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Armbanduhren – das ist doch nur was für Frauen! So zumindest die einhellige Meinung der Männerwelt über Armbanduhren, die sich bereits im 19. Jahrhundert in Form prunkvoller Armbänder, in die kleine Damentaschenuhren eingelegt werden konnten, durchsetzten. Für Männer galt solch “Schmuck mit Zeitanzeige” damals allerdings als undenkbar – noch bis ins 20. Jahrhundert hinein griff der „Herr von Welt“ lieber wie gewohnt zur Taschenuhr.

Zum Durchbruch der Armbanduhr kam es durch den Ersten Weltkrieg als die Soldaten merkten, dass es irgendwie umständlich war, die Taschenuhr dauernd aus der Uniformjacke zu pulen – die am Handgelenk getragenen sogenannten Trench Watches bzw. Schützengrabenuhren setzten sich durch waren plötzlich hoch im Kurs bei Männern. Auch nach dem Ersten Weltkrieg wollte kaum noch jemand auf eine Armbanduhr verzichten.

Die aus Singapur kommende Microbrand Vario bietet eine solche sogenannte Trench Watch (Schützengrabenuhr) an, die sich in vielen Merkmalen sehr originalgetreu an den Schützengrabenuhren des Ersten Weltkrieges orientiert, darunter ein Emaille-Zifferblatt…

Uhren im Ersten Weltkrieg: Schützengrabenuhren (Trench Watches) für die Offiziere

Der Name “Trench Watch”, von “Trench” für “Schützengraben” (manchmal auch “Wristlets” genannt) ist dabei natürlich kein Zufall, denn Die meisten Darstellungen des Ersten Weltkriegs beschäftigen sich mit dem Sterben der einfachen Soldaten in den Schützengräben – zum Beispiel an der Westfront: Die deutschen Soldaten waren zwar seit Kriegsbeginn schier unaufhaltsam bis tief nach Frankreich vorgedrungen und standen schon Anfang September 1914 kurz vor Paris. Doch es war nicht alles „bis Weihnachten vorbei“: Der Krieg kam zum Stillstand und wurde an seiner Westfront zum blutigen Ringen um ein paar Meter schlammigen und zerbombten Terrains. Das Zusammenspiel von weitreichender Artillerie, Maschinengewehrnestern, Stacheldraht und Schützengräben hatte ein Vorrücken der Infanterie unmöglich gemacht.

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Eine der ersten Erwähnungen des Namens “Trench Watch”: Eintragung der Marke Ernest Borel: 4. Januar 1915

Eines der allerersten großen historischen Ereignis, bei dem die Zeitmessung von der Taschenuhr auf das Handgelenk überging, war nach meinen Recherchen während des Burenkriegs (Ende des 19. Jahrhunderts), also dem Konflikt zwischen Großbritannien und den beiden Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Südafrikanische Republik, der mit deren Eingliederung in das britische Imperium endete.

Trench Watch Schuetzengrabenuhr Bronze Vario 21

So richtig durchgesetzt hat sich die Armbanduhr in Form der Schützengrabenuhr aber erst im Ersten Weltkrieg als insbesondere Offizieren erwartet wurde, dass diese eine solche besitzen und tragen – dafür (und für weitere Ausrüstung wie Uniform, Schwert, Revolver, Fernglas etc.) erhielt der Offizier eine Ausrüstungszulage von der Armee. Mit anderen Worten wurden die Schützengrabenuhr eben nicht offiziell standardisiert von der Armee ausgegeben, sondern die Offiziere mussten sich diese von ihrer Zulage selbst kaufen – das erklärt auch die enorme Vielfalt an Trench Watches, die im Ersten Weltkrieg getragen wurden.

Hier ein Ausschnitt aus der britischen The Territorial Service Gazette aus 1914, in der Ratschläge für Offiziere standen, die bald an die Front gehen. Der hier gezeigte Absatz ist zwar eine “dezent” getarnte Werbung für Waltham-Uhren, aber die Botschaft ist eindeutig:

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Viele Einzelhändler umwarben damals die Offiziere entsprechend mit Anzeigen, um diese für ihre blutige Aufgabe auszustatten – so wie unten gezeigte Anzeige aus dem Jahre 1916 von S. Smith & Son, einem Hersteller für Messinstrumente.

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Eine am Arm getragene Uhr – was heute selbstverständlich ist, galt damals als fast schon revolutionär: Die Soldaten hatten plötzlich beide Hände frei, für Waffe, Pferderiemen & Co., um Befehle zeitlich koordiniert bzw. synchron auszuführen (Offizieren standen häufig Reitpferde zur Verfügung). Denn schon ein um 30 Sekunden fälschlich verzögerter Angriff von mehreren Seiten konnte so über Sieg und Niederlage entscheiden.

Hier ein Auszug aus den „Instructions for the Training of Divisions for Offensive Action“ des britischen Kriegsministeriums von 1916:

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Und die Offiziere konnten praktische Ausrüstung auch sehr gut gebrauchen – egal auf welcher Seite diese nun kämpften: In der deutschen Armee beispielsweise entrichtete kaum eine größere Gruppe als die Offiziere einen größeren Blutzoll, die Verluste unter ihnen waren überproportional hoch. Das galt insbesondere für Offiziere mit den niedrigsten Dienstgraden (Leutnant und Oberleutnant), denn diese waren Truppenführer im wahrsten Sinne: Sie mussten Soldaten im Gefecht anführen und befehligen – eine lebensgefährliche Sache, bei der Wegducken und Verkriechen im Schützengraben kaum möglich waren. Bei Angriffen mussten Leutnants ihre Männer aus den Gräben und nach vorne in den Nahkampf reißen.

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Schick, aber unpraktisch: Eine Alpina-Taschenuhr in “Im Westen nichts Neues”

Nicht nur Offiziere, sondern auch zunehmend “normale” Soldaten trugen daher die praktischen Trench Watches im Feld – und das auch noch später Zuhause, zumindest sofern der Soldat überhaupt wieder nach Hause kam. Durch die stark steigende Nutzung “legitimierte” der Erste Weltkrieg in den Augen der Zivilbevölkerung quasi die Idee, dass Männer Armbanduhren tragen “dürfen”.

Herkunft und Eigenschaften der ersten Trench Watches

Hersteller der Trench Watches waren u.a. die US-amerikanischen Uhren-Hersteller Waltham und Elgin. Auch die Schweizer produzierten solche Uhren, darunter Rolex und Omega. Spannend: Die ersten Trench Watches waren im Prinzip einfach nur umgebaute Taschenuhren, an deren Gehäuse Bögen drangelötet wurden, um ein Lederband montieren zu können. Grade zu Beginn des Ersten Weltkrieges herrschte nämlich bei vielen Armeen Knappheit bei Ausrüstungsgegenständen wie Uniformen und auch Uhren.

Typische Trench Watches kamen damals mit einem Emaille-beschichteten Zifferblatt, Radium-Leuchtmasse auf den birnförmigen “Poire squélette” Zeigern und den übergroßen Ziffern für eine optimale Ablesbarkeit in den dunklen Schützengräben, kleiner Sekunde (zum Zwecke der Synchronisation unter den Soldaten und, um zu sehen, dass die Uhr noch lief), einer griffigen zwiebelförmigen Krone und einem Gehäuse aus Nickel oder Silber.

Als weitere Anforderung kam später auf, dass die Soldaten ihre Uhren und insbesondere das Glas schützen mussten. Und so wurden (meistens aus Blech gestanzte und dann vernickelte oder versilberte) Metallgitter bzw. -käfige geschaffen, die das Glas bedeckten, aber durch Aussparungen dennoch das Ablesen der Uhrzeit ermöglichten.

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GB-Patent 105694, lizenziert von Levi an Hirst, Bild: vintagewatchstraps.com

Es gab aber auch kritische Stimmen zu diesen Käfigen: Frank Mercer von Thomas Mercer Chronometers sprach sich 1917 im britischen Horological Journal dafür aus, das Uhrenhersteller sich auf staubgeschützte Gehäuse und unzerbrechliches Glas konzentrieren sollten anstelle Zeit mit der Entwicklung von Schutzkäfigen zu verschwenden.

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Horological Journal November 1917
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Trench Watch von der Microbrand Vario aus Singapur

Ein paar wenige heute tätige Uhrenhersteller greifen das Trench Watch-Design auf, darunter die im Microbrand-Hotspot Singapur ansässige Marke Vario mit dem Modell 1918 Trench. Vario hält sich dabei überaus originalgetreu an das Design der ursprünglichen Trench Watches, zum Beispiel mit den oben bereits erwähnten Poire squélette-Zeigern, die ursprünglich vor allem in Taschenuhren verwendet wurden, die für militärische Zwecke hergestellt wurden. Meistens waren die ausgeschnittenen Flächen der Zeiger mit Radium-Leuchtmasse gefüllt – heute kommt in Schützengrabenuhren wie der Vario 1918 Trench natürlich kein Radium mehr zum Einsatz, denn wie eine Studie belegt, kann die Radioaktivität bei solchen Uhren insbesondere in selten belüfteten Räumen gesundheitsgefährdend sein. Stattdessen setzt Vario auf gängige Super-LumiNova in der am stärksten leuchtenden Farbe C3.

Auch die Trench Watch-typische kleine Sekunde, die im Falle der Vario dezent vertieft ist, ist an Bord. Gut: Bei der hier gezeigten 40mm-Variante säbelt die kleine Sekunde nicht die Ziffern ab (bei der kleineren 37mm-Variante wird aufgrund des geringeren zur Verfügung stehenden Platzes die “6” leicht angeschnitten). Am äußeren Rand befindet sich eine sogenannte Eisenbahnminuterie, die – wie der Name schon sagt – an Schienen erinnert.

Das Zifferblatt ist dabei (wie die original Schützengrabenuhren von damals – und das ist durchaus eine nicht oft anzutreffende Besonderheit) aus Emaille (engl. Enamel). Emaille wird bei bei Temperaturen von über 480 °C geschmolzen und gilt als sehr korrosionsbeständig, temperaturbeständig, schlag- und stoßfest, säureresistent und lichtecht, d.h. emaillierte Oberflächen behalten ihre Farbe, wie am ersten Tag. Auch bei dauerhafter Sonnenbestrahlung und intensiver UV-Strahlung verblassen sie nicht oder verändern die Farbe.

Auch die fetten Ziffern mit einer Art angedeuteten, rechtsseitigen Schatten sind in ihrer Typographie identisch mit den historischen Trench Watches. Bei der hier gezeigten Variante sticht dabei insbesondere der kräftige Orange-Ton der Leuchtfarbe ins Auge, der sich ganz hervorragend mit dem sehr massiv wirkenden und bis 10 bar wasserdichten (und damit zum Schwimmen geeigneten) Messing-Gehäuse ergänzt.

Ja, richtig gelesen: Zum Einsatz kommt nicht typischerweise von Uhrenherstellern für Gehäuse verwendete Bronze, sondern Messing. Der Unterschied ist allerdings nicht riesig (der Sprachwissenschaftler verweist an dieser Stelle auf einen Unterschied von exakt einen Buchstaben): Bronze und Messing sind beides Metalllegierungen. Kupfer und Zink (CuZn) bilden den Werkstoff Messing, während Bronze eine Legierung aus Kupfer und Zinn (CuSn) ist.

Die Optik der Metalloberflächen von Bronze und Messing ist recht ähnlich. Allerdings wirkt Messing goldfarbener, während Bronze einen rotbraunen Farbeinschlag hat.

In jedem Fall ist die hier gezeigte Vario 1918 Trench noch nicht allzu stark patiniert – im Laufe der Zeit dürfte sich das merkbar ändern, das Gehäuse optisch deutlich “altern”. Und das passt natürlich gut zu einer waschechten Retro-Uhr wie der Vario 1918 Trench (wer den Alterungsprozess beschleunigen möchte, der findet hier einige Tipps: Ausprobiert: Turbo-Patina für Bronze-Uhren mit Hausmitteln erzeugen – und wieder reinigen).

Der Gehäuseboden, der mit einer Gravur eines Soldaten kommt, ist dabei sinnvollerweise aber aus Edelstahl, da Messing im Kontakt mit der Haut unter Umständen unschöne Flecken hinterlassen kann.

Optional kann man die Uhr übrigens (gegen Aufpreis) mit einem Stahlboden mit individualisierbarer Gravur oder einen Saphirglasboden ordern – der Blick durch den Saphirglasboden auf das Automatikkaliber Miyota 82s5 ist allerdings nicht allzu spektakulär, weshalb ich eher zu den Massivboden-Varianten mit Gravur raten würde (aber das ist natürlich Geschmackssache, siehe auch: Uhren mit Glasboden: Muss man wirklich IMMER den Durchblick haben?).

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Schön: Ganz im Stile der ersten Trench Watches zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die (wie Eingangs geschildet) im Prinzip nur umgebaute Taschenuhren waren, an deren Gehäuse Bögen drangelötet wurden, kommt auch die Vario 1918 Trench nicht mit klassischen Hörnern, sondern mit eben diesen Bögen.

Man beachte: Das verleiht dem Modell zwar eine originalgetreue Optik, führt aber dazu, dass man nicht einfach Lederbänder “von der Stange” an der Uhr montieren kann. Dafür bietet Vario aber eine Lösung an in Form eines speziellen BUND-Bandes, also sprich eines Lederbandes mit Lederunterlage, das optisch ganz hervorragend passt: Um das Band montieren zu können, lassen sich die beiden Nieten einfach von der Unterseite her abschrauben, um die Schlaufe öffnen zu können. Vario bietet auch eine Bandversion ohne Nieten, die über ein biegbares Metallstück ein Schließen der Schlaufe ermöglicht. Was auf jeden Fall immer geht ist natürlich ein klassisches Nato Strap.

Schrapnell-Schutz

Vario bietet optional außerdem einen sogenannten Schrapnell-Schutz an, der mich spontan (und man verzeihe mir diese themenfremde Analogie) an Anthony Hopkins als Hannibal Lecter in Das Schweigen der Lämmer erinnert hat. Es handelt sich dabei um eine Art Schutzkäfig, den man einfach lose auf das Gehäuse legt und der dann vom Band gehalten wird. Die Innenseite ist gummiert, um das Gehäuse vor Kratzern zu bewahren.

Natürlich ist der Schrapnell-Schutz bei der Vario 1918 Trench eine reine Spielerei, die die Ablesbarkeit naturgemäß nicht grade erhöht. Tatsächlich kamen solche Schutzkäfige aber auch bei den ursprünglichen Trench Watches im Ersten Weltkrieg zum Einsatz, um die Uhr zu schützen (hier ein Beispiel einer Trench Watch aus 1916). Man kann aber natürlich durchaus kritisch hinterfragen, ob die Unversehrtheit der Armbanduhr in einer Situation, in der ein Soldat beispielsweise Kontakt mit einer mit Metallkugeln gefüllten Artilleriegranate (= Schrapnell) hatte, so entscheidend war – ich gehe jedenfalls davon aus, dass man dann eher andere Probleme hatte. In jedem Fall hat der Käfig die Uhr sicherlich vor den alltäglichen Stößen gegen Wände etc. in den beengten Verhältnissen der Schützengräben geschützt (und dieselbe Funktion kann der Käfig natürlich auch in den beengten Verhältnissen heutiger Großraumbüros erfüllen, zum Beispiel auf dem gefährlichen Weg zur rettenden Kaffeemaschine).

Im Inneren der Vario 1918 Trench tickt ein für diese Preisklasse (ca. 400€) durchaus akzeptables Automatikkaliber 82S5 aus dem japanischen Hause Citizen-Miyota, das mit soliden Spezifikationen wie Handaufzug, Sekundenstopp, 21600 bph und über 40 Stunden Gangreserve kommt. Das 82S5 wurde ursprünglich eigentlich für Uhren mit offener Unruh konzipiert, Vario nutzt dieses optische Merkmal aber (wie man unschwer erkennen kann) nicht (das würde schließlich auch überhaupt nicht zum Modell passen).

Vario nimmt nach eigenen Aussagen eine Reglage vor, was mit Blick auf die standardmäßige Ganggenauigkeit, die Miyota “ab Werk” mit -20 bis +40 Sekunden pro Tag angibt, sicherlich keine schlechte Idee ist – und so tickt das Miyota 82S5 in der mir vorliegenden 1918 Trench mit +10 Sekunden pro Tag in einem guten Bereich.

Trench Watch Schuetzengrabenuhr Bronze Vario 23

Eckdaten Vario 1918 Trench:

  • Gehäusedurchmesser: 37 mm oder 40 mm
  • Gehäusehöhe: 10 mm
  • Zifferblatt aus Emaille
  • Glas: 2 mm doppelt gewölbter Saphir mit innerem AR
  • Bandanstoß: 18 mm (37 mm) oder 20 mm (40 mm)
  • Horn-zu-Horn: 45 mm (37 mm) oder 48 mm (40 mm)
  • Super-LumiNova C3
  • Gehäusematerial: Messing
  • Gehäuseboden: Edelstahl 316L (Stahlboden mit individualisierbarer Gravur oder Saphirglasboden optional)
  • Krone: Verschraubte Krone
  • Uhrwerk: Feinreguliertes Miyota 82s5 Automatikwerk, Handaufzug, Sekundenstopp. 21 Steine, 21600 bph, über 40 Stunden Gangreserve
  • Wasserdichtigkeit: 10 bar
  • Armband: Crazy-Horse-Leder mit BUND-Unterlage (75 mm/120 mm) oder Single Pass (270 mm)
  • Garantie: 1 Jahr weltweite Garantie
  • Preis: 388 US-Dollar = derzeit rund 356€; zzgl. Zoll/Einfuhrumsatzsteuer, finaler Preis = ca. 420€
  • Erhältlich direkt bei Vario.sg

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THOR
18 Tage zurück

Hallo Mario,
…Ich habe den Bericht jetzt erst entdeckt! 🙂
Sehr schöne Neuinterpretation und ein Bericht,einer Doktorarbeit gleich!
Die Dezentrale Sekunde besser umgesetzt als das Orginal!
Die versetze Krone ist auch bei der Art von Uhr einzigartig!
Die”Art-Deco-Indizies”,mag ich genauso wie die Basilika oder;”skelettierte Birnenzeiger!”
Alles rundum gelungen,bis vielleicht auf das Mijota-Werk!
Muss mal gucken,wo ich die herbekomme Hier!
LG
THOR

Jörg
1 Jahr zurück

Moin Mario, wieder einmal eine tolle Lektüre zwischen Telefonaten und Kalkulationen im Schützengraben meines Büros! Neben der eigentlich gewöhnungsbedürftigen Optik dieser Uhr finde ich die Bemerkung zu Thema “künstliche Alterung” neuer Uhren ziemlich spannend. Neulich, beim Besuch von LACO in Pforzheim konnte ich in der Ausstellung einige ab Werk künstlich gealterte Uhren anschauen, die mich ins Grübeln brachten. Warum will jemand so etwas haben? Eine Patina muss sich eine Uhr jedenfalls verdienen, meine ich. Wenn z.B. das Tritium im Leuchtmittel nicht mehr tut (nach 25 Jahren) hat die Uhr auch den Respekt einer Vintage Schönheit verdient. Nach der Behandlung mit Putzmitteln aus dem Küchenschrank reduziert sich der Vintage Charme auf das Niveau eines Blenders. Hier passt sogar der englische Begriff “Blender”, weil neu und alt ziemlich vermischt wird. Wer möchten denn schon frisch gekelterten Rotwein trinken, der künstlich gealtert auf +10 Jahre Keller gebracht wird? Jeder nach seiner Façon aber für mich ist das etwas fürs Labor und nicht für das Handgelenk. Herzliche Grüße von Jörg aus Schleswig-Holstein