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Wenn man sich Uhren aus den Pioniertagen des modernen Gerätetauchens aus den 60er- und 70er-Jahren anschaut, fällt schnell etwas auf: Viele waren aus heutiger Sicht überaus kompakt. Viele Modelle, die heute als Ikonen gelten, bewegten sich damals bei deutlich unter 40 mm Durchmesser – Größen, die damals vollkommen ausreichten, um den Taucher zuverlässig mit Zeitmessung zu unterstützen.

Genau hier setzt die Anfang 2026 frisch lancierte Squale SUB-37 mit dem selbstbewussten Namenszusatz „Legend“ an. Der Name verrät es bereits: Sie kommt mit grade mal 37 Millimeter Gehäusedurchmesser und orientiert sich an den Proportionen klassischer Vintage-Taucheruhren oder auch Skin Diver-Uhren. Dabei bleibt es allerdings nicht wie wir im Folgenden sehen werden.

Eckdaten Squale SUB-37 Legend (SUB-37BKBK.RBK​):

  • Kaliber Sellita SW200-1 (no Date), Grade: Elaboré, Gangreserve 38 Stunden, 28800 bph
  • Gehäuse 37 mm, Lünette 38.5mm, Horn-zu-Horn 45.5 mm
  • Höhe 11,2 mm (10,7 mm ohne Glas)
  • Bandanstoß 19 mm
  • Gehäuse aus 316L Edelstahl, poliert
  • Wasserdichtigkeit 300m / 30 bar
  • Verschraubte Krone und Boden
  • Box-shaped Saphirglas, antireflexbeschichtet
  • Super-LumiNova Old Radium
  • Lünette mit 120 Klicks, K1 Glas, gewölbt
  • Band: Vulkanisiertes Rubber, Made In Italy, Ladder-Stil, 19/16
  • Listenpreis: 1650€, erhältlich direkt über Squale oder zum Beispiel über den offiziellen Squale-Fachhändler Chronofactum

Tipp: Die Inhalte dieses Beitrags gibt es auch in bewegten Bildern bei uns auf YouTube:

Squale SUB-37 Legend im Test

Wer sich ein wenig mit der Geschichte professioneller Taucheruhren beschäftigt hat, weiß: Squale ist alles andere als ein Neuling im Geschäft. Die Marke wurde bereits 1959 von Charles von Büren gegründet und hat sich früh auf wasserdichte Gehäuse für professionelle Taucheruhren spezialisiert. In den 60er- und 70er-Jahren lieferte Squale bzw. von Büren sogar Gehäuse und Komponenten an zahlreiche andere Marken bzw. Hersteller – ein kleines, aber feines Detail, das heute Sammlerherzen höherschlagen lässt, wenn auf alten Zifferblättern das kleine Haifisch-Logo bei „6 Uhr“ auftaucht. Und so trugen auch Apnoetaucherlegenden wie Enzo Maiorca oder Jacques Mayol Squale-Uhren bei ihren Abenteuern unter Wasser, bei denen sie auch den einen oder anderen Weltrekord aufstellten. Kurz gesagt: Die Marke hat sich ihren Platz in der Taucheruhren-Geschichte ziemlich ehrlich erarbeitet. Bis heute ist Squale ausschließlich mit Taucheruhren unterwegs und solch eine konsequente Spezialisierung ist alles andere als „normal“.

Mit der neuen SUB-37 Legend versucht Squale nicht, das Rad neu zu erfinden. Ganz im Gegenteil: Die Uhr ist eher eine Art Zeitreise in eine Epoche, in der Taucheruhren noch Werkzeuge waren. Das fällt sofort beim Gehäuse auf: Die (namensgebenden) 37 Millimeter Durchmesser wirken heutzutage fast schon rebellisch klein. In einer Welt, in der heute viele Diver locker die 42-Millimeter-Marke aufwärts knacken, ist das auch eine Art Statement. Gleichzeitig erinnert diese Größe daran, wie Taucheruhren ursprünglich gedacht waren: kompakt, funktional, angenehm tragbar – auch über längere Zeit. Gleichwohl ist die Squale SUB-37 kein Reissue oder dergleichen (das war übrigens einer meiner ersten Gedanken, als ich die Infos zur SUB-37 bekommen habe) – aber ein optisch identisches Pendant gibt es in der Squale-Geschichte einfach nicht. Am ehesten ist die SUB-37 noch optisch im Dunstkreis der damaligen Blancpain Fifty Fathoms zu verorten, die mit Squale-Gehäuse kam (dazu gleich mehr).

