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Die Jahreszahl 1925 ist fester Bestandteil des “großen”, roten Laco-Logos – und man braucht keinen Rechenschieber aus den Keller zu holen, um festzustellen, dass das 100-jährige Jubiläum des Pforzheimer Uhrenherstellers nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt.

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2025, also in rund zwei Jahren, ist es soweit – und um früh in Feierlaune zu kommen, hat Laco schon 2020 im Rahmen der “Mission 2025” damit angefangen, einmal pro Jahr limitierte Modelle zu lancieren (eine Art Uhren-Vorglühen sozusagen).

Den Anfang machte die Edition 95 – eine auf 95 Stück limitierte blaue Variante der (heute nicht mehr erhältlichen) Laco Marine-Uhren Bremerhaven und Cuxhaven. Die ein Jahr später herausgebrachte Edition 96 wiederum war eine auf 96 Stück limitierte schwarze Variante der Laco “Skorpion” Einsatzuhr, die erst kürzlich in einer kleineren, 39mm-Variante auf den Markt kam. Beide Editions-Modelle waren (und das verwundert nicht wirklich) innerhalb kurzer Zeit ausverkauft.

Nach Adam Riese (und wenn ich mich nicht verzählt habe) folgen noch die Editionen 97, 98 und 99 – alle fünf Modelle sollen dann 2025 in einer Sammlerbox Platz finden. Die Edition 97 ist seit dem 9. Dezember 2022 bei Laco erhältlich – eine waschechte Retro-Beobachtungsuhr mit B-Muster-Zifferblatt im Bronze-Gewand

Laco Edition 97 Mission 2025 Test 16
Laco Edition 97 Mission 2025 Test 5 1

Laco Edition 97 Bronze-Beobachtungsuhr

Mit der Edition 97 legt Laco nun das dritte von insgesamt fünf Modellen auf – und das ist eine klassische Fliegeruhr, die ganz im Zeichen der Geschichte der Pforzheimer steht: Laco wurde 1925 von Frieda Lacher und Ludwig Hummel aufgrund der stark ansteigenden Nachfrage nach Bordinstrumenten und Fliegeruhren gegründet. Kein Zufall also, dass Laco unter Uhrenfreunden vor allem für Dreizeiger-Fliegeruhren mit klassischen Zifferblättern bekannt ist.

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Laco in den Nachkriegsjahren

Die Edition 97 ist eine sogenannte Beobachtungsuhr mit B-Muster-Zifferblatt, also einem Zifferblatt mit charakteristischer Aufteilung der Minuten-Ziffern samt “fetter” Minutenindizes außen und der Stunden-Ziffern in einem innenliegenden Ring. Auf “12 Uhr” sorgt ein großer Pfeil für Orientierung auf dem perfekt ablesbaren Zifferblatt.

Beobachtungsuhren von Herstellern wie Laco wurden in den 1940ern in Ermangelung moderner Techniken wie GPS zur Unterstützung der Navigation eingesetzt. Diese wurden von Navigatoren getragen, um in Kombination mit einem Libellenoktanten Standortbestimmungen vorzunehmen und beispielsweise zu checken, ob man sich noch auf der vorbereiteten Route laut Luftnavigationskarte befand (vor allem mit Blick auf die Tankanzeige natürlich überaus wichtig). Dabei dienten insbesondere Sterne und Sonne als Anhaltspunkt (für Detailinteressierte empfehle ich einen Blick in das originale 40er Jahre-Dokument, den Leitfaden der Flugnavigation – Angewandte Navigation; mehr dazu auch im Test der Laco München).

Laco Edition 97 Mission 2025 Test 6

Die Edition 97 ist dabei voll auf retro getrimmt: Die Indexe und die thermisch gebläuten Zeiger sind mit Super-LumiNova in der bräunlichen Farbe Old Radium belegt, um die vor Jahrzehnten zum Einsatz kommenden Radium-haltigen Leuchtfarben, die über die Jahre braun wurden, nachzuahmen. Anders als das früher zum Einsatz kommende Radium, ist Old Radium natürlich nicht radioaktiv und schon gar nicht gesundheitsgefährlich.

