanel, die sich für rund 20 Millionen Franken mit 20% Anteil bei Kenissi „eingekauft“ hat. Nun kann man sich natürlich fragen, warum Kenissi freiwillig Anteile abgibt – denn das Portemonnaie des Mutterhauses Rolex ist prallgefüllt. Nötig hat man die 20 Millionen Franken vermutlich nicht. Vielmehr gehe ich davon aus, dass bei Kenissi die Produktion möglichst schnell in industriellem Maße hochgefahren werden soll – und dafür braucht es nun mal konkrete Bestellungen. Dafür sprechen auch die Liefervereinbarungen mit Fortis (z.B. das „WERK13“ in der Flieger F-43 Triple-GMT) oder der unabhängigen Schweizer Jungmarke Norqain (Kaliber NN20). Auch Breitling wurde bereits 2017 mit dem Chronographenkaliber MT5813 beliefert.

Das Kaliber MT5402 der Tudor Black Bay 58 Blue

Gegenüber dem Tudor-Manufakturkaliber MT5602 (und dem MT5652, welches in der Tudor Black Bay GMT zum Einsatz kommt), ist das MT5402 in der Tudor Black Bay 58 Blue deutlich flacher (6,5 mm vs. 4,99 mm). Dadurch ist auch die Gehäusehöhe der Tudor Black Bay 58 mit 11,9 mm angenehm flach, was sehr auf den Tragekomfort einzahlt. Zum Vergleich: Die „große Schwester“ Tudor Black Bay Heritage mit 41 Durchmesser baut wuchtige 15 mm hoch, die Rolex Submariner 114060 nur 12,5 mm. Man darf zurecht fragen, warum nicht auch die Tudor Black Bay Heritage (41) mm mit dem flacheren MT5402 kommt…

Die flachere Bauweise ist aber auch bitter nötig mit Blick auf den Durchmesser von nur 39 mm (Horn-zu-Horn 47 mm) – würde die Black Bay 58 ebenso hoch bauen wie die Black Bay Heritage, würde sie extrem pummelig aussehen und dazu neigen zur Seite zu purzeln (vor allem am Stahlband). Dank der flachen Bauweise ist der Tragekomfort der Black Bay 58 ganz hervorragend und grundsätzlich auf demselben hohen Niveau wie bei der Rolex Submariner (vom fehlenden Schnelleinstellungsmechanismus der Schließe mal abgesehen, siehe oben).

In der Summe wirkt die Tudor Black Bay 58 meiner Meinung nach zwar etwas größer als es die 39 mm Durchmesser vermuten lassen, sie dürfte aber an den meisten Handgelenken mit einem schmaleren Umfang von rund 17 bis 18 cm perfekt passen (an meinem 19 cm-Handgelenk wirkt sie einen Tick zu klein). Erwähnenswert ist auch, dass die BB58 – aufgrund der Gehäuseform und des fehlenden Kronenschutzes – kleiner als die Rolex Submariner 114060 wirkt.

Rolex Submariner 114060 vs. Tudor Black Bay 58 Blue
„On the wrist“: Für meinen Handgelenkumfang von rund 19 cm einen Tick zu klein – die Tudor BB58

Aber zurück zum Kaliber MT5402, denn dieses bringt zwei große Vorteile gegenüber den ETA-Standardkalibern mit, die Tudor noch in den ersten Black Bay-Modellen verbaut hat: Es kommt mit satten 70 Stunden Gangreserve (gegenüber rund 40 Stunden beim ETA 2824) und ist dank einer Unruhspiralfeder aus Silizium unempfindlich gegenüber Magnetismus (mehr über das Entmagnetisieren von Uhren hier).

Auch eine COSC- bzw. Chronometer-Zertifizierung ist bei Tudor Standard – das dürfte Freunde einer hohen Ganggenauigkeit freuen: Konkret darf die Gangabweichung von mechanischen Uhrwerken gemäß Chronometer-Norm maximal -4 bis +6 Sekunden betragen. Satte 15 Tage werden die Werke in fünf Lagen und bei drei verschiedenen Temperaturen von der Schweizer COSC getestet.

Schade: Tudor versteckt das durchaus ansehnliche Kaliber MT5402 leider hinter einem schlichten, verschraubten Stahlboden – hier lässt Tudor meiner Meinung nach eine kleine, aber feine Möglichkeit liegen, um sich noch etwas mehr von den Taucheruhren des Mutterhaus zu differenzieren.

