Omega Seamaster Uhr James Bond 007 keine Zeit zu sterben no time to die (2)

James Bond-Uhr in „Keine Zeit zu sterben“: Die neue 007-Omega Seamaster (unlimitiert und trotzdem mit sattem Bond-Aufschlag)

Omega und James Bond – das gehört seit dem Leinwand-Auftritt der Taucheruhr Omega Seamaster am Handgelenk von Pierce Brosnan in Goldeneye (1995) untrennbar zusammen. Seit über 20 Jahren kommt nun keine andere Uhrenmarke als Omega mehr ans Handgelenk des Geheimagenten: Die in den früheren Filmen gesichteten Modelle von Herstellern wie Seiko, TAG Heuer oder Rolex sind seit Goldeneye passé. Auch beim neuen Bond-Film mit dem Titel Keine Zeit zu sterben (Kinostart 3. April 2020) kommt natürlich wieder eine Omega Seamaster zum Einsatz. Und was diverse Leaks vom Filmset bereits angedeutet haben, ist nun offiziell: Die neue Bond-Uhr kommt im Vintage- bzw. Retro-Stil. Und: Sie ist doch tatsächlich unlimitiert. Kein Scherz! Wirklich nicht! Also noch mal für’s Protokoll: Die neue Bond-Seamaster ist k e i n e L i m i t e d E d i t i o n ! 😉 Preislich macht sich der Verzicht auf eine künstliche Verknappung allerdings nicht bemerkbar…

Die neue Bond-Uhr in Keine Zeit zu sterben: Omega Seamaster 300m im Vintage-Look

Die Außendienst-Einsätze des Kino-Agenten James Bond mit seiner Omega Seamaster am Arm haben dem Schweizer Luxusuhrenhersteller Omega sicherlich ordentlich dabei geholfen die Taucheruhr bekannter zu machen. Denn: James Bond hat die Seamaster nicht einfach nur getragen und ab und zu mal dezent in die Kamera gehalten, sondern recht häufig in die Handlung eingebaut. In Goldeneye beispielsweise bekam die Seamaster als Gimmick einen Hochleistungslaser spendiert. In Die Welt ist nicht genug schwang sich Bond kurzerhand mit einem Enterhaken, den er aus der Seamaster ballerte, empor (Anmerkung des Autors: diese Features blieben der „zivilen“ Variante der Uhr leider vorenthalten ;-))

Daniel Craig guckt allerdings, seit er die 007-Rolle von Brosnan übernommen hat, meistens in die Röhre was innovative Agenten-Zusatzfunktionen angeht: In Spectre fragt Craig, als er die Seamaster von Q überreicht bekommt: „Does it do anything?“. Die nüchterne Antwort: „It tells the time!“. Ok ok, am Ende von Spectre rettet sich Bond dann doch mit Hilfe einer Explosion, die er aus der Seamaster heraus gezündet hat… 😉

Einen richtig genialen Zusammenschnitt der Seamaster-Auftritte in den James Bond-Filmen gibt’s hier:

Hier auch noch eine Übersicht in Bildern:

Aber kommen wir nun zur Seamaster, die Daniel Craig als James Bond im neuen Film Keine Zeit zu sterben trägt (Kinostart Deutschland am 2. April 2020 / den Trailer zum Film gibt’s hier).

Die Optik der Keine Zeit zu sterben-Seamaster war für mich persönlich doch etwas überraschend – fast alle bisherigen Bond-Omegas waren eher moderner Natur (mit Ausnahme der Seamaster 300 in Spectre, siehe oben). Für den neuen Bond-Film hat Omega der Seamaster wieder das deutlich ruhigere Zifferblatt des Vorgänger-Modells spendiert und in ein Retro-Gewand gesteckt: Indizes, Ziffern und Leuchtmasse sind in einem Vintage-Braun gehalten, die Zeiger wurden geschwärzt bzw. optisch abgedunkelt.

Man beachte auch den Pfeil auf „6 Uhr“: Es handelt sich dabei um den „Broad Arrow“, einem Symbol, welches ab dem 16. Jahrhundert vom Britischen Board of Ordnance, der Behörde, die für Waffen und Ausrüstung der Royal Army und Royal Navy zuständig war, genutzt wurde, um Staats-Eigentum zu markieren.

Der Broad Arrow befand sich beispielsweise auch auf dem Zifferblatt der Omega-Militäruhr, die im Zweiten Weltkrieg an die Britische Armee ausgeliefert wurde – das Verteidigungsministerium (Ministry of Defense, MoD) orderte diese Uhren in exakt gleicher Bauweise von insgesamt 12 Herstellern – Omega war einer dieser „Dirty Dozen“.

Der „Broad Arrow“ bleibt (zum Glück!) die einzige Anspielung an den britischen Geheimagenten 007 auf der Vorderseite der neuen Seamaster.

Passend zum Vintage-Look der Seamaster hat das Saphirglas eine richtig schicke Wölbung – ein typisches Merkmal von alten Vintage-Uhren. Mein erster Gedanke war allerdings warum nicht gleich ein Hesalitglas wie bei der Omega Speedmaster Moonwatch? . Aber nunja, ein Geheimagent braucht natürlich ein für Kratzer unempfindliches Glas … 😉

Ebenfalls schick: Um die Retro-Optik abzurunden, verpasst Omega der neuen Bond-Seamaster eine Aluminium-Lünette im braunen „Tropical“-Farbton…

Tropical-Braune Alu-Lünette

Falls ihr euch nun fragt, was hinter der „Tropical“-Farbe steckt, hier ein kurzer Abstecher in die Uhrengeschichte: In den späten 1950er bis 1970er Jahren staunten die Käufer hochwertiger Schweizer Armbanduhren nicht schlecht, als die Ziffernblätter nach nur wenigen Jahren aussahen, als seien sie Jahrzehnte in der prallen Sonne gebrutzelt. Schuld war eine chemische Beschichtung, die von den Ziffernblatt-Lieferanten eingesetzt wurde: Eigentlich sollte die Beschichtung das Gegenteil bewirken und das Zifferblatt vor dem Verblassen schützen. Das ging aber offensichtlich gehörig in die Hose. Das wohl berühmteste Beispiel ist die Omega Speedmaster mit diesem unbeabsichtigten Turbo-Vintage-Effekt: Das eigentlich schwarze Zifferblatt hat sich in kurzer Zeit in einen Braun-Ton („tropical brown“ oder auch „chocolate“) verwandelt:

Omega Speedmaster Chocolate Tropical Ziffernblatt Vintage

Die Beschreibung „Tropical Brown“ rührt da her, dass dieser Produktionsfehler viel schneller in Regionen in Äquator-Nähe aufgetreten ist, da dort die Sonne naturgemäß einfach viel stärker knallt. Heute gelten Vintage-Modelle mit Tropical-Zifferblatt als begehrte Sammlerstücke.

Eine weitere Besonderheit an der neuen Bond-Seamaster ist, dass das 42 mm große Gehäuse und das Mesh-Band samt Schließe aus Titan Grade 2 hergestellt sind. Titan ist deutlich weniger anfällig für Kratzer als Edelstahl und gleichzeitig auch einiges leichter – gängiger Edelstahl wiegt fast doppelt so viel wie Titan. Die Optik von Titan ist allerdings merkbar gräulicher als Edelstahl – das ist Geschmackssache, kommt auf den Pressebildern teilweise aber nicht so gut raus…

Laut Omega sei auch der Input von Daniel Craig in das Design der neuen Seamaster eingeflossen – Zitat: „In der Zusammenarbeit mit OMEGA entschieden wir, dass für einen Mann vom Militär wie 007 es ist, eine sehr leichte Uhr benötigt. Zudem habe ich einige Details im Vintage-Stil sowie die Farbe vorgeschlagen, um der Uhr eine einmalige Note zu verleihen. Die fertige Uhr sieht unglaublich aus.“

Filmausschnitt aus „Keine Zeit zu Sterben“: Daniel Craig als James Bond mit seiner neuen Omega Seamaster

Auf der Rückseite der Keine Zeit zu sterben-Seamaster sind eine Reihe von Zahlen zu finden, die sich teilweise auch bei Militäruhren wiederfinden: Bei der Nummer „0552/9237697“ handelt es sich also nicht um eine Telefonnummer in Braunlage, sondern um eine Klassifizierungsnummer für einen militärischen Gegenstand: „0552“ ist der Code für das Personal der britischen Royal Navy, während sich “9237697” auf die Kategorie der Taucheruhren bezieht, die an die Royal Navy ausgeliefert werden. Der Buchstabe „A“ ist der Code für eine Uhr mit verschraubter Krone. Die letzten beiden Zahlen sind für echte James Bond-Fans natürlich selbsterklärend… 😉

Im Inneren der Bond-Seamaster tickt Omegas hauseigenes Co-Axial Master Chronometer Kaliber 8806. Die Besonderheit des Kalibers steckt schon im Namen: Die Co-Axial-Hemmung sorgt für eine geringere Reibung zwischen Ankerradzähnen und Ankerpaletten, wodurch weniger Öl zur Schmierung notwendig ist. Dadurch sind Werke mit Co-Axial-Hemmung weniger wartungsanfällig. Auf der anderen Seite sind Co-Axial-Werke aber auch komplexer in der Bauart und sollten daher nur von Uhrmachern revidiert werden, die entsprechende Erfahrung und Know-How mitbringen. Faktisch landet man im Falle einer benötigten Reparatur oder Revision also recht schnell beim Omega-Service. Und der kann schnell ein Loch in den Geldbeutel fressen.

Das Master Chronometer-Zertifikat garantiert außerdem eine hohe Ganggenauigkeit: Omega schickt sämtliche Werke zunächst zur COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres). Anschließend führt Omega weitere Tests durch, konkret beim METAS (Eidgenössisches Institut für Metrologie), um jedem einzelnen Werk eine Ganggenauigkeit von 0 bis +5 Sekunden pro Tag bescheinigen zu können.

Die neue Bond-Seamaster ist unlimitiert und wird ab Februar 2020 erhältlich sein. Sie steht wahlweise mit Mesh-Armband aus Titan zur Verfügung oder mit Dunkelbraun-Grau-Beige gestreiftem NATO-Band auf dessen Schlaufe das 007-Logo graviert ist.

Ausgeliefert wird die neue Bond-Seamaster übrigens in einer Art Lederrolle – deutlich praktischer als in der Ecke verstaubende XXL-Uhrenboxen ist die allemal…

Die Preise sind nicht ohne: Die Version mit Mesh-Armband hat einen UVP von 8.600€, die Version mit farblich passendem NATO-Band ist mit 7.600€ etwas günstiger…

Fazit zur „Keine Zeit zu Sterben“-Uhr Omega Seamaster 300m: Vieles passt, aber nicht alles

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Erst vor kurzem habe ich mir die 2019 neu aufgelegte Omega Seamaster 300m (mit Keramik-Wellen-Zifferblatt) in meine Uhrensammlung geholt – und was soll ich sagen? Neben meiner Submariner schlägt sich das Ührchen verdammt gut, insbesondere wenn man den beachtlichen Preisunterschied berücksichtigt: Die Basisvariante der aktuellen Seamaster ist im UVP 2000€ günstiger als die Sub, von Online-Rabatten bzw. der miserablen Lieferpolitik von Rolex ganz zu schweigen… (meinen umfangreichen Vergleich Rolex Submariner vs. Omega Seamaster 300m findet ihr hier).

Von dem Preisvorteil kann man sich allerdings – wie sollte es bei einer James Bond-Omega Seamaster auch anders sein – bei dem hier vorgestellten Ührchen allerdings verabschieden: Die Lizenz zum Geldscheine drucken *pardon* die Bond-Lizenz sorgt (naturgemäß) für einen ordentlichen Aufpreis. Okay okay, das Titan-Gehäuse ist natürlich durchaus ein echter Vorteil gegenüber der Standard-Seamaster (sofern man die Optik von Titan mag), aber ein UVP von 7600€ bzw. 8600€ ist schon eine echte Ansage, selbst wenn man gängige Online-Rabatte in Höhe von 15-20% abzieht. Puh!

Alles in allem gefällt mir die Optik der neuen Bond-Seamaster richtig richtig gut. Ich steh‘ eh total auf Retro-Uhren, braune Leuchtmasse & Co. Omega hat hier designtechnisch vieles richtig gemacht. Das eine oder andere stört mich allerdings: Das Helium-Ventil auf „10 Uhr“ beispielsweise will sich meiner Meinung nach nicht so recht in die Optik einer Retro-Uhr einfügen. Darüber hinaus hätte man mit der neuen Bond-Seamaster durchaus die Gelegenheit beim Schopf packen können, um die eher modernen, skelettierten Zeiger durch klassische Schwertzeiger zu ersetzen (wie bei der Omega Seamaster Referenz 2254.50.00). Schade außerdem, dass Omega das wunderschöne Co-Axial Automatikwerk hinter einem Stahlboden versteckt. Warum wurde anstelle des gravierten Zahlen-Wirrwarrs nicht einfach ein schnieker 007-Rotor, den man durch einen Glasboden begutachten kann, eingebaut?

Dennoch finde ich persönlich die neue Bond-Seamaster deutlich gelungener als so manche extrovertiert-kitschige Limited Edition, die auch nie von James Bond getragen wurden – wie dieses 2019 lancierte Set für rund 40.000€ (!) …

Dagegen wirkt die neue Keine Zeit zu sterben-Seamaster doch deutlich zeitloser und klassischer, oder? 😉

Eckdaten der Omega Seamaster 300m in James Bond Keine Zeit zu sterben:

  • Durchmesser 42 mm, Höhe 13,15 mm (inklusive Saphirglas)
  • Horn-zu-Horn 49 mm
  • Gehäuse aus Titan Grade 2
  • Zifferblatt matt schwarz
  • Wasserdichtigkeit 300 Meter / 30 bar / 30 atm
  • Erhältlich am Nato-Band oder am Titan-Mesh
  • Co-Axial Master Chronometer Manufaktur-Kaliber 8806
  • UVP: 7600€ (am Nato) bzw. 8600€ (am Mesh)

Weitere Bilder zur Uhr gibt’s bei Hodinkee und Fratellowatches.

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