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Sommer, Sonne, Strand und Meer – auch im Urlaub verzichten Uhrennerds natürlich nur ungern auf einen Zeitmesser am Handgelenk. Leon und ich haben uns mit Themen wie der Sicherheitskontrolle am Flughafen, der Außenversicherung der Hausrat, Reisefreigrenzen, Wasserdichtigkeit, Salzwasser/Chlor und weiteren Aspekten ausführlich in einem Livestream beschäftigt und diskutiert – falls ihr ihn verpasst habt, könnt ihr ihn hier einfach nachschauen:

Die wichtigsten Punkte habe ich in diesem Artikel außerdem noch mal schriftlich für euch zusammengefasst…

Vor dem Urlaub: Welche Uhr(en) nehme ich überhaupt mit?

Es ist eigentlich ein “Nobrainer”, aber als Uhrennerd sollte man sich vor dem Urlaub dennoch ein paar Gedanken dazu machen, welche Uhr(en) man überhaupt mitnehmen will. Denn grundsätzlich gilt natürlich: Was man nicht dabei hat, kann nicht verloren, oder kaputt gehen oder geklaut werden.

Die Jahrzehnte alte Rolex GMT-Master 16750 mit Spider Dial ist beispielsweise allein schon mit Blick auf Wasserdichtigkeit nicht die beste Idee im Urlaub an Strand und Pool (dazu gleich mehr). Eine günstige(re) Uhr wie die Seiko 5 Sports Automatik oder die Steinhart Ocean One Double-Green Keramik 42 ist da nüchtern betrachtet sicherlich einfach die bessere Wahl – auch mit Blick auf Themen wie Diebstahl oder den grünen Kanal beim Zoll…

Seiko-5-Sports-Automatic-Test-2019

Auf dem Weg in den Urlaub

Mit der Uhr in der Sicherheitskontrolle am Flughafen

In meinem Artikel Uhren–Freiflug: Neulich am Flughafen Stuttgart habe ich vor ein paar Jahren bereits über meine Erfahrungen in der Flughafen-Sicherheitskontrolle berichtet: Meine Uhr, die ich vom Handgelenk genommen und lose in die Gepäckwanne gelegt hatte, wurde fast im hohen Bogen durch die Gegend geschleudert.

Von daher ein einfacher Tipp: Wenn ihr durch die Sicherheitskontrolle des Flughafens geht, verstaut die Uhr am besten einfach im Handgepäck (z.B. im Trolley oder im Rucksack) oder zumindest in der Jackentasche. Handgepäck und Jacke wiederum kommen dann in die Gepäckwanne. In Ergänzung dazu kann man natürlich auch eine Uhrenrolle oder Transportbox nutzen, um z.B. Kratzer durch andere Gegenstände im Trolley/Rucksack zu vermeiden.

Die Bundespolizei schreibt dazu auch ganz offiziell:

Verstauen Sie sämtlichen Inhalt der Hosentaschen, Ihr Mobiltelefon und Ihre Armbanduhr in Ihrem Handgepäck oder der Jacke! […] Legen Sie folgende Gegenstände in die Gepäckwannen: […] Überbekleidung (Jacken, Mäntel o. ä.)

Bundespolizei

Wenn die Uhr in der Jackentasche oder im Handgepäck ist, besteht logischerweise auch eine viel geringere Gefahr eines Diebstahls: Es kann immer mal vorkommen, dass ihr nach dem Körperscan bzw. dem Metalldetektor zur “Spezialbehandlung” an die Seite müsst und beispielsweise eure Schuhe ausziehen müsst – und dann sind eure Wertsachen schnell mal für ein paar Minuten komplett unbeaufsichtigt, da das Band bei der Sicherheitskontrolle natürlich nicht wegen euch gestoppt wird. In solch einer Situation wird ein Trolley oder Rucksack oder eine Jacke natürlich nicht so schnell abgezogen wie eine kleine Uhr.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst - Vorstellung Easy Security-6277
Bild: © Raimond Spekking, via Wikimedia Commons

Können Metalldetektoren und “Nacktscanner” eine Uhr schädigen?

Sie sind nach wie vor an vielen Flughäfen im Einsatz: “Old School”-Metalldetektoren. Da Elektromagnetische Felder grundsätzlich störend auf Herzschrittmacher wirken können, gab es schon medizinische Untersuchungen zu diesem Thema. So wurde geprüft, ob zwei tragbare Metalldetektoren, wie sie auf Flughäfen typischerweise eingesetzt werden, einen Einfluss auf die Funktion der Herzschrittmacher haben. Die dabei gemessenen Magnetfelder betrugen 3,82 und 6,3 Tesla. Die Forscher stellten keine Beeinträchtigung der Herzschrittmacher fest – sehr wohl kann man aber davon ausgehen, dass Metalldetektoren mechanische Uhren magnetisieren und damit im Gang beeinträchtigen können: Wie ich in einem Experiment herausgefunden habe, können schon deutlich kleinere Magnetfelder (5000 Mikrotesla = 0,005 Tesla und darunter) für Gangabweichungen sorgen. Auch hier gilt: Im Zweifel ist die Uhr im Handgepäck am besten aufgehoben, denn die Röntgenstrahlen in der Gepäckkontrolle sind kein Problem für eine Uhr.

Experiment: Uhr entmagnetisieren und Auswirkungen von Magnetismus auf Uhren im Alltag

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Die (leider abgekündigte) Rolex Milgauss ist besonders gut gegen Magnetfelder geschützt

Und was ist mit den modernen, sogenannten “Nacktscannern”, die sich zunehmend durchsetzen? Die Geräte am Flughafen Stuttgart beispielsweise arbeiten mit Millimeterwellentechnologie. Diese kommt auch bei radarbasierten ACC Abstandsregeltempomat-Systemen in Autos oder bei Radarfallen zum Einsatz. Die Technologie ist laut Bundespolizei für den Menschen gesundheitlich unbedenklich. Hinweise dafür, dass die Mechanik einer Uhr beeinträchtigt werden könnte, habe ich bei meinen Recherchen keine gefunden. Davon mal abgesehen, lautet die Empfehlung ohnehin, die Uhr vorher vom Arm zu nehmen…

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Gestresst am Flughafen? Das muss nicht sein…

Mit der Uhr im Urlaub

Salzwasser, Chlor und Sand – potentielle Problemherde für eine Uhr

Eine Uhr muss im Urlaub mitunter ganz schön viel aushalten. Mir ist vor ein paar Jahren mal das Folgende passiert: Ich bin mit einer Taucheruhr im Mittelmeer baden gewesen, habe die Uhr dann kurz unter Süßwasser abgewaschen und dann in den Tresor verfrachtet – offenbar hätte ich die Uhr aber etwas besser abspülen müssen, denn am nächsten morgen haben sich leichte Korrosionsspuren auf dem Stahlband der Uhr gezeigt – ärgerlich! Auf jeden Fall zeigt dieses Beispiel, dass Salzwasser sehr aggressiv auf Stahl einwirken kann.

Auch Sandkörner können eine Uhr schädigen: Von optischen Dingen mal abgesehen (Sandkörner und polierte Flächen = nicht gut), können sich die feinen Körner beispielsweise unter der Lünette festsetzen, wodurch die Mechanik stark beeinträchtigt sein kann. Im Zweifel sollte man in solchen Fällen zum Uhrmacher, um die Lünette abzunehmen und eine Reinigung durchzuführen.

Uhr im Chlorwasser

Auch Hitze, die sich innerhalb des Gehäuses anstauen kann oder Chlorwasser können den Dichtungen zusetzen. Im Zweifel sollte man eine Uhr nochmal vor dem Urlaub auf Wasserdichtigkeit checken lassen, denn eine bestätigte Wasserdichtigkeit ist immer eine Momentaufnahme, die beispielsweise auch durch grobe Schläge auf die Krone oder dergleichen verloren gehen kann. Und noch ein dringender Hinweis: Eine Vintage-Uhr ist oftmals nicht mehr wasserdicht, wenn beispielsweise das Plexiglas über die Jahrzehnte feine Risse bekommen hat.

In jedem Fall muss man auch darauf achten, dass die Krone, die bei einer Taucheruhr typischerweise verschraubt ist, auch wirklich vollständig zugeschraubt ist. Sand im Gewinde der Schraubkrone hat natürlich auch das Potential, dass eine Uhr wegen Wassereintritt zum Uhrmacher muss.

Möchte man seine Uhr schonen, so sollte man diese lieber nicht mit an den Strand nehmen bzw. sie vorher vom Arm nehmen – und da wären wir auch schon beim Thema Diebstahl und Raub…

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Organisierte Kriminelle an Touri-Hotspots: Die Außenversicherung der Hausrat für Uhren

Man stolpert zunehmend über Meldungen wie diese: Im baden-württembergischen Langenburg hat kürzlich eine Betrügerin beim Händeschütteln einem Mann seine Uhr vom Handgelenk geklaut: Die Frau habe die Autotür aufgemacht und viel geredet, um den 80 Jahre alten Mann abzulenken. Dann habe sie ihm die Hand geschüttelt und diese in ihren Schoß gezogen. Erst als er die Hand instinktiv zurückzog, sei die Frau weggegangen. Und erst dann habe er den Diebstahl bemerkt – weg war sie, die Uhr im Wert von satten 90.000€. Auch im Ausland, vor allem an beliebten Touri-Hotspots, sind spezialisierte Uhrendiebe unterwegs. Paris beispielsweise gilt als Hauptstadt des Uhrendiebstahls, denn dort haben sich Banden zu größeren Organisationen zusammengetan. „Zieht eure Uhren aus, bevor ihr durch Paris spaziert“, warnte das Magazin „Forbes“ 2019.

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Venturo Field III GMT in Palma de Mallorca

Die Täter werden dabei auch immer gewalttätiger: So gab es beispielsweise früher häufig den (gewaltfreien) Trick, Touristen beim Tangotanzen auf der Straße zu berauben. Im Laufe der Zeit kamen neue Techniken dazu, zum Beispiel die des Motorrollerfahrers, der absichtlich den Seitenspiegel eines Autos schrammt, so dass ein Komplize dann bei geöffnetem Fenster die Uhr klauen kann. Heutzutage ist auch die Anwendung von Gewalt leider traurige Realität.

Diebstahl geschieht häufig außerhalb der eigenen vier Wände – man fragt sich daher natürlich: Ist meine Uhr unterwegs versichert?

Disclaimer: Alle folgenden Informationen sind nach bestem Wissen recherchiert, ich bin aber kein professioneller Versicherungsberater – im Zweifel bitte bei der jeweiligen Versicherung nachfragen

Hierzu ein kleiner Netzfund – Zitat: „Während man Freizeit und Entspannung genießt kommt es leider auch vor, dass Luxusuhren verloren gehen, bei sportlichen Aktivitäten beschädigt oder gar gestohlen werden. Daher ist es sinnvoll für edle Zeitmesser Diebstahlversicherungen abzuschließen.”

Das klingt tatsächlich danach, als bräuchte man eine separate Versicherung. Und genau mit diesem Gedanken verkauft ja auch der bekannte US-Blog Hodinkee spezielle Versicherungen für Uhren – so beträgt die Jahresgebühr für eine Breitling Navitimer B01 mit einem Wert von knapp 9000 US-Dollar rund 100 US-Dollar pro Jahr.

Breitling Navitimer Metzinger Outlet

Grundsätzlich gilt: Eine typische bzw. “ganz normale” Hausratversicherung beinhaltet auch eine sogenannte Außenversicherung, mit der auch Uhrenklau im In- und Ausland abgedeckt sind. Eine separate Versicherung ist in der Regel nicht notwendig. Der Teufel steckt aber im Detail: Entscheidend ist nämlich, ob Gewalt angewendet oder angedroht wurde, oder ob man die Uhr unbemerkt abgezogen bekommt. Der 80 Jahre alte Mann aus obigem Beispiel dürfte wohl wenig Chancen haben, Geld von der Versicherung zu sehen, da der Langfinger letztendlich die Unachtsamkeit des Mannes ausgenutzt hat. Hätte man ihm aber beispielsweise eine Waffe vorgehalten und ihm unter Androhung von Gewalt gezwungen die Uhr abzunehmen, so springt typischerweise die Versicherung ein, da es sich um Raub gehandelt hätte. Ebenso spricht man von Beraubung, wenn ein Krimineller die Uhr gewaltsam entreißt – auch das ist über die Außenversicherung abgedeckt.

Ähnlich ist es beim Einbruch in das verschlossene Hotelzimmer, das Ferienhaus, eine Schiffskabine oder ein Schlafwagenabteil: Wurde die Räumlichkeit gewaltsam aufgebrochen, so ist der Uhrenklau über die Versicherung abgedeckt. Ist der Dieb einfach über das offene Fenster hereinspaziert und hat eine Uhr entwendet, die auf dem Nachttisch lag, so zahlt die Versicherung nicht.

Mehr: Uhrenversicherung: Das gilt es beim Versichern von Uhren zu beachten

Replica-Uhren im Urlaub kaufen?

Meine Meinung zu Replica-Uhren ist klar: Lasst es einfach sein – es gibt so viele coole und erschwingliche mechanische Uhren von Marken wie Seiko oder Hommagen von Marken wie Steinhart – warum mit einer Fälschung rumärgern? Wer es trotzdem nicht sein lassen kann, dem sei gesagt: Wer ein gefälschtes Produkt zu privaten Zwecken kauft, muss grundsätzlich keine Strafe befürchten. Die Freigrenze für Urlaubssouvenirs, zu denen Replicas auch (anteilig) gehören, beträgt 430 Euro pro Person bei Flug- und Seereisen bzw. 300€ bei Auto- und Bahnreisen (dazu gleich mehr). Wer aber 20 neue Replica-Uhren dabei hat, muss sich unter Umständen unbequeme Fragen von den Zollbeamten gefallen lassen, zum Beispiel, ob ein gewerblicher Weiterverkauf geplant ist – denn bei gewerbsmäßigem Handeln droht Gefängnis bis zu 5 Jahre.

Wie immer gibt es natürlich auch Ausnahmen: In beliebten Urlaubsländern wie Spanien oder Griechenland ist nicht nur der Verkauf, sondern auch der Einkauf von Fälschungen strafbar. In Palma de Mallorca zum Beispiel können vor Ort bis zu 150 Euro Bußgeld fällig werden. Des Weiteren muss man, wenn es dumm läuft, damit rechnen, dass der Zoll die gefälschte Uhr einkassiert.

Mehr: Rolex Fälschung erkennen: Original vs. gefälschte Submariner

Rolex Submariner No-Date Original vs. Replica Noob v7

Rückkehr mit der Uhr aus einem Nicht-EU-Land oder aus steuerlich begünstigten Gebieten

Bei Reisen innerhalb der EU, in welcher Form auch immer, muss man sich grundsätzlich keine Sorgen wegen Zollabgaben oder Einfuhrumsatzsteuer machen.

Aber wer kennt das nicht: Nach der Rückkehr in die Heimat aus einem Nicht-EU-Land oder von den steuerlich begünstigten kanarischen Inseln stehen gerne mal ein dutzend Zollbeamte Spalier und warten darauf, dass einer der Touristen etwas zu unauffällig guckt.

Und tatsächlich kann das vermeintliche Urlaubsschnäppchen ganz schön teuer werden, wenn man pokert und den “grünen Kanal” benutzt, obwohl man eigentlich etwas hätte versteuern müssen: Wichtig ist zu wissen, dass bei einer Rückkehr aus Nicht-EU-Staaten, aus steuerlichen Sondergebieten innerhalb der EU (z.B. Kanarische Inseln) und von der Insel Helgoland grundsätzlich eine Reisefreimenge von 430€ pro Person gilt, sofern man mit Flugzeug oder Schiff reist (bei Auto- oder Bahnreisen sind’s nur 300€ – fragt mich nicht warum). Dabei gibt es natürlich diverse Ausnahmen, die direkt auf der Website des Zoll nachzulesen sind. Wichtig ist auch, dass diese Reisefreimenge nur gilt, sofern man Waren für den persönlichen Ge- oder Verbrauch dabei hat. Das kann der Zoll bezweifeln, wenn man beispielsweise exakt 20 mal dieselbe Rolex-Fälschung vom Strandkonzi an der türkischen Riviera dabei hat – dann nämlich könnte der Zoll angestrebte gewerbliche Aktivitäten annehmen.

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Matti Blume, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Falls die Reisemitbringsel die genannten Freigrenzen überschreiten, sind Einfuhrabgaben zu entrichten. Da wir Deutschen bekanntermaßen Bürokratie lieben, setzt sich die Berechnung aus mehreren Bausteinen zusammen und es gibt unterschiedliche Wertgrenzen – das kann direkt auf der Website des Zoll nachvollzogen werden (dort gibt es auch einen praktischen Abgabenrechner). Pi mal Daumen kann man aber sagen, dass der mit Abstand größte Abgaben-Brocken die anfallenden 19% Einfuhrumsatzsteuer bzw. 17,5% Pauschalsteuer sind.

Wer jetzt auf die “pfiffige” Idee kommt (auf die natürlich noch nieeeee jemand zuvor gekommen ist), dass man ja beispielsweise einfach eine Uhr im Urlaub kaufen und sich dann Garantiekarte, Rechnung, Box etc. selbst per Paket zusenden kann, der dürfte beim Zoll nicht schlecht gucken, wenn die Beamten auf Belege bzw. Kaufdokumente bestehen und, falls diese fehlen, einfach Schätzungen durchführen – das ist übrigens auch der Grund dafür, warum man unbedingt auch für die Uhr(en), die man aus der Heimat mit in den Urlaub genommen hat, Dokumente griffbereit haben sollte, um im Zweifel beim Zoll nachweisen zu können, dass die Uhr(en) eben nicht im Urlaub gekauft wurde(n).

Da man aus meiner Sicht niemals mit der original Garantiekarte/Rechnung durch die Gegend reisen sollte (die verstaut man lieber gut irgendwo zuhause oder – noch besser – im Schließfach), sollte auch eine Kopie oder ein gutes Handyfoto seinen Zweck erfüllen, wenn man mit den Zollbeamten redet. Und nochmal: Solltet ihr keinen Nachweis für eine Uhr haben, die ihr wieder mit nach Deutschland bringt (egal, ob ihr sie im Urlaub gekauft habt oder ob sie euch schon 10 Jahre gehört), so geht der Zoll erstmal davon aus, dass die Uhr im Urlaub gekauft wurde – vor allem bei teuren Luxusuhren, bei denen der Zoll schon gedanklich die Kasse klingeln hört (Stichwort: Einfuhrumsatzsteuer etc.)

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Korrekt abgerechnet: 0,80€ Zollgebühren

Wird fälschlicherweise der grüne Kanal gewählt, kann dies rechtliche Konsequenzen haben, denn der Gesetzgeber kann ein solches Vorgehen als versuchte Steuerhinterziehung werten: Bei einem Gesamtwarenwert von unter 700€ bekommt man vom Zoll “nur” eine Ordnungswidrigkeit aufgebrummt. Bei höheren Beträgen eröffnen die Beamten aber (nach Abzug der Freimenge) in der Regel ein Strafverfahren. Gemäß § 370 Abgabenverordnung kann dies eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen. An dieser Stelle sei noch mal an einen gewissen Herrn Rummenigge erinnert, der vor einigen Jahren zwei Rolex-Uhren im Wert von fast 100.000€ nicht beim Zoll angemeldet hat – die Strafe: 250.000€. Rummenigge galt in dem Atemzug außerdem als vorbestraft. Ein ganz schön teurer Spaß…

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John c
11 Monate zurück

Das KI Bild mit dem Koffer würde ich gegen ein echtes ersetzen. Da stimmt ja gar nichts.

Last edited 11 Monate zurück by John c
Frank T. aus MZ
11 Monate zurück

Hi Mario, besten Dank für diese interessante Zusammenfassung! Ich hatte letzte Woche leider keine Zeit für den Livestream. Wenn ich das alles so lese, greife ich bei zukünftigen Urlaubsreisen mit dem Flieger lieber auf eine meiner TRASER oder LUMINOX Quarzuhren zurück. Dabei werde ich jedoch auf die Batterielaufzeit achten. In diesem Sinne, sonnige Grüße, Frank