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Fazit zur Tudor Black Bay 58 Blue (BB58)

Eine besonders aufregende Neuheit ist die Tudor Black Bay 58 Blue wahrlich nicht – das muss sie aber auch gar nicht sein: Das Mutterhaus Rolex beweist schon seit vielen Jahren, dass eine behutsame und „ruhige“ Pflege erfolgreicher Modellreihen von weitaus nachhaltigerem Erfolg gekrönt ist als die inflationäre Limited Edition-Strategie der Konkurrenz (Omega, TAG Heuer & Co. lassen grüßen).

Der größte Vorteil an der Tudor Black Bay 58 gegenüber der Tudor Black Bay Heritage ist sicherlich die deutlich flachere Bauweise: Auf Dauer kann die pummelige Bauweise der Tudor Black Bay Heritage (und auch der Tudor Black Bay GMT) aus eigener Erfahrung ganz schön nerven. Im direkten Vergleich ist die BB58 ein echtes Komfortwunder und wirkt deutlich filigraner.

In der Summe ist die Tudor Black Bay 58 Blue aus Preis-Leistungs-Sicht ohne Zweifel eine gute Taucheruhr, wenngleich das Fehlen einer (matten) Keramik-Lünette und die etwas altbacken wirkende Schließe nicht wirklich nachvollziehbar sind. Darüber hinaus – so ehrlich müssen selbst eingefleischte Markenfans sein – profitiert Tudor nach wie vor von der Image-Strahlkraft der Muttermarke, deren beliebteste Modelle wie die Rolex Submariner mittlerweile absurd lange Wartezeiten haben und mit entsprechenden Preisaufschlägen (z.B. auf dem Gebrauchtmarkt) gehandelt werden. In dem Sinne ist die Tudor Black Bay 58 definitiv eine (obendrein deutlich günstigere und ebenfalls sehr wertstabile) Understatement-Alternative für die Rolex Submariner.

* Hinweis / Reklame
Die Tudor Black Bay 58 wurde für diesen Test von Horando zur Verfügung gestellt und anschließend zurückgesendet.

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Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb kurzer Zeit, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Ralf-Peter B.

    Die BB58 hat ein auffälliges Manko, dass Gehäuse bekommt schon Kratzer durch das Ablegen der Uhr. Komisch, bei allen Uhren die ich so habe, ob von Sinn, Certina, Seiko u.s.w. gibts keine Schlieren an den Gehäuseflanken nur durch das Ablegen zur Nacht. Wenn ich mich nicht irre, wirbt nicht nur Rolex sondern auch Tudor damit wie kratzfest ihre Gehäuse sind. Unabhängig davon sollte eine Uhr in dieser Preisklasse, übertrieben gesagt, nicht schon durch das bloße anschauen solch ein Manko aufweisen. Das bekommen sogar Uhren im dreistelligen Preisbereich besser hin. Ansonsten möchte ich meine BB58 aber nicht missen. Sie sieht in Schwarz-Gold schon toll aus. Leider mußte ich nach anderthalb Jahren sie auf Garantie zum Konzi schicken, weil sie ohne ersichtlichen Grund eine Gangabeichung von -10sek./24h aufwies. Hoffentlich muß ich nicht Monate auf meine BB58 warten.

    1. Mario

      Hi Ralf-Peter, der 904L Edelstahl, den Rolex einsetzt, ist eigentlich nicht härter als „normaler“ Edelstahl. Der Knackpunkt sind die auf Hochglanz polierten Flächen. Die ziehen erfahrungsgemäß Kratzer an wie nochwas…

  2. Dlanor Lepov

    Muss jeder selbst wissen, was er mit seinem Geld macht. Aber von San Martin gibt es ein baugleiches Modell mit Schweizer Werk und Keramiklünette für 460 USD (Modell Nr. SN0008-G).
    Dass mechanische Armbanduhren langfristig eine gute Kapitalanlage sind, bezweifele ich. Die Generation, die solchen Produkten noch Wert beimisst, stirbt doch gerade aus.

    1. Michael

      Ja, wenn du auf Hommagen stehst dann hast du zu 100% recht. Ich mag diese Typ von Uhren nicht, für mich persönlich sind das Fälschungen . Dann kauf ich mir lieber eine Orient, Seiko oder … die sind noch günstiger und haben ihren eigenen Stil.

    2. Chrifi

      Zumindest chinesische HommageUhren sollten nicht als Kapitalanlage genutzt werden…

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