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Die Omega Speedmaster ist das Aushängeschild des Bieler Luxusuhrenherstellers. Kein Zufall also, dass Omega im Laufe der letzten Jahre verstärkt etliche Varianten des Dauerbrenners lanciert hat – so wie die im Vergleich zur “Ur”-Speedmaster (Professional Moonwatch) deutlich verspieltere Apollo 8 Dark Side of the Moon mit Keramik-Gehäuse, Mondlandschaft-Zifferblatt und Miniatur-Rakete als dezentraler Sekundenzeiger.

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Da aber in der Kürze bekanntermaßen die Würze liegt (und unmöglich alle Speedmaster-Referenzen hier abgebildet werden können), konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf die Preis- und Wertentwicklung der “archetypischen” Speedmaster-Modelle mit Handaufzugswerk, drei Totalisatoren, Hesalitglas und ohne Datum.

Was die Speedmaster nämlich so besonders macht, ist die Tatsache, dass sie eine der wenigen Uhren ist, die im Wesentlichen immer noch auf die gleiche Weise hergestellt wird – mit den gleichen Gehäuseproportionen und dem gleichen Zifferblattdesign wie vor vielen Jahrzehnten. “Nur” beim Kaliber gab es ein paar einschneidende Veränderungen, die auch deutliche Auswirkungen auf das Preisniveau entsprechender Vintage-Modelle hat…

Wert- und Preisentwicklung der wichtigsten Referenzen der Omega Speedmaster Moonwatch: Gedanken vorab

Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf die Verfolgung der Wertentwicklung der einzelnen Modelle, das heißt die faktisch auf Portalen wie Chrono24 aufgerufenen Preise für gebrauchte bzw. Vintage-Uhren.

Die Listenpreise für die “Basis”-Varianten der Speedmaster haben sich in den letzten Jahrzehnten zwar vervielfacht, werden an dieser Stelle aber bewusst ausgeklammert, da diese aus meiner Sicht eigentlich keine Rolle beim Blick auf die historischen Speedmaster-Referenzen spielen (ohne Inflationsbereinigung doppelt nicht).

Frühe Speedmaster-Modelle im “Full Set” sind bemerkenswert selten – und damit extrem teuer. Realistisch gesehen gibt es vermutlich nur noch wenige Hundert Exemplare der ersten Referenzen 2915 oder 2998, die noch voll ausgestattet sind, und wohl noch weniger, die nicht “totpoliert” worden sind. Die Preise können entsprechend extrem stark schwanken.

Auch die sogenannten Chocolate Dials können einen enormen Einfluss auf die aufgerufenen Preise haben: Bei einigen Speedmaster-Referenzen hat sich die ursprüngliche schwarze Farbe im Laufe der Jahre aufgrund von Sonneneinstrahlung ins Bräunliche verfärbt. Ursache ist ein technisches Problem, das die Zifferblatt-Zulieferer Ende der 60er Jahre hatten. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch bei Rolex-Uhren aus dieser Zeit. Das Phänomen ist vergleichbar mit der “Blauen-Mauritus”-Briefmarke: Ein Fehldruck treibt den Preis.

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Omega 2998 mit Chocolate Dial; verkauft über Phillips für über 100.000 CHF.

Begehrt: Vintage-Speedmaster-Referenzen mit dem Kaliber 321

Wenn man sich für eine Vintage-Speedmaster interessiert, so bieten sich vor allem Modelle mit dem Schaltrad-Kaliber 321 (Basis: Lemania-Kaliber aus 1941) an, von denen mehrere Zehntausend produziert wurden, wodurch die Preise noch einigermaßen im Rahmen sind.

Gleichzeitig gelten die Speedmaster-Modelle mit dem Kaliber 321 unter Sammlern als besonders begehrenswert, denn das Werk trieb alle Speedmaster-Modelle an, die von der NASA zertifiziert und auf vielen Missionen von den Astronauten genutzt wurden. Vor allem im Vergleich zu den späteren Speedmaster-Modellen mit dem einfacher konstruierten und günstigeren Kaliber 861 mit klassischer Nockensteuerung, das Omega vor dem Hintergrund der langsam aufkeimenden Quarztechnologie eingeführt hat, sorgt das Kaliber 321 für deutlich mehr Glanz in den Augen von Sammlern – und das wiederum erhöht die Preise für solche Vintage-Modelle (das weiß natürlich auch Omega, weshalb die Schweizer unter der Referenz 311.30.40.30.01.001 ein aktuelles Modell mit einem “wiederbelebten” Kaliber 321 für über das doppelte des Listenpreises der Standardvariante eingeführt haben).

Kommen wir nun aber zur Sache…

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Omega Speedmaster Ref. 2915

Preis-Indikation: ab 50.000€
Tendenz der letzten Jahre: ↗️

1957 war ein geschäftiges Jahr für Omega: Neben der Speedmaster mit der Referenz 2915 erschien auch die erste Seamaster (Ref. 2913) sowie die erste Railmaster (2914). Die Unterscheidung der 2915 ist gegenüber den späteren Speedmaster-Varianten recht einfach: Es ist das einzige Modell mit Edelstahllünette mit gravierter Tachymeterskala und dem “Broad Arrow“, also dem besonders großen, pfeilförmigen Stundenzeiger.

Chronographen wie die Omega Speedmaster waren in ihrem Einführungsjahr 1957 keine Uhren für die breite Masse, sondern für spezielle Berufsbilder wie Techniker oder Sportler. Entsprechend selten (und damit teuer) sind heute daher die ersten Speedmaster-Uhren. Hinzu kommt der relative kurze Produktionszeitraum von grade mal zwei Jahren.

Die Omega 2915 ist daher so selten, dass ein klassischer Wertverlauf kaum nachvollziehbar ist. Ein Anhaltspunkt sind aber Auktionshäuser wie Phillips, bei dem Mitte 2023 eine Speedmaster 2915 aus 1959 für 53.000 US-Dollar unter den Hammer kam. Aber auch Preise weit jenseits der 100.000€ sind für die Ref. 2915 nicht ungewöhnlich.

  • Referenz: CK2915-1 bis CK2915-3
  • Baujahre: 1957-1959
  • Kronenschutz: Nein
  • Kaliber: 321 (Lemania-Basis)
  • Durchmesser: 38 mm
  • Bandanstoß: 19 mm
  • Zeigersatz: “Broad Arrow”
  • Leuchtfarbe: Radium
  • Lünette: Edelstahl
  • Gehäuseboden: ohne Gravur / blank
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Nein
Omega Speedmaster 2915
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster Ref. 2998

Preis-Indikation: ab 22.000€
Tendenz der letzten Jahre: ➡️

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Die Omega Speedmaster mit der Referenz 2998 kommt der später auf dem Mond getragenen Speedy optisch schon ziemlich nah: Der Broad Arrow ist einem deutlich schlichteren, spitz zulaufenden “Alpha”-Zeiger gewichen. Die Tachymeter-Skala ist erstmals in Form einer schwarzen Beschichtung aufgebracht. Zum ersten mal bekam die Speedmaster auch eine Gravur auf dem Gehäuseboden spendiert, das auch heute noch vorzufindende Omega-Seepferdchen. Dank NASA-Astronaut Wally Schirra hat die Referenz 2998 den Spitznamen First Omega in Space (F.O.I.S.) bekommen.

  • Referenz: CK2998-1, CK2998-6, CK2998-61 und CK2998-62
  • Baujahre: 1959-1962
  • Kronenschutz: Nein
  • Kaliber: 321 (Lemania-Basis)
  • Durchmesser: 38mm
  • Bandanstoß: 19mm
  • Zeigersatz: Alpha (Neu/Änderung)
  • Leuchtfarbe: Radium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 1000” oder “Base 500” (Neu/Änderung)
  • Gehäuseboden: Seepferdchen (Neu/Änderung)
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Nein
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Bild: Phillips
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster 105.002

Preis-Indikation: 14.000€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ➡️

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Die 105.002 hat das gleiche kleinere Gehäuse wie die 2998-Referenzen und kommt (auch genau wie die 2998) mit einem Radium-Zifferblatt (Erkennungsmerkmal: Kein “T” auf beiden Seiten von “Swiss Made”) – im Gegensatz zur späteren ST105.003, die ein Tritium-Zifferblatt verwendet. Mit der 105.002 wurden auch die gradlinigen, weiß-kontrastreichen Baton-Zeiger eingeführt.

Mehr: Studie: So gefährlich ist Radium in Vintage-Uhren wirklich

  • Referenz: 105.002
  • Baujahre: 1962-1964
  • Kronenschutz: Nein
  • Kaliber: 321 (Lemania-Basis)
  • Durchmesser: 38mm
  • Bandanstoß: 19mm
  • Zeigersatz: Baton (Neu/Änderung)
  • Leuchtfarbe: Radium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Nein
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster 105.003

Preis-Indikation: 13.000€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ➡️

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Die Omega Speedmaster-Referenz 105.003 markiert den Zeitpunkt, an dem der Chronograph hochoffiziell von der NASA “flight-qualified for all manned space missions” getauft wurde – nach vielen Tests unter Laborbedingungen natürlich, bei denen sich die Speedmaster gegenüber einigen Wettbewerbern durchsetzte.

Die Referenz 105.003 ist auch als die Uhr bekannt, die der NASA-Astronaut Ed White bei seinem ersten Weltraumspaziergang getragen hat (EVA) – mehr: Uhren auf Außenbordeinsätzen (EVA) im Weltall: Von 1965 bis heute.

Die 105.003 war darüber hinaus die letzte Speedmaster-Referenz, die ohne Kronenschutz kam.

  • Referenz: 105.003-63, 105.003-64, 105.003-65
  • Baujahre: 1964-1967
  • Kronenschutz: Nein
  • Kaliber: 321 (Lemania-Basis)
  • Durchmesser: 38mm
  • Bandanstoß: 19mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Tritium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Nein
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Bild: Phillips
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster Professional 105.012

Preis-Indikation: 12.500€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ↗️

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Die Speedmaster Professional 105.012 ist die Moonwatch – es handelt sich um diejenige Referenz, die Edwin „Buzz“ Aldrin bei der berühmten Mondlandemission am 21. Juli 1969 getragen hat, als er Neil Armstrong folgte.

Mit anderen Worten war es nicht die Referenz 145.012, wie man hin und wieder noch fälschlicherweise liest – die Verwirrung rührt da her, dass, nachdem die 105.003 anno 1965 von der NASA offiziell zertifiziert worden war, Omega auch damit begann, die Referenzen 105.012 und 145.012 zur Verwendung durch die NASA-Astronauten zu versenden. Das Omega-Museum hat aber schon vor einigen Jahren klargestellt, dass sowohl Armstrong als auch Aldrin auf ihrer Mondlandemission die Referenz 105.012 dabei hatten.

Die 105.012 brachte einige wesentliche Änderungen mit, die sich dann auch bei Folgemodellen durchgesetzt haben, darunter insbesondere die Einführung eines Kronenschutzes, die Erhöhung des Durchmessers auf 42mm und der “Professional”-Schriftzug auf dem Zifferblatt (der aber, wie manchmal fälschlich angenommen, nicht direkt mit der NASA im Zusammenhang stand).

  • Referenz: 105.012-63, 15.012-64, 105.012-65, 105.012-66
  • Baujahre: 1964-1968
  • Kronenschutz: Ja (Neu/Änderung)
  • Kaliber: 321 (Lemania-Basis)
  • Durchmesser: 42mm (Neu/Änderung)
  • Bandanstoß: 20mm (Neu/Änderung)
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Tritium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Ja (Neu/Änderung)
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Bild: Phillips
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster Professional 145.012

Preis-Indikation: 12.000€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ↗️

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Die Referenz 145.012 ist die letzte Speedmaster mit 321-Antrieb. Das Modell ähnelt der 105.012, mit der Ausnahme, dass die Drücker etwas größer gestaltet sind. Da es sich um die am weitesten verbreitete Speedmaster mit Kaliber 321 handelt, ist sie auf Online-Handelsplattformen in der Regel auch etwas “günstiger”. 

  • Referenz: 145.012-67, 145.012-68
  • Baujahre: 1967-1968
  • Kronenschutz: Ja
  • Kaliber: 321 (Lemania-Basis)
  • Durchmesser: 42mm
  • Bandanstoß: 20mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Tritium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Ja
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Bild: Phillips
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster Professional 145.022

Preis-Indikation: 6.000€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ↘️

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Die Referenz 145.022 markierte einen weiteren signifikanten Wendepunkt für die Speedmaster: Die Moonwatch wurde nicht mehr mit dem beliebten Säulenrad-Chronographenkaliber 321 ausgestattet. Stattdessen kam fortan das einfachere und kostengünstigere Kaliber 861 mit klassischer Nockenschaltung zum Einsatz. Da die 145.022 fast 20 Jahre produziert wurde, gibt es viele Sub-Referenzen, die sich leicht unterscheiden (siehe unten). Der Preis ist gegenüber den Referenzen mit Kaliber 321 deutlich günstiger.

  • Referenz: 145.022-68, 145.022-69, 145.022-71, 145.022-74, 145.022-76, 145.022-78, 145.0022
  • Baujahre: 1968-1988
  • Kronenschutz: Ja
  • Kaliber: 861 (Neu/Änderung)
  • Durchmesser: 42mm
  • Bandanstoß: 20mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Tritium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen oder “First Watch on the Moon”
  • Logo: Appliziert oder Gedruckt (Neu/Änderung ab Referenz 145.022-69)
  • “Professional”-Schriftzug: Ja
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Bild: Phillips
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster Professional 3590.50.00

Preis-Indikation: 5.000€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ↗️

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Im Jahre 1988 führte Omega ein neues System für seine Referenznummern ein. Die Nummer 145.022 wurde weiterhin als Referenz für die Gehäuse (!) verwendet, aber die Uhren selbst erhielten einen völlig neuen Nummernkreis. Im Fall der Speedmaster Professional wurde die Referenz 3590.50 bzw. 3590.50.00 vergeben. Das Modell war im Wesentlichen identisch mit der 145.022.

  • Referenz: 3590.50.00
  • Baujahre: 1968-1988
  • Kronenschutz: Ja
  • Kaliber: 861
  • Durchmesser: 42mm
  • Bandanstoß: 20mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Tritium
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen
  • Logo: Gedruckt
  • “Professional”-Schriftzug: Ja
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Bild: Phillips

Omega Speedmaster Professional 3570.50.00

Preis-Indikation: 4.500€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ↗️

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Im Jahre 1996 begann Omega mit der Verwendung des neuen Kalibers 1861 – ein homöopathisches Update des Kalibers 861, das im Prinzip nur die Veredelung (Rhodinierung anstatt Gelb/Rotgold beim 861) und einen zusätzlichem Lagerstein (18 statt 17) betraf. Die Referenz 3570.50.00 war auch die erste, bei der Super-LumiNova statt Tritium zum Einsatz kam – allerdings erst bei Speedmaster-Modellen ab 2000. Mit anderen Worten ist die Referenz 3570.50.00 mit Baujahr zwischen 1996 und 1999 noch mit Tritium-Zifferblatt ausgestattet – gut erkennbar an dem T SWISS T-Schriftzug unterhalb von “6 Uhr”.

  • Referenz: 3570.50.00
  • Baujahre: 1996-2014
  • Kronenschutz: Ja
  • Kaliber: 1861
  • Durchmesser: 42mm
  • Bandanstoß: 20mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Super-LumiNova (Neu/Änderung; ab 2000)
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen-Medallion
  • Logo: Gedruckt
  • “Professional”-Schriftzug: Ja
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Omega Speedmaster Professional 311.30.42.30.01.005

Preis-Indikation: 4.500€
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ⬆️

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Bis 2021 wurde die Omega Speedmaster Professional Moonwatch mit Hesalitglas und dem Handaufzugskaliber 1861 in Form der “Big Box”-Referenz 311.30.42.30.01.005 gebaut (Ref. -006 mit Saphirglas). Das originalgetreue Design machte das Modell über viele Jahre zu dem Dauerbrenner im Omega-Sortiment – auch dank des vergleichsweise günstigen Preises (zeitweise knapp über 3000€ auf dem Gebrauchtmarkt und bei Grauhändlern). Die Preise für die 311.30.42.30.01.005 sind ab 2019 allerdings stetig nach oben geklettert und haben im Jahre 2021 noch mal einen ordentlichen Satz nach vorn gemacht – wegen der Einführung der Referenz 310.30.42.50.01.001, die einen deutlich höheren Listenpreis mitbrachte.

  • Referenz: 311.30.42.30.01.005
  • Baujahre: 2014-2021
  • Kronenschutz: Ja
  • Kaliber: 1861
  • Durchmesser: 42mm
  • Bandanstoß: 20mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Super-LumiNova
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden: Seepferdchen-Medallion
  • Logo: Appliziert
  • “Professional”-Schriftzug: Ja

Omega Speedmaster Professional 310.30.42.50.01.001

Preis-Indikation: 5.500€ (gebraucht) bzw. 6.500€ (Neu)
Preis-Tendenz der letzten Jahre: ➡️

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Die 2021 lancierte Omega Speedmaster Professional Moonwatch hat sich optisch nur im Detail verändert. Neu sind vor allem das Stahlband und das Handaufzugs-Kaliber 3861, das endgültig das seit Jahrzehnten zum Einsatz kommende Kaliber 1861 bzw. 861 ersetzt. Mit Master Chronometer-Zertifizierung, besseren antimagnetischen Eigenschaften, 50 Stunden Gangreserve und Co-Axial-Hemmung bringt das Kaliber ein paar nennenswerte Benefits mit, die sich Omega aber auch üppig bezahlen lässt (Listenpreis 7600€). Effektiv ist das Modell, wie man im Graphen oben ablesen kann, aber merkbar unter Listenpreis zu bekommen; die Preise sind seit Release recht stark gefallen, seit einiger Zeit findet aber eine Seitwärtsbewegung statt – die vergleichsweise erschwinglichen Preise aus der Zeit der Vorgänger-Ref. 311.30.42.30.01.005 sind in jedem Fall wohl leider vorbei.

  • Referenz: 310.30.42.50.01.001
  • Baujahre: 2021-heute
  • Kronenschutz: Ja
  • Kaliber: 3861 (Neu/Änderung)
  • Durchmesser: 42mm
  • Bandanstoß: 20mm
  • Zeigersatz: Baton
  • Leuchtfarbe: Super-LumiNova
  • Lünette: Schwarz mit Tachymeterskala “Base 500”
  • Gehäuseboden:
  • Logo: Gedruckt (bei der Saphirglas-Variante: Appliziert)
  • “Professional”-Schriftzug: Ja

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9 Kommentare
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Lars
5 Monate zurück

Meine Glaskugel sagt eher einen Abwärtstrend für die Speedmaster Moonwatch voraus😉
Ganz unbeeindruckt von den hier gezeigten Graphen mit Historie zum jeweiligen Modell 🤷‍♂️.
Finde es lustig wie sich Käufer:innen immer wieder, manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich mit der Geschichte zur Uhr versuchen zu identifizieren und mit dem Eindruck unterwegs sind, etwas besonderes, ein Stück Geschichte zu tragen.
Wenn es glücklich macht.
Mir gefällt das Modell überhaupt nicht und Handaufzug – nö danke.

Zu der neuesten „Errungenschaft“ aus dem Hause Omega mit Spielzeugrakete. Ehrlich Leute, wer das noch geil findet, den kann ich nicht mehr ernst nehmen.
Vielleicht wird Omega bald als Spielzeughersteller bekannt(er).

Zu dem Artikel. Wie immer, toll recherchiert, wahnsinnig viel Mühe. Danke.

Jörg Kraft
5 Monate zurück

Lieber Mario, zuerst kam mir der Gedanke:” schon wieder das gleiche Thema” , an dem sich offenbar einige bloggende Fachleute immer wieder wundreiben.
Ich möchte Dir das Lob aussprechen, dass Dein Stil und Deine Aufarbeitung nicht nur a jour ist sondern deutlich übersichtlicher aufgebaut ist, als viele andere Artikel zum gleichen Thema!
Als Moon Watch Eigner interessiert es mich natürlich trotzdem brennend.
Eine Unstimmigkeit habe ich festgestellt: meine Referenz 3570.50.00, die ich ´97 neu für 2000,- DM gekauft habe, besitzt ein Tritium Zifferblatt (T-Swiss Made-T) . Möglicherweise hat Omega erst im Laufe der Produktion der Uhr mit Kal. 1861 auf Tritium verzichtet. Pauschal ist das offenbar kein Erkennungsmerkmal. Vielleicht habe ich ja die “Einzige” mit Tritium ZB. Das wäre dann natürlich auch eine “Blaue Mauritius”… WOW!
Hast Du dazu tiefere Erkenntnis?

Last edited 5 Monate zurück by Jörg Kraft
Michael M. aus W. an der W. in NRW/BRD
5 Monate zurück

Ein wie immer sehr gut recherchierter und gut geschriebener Artikel über eine der berühmtesten Uhren der Welt. Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Die Preise, die Omega für beide Varianten aufruft, sind doch sehr stark überzogen. Technisch ist die Uhr nun wirklich nichts besonderes, eine wirklich schöne Uhr, keine Frage, aber den geforderten Obulus nicht wert. Die Speedmaster zehrt von ihrem unzerstörbaren Ruhm als „Moonwatch“, was für Omega eine Riesen-PR-Aktion ist und man sich dementsprechend bezahlen lässt. Speedmaster und Submariner sind solche völlig überbezahlten Uhren, wobei mindestens die Hälfte des Kaufpreises der Legende geschuldet ist. Für die Hälfte des jetzigen Preises wäre die Omega Speedmaster anständig bezahlt, alles darüber hinaus ist teure Einbildung.

Jörg Kraft
5 Monate zurück

Alles richtig, Michael. Da kann ich nicht widersprechen. Die einzige Begründung für meine Begeisterung ist vollkommen irrational – wie so vieles, was mit diesen Uhren zu tun hat. Als 9- jähriger Pöks habe ich 1969 (und auch schon vorher) alles in mich aufgesogen, was mit der Weltraumfahrt zu tun hatte – Prof. Heinz Haber war mein Held… – ich wollte immer schon irgendetwas besitzen, was mit dem Mondprogramm zu tun hatte und 1997 hatte ich endlich mal so viel Geld wirklich “übrig”, dass ich mir die Speedy kaufen konnte, ohne mit kritischen Fragen meiner Ehefrau konfrontiert zu werden, da habe ich es getan. Ich liebe sie immer noch und egal, wie sich der Sammlerwert (den es eigentlich nicht gibt, weil viel zu viele produziert sind) ändert. Ich werde mich nicht davon trennen. Ich trage sie häufig – obwohl ich inzwischen viele echte Alternativen und “bessere” Uhren habe. Ich weiß, das ist crazy aber die Wahrheit. First love is the deepest.

Jeremias
4 Monate zurück
Antworten...  Jörg Kraft

Was eine romantisch verklärte Sichtweise. Heißt der Song nicht eigentlich „first cut is the deepest“?!

Im Jahr 1997 hat die Omega ca. 1.700 € gekostet, aktuell kostet sie 7.600€. Immerhin 477% mehr als in dem Jahr, wo Du die Uhr gekauft haben willst. War das durchschnittliche Nettoeinkommen noch im Jahr 1997 noch bei ca. 16 Tsd. Euro gelegen, liegt es heuer bei 30 Tsd. Euro (eigentlich eher bei knapp 28 Tsd, so meine Recherche. Das bedeutet, dass sich das Einkommen (netto) in derselben Zeit nur ca. 175-188% nach oben verändert hat.
Legt man die Einkommensentwicklung für die Kalkulation für dieses Uhren Modell, aber gerne auch andere Modelle, von anderen Herstellern zugrunde, sollte die aktuelle Speedmaster nicht mehr als 5.100€ kosten, UVP natürlich 😉.

Da ist die Frage berechtigt, ist die Entfernung zum Mond für den Preis das Limit – dann ist ja noch jede Menge Platz nach oben, oder gibt es für die Gier gar kein Limit?

Nat ist ein Uhrenkauf nicht wirklich rational, jedenfalls nicht in diesem Preissektor, er sollte aber auch nicht komplett wider dem gesunden Menschenverstand sein😉.

Viel Freude dennoch mit der Speedy und den „besseren“ Alternativen

Michael M. (ja genau, der aus W. an der W. in NRW
4 Monate zurück
Antworten...  Jörg Kraft

Hallo Jörg, wir sind gleichen Jahrgangs und das mit Prof. Heinz Haber kann ich 100%ig nachvollziehen. Es ging mir nicht anders. Nur bin ich auch durch Jacques Costeau auf die ebenfalls faszinierenden Unterwasserwelten gekommen und wollte seitdem unbedingt eine Taucheruhr haben. Von meiner großen Liebe, der Submariner Date, habe ich mich vor Jahren aus Vernunftgründen (€) verabschiedet und bin heute mit einer ganz tollen Hommage sehr zufrieden. Die Speedmaster habe ich erst im gereiften Alter für mich entdeckt, leider gibt es die nicht in vernünftig und günstig. Von daher kann ich Dich sehr gut verstehen und freue mich, daß Du Dir den Traum erfüllen konntest.

Kleine Frage am Rande: „…ich liebe sie immer noch…“ bezieht sich jetzt auf die Uhr oder auf die Ehefrau?🤔🤭

Jeremias
4 Monate zurück

Das hört sich für mich so an, als ob am Ende des Geldes zu wenig für die richtige Uhr übrig geblieben ist.
Hommagen machen nicht glücklich.
Was bedeutet für Dich „vernünftig und günstig“ in Bezug auf die Speedmaster?

Max Hase
3 Monate zurück
Antworten...  Jeremias

Nachempfunden = nachgemacht, d.h. keine ”Hommage” = Anerkennung · Beachtung · Bestätigung · Bewunderung · Ehrerbietung · Hochachtung · Respekt · Wertschätzung, sondern ledig ein F A K E .