Vielleicht kann man mit Blick auf die SUB-37 auch von einem Modell im Dunstkreis von Skin Diver-Uhren sprechen: Der Begriff leitet sich vom Wort skin-dive ab, englisch für Freitauchen. Gemeint sind damit Tauchsportaktivitäten ohne Ausrüstung, bei denen der Taucher vor dem Abtauchen einatmet und (im Gegensatz zum Gerätetauchen) für den Tauchgang nur diesen einen Atemzug nutzt. Skin Diver-Uhren wurden damals von Herstellern wie Squale als günstigere “Leichtgewicht”-Alternativen zu klassischen Profi-Taucheruhren positioniert.

Skin Diver Magazin July 1958

Durch die mehrstufige und optisch dadurch sehr schmal wirkende Flanke in Verbindung mit der durchgängig polierten Oberfläche, kommt das Gehäuse der SUB-37 sehr grazil und „dressig“ daher. Dennoch: Faktisch wirkt die SUB-37 einen Tick größer als es die 37 mm Gehäusedurchmesser vermuten lassen, da der Lünetten-Durchmesser bei ca. 38 mm liegt. Auch das Band, das ein wenig „über“ die Hörner gezogen ist, vergrößert die Uhr optisch auf dezente Art und Weise.

Am Arm fühlt sich die SUB-37 entsprechend unaufgeregt an. Mit rund 45,5 Millimetern Lug-to-Lug und 10,7 mm Höhe (gemessen ohne Glas) bleibt sie angenehm flach und ausgewogen bzw. überhaupt nicht kopflastig am Handgelenk (was mir persönlich sehr wichtig ist). Zum Vergleich: Mein Handgelenkumfang beträgt in etwa 18 cm und da wirkt die Uhr gefühlt einen Tick zu klein, wobei das natürlich individuelle Geschmackssache ist.

Das Gehäuse kommt ferner mit 30 bar bzw. 30 atm / 300 Meter Wasserdichtigkeit (siehe auch „30 Atmos“-Schriftzug auf dem Zifferblatt in einer geschwungen Typographie). Dazu kommt eine verschraubte Krone und ein verschraubter Boden – klassische Zutaten, wenn eine Uhr ernsthaft mit Wasser in Berührung kommen soll. Auf einen Kronenschutz verzichtet Squale, um den Retro-Charakter des Modells zu unterstreichen.

Squale verbaut ein sogenanntes Box shaped-Saphirglas. Das ist im Grunde eine moderne Interpretation der gewölbten Plexigläser früher Taucheruhren. Es steht leicht über dem Gehäuse und erzeugt einen gewissen Vintage-Charme, ohne die Kratzempfindlichkeit von Plexi mitzubringen. Das Glas ist außerdem – das ist mir positiv aufgefallen – richtig gut entspiegelt (gut erkennbar an dem dezent bläulichen Schimmer).

Das Zifferblatt bleibt konsequent funktional: Mattes Schwarz, kontrastreiche, gedruckte Indizes und großzügige Leuchtmasse sorgen für optimale Ablesbarkeit. Verwendet wird Super-LumiNova Old Radium, eine moderne Leuchtmasse, die bewusst den leicht cremigen Farbton alter Radium- oder Tritium-Leuchtstoffe imitiert. Keine Sorge: Radioaktiv ist hier natürlich nichts mehr – der Name ist eher nostalgischer Natur. Der Farbton sorgt aber trotzdem regelmäßig für hitzige Diskussionen unter Uhrenfreunden, da es sich letztendlich um „Faux Patina“ (falsche bzw. Fake Patina) handelt. So oder so: Die bräunliche Leuchtmasse passt meiner Meinung nach einfach ganz hervorragend zu einer kompakt dimensionierten Uhr mit konsequentem Retro-Leitgedanken. Auf ein Datum verzichtet Squale – und ich sage: gut so, denn ein Datum hätte die Retro-Optik meiner Meinung nach nur gestört (Stichwort: Symmetrie).