Auch die Ziffern sind teilweise mit Super-LumiNova Old Radium belegt. Warum teilweise? Nun, wer sich originale Laco-Beobachtungsuhren aus den 40er Jahren anschaut, wird feststellen, dass auch auch bei diesen nur jede zweite Ziffer mit Radium belegt war – gut zu erkennen an der Braunfärbung (siehe beispielsweise hier).

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Bronze-Uhren findet man derzeit (leider) nicht im Laco-Sortiment. Jedenfalls nicht mehr: Schon vor ein paar Jahren hat Laco Bronze-Fliegeruhren geführt, mittlerweile sind diese aber nicht mehr im Sortiment. Die Modelle Saarbrücken, Westerland (A-Musster), Friedrichshafen und Dortmund (B-Muster) kamen dabei mit einem Gehäusedurchmesser von stattlichen 45 mm – der Durchmesser passt zwar sehr gut zu einer Beobachtungsuhr, die damals in den 1940ern sogar mit einem XXXL-Durchmesser von 55 mm kam (da diese oftmals sitzend am Bein (!) getragen wurde) – aber selbst “nur” 45 mm sind eher was für Uhrenfreunde mit größeren Handgelenkumfängen. In dem Sinne ist es erfreulich, dass Laco den Durchmesser auf deutlich kleinere, aber immer noch zeitgemäße 42 mm Durchmesser reduziert hat.

Mehr: Die richtige Uhrengröße für jeden Handgelenk-Umfang

Das Gehäuse der Edition 97 wird durch eine klassische, vergleichsweise große, zwiebelförmige Flieger-Krone mit eingefräster „97“-Gravur sowie eine Fl 23883-Gravur an der Gehäuseflanke abgerundet – letztere Gravur kam in dieser Form auch bei den 40er-Jahre-Beobachtungsuhren aufgrund des gleichnamigen RLM-Anforderungskataloges (Reichsluftfahrtministerium), der haargenaue Vorgaben zur Herstellung von Beobachtungsuhren machte, zum Einsatz.

Auch der Gehäuseboden der Edition 97, der zwecks der Vermeidung von Bronze-Verfärbungen auf der Haut aus Edelstahl ist, kommt mit originalgetreuen Gravuren der damaligen Zeit.

Das matt-khakigrüne Zifferblatt passt farblich ganz hervorragend zum Bronze-Gehäuse, vor allem, wenn die Bronze erst mal anfängt Patina anzusetzen. Bronze nämlich ist eine Kupfer-Zinn-Legierung, deren Kupferanteil „lebendig“ ist und unter atmosphärischen Bedingungen eine stabile Schutzschicht ausbildet – und zwar durch Einwirkung von Sauerstoff. Das Resultat: Der metallische Glanz der Bronze verschwindet im Laufe der Monate und Jahre und die charakteristische, grünlich-braune Dunkelfärbung der Bronze setzt sich durch – die sogenannte Patina. Und die trägt im Laufe der Zeit wesentlich zum Retro-Charakter der Edition 97 bei.

Patina entwickelt mit der Zeit aber nicht nur eine besondere Optik, sie erfüllt auch noch einen ganz praktischen Zweck: Sie dient wie eine beständige „Schutzhaut“, die vor weiterer Korrosion schützt. Dadurch werden auch oberflächliche Kratzer ein Stück weit überdeckt.

Mehr: Ausprobiert: Turbo-Patina für Bronze-Uhren mit Hausmitteln erzeugen – und wieder reinigen

An Bord der Laco Edition 97 tickt solide Schweizer Kost: Hinter dem Automatik-Kaliber mit der Laco-internen Bezeichnung Laco 200 verbirgt sich (wenig überraschend) das Schweizer Sellita SW200-1 mit 28.800 bph in der höheren Qualitätsstufe Elaboré (7 ±7 s/d).

Schön und durchdacht, so wie man es sich von einer Jubiläums-Limited Edition wünscht: Neben einem farblich passenden, praktischen grünen Reiseetui, kommt die Laco Edition 97 – genau wie die vorherigen Editionen – mit einem hochwertigen, farblich auf die Uhr abgestimmten Sammler-Pin.

Eckdaten Laco Edition 97 (Ref. 862160):

  • Kaliber Laco 200 (Sellita SW200 (Elaboré))
  • Stunde und Minute thermisch gebläut, alle Zeiger mit Super-LumiNova® Old Radium
  • Zahlen und Indexe teilweise mit Leuchtmasse Super-LumiNova® Old Radium belegt,
  • Gehäuse aus Bronze (CuSn8), sandgestrahlt
  • matt-dunkelgrünes Zifferblatt
  • Durchmesser 42 mm
  • Höhe 13 mm
  • Horn-zu-Horn: 50 mm
  • Gewicht: ca. 92,0 g
  • Bandanstoß 20 mm, wasserdicht bis 10 ATM
  • doppelt gewölbtes, innen entspiegeltes Saphirglas,
  • seitliche Markierung FL23883,
  • Boden aus Edelstahl mit B-Uhr Markierung,
  • Krone wie Beobachtungsuhr mit erhabener „97“,
  • Gravur mit Limitierungsnummer auf dem Boden
  • Braunes, zweiteiliges Kalbslederband mit heller Naht, Vintageoptik, 2 messingfarbene Nieten pro Bandseite, 20 mm Breite, Schließe aus Bronze mit Laco Logo
  • Grünes Geschenketui mit passendem Umkarton, inklusive limitiertem Pin und Echtheitszertifikat
  • Listenpreis: 1.490€, direkt bei laco.de

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8 Kommentare
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THOR
7 Monate zurück

Eine Frage noch die trotz “KI-Google”unbeantwortet blieb!
…Welche Bedeutung hat eigentlich das Kleine Loch im Gegengewicht des Sekundenzeigers!
(Die Fa.DEKLA konnte mir die Frage ebenfalls nicht beantworten!)
…Für eine sehr selten erscheinende Antwort wäre ich sehr dankbar! 😉
mfG
THOR

THOR
7 Monate zurück
Antworten...  Mario

Danke Mario! 😉
Leon???…Der Profi???
Den kenn ich nicht! 🙁
LG
THOR

THOR
7 Monate zurück
Antworten...  Mario

😉

THOR
7 Monate zurück

Hallo Mario,
Patina entwickelt sich bei”sand/perlgestrahlten Gehäuse sehr spärlich und nicht so schön!
Die Krone würde mich irretieren,da es so ausschaut:”Als hätte man beim Stellen der Uhr
vergessen die Krone wieder hereinzudrücken!” ;-(
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen,das bei “kompletter Old-Radium Bedruckung,
die Ablesbarkeit am Tag drunter leidet!
Bei der “Bicolor-Variante”(ungrade Ziffern ohne Leuchtmasse/Weiss),ist
die Ablesbarkeit deutlich besser! 😉
LG
THOR

Thomas
1 Jahr zurück

Hallo Mario!
Sehr guter und gründlich recherchierter Artikel über die Laco Fliegeruhren. Besonders interessant auch das orginale Handbuch über Flugnavigation!
Es soll dies in keinster Weise ein Vorwurf sein, aber bei aller Freude eine solche Uhren heute als Schmuck zu tragen, sollten wir dabei auch immer wieder an die Menschen denken, die damals ihr Leben in dem sinnlosen Weltkrieg verloren haben.

THOR
7 Monate zurück
Antworten...  Thomas

Zitat:sollten wir dabei auch immer wieder an die Menschen denken, die damals ihr Leben in dem sinnlosen Weltkrieg verloren haben.
Antwort:Lieber Herr Thomas,
…Leider haben die Menschen NICHTS daraus gelernt!!! 🙁
Siehe aktuelle Situation!
Ohne”Gott“,gäbe es vielleicht auch keine Kriege!?!
Danke für Ihren empathischen Kommentar!
LG
THOR