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Auf der Jagd nach Bösewichten ist James Bond 007 meistens ziemlich stilvoll unterwegs. Allerdings leistete sich der berühmteste Geheimagent der Welt aus der Sicht von Uhrennerds einen eklatanten Fauxpas mit seiner Rolex 6538 „Big Crown“ in Goldfinger (1964), der als einer der besten Bond-Streifen überhaupt gilt (unvergesslich die Szene, in welcher der gefesselte 007 durch einen Laserstrahl, der sich immer weiter seinem besten Stück nähert, getötet werden soll – Bond: „Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“. Goldfinger: „Nein, Mister Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben.“)

James Bond Goldfinger Rolex Uhr

Die Rolex 6538 Big Crown am XXS-Band in Goldfinger

Bond hat nicht nur schon viele Frauen, sondern auch Uhren gehabt: Neben seiner aktuellen Uhrenmarke Omega schnallte sich 007 unter anderem auch schon Uhren von Seiko, TAG Heuer und – ganz im Sinne von Ian Fleming, der selbst oft mit einer Explorer 1016 am Arm gesichtet wurde – natürlich Rolex um’s Handgelenk.

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Sean Connery in seiner Paraderolle als James Bond trägt in Jagd auf Dr. No, Liebesgrüße aus Moskau, Goldfinger und Feuerball eine Rolex Submariner „Big Crown“ Ref. 6538, die auch wegen des völlig unpassenden, viel zu schmalen Nylonbandes in den charakteristischen Farben Olivgrün und Dunkelblau mit schmalen burgundroten Streifen bekannt geworden ist.

Das XXS-Band ist vor allem im Bond-Streifen Goldfinger sehr gut zu erkennen, nachdem 007 in der Eröffnungsszene nach dem Auftauchen Sprengstoff an Fässern platziert und anschließend in einem weißen Smoking sein Feuerzeug anknipst, um die Uhrzeit zu überprüfen. Boom!

Hier auch noch die Szene in bewegten Bildern.

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Rolex Submariner Bond Nato Goldfinger

Und auch, wenn heute viele Nato Strap-Händler Bänder in den Farben des Goldfinger-Bandes anbieten und entsprechend mit „Bond Nato“ bezeichnen (siehe zum Beispiel Watchgecko, allerdings mit der eigentlich falschen Farbe Schwarz), so sei gesagt, dass das viel zu schmale Band im Jahre 1964 gar kein Nato Strap im klassischen Sinne war – denn das wurde erst in den 70ern vom britischen Verteidigungsministerium spezifiziert (die exakten, ursprünglichen Spezifikationen für die militärischen Durchzugsbänder sind im 1973 erstmalig erschienen Defence Standard 66 festgehalten). In Goldfinger handelt es sich konkret um ein sogenanntes RAF-Strap, das den späteren Nato Straps aber ähnlich war (Royal Air Force-Strap; NSN 6645-99-527-7059).

Doch wie kam es dazu, dass 007 mit einem viel zu kleinen Band (vermutlich 16 mm anstelle der benötigten 20 mm) für seine Rolex 6538 abgespeist wurde?

Rolex James Bond Goldfinger 007
Rolex 6538 am viel zu schmalen Band

Wie es heißt, hatte die Produktionsfirma, die den allerersten Bond-Film Jagd auf Dr. No gedreht hat, nicht genug Geld, um eine Rolex für Sean Connery zu kaufen (Filmbudget insgsamt grade mal 1 Millionen US-Dollar). Obendrein soll sich Rolex nicht dazu bereit erklärt haben, kostenlos eine Submariner zur Verfügung zu stellen. Der von 1962 bis 1989 aktive Bond-Produzent, Albert „Cubby“ Broccoli, stellte daher (angeblich) seine private Rolex Submariner zur Verfügung, um originalgetreu im Sinne von Bond-Schöpfer Ian Fleming („He could not just wear a watch. It had to be a Rolex.“; Casino Royale 1953) unterwegs zu sein.

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Ob das stimmt? Auch, wenn das Budget der ersten Bond-Filme vergleichsweise klein war, so kann man sich eigentlich kaum vorstellen, dass das Geld nicht für eine Rolex (damals ca. 150 Pounds) und ein passendes Band für ein paar Pounds gereicht hat. So heißt es tatsächlich in anderen Quellen, dass Rolex sehr wohl eine Submariner 6538 hat springen lassen.

Spekulationsmodus an: Vielmehr gehe ich davon aus, dass das Filmteam Bond unbedingt mit einem militärisch angehauchten Band aus britischer Fertigung ausstatten wollte (siehe RAF-Strap), gleichzeitig in der Eile der Dreharbeiten aber keine passende Größe finden konnte – was nicht allzu sehr verwundert, denn Uhren in den 60ern waren eher kleiner und hatten deutlich schmalere Bandanstöße als die Rolex Submariner 6538 mit (für damalige Verhältnisse) ungewöhnlich breiten 20 mm.

Rolex Submariner Big Crown 6538 Bond
Rolex Submariner 6538 aus 1958, Ende 2021 versteigert beim Auktionshaus Phillips für knapp 164.000 CHF
Rolex Submariner Big Crown 6538

Abschließend noch eine kleine Anekdote: Daniel Craig, der 2021 mit „Keine Zeit zu sterben“ seinen letzten Bond-Auftritt hatte, hat bei verschiedenen öffentlichen Auftritten eine Rolex Big Crown 6538 getragen. Die wurde ihm von der seit Goldeneye (1995) aktiven Bond-Produzentin, Barbara Broccoli, geschenkt – die Tochter des ursprünglichen James-Bond-Produzenten Albert „Cubby“ Brokkoli…

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Frank T. aus MZ
2. Mai 2022 16:21

Hi Mario, dass zu schmale Babyband an Bonds Rolette ist mir jüngst auch aufgefallen als ich nach den Originalfarben des Bond’schen „NATO“-Bandes googelte. Interessante Story! Ich habe mich dann doch für 20mm entschieden ;-). Gruß, T., Frank T.