Durch und durch konsequent im Rahmen des Retro-Leitgedankens ist auch, dass Squale bei der SUB-37 das geschwungene Haifisch-Logo auf „6 Uhr“ verwendet: ein gekrümmter Squale-Schriftzug, der an den jeweiligen Enden eine Haifischflosse und einen Haifischkopf trägt – dieses entspricht originalgetreu dem Logo, das viele Hersteller, die in den 70er Jahren Squale-Komponenten verbauten, im Sinne eines Qualitätsmerkmals neben ihrem eigenen Markennamen auf dem Zifferblatt verewigt haben, darunter Blancpain – also quasi eine Art Co-Branding (hier ein Beispiel).

Auf „12 Uhr“ befindet sich ein weiterer Squale-Schriftzug mit einem kleinen asymmetrischen Zusatzlogo: Es handelt sich dabei um das Logo der einstigen Squale-Mutterfirma Von Büren S.A./Montres. – ein „von“, das in eine Krone eingebettet ist.

Auch die Lünette folgt dem liebevoll umgesetzten Retro-Ansatz. Sie lässt sich einseitig drehen – ein Sicherheitsmerkmal bei Taucheruhren, damit sich die angenommene Tauchzeit nicht versehentlich verlängert – und rastet in 120 angenehm satten Klicks ein. Das Inlay aus K1 Glas (also gehärtetes Mineralglas) sorgt für eine glänzende, leicht gewölbten Optik und bringt gleichzeitig eine gewisse Kratzfestigkeit mit, die aber bekanntermaßen leider unter der von Saphirglas liegt. Wegen der „exponierten“ Lage der Lünette ist K1 Mineralglas aber dennoch eine Wahl, für die man ein nachvollziehbares Argument findet: Saphirglas ist deutlich anfälliger für Bruch als K1 Mineralglas – das war ein deutliches Ergebnis eines Experimentes, das ich vor ein paar Jahren durchgeführt habe.

Im Inneren arbeitet ein Sellita SW200‑1 ohne Datum in der höhen Qualitätsstufe Elaboré, die eine Ganggenauigkeit von 7±7 Sekunden pro Tag garantiert. Das Werk gilt als robust, zuverlässig und leicht zu warten – also genau das, was man von einem Kaliber in einer Tool Watch erwartet. Es arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet rund 38 bis 41 Stunden Gangreserve – keine spektakulären Werte, aber eben solide Hausmannskost aus der Schweiz. Perspektivisch würde ich mir aber natürlich wünschen, dass Squale auch das Anfang 2026 auf den Markt gebrachte Sellita SW200-2 mit höherer Gangreserve einsetzt.

Standardmäßig sitzt die Uhr an einem sogenannten Ladder Rubber-Strap – einem vulkanisierten Kautschukband aus Italien mit charakteristischen XXL-Öffnungen, die für bessere Belüftung sorgen sollen. Gerade bei heißem Wetter oder beim Tauchen kann das meiner Erfahrung nach tatsächlich einen Unterschied machen. Außerdem passt dieser Stil ziemlich gut zum Retro-Charakter der Uhr und durch die starke Verjüngung des Bandes auf 16 mm (vom Bandanstoß zur Schließe) trägt es auch nicht auf (obwohl es, wie gesagt ja untypischerweise „über die Hörner gezogen“ ist und die Uhr an sich optisch etwas vergrößert). Gut auch: Das Band ist wunderbar flexibel, der Tragekomfort ist in der Summe phänomenal. Was mir nicht so gut gefällt ist der Geruch: Das Band kommt mit diesem typisch-vanilligen Geruch vieler Kautschukbänder. Als ich beim Testtragen neben meiner Frau stand hob sie die Nase in die Luft und fragte: Was riecht denn hier nach Schokolade? Auch eine interessante olfaktorische Wahrnehmung, wie ich finde. So oder so: Komplett geruchsneutrale Bänder aus beispielsweise FKM sind mir da einfach lieber. Punkt. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass – auch unter Berücksichtigung des Listenpreises – der Wunsch nach einer hochwertigen Falt- statt einer Dornschließe und/oder eine vollintegrierte Machart des Bandes denke ich nicht abwegig ist. Eine Stahlband-Option gibt es zur Zeit leider ebenfalls nicht.

Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang, dass durch den 19 mm-Bandanstoß die Bandauswahl bei Drittanbietern naturgemäß eingeschränkt ist (wenn die Bänder aber etwas flexibel sind, lassen sich auch 20mm-Bänder montieren, zum Beispiel NATO Straps oder auch das – übrigens geruchsneutrale – Rubber der Squale DRASS).

Abschließende Gedanken

Squale setzt voll auf retro – ein Wort, das im Marketing zwar gern überstrapaziert wird, hier bei der SUB-37 Legend aber definitiv authentisch wirkt mit Blick auf die lange Squale-Geschichte mit konsequenter Spezialisierung auf Taucheruhren.

Die Welt der kompakt dimensionierten Retro-Diver von etablierten und historisch spannenden Marken ist übrigens – man glaubt es kaum – relativ übersichtlich. Hochwertige Alternativen in dieser Nische sind eher rar gesät – am ehesten denke ich da noch an die 39mm große Baltic Aquascaphe Classic mit Miyota 9039 oder die Oris Divers Sixty-Five 36. Insofern dürfte Squale mit der SUB-37 den Nerv vieler Uhrenfreunde treffen, da der Diver wie gesagt ja alles an Retro reinpackt, was geht (eher kleiner Durchmesser, Old Radium, historisches Haifisch-Logo etc.) – und das alles in gewohnt hoher Squale-Qualität.

Die Squale SUB-37 kommt mit einem Listenpreis von 1650€, was – das soll nicht unerwähnt bleiben – ein durchaus merkbarer Preisanstieg gegenüber anderen Squale-Modellen wie beispielsweise zuletzt der hier im Beitrag auch kurz erwähnten Squale DRASS ist. Auch der (kleine) Preisanstieg gegenüber der optisch überaus ähnlichen, limitierten Squale SUB-36 Alessandro Squarzi-Edition aus Ende 2025 ist ehrlicherweise nicht so recht nachvollziehbar. Erhältlich ist sie direkt über Squale zum Beispiel über den offiziellen Squale-Fachhändler Chronofactum erhältlich.

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4 Kommentare
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Anonym
29 Tage zurück

Also Mario,
weshalb sprichst du dich immer mal wieder gegen ein Datum an Taucheruhren aus? Das ist doch Schnee von gestern. An einer vernünftigen Taucheruhr wollen viele ein Datum sehen. Das gehört heutzutage doch zu einer Diver-Watch wie das Panierte zum Schnitzel. Man trägt die Uhr ja primär an Land. Rolex, IWC, Tutima, Glashütte Original u.a. haben das schon seit Jahrzehnten richtigerweise erkannt. Glashütte Original sogar mit einem Big Date. Das ist fortschrittlich.
Herbert

Mirko
29 Tage zurück

Freue mich über jeden Hersteller, der wieder Uhren herstellt, die an jedem Handgelenk passen! Wenn diese Größe früher richtig war, warum sollte das heute anders sein… Bravo und mehr davon!

Leider gibt es immer noch Hersteller, besonders gerne aus Deutschland, so scheint es, die Monster Uhren in einer Größe jenseits von 45 mm herausbringen…

Martin
29 Tage zurück

Squale SUB-37
Eine wirklich schöne Uhr, gefällt mir sehr gut.
Aber im Verhältnis Preis/Leistung viel zu teuer, hat die Grenze zur Abzocke deutlich überschritten.

Anonym
29 Tage zurück

Schöne Uhr, aber der Preis! Kann ich nicht nachvollziehen.