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Große Aufregung in der Panerai-Community vor ein paar Jahren: Produktmerkmale, die eigentlich als Standard bei der Schweizer Uhrenmarke Panerai galten, wurden im Rahmen der Einführung der Panerai „Base Logo“-Modelle (z.B. PAM01086) gestrichen: Anstelle eines geschraubten Gehäusebodens kommen Pressböden zum Einsatz. Darüber hinaus haben einfache Federstege die verschraubten Stege ersetzt, die sich über Bohrungen in den Hörnern kratzerfrei entfernen ließen und somit einen einfachen Bandtausch ermöglichten. Und: Die Wasserdichtigkeit beträgt grade mal 10 atm bzw. 100 Meter (statt standardmäßig 30 bar bzw. 300 Meter) – was für eine designierte Kampftaucheruhr ziemlich mickrig ist. Kurzum: Die Base Logo-Modellreihe ist aus Sicht vieler eingefleischter Panerai-Fans sowas wie das „Enfant terrible“ der Marke.

Wie gesagt: Wir reden hier nur von den Modellen, die den „günstigen“ Einstieg in die Welt der Panerai-Kampftaucheruhren ermöglichen sollen. Und nun kann man natürlich argumentieren, dass gewisse Abstriche bei günstigeren Varianten hingenommen werden müssen, um den Preisunterschied zu rechtfertigen. Und Panerai hat mit den Downgrades schließlich ja auch ein Herz für Uhrenfreunde mit kleinerer Geldbörse, oder? Nun, die Ernüchterung könnte kaum größer sein mit Blick auf die dennoch saftigen, aufgerufenen Preise jenseits der 5000€, für die man beispielsweise auch eine Omega Seamaster 300m ergattern kann, die den Panerai Base Logo-Modellen in so ziemlich jeder Hinsicht überlegen ist.

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Panerai P.9010 und P.900: Die Downgrade-„Evolution“

Auch beim Panerai-Kaliber P.9010 reibt man sich verwundert die Augen: Ende 2020 begannen einige Panerai-Kunden sich darüber zu beklagen, dass der kleine Sekundenzeiger ihrer mit Kaliber P.9010 betriebenen Uhren nicht stoppte, wenn sie die Krone herauszogen (Sekundenstopp- bzw. „Hacking“-Funktion). Das P.9010 tickt beispielsweise in der rund 10.000 € teuren Submersible PAM01305 oder der rund 8000€ teuren Luminor Marina PAM01312.

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Panerai Submersible PAM01305

Vielleicht nur ein Produktionsfehler? Mitnichten: Panerai hat das P.9010 beschnitten und klammheimlich eine neue Version des Kalibers herausgebracht, die eben nicht mehr mit Sekundenstopp kommt. Auf der Panerai-Website herrscht dazu absolute Funkstille. Mehr noch: Wie der Rolex-Blogger Perezcope herausgefunden hat, beinhaltet das Video auf der Seite zum Kaliber auch jetzt, Mitte 2022, immer noch ein Video, das den Sekundenstopp in seiner Funktion zeigt:

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Auf Nachfrage eines Uhrenfreundes, der eine Panerai mit Kaliber P.9010 besitzt, kam nur diese schmallippige Antwort von Panerai:

Thank you for your email and for your interest in Officine Panerai. Please be advised that the P.9010 movement used to feature a hacking seconds function, so any timepiece produced before approximately June of 2020 will have this. The movement has since been updated and no longer utilizes these features.“

Rolexforums.com / watchuseek

Außerdem hat Panerai die Werksdekorationen wie die polierten Fasen oder die Perlage gestrichen, die bei der ersten Version des P.9010 noch zum Einsatz kamen (die übrigens auch im Video auf der Panerai-Website zu sehen sind). Die neue Version ist einfach nur sandgestrahlt und sieht ziemlich billig aus. Das mag zwar auf den ersten Blick nicht dramatisch sein, da aktuelle Modelle mit dem Werk ohnehin alle einen Stahlboden haben (sicher nicht ohne Grund), es hinterlässt aber trotzdem ein „Geschmäckle“ – nicht zuletzt, da Panerai die neue Kaliberversion „Evolution“ nennt (kein Witz). Was an der neuen P.9010-Variante eine Evolution darstellen soll, weiß vermutlich nicht mal Panerai-CEO Jean-Marc Pontroué selbst. Und noch mal: Wir reden hier von Uhren für um die 10.000€.

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Bild: Perezcope

Übrigens: Auch das Kaliber P.900 wurde – genau wie das P.9010 – beschnitten, Sekundenstopp und Werksdekorationen wurden entfernt. Traurig aber wahr: Das Modell Submersible QuarantaQuattro ELAB-ID PAM01225, das mit diesem Kaliber in der Variante P.900e (e wie „eco“) ausgestattet ist, kostet übrigens rund 60.000€ (nein, da ist keine Null zu viel). Da können meiner Meinung nach auch recycelte Komponenten (Brücken aus Titan, recyceltes Silizium für die Hemmung, u.a.) nicht drüber hinwegtäuschen, dass Preis und technische Produkteigenschaften extrem weit auseinanderklaffen.

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Bild: Perezcope
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Panerai-Kaliber werden übrigens von Manufacture Horlogère ValFleurier produziert, einer Schweizer Firma, die (genau wie Panerai und anderen Uhrenmarken wie Cartier, Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin, IWC) eine Richemont-Tochter ist. Die Bündelung der Kaliberproduktion bei ValFleurier ergibt aus betriebswirtschaftlicher (Konzern-)Sicht absolut Sinn, die Entscheidungen über Kaliber-Modifikationen trifft aber natürlich nicht ValFleurier, sondern Panerai.

Panerai P.9200 und das Manufakturkaliber-Märchen

Abhaken unter der Kategorie „Blöd gelaufene Kommunikation, kann halt mal passieren„? Nun, es wird leider nicht besser: Wie man verschiedenen Quellen entnehmen kann, handelt es sich bei dem von Panerai im Rahmen der Watches & Wonders 2021 selbstbewusst als Manufakturkaliber angekündigten neuen Kaliber P.9200 um ein einfaches ETA 2892 Dreizeigerkaliber vom Wettbewerber Swatch mit Dubois Dépraz Chronographenmodul (zu finden in den Modellen PAM01109, PAM01110, PAM01218, PAM01303 Luna Rossa) – eine nicht allzu oft anzutreffende Kombination, die aber ganz sicher keinen Manufakturkaliber-Charakter hat.

Natürlich ist es nicht unüblich, dass Uhrenhersteller „Stangenware“ von ETA oder Sellita hinter eigenen Kaliberbezeichnungen verschleiern – das ist (leider) gelebte (intransparente) Praxis: Auch etliche andere Hersteller beziehen Standard-Uhrwerke bzw. Rohwerke (Ébauche) von spezialisierten Werkeproduzenten wie ETA oder Sellita und „schalen“ diese (mehr oder weniger modifiziert) in ihre Uhren ein. Insbesondere wird dies bei „günstigeren“ (Einstiegs-)Modellen praktiziert, während hochpreisige Spitzenmodelle mit hauseigenen Manufakturkalibern ausgestattet werden.

Am Ende des Tages ist der Begriff Manufakturkaliber sehr dehnbar und wird von vielen Herstellern „frei interpretiert„, da er rechtlich nicht geschützt ist. Der Knackpunkt: Das P.9200 mit seiner ETA-Basis könnte kaum weiter weg sein vom imageträchtigen Manufakturstatus, sodass die Behauptung von Panerai einfach nur ein Märchen ist.

Immerhin: Panerai ist mittlerweile auf der eigenen Website zurückgerudert und verweist nicht mehr auf eine angebliche hauseigene Manufaktur-Konstruktion. Nur ein Übersetzungs-Schnipsel auf der spanischen Panerai-Seite weist Stand Juni 2022 noch auf die falsche Behauptung hin („integramente realizado por Panerai“ = vollständig von Panerai hergestellt):

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Auch Medien und Händler, die 2021 die Pressemitteilungen und technischen Spezifikationen von Panerai übernommen haben, haben ihre Texte teilweise noch nicht aktualisiert (Screenshot von Anfang Juni 2022):

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Bitte versteht mich nicht falsch: Es geht mir nicht um „Bashing“. Ich mag die Geschichte hinter Panerai. Und ich mag das stringente Kampfschwimmer-Design der Marke. Und ja, natürlich will… nein muss Panerai wirtschaftlich handeln, um Arbeitsplätze zu sichern, Geld für Investitionen zu verdienen etc.. Dass ein Uhrenhersteller seine Kosten permanent hinterfragen muss, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht völlig normal.

Mit dem Richemont-Konzern im Nacken hat Panerai in den letzten Jahren aber an Stellschrauben gedreht bzw. an Stellen den Rotstift angesetzt, die nur schwer nachvollziehbar sind. Einen verschraubten Gehäuseboden beispielsweise findet man auch bei der Citizen Promaster Automatik NY0040, die für unter 200€ zu bekommen ist. Kein Wunder, denn die Produktionskosten gegenüber einem Pressboden dürften nur wenige Euro höher sein – im Verhältnis zum von Panerai aufgerufenen Preis jenseits der 5000€ für die Base Logo-Modelle also ein Furz im Wind.

Kosten senken und wirtschaftlich handeln ist eine Sache. Ein Markenimage allerdings sinnlos kaputt zu sparen (Pressboden, Mini-Wasserdichtigkeit, Federstege), Uhrenfreunde im Unklaren über Kaliber-Veränderungen zu lassen, oder hinsichtlich angeblicher Manufakturkaliber einfach nicht die Wahrheit zu sagen – das ist eine andere Sache. Eine ganz andere Sache.

Dabei will Panerai doch eigentlich bei den ganz Großen der Luxusliga mitspielen – das deutet zumindest der Blick auf die Preisspirale eindeutig an: Man schaue zum Beispiel auf den recycelten Edelstahl „eSteel“, den Panerai als Hebel nutzt, um Preiserhöhungen durchzusetzen. Die günstigste Panerai-Neuheit der Watches & Wonders 2022 kostet 9.000 CHF, die teuerste 78.000 CHF. Die Panerai’sche Marschrichtung lässt nicht viel Platz zur Interpretation. Aber geht es nicht als Luxusuhrenhersteller darum, die „Extrameile“ zu gehen, statt kaum nachvollziehbare und intransparente Beschneidungen vorzunehmen? Diskutiert gerne mit und hinterlasst mir einen Kommentar!

Mehr: Panerai Uhren: Geschichte rund um Marina Militare, Radiomir, Luminor Marina & Co.

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Joachim Michel
26. September 2022 13:57

Hallo Mario,

Du sprichst mir aus dem Herzen! Ich bin fast mein halbes Leben Panerai-Fan, aber meine Enttäuschung nach dem Kauf einer PAM01162 „Paltrinieri-Edition“ (das Modell ihres Markenbotschafters!) ist wirklich mehr als riesig. Wenn man beim Uhrzeiteinstellen einer €11.000 – Uhr feststellt, daß der Sekundenstopp nicht funktioniert, denkt man zuerst an ein defektes Werk oder einen Fake, dem man untergeschoben bekommen hat. Wenn man aber auf Nachfrage bei Panerai nur lapidar mitgeteilt bekommt, daß beim P.9010 „Evolution“-Caliber auf die Hacking-Funktion im Hinblick auf eine höhere Dauerhaltbarkeit des Werkes verzichtet wurde, fühle ich mich schlichtweg betrogen. Und „Sandblasting“ statt Werkdekoration : wegrationalisiert zugunsten des letzten Euros, den man auch noch mitnehmen möchte. Und alles verschämt versteckt unter einem Gehäuseboden aus Stahl. Aber erinnern wir uns an die „Brooklin-Bridge“ Affäre, alles schon mal dagewesen. Die qualitativen Abstriche, die man mittlerweile machen muß im Verhältnis z.B. zu einer in etwa gleich teuren Rolex Sea-Dweller, sind einfach gewaltig.Solch ein Verhalten ist einer Luxus-Uhrenmarke mit solch gewaltigen Preisvorstellungen einfach unwürdig. Richemont hat Panerai zu einer reinen Cash Cow degradiert!

Bei „Perezcope“ in einem brillant recherchierten Artikel lesen zu müssen, daß die Stallone-Panerai-Story mit den zufällig beim Daylight-Dreh entdeckten Kampfschwimmeruhren frei erfunden ist und lediglich von einem gewissen Monty Shadow als Marketing-Gag inszeniert wurde (und im übrigen auch noch zum Untergang der ursprünglichen Officine Panerai mit beigetragen hat!), lässt mir das Herz bluten. Ich liebe die ganze Panerai-Story, daß da etwas Einzigartiges unentdeckt vor sich hin schlummerte, was jahrzentelang nur kleine, elitäre Marineeinheiten kannten und dann in der Uhrenwelt plötzlich einschlug wie eine Bombe. Ich möchte mich innerlich gar nicht von Panerai distanzieren, nur was Monsieur Pontroué im Auftrag Richemonts da betreibt, ist Verrat an den treuen Paneristi und schlichtweg verachtenswert. Nur auf immer noch atemberaubendes Design zu setzen und hintenrum seine treuen Fans -und Käufer!- schlichtweg brutal zu verarschen zugunsten des schnöden Mammons- nein danke, das geht auch anders!

Joachim

Peter
17. August 2022 11:10

Hi Mario,

ich habe es satt, wie der Kunde von Panerai für blöd verkauft wird und teilweise sogar betrogen wird, was die zu erwartenden Funktionen oder Eigenschaften bei manchen Uhrwerken betrifft.

Ich bin eigentlich Paneraiträger der ersten Stunde und viele sind in den vergangenen Jahren gekommen und gegangen. Die letzten vier Jahre hatte ich dann eher andere Uhren auf dem Schirm, aber Anfang des Jahres ist dann mein Feuer für Panerai neu entfacht. Ich wollte mal was mit weißem Blatt und so standen drei Modelle im Focus, die Luminor PAM01314, der Luminor Chrono PAM01218 und die Submersible PAM01226. Also zu Wempe gewandert und mir die Modelle mal angesehen. Geworden ist es dann die Luminor PAM01314, die Submersible wurde bestellt und der Chrono auf Weihnachtswunschliste verlegt.

Als ich dann die Uhr zuhause stellen wollte und feststellen musste, dass der Sekundenstopp nicht funktioniert (ist mir im Geschäft in der Aufregung leider nicht aufgefallen) war ich erst mal erschüttert, dass die Qualitätskontrolle bei Panerai wohl geschlafen hat.
Also ein paar Mails an Panerai, wie sie das Problem am schnellsten lösen können (ich dachte, der direkte Kontakt zu Panerai sei schneller, als mit der Uhr wieder zu Wempe zu gehen) und erst nach der dritten Mail dann das Geständnis, dass man den Sekundenstopp eingespart hätte.
Meine Recherchen habe dann ergeben, dass es wohl nicht nur der Sekundenstopp war, den sie eingespart haben, sondern das Werk einen regelrechten downgrade erfahren hat.

Die ganze Kommunikation mit Panerai und der offensichtliche Betrug bezüglich der angegebenen Funktionen und Merkmale des Uhrwerks haben mich so geärgert, dass ich die Uhr sofort wieder verkaufen wollte – was aber leider wegen des sehr hohen Verlustes, den ich hätte einstecken müssen, nicht vertretbar war. Da warte ich wohl besser noch die nächsten fünf Preiserhöhungen – also ca. ein Jahr ;–)) um den Verlust so klein wie möglich zu halten.

Nun war ich natürlich angezündet und habe weitere Recherchen betrieben und was ich da erfahren musste, war echt erschütternd. Habe ich noch gehofft, der Betrug mit dem P9000 sei ein Einzelfall, wurde ich schnell eines Besseren belehrt, den das Desaster ging mit dem P900 und dem P.9200 leider weiter.
In meinen Augen ist das, was Panerai da betreib für den Kunden nicht mehr akzeptabel. Die Uhren werden immer teurer – sind ja mittlerweile in Preisregionen angekommen, in denen man für sein Geld auch richtig gute Uhren bekommt – und an allen Ecken und Enden wir was eingespart.
Somit ist für mich auch klar geworden, warum man bei vielen Modellen auf den Glasboden verzichtet, der Kunde soll ja nicht alles sehen. Bei dem Thema „Brooklyn Bridge“ vor vielen Jahren, hätte man eigentlich schon merken müssen, wie bei Panerai gedacht wird.

Für mich ergeben sich daraus natürlich logische Konsequenzen. Erstens habe ich die bestellte Submersible selbstverständlich wieder abbestellt, der Chrono ist von der Wunschliste verschwunden und Panerai ist für mich gestorben.
Und ich gehen noch einen Schritt weiter, indem ich mich auch von meinen anderen Uhren aus dem Richemont-Konzern trennen werde und garantiert nie wieder etwas aus dem Richemont-Konzern erwerben werde.
as mag manchem übertrieben erscheinen, aber was ich mit Panerai erleben musste, ist in erster Linie dem Richemont-Konzern zuzuschreiben und mit Leuten die so ticken, möchte ich nichts zu tun haben, werde sie nicht unterstützen, indem ich ihre Uhren trage, und denen schon gar nicht mein schwer verdientes Geld in ihre immer gieriger werdenden Hälse schmeißen.

LG Peter

Manfred
28. Juli 2022 10:05

Stormy see…
In this forum should normally reported positive product experiences, but as a new customer I am very disappointed from the first moment on.
Unfortunately, I had to return my new Luminor Marina Chrono, PAM 01109 to the dealer. 
The reason(s) are:
1. no built in manufacture calibre, as advertised instead a modified ETA calibre installed
2. pressed-in watch case (no screwed case back)
3. low water resistance of only 10 bar associated with point 2
Panarai customers paying 9200Euro deserve Panarei quality from past years.
It is not my intention to basching Panarei, but to express my displeasure about their product policy.
Luckyly, I still own my PAM00072 (Built 2003) with the legendary Zenith 400 calibre and I`m quite happy with it.

Michael M. aus W. an der W. in NRW/D/EU
8. Juli 2022 11:23

Mario, Du wirst auf Deine alten Tage noch zum investigativen Journalisten! Glückwunsch zu diesem sehr spannenden und äußerst erhellenden Artikel. Gut, die Marke ist jetzt nicht so mein Ding, habe aber die Modellpolitik mit Interesse verfolgt( und habe dabei witzigerweise immer Sylvester Stallone im Hinterkopf). Aber die Dinge, die Du da beschreibst, sind ganz klarer Betrug oder zumindest ganz dicht dran(ich bin kein Jurist). Und das in diesen gewaltigen Preisregionen! Es ist einfach unglaublich!

Meine günstigste Uhr für den täglichen Gebrauch ist eine Gigandet Sea Ground, ein vorzüglicher Diver fürs Geld mit einem Seiko NH35. Wasserdicht bis 30ATM, verschraubte Rückseite mit schöner Gravur, Werk mit Sekundenstop etc. für einen winzigen Bruchteil des Preises einer Panerai. Natürlich hast Du recht mit den betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Aber die von Dir beschriebenen Defizite und Verfälschungen mindern doch die Qualität der ehemals hochwertigen Uhren nicht unerheblich und werden der Firma mittel- und langfristig eher schaden. Manches Mal habe ich den Eindruck, einige Manager haben durch den Boom mit teuren und sehr teuren Uhren und den damit verbundenen erheblichen Gewinnen den Blick auf die Realität verloren und wollen die Gewinne weiter ins Unermessliche steigern. Und machen es wie die Lebensmittelindustrie: Weniger Inhalt für mehr Geld. Und so etwas nennt man Beschiss. Hoffentlich spricht sich dieser Betrug am Kunden schnell genug rum, so daß die Verkäufe einbrechen und wohlhabende Kunden die Firma verklagen. Bitte bleib am Ball und halte uns weiter auf dem Laufenden.

Carsten
21. Juni 2022 12:17

Pressboden? Nicht deren ernst?!
Absolut lächerlich, da geschraubte Böden schon in Uhren unter der 100,- Euro Minischallmauer zu finden sind.

Martin Ostermeier
14. Juni 2022 9:48

Hallo Mario,
wieder klasse recherchiert, danke dafür! Meiner Meinung nach wird das Panerai noch schwer auf die Füße fallen. Einen Mercedes mit Dacia-Interieur will auch keiner mehr. Gerade der Luxuskunde kauft nicht nur Design, sondern auch exklusiven Inhalt. Ich z.B. kaufe keine Seiko ohne Sekundenstopp, der ja schon in 100 Euro Automatiken da ist. Irgendwann hat sich das zweifellos schöne Design totgelaufen, und dann stehen sie nackt da.
Du hast uns echt die Augen geöffnet, wo der Kaiser keine Kleider anhat…

Hannes
9. Juni 2022 19:47

Super Artikel.
Vielen Dank!

Sascha
8. Juni 2022 23:19

Man muss es ihnen ja lassen, einige Uhren sehen einfach extrem gut aus, die Dialfarben haben sie im Griff und die Straps sowieso. Aber die irre Preisrally in eine Richtung mit dem fast völligen verschwinden der Brot-Butter-Zweizeiger/Dreizeiger …Die Strategie zu Beginn der 2010er Jahre war ja noch nachvollziehbar für die Abgrenzung der Modelle und Preisklassen. Aber was man sich inzwischen leistet ist ein Witz. Keine Chronometer mehr (früher bekam jede Uhr mit Sekunde das COSC-Zertifikat mitgeliefert!), teilweise komplett undekorierte Werke, besagte Abstriche bei den ehemals verschraubten Stegen und der WaDi. Kein Sausage-Dial mehr (was völlig verschwunden ist, obwohl es ein integraler Bestandteil der Marke war), stattdessen teilweise billigste Druckapplikationen, die andere Hersteller für 500€ besser machen.

Ich fürchte abseits meiner 380 kommt mir nichts mehr ins Haus von Panerai, wenn ich nicht nochmal irgendwo einen Glücksfund mache. Ärgere mich, dass ich damals nicht die nagelneu 112 mit Sandwich-Dial und Sichtboden vom Unitas-2 mitgenommen hab beim Konzi.

D.Hansen
8. Juni 2022 7:48

Mario vielen Dank für den Artikel, sehr spannend so etwas zu lesen.
In diesem Preissekment, sehe ich die oben aufgeführeten Sparmaßnahmen schon als dreist an.. Hat für mich die DNA einer reinen Modemarke.
Aber wahrscheinlich gehen genug Uhren nach Fernost und da muss das Statussybol eben keinen Sekundenstopp haben, sondern schön groß sein. Das schaffen Sie ja auch ohne geschraubten Boden 😉

Guido
7. Juni 2022 23:30

In der Automobilindustrie ist das als „Decontenting“ bekannt. Da ist beim nächsten Modelljahr, des gleichen Fahrzeuges, plötzlich das Handschuhfach nicht mehr temperiert, oder nicht mehr beleuchtet. Der Teppich im Kofferraum wird jedes Jahr dünner, Geräuschdämmungsmaterial wird nach und nach weggelassen. Der Haltegriff, auf der Fahrerseite, ist plötzlich nur noch ein Haken, oder sogar ganz verschwunden. Die Ledersitze sind plötzlich nur noch Teilleder…
Immer in kleinen Schritten und immer nach dem Motto: Ach, das merkt der Kunde gar nicht…
Mittlerweile hat man schmerzhaft lernen müssen, dass der Kunde nicht blöd ist und es eben doch merkt.
Ärgerlicherweise, gibt er sein Geld dann lieber bei der Konkurrenz aus.
Kann gut sein, dass man sich bei Panerai denkt, dass das bei Uhren noch niemand versucht hat und sich momentan für verdammt clever hält.
Aber, es bleibt wie es ist: Der Kunde ist nicht blöd! Schon gar nicht im Luxussegment…
Irgendwann, wird man das auch bei Panerai gelernt haben.
Bis dahin, mal viel Glück…