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Bewegung ist gut für die Gesundheit – das weiß jedes Kind. Genau dieser Gedanke wird oftmals auch auf Automatikuhren von günstig (Invicta etc.) bis teuer (Rolex, Omega & Co.) übertragen, die angeblich unbedingt in Uhrenbeweger (für 2 Uhren, 4 Uhren, 8 Uhren etc.) verfrachtet werden müssen, damit diese nicht kaputt gehen – zumindest, wollen das viele Hersteller und Händler den Kunden weismachen.

Das Prinzip ist ganz simpel: Ein elektrischer Uhrenbeweger simuliert die alltägliche Tragebewegung einer Automatikuhr am Handgelenk und zieht diese durch Rotationsbewegungen auf. Dadurch läuft die Automatikuhr weiter, auch wenn sie mal länger als die übliche Gangreserve von ca. zwei Tagen nicht getragen wird. Zu haben sind Uhrenbeweger bei Amazon & Co. schon ab circa 50€.

Zugegeben: Uhrenbeweger können dekorativ aussehen und Blicke auf sich ziehen – aber braucht man überhaupt einen Uhrenbeweger? Nun, warum ein Uhrenbeweger für Automatikuhren nur in seltenen Fällen wirklich sinnvoll ist, zeigt dieser Artikel mit Expertenmeinungen von Uhrmachermeistern…

Hochwertiger Design-Uhrenbeweger für 1 Uhr von Mainspring London, Modell Astronomy Gyroscope

Uhrenbeweger für Automatikuhren – ja oder nein? Die Kontra-Seite

Es ist ein leider immer noch weit verbreiteter Irrglaube, der zum Kauf von Uhrenbewegern animieren soll: Wenn eine Automatikuhr nicht läuft, dann geht sie kaputt!

Solche und ähnliche falsche Aussagen werden leider immer noch viel zu häufig getätigt, beispielsweise auf Shopping-TV-Sendern. Mit Blick auf die Werbemaßnahmen der Uhrenbeweger-Hersteller und -Händler kann man nur zu dem Schluss kommen, dass eine Automatikuhr spätestens nach einer Woche Handgelenk-Abstinenz explodiert oder zumindest in Tausend Teile zerfällt.

Rolex Uhrenbeweger sinnvoll
Rolex am Handgelenk – durch tägliches Tragen und Gangreserve ist kein Uhrenbeweger nötig, erst recht nicht bei einer Dreizeigeruhr, Bild: Watchmaster.com

Auf YouTube stolpert man zum Beispiel recht schnell über ein Teleshopping-Video, welches vollgestopft ist mit fast 20 Minuten Halbwissen und Unwahrheiten – hier einige Zitate, mit denen man auch problemlos Bullshit-Bingo spielen kann:

Ich sorge dafür, dass ich weniger Reparaturen an meiner Uhr habe!

Das Öl kann verharzen im Werk und dann gehen die Uhren kaputt!

Sorgen Sie dafür, dass die Uhr lange in Bewegung bleibt, dann hält sie lange und dann freuen sich Ihre