Uhrenarmbänder Sommer Orange

Welches Uhrenarmband eignet sich für heiße Sommer-Tage?

Im letzten Sommerurlaub hatte ich die „grandiose“ Idee, eine Uhr am Lederband Gassi zu tragen. Da ich dieses regelmäßig bei gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit durchgeschwitzt habe, ist aus dem Armband nach ziemlich kurzer Zeit dieser jämmerliche und nicht besonders lecker riechende Fetzen Leder geworden:

Lederband Schweiß

Lederbänder sind also an heißen Sommer-Tagen sicherlich keine besonders tolle Idee, da insbesondere Auswaschen mit Standard-Seife nicht empfehlenswert ist – das Band trocknet aus und ohne Behandlung mit Lederfett wird es schnell spröde und brüchig (bei offenporigem Leder wie z.B. Nubuk-Leder ist übrigens selbst Lederfett überhaupt nicht zu empfehlen).

Am ehesten empfiehlt sich noch der Einsatz von Sattelseife, welche eine milde Seife und pflegendes Fett kombiniert. Am besten eignet sich Sattelseife für Glattleder…

Die allerbeste Alternative ist aber sicherlich einfach auf andere Uhrenarmband-Arten auszuweichen, die wasserfest und/oder leicht zu reinigen sind – denn auch ich lerne dazu 😉

Uhr Band für Sommer

 

Textiles Vergnügen: Canvas-Uhrenarmbänder

Als sehr angenehm im Sommer empfinde ich Canvas-Bänder. Canvas besteht aus aus starkem Garn, welches dicht und fest gewebt wird. Normalerweise besteht das Garn aus Naturfasern wie Baumwolle, Hanf oder Leinen, manchmal werden aber auch Chemiefasern wie Polyester beigemischt.

Die Bezeichnung Canvas stammt aus dem Englischen und bezieht sich auf historisches Segeltuch. Optisch besonders lecker finde ich Canvas-Bänder an Militäruhren – es ist sicherlich kein Zufall, dass Militärutensilien wie z.B. Rücksäcke, Gürtel oder Patronengurte häufig aus Canvas hergestellt werden. Insbesondere Sand- oder Grün-Töne passen hervorragend zu Militäruhren wie z.B. Panerai:

Sandfarbenes Canvas Panerai
Panerai 005 an einem sandfarbenen Canvas-Band

Canvas-Bänder können naturgemäß zwar durchaus Wasser bzw. Schweiß aufnehmen, sind aber deutlich leichter zu reinigen als Lederbänder. Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten meiner Meinung nach zum Beispiel die Canvas-Bänder von Miro’s Time: Ab 18€ in verschiedenen Farben ist man dabei. Ich habe zum Beispiel meine Marc & Sons Taucheruhr mit einem Canvas von Miro’s Time in der Farbe orange fit für den Sommer gemacht:

Miros Time oranges Canvas an Marc & Sons Taucheruhr

Aber auch Uhrenarmband-Versand.de bietet viele Canvas-Varianten verschiedenster Hersteller ab ca. 20€. Viele Canvas-Bänder kommen allerdings mit einer Lederunterseite, was ich zumindest im Sommer aus Eingangs genannten Gründen nicht empfehlen würde – schaut euch also vor der Bestellung genau die Produktbilder an.

 

Textilfreie Zone: Kautschuk-Uhrenarmbänder

Kautschuk-Bänder sind ein zweischneidiges Schwert: Zum einen riechen qualitativ minderwertige Kautschukbänder erfahrungsgemäß oftmals nach Chemie und sind sehr unflexibel. Zum anderen sind aber auch geruchsneutrale und weiche Kautschukbänder wie das Breitling Professional III nicht unbedingt die optimale Lösung: Zwar kann sich das Material naturgemäß nicht mit Wasser oder Schweiß vollsaugen und zeigt dadurch keine Abnutzungserscheinungen, allerdings sind insbesondere glatte Kautschukbänder, d.h. Kautschukbänder ohne geriffelte Unterseite, eine glitschig-schweißige Angelegenheit, wie man unschwer an diesem feinen Salzkrüstchen erkennen kann:

Breitling Pro III Kautschuk im Sommer? Breitling Colt Pro III Schweiß

Ein wenig Abhilfe schaffen Uhrenarmbänder mit mehr oder weniger großen Perforationen. Das Breitling Ocean Racer Band hat z.B. auf jeder Seite drei große Löcher…

Breitling Ocean Racer Kautschuk
Breitling Ocean Racer Kautschuk-Band, Bild: Breitling

 

…während das Band der TAG Heuer Connected Modular 45 sehr fein perforiert ist…

Beide Lösungen (grob und fein) sorgen natürlich für etwas Luftzufuhr auf der Haut (von perforierten Bändern aus Leder würde ich im Sommer abraten, da sich diese natürlich auch recht schnell mit Schweiß vollsaugen). Hinzu kommt, dass man Kautschukbänder in aller Regel recht locker tragen kann, was im Sommer auch sehr angenehm ist.

Meine aktuelle Lieblingslösung ist das HIRSCH Performance Band, welches an der Oberseite mit vollnarbigem Kalbsleder und an der Unterseite mit fein-perforiertem und strukturiertem Kautschuk in verschiedenen Farben kommt. Da sogar die Echtleder-Oberseite speziell behandelt wird, ist auch diese Seite des Bandes wasserfest und theoretisch sogar für die Sauna geeignet (auch wenn ich persönlich keinen Sinn darin sehe, eine Uhr in der Sauna zu tragen). An der Mühle-Glashütte Teutonia Sport I zum Beispiel finde ich das HIRSCH Performance-Band optisch und funktional perfekt:

Mit ca. 80€ ist diese Lösung zwar recht teuer, aber meiner Meinung nach eine sinnvolle Option. Tipp: Beim HIRSCH-Händler Olfert habe ich noch einen netten Rabatt auf das Band über den Button „Individuelles Angebot anfordern“ bekommen. So fand dann auch das HIRSCH Performance Robby Band mit Segeltuch-Optik in der Farbe schwarz-blau (z.B. auch erhältlich mit Oberfläche in Carbon- oder Kroko-Optik) den Weg an meine Breitling Colt:

Breitling Hirsch Band blau

 

Zulu- und Nato-Bänder: Der Allrounder

Nato-Bänder sind hinsichtlich Robustheit kaum zu schlagen: Die beliebten Durchzugsbänder bestehen aus synthetisch hergestelltem ballistischem Nylon, welches ursprünglich als Material für kugelsichere Westen (als Kevlar-Vorgänger) im zweiten Weltkrieg entwickelt wurde.

In den 70ern wurden die strapazierfähigen Bänder dann vom NATO-Mitbegründer Großbritannien zur Nutzung an Militäruhren eingeführt – die entsprechende NATO-Lagernummer (NSN 6645-99-124-2986 bzw. 6645-99-527-7059) war der Namensgeber für die Bänder, die auch schon den Weg an James Bonds Arm gefunden haben.

Mehr zur Geschichte des Nato-Bandes:

Enlarge your Watch! Kann man eine Uhr optisch vergrößern?

Nylon ist zwar nicht besonders saugfähig, trocknet dafür aber schnell, und ist auch ansonsten sehr leicht und schmutzabweisend. Kleiner Nachteil: Nato- und Zulu-Bänder sind in der Regel extrem flexibel, weshalb man eine Uhr an solch einem Band nicht sehr „locker“ tragen kann – das wiederum kann die Luftzirkulation möglicherweise verringern.

Nato-Bänder sind vergleichsweise dünn und haben eine recht feine Hardware, was die Bänder perfekt für filigrane Uhren wie die 40 mm große Hamilton Deckwatch macht:

Auch Zulu-Bänder bestehen wie Nato-Bänder aus ballistischem Nylon, sind meistens aber noch etwas dicker und durch diverse massive ovale Ringe recht wuchtig. Ursprünglich wurden die Bänder für’s Profi-Tauchen entwickelt. Sie eignen sich also eher nicht für filigrane Uhren.

WatchBandit Zulu silber grün silver green Laco Faro B-Muster Beobachtungsuhr
Grenzwertig: Die wuchtige Optik eines Zulu-Bandes an der 42mm großen Laco Faro

Das tolle an Nato- und Zulu-Bändern ist, dass diese in etlichen verschiedenen Farb-/Muster-Kombinationen erhältlich sind: Beliebt ist z.B. das schwarz-grau gestreifte Bond-Nato (benannt nach einer Rolex Submariner, die von James Bond persönlich an einem Nato-ähnlichen Band im Film Goldfinger getragen wurde)…

… oder auch sommerlich-frische Farben wie z.B. ein knalliges Orange, welches gut zu schlichten Uhren mit weißem Ziffernblatt passt (z.B. die Marc & Sons MSD-045 Taucheruhr):

Mit einem farblich passenden Nato- oder Zuluband kann man außerdem hervorragend die Farben einer Uhr (Ziffernblatt, Zeiger o.Ä.) aufnehmen:

Watchbandit Anker Armband Anchor Bracelet schwarz black

Nato-Bänder sind mit Preisen ab 10€ bei Miro’s Time (Modell G10) oder ab 15€ bei Watchbandit recht günstig. Watchbandit hat übrigens auch die deutlich gröber strukturierten Perlon-Straps im Angebot, die ebenfalls aus Nylon hergestellt werden…

Die wuchtigeren Zulu-Bänder starten bei 15€ (Miro’s Time) bzw. 20€ (Watchbandit). Insgesamt etwas teurer sind die Nato- und Zulu-Bänder der Marke ZULUDIVER (ab 24€), welche einen sehr guten Ruf genießen.

WatchBandit Nato blau schwarz silber-grau black blue silver-grey

 

El Classico – und was ist mit Stahl?

An besonders heißen Tagen verzichte ich normalerweise auf eine Uhr am Stahlband – der Grund ist simpel: Hochwertig verarbeitete, massive Stahlbänder können das Gewicht einer Uhr deutlich erhöhen, was im Sommer nicht grade für hohen Tragekomfort sorgt. Hinzu kommt, dass Stahlbänder logischerweise deutlich weniger Flexibilität haben als z.B. Textilbänder und mit zunehmenden Temperaturen und dicker werdendem Handgelenkumfang im Laufe des Tages recht unangenehm zu tragen sind.

Abhilfe schaffen aus meiner Sicht eigentlich nur Schließen mit Schnellverstellung, die man bei manchen hochpreisigen Uhren wie z.B. bei der Rolex Submariner oder der Hanhart Tachytele vorfindet.

Hanhart Tachytele Chronograph verstellbare Schließe Clasp Schnellverschluss
In drei Stufen erweiterbar: Das grandios verarbeitete Stahlband der Hanhart Tachytele

Tipp: Auch ein hochwertiges Mesh- bzw. Milanaise-Band trägt sich im Sommer dank der gleichmäßig-weichen Oberfläche recht angenehm – hier ein Mesh von Staib an einer Seiko Turtle:

Seiko Turtle Mesh

Von Geckota gibt es sogar Mesh-Bänder mit verschiedenfarbigen Beschichtungen:

 

 

Habt ihr noch mehr heiße Tipps für Uhrenarmbänder im Sommer? Habt ihr Fragen? Ich freue mich über jeden Kommentar!

2 Gedanken zu “Welches Uhrenarmband eignet sich für heiße Sommer-Tage?”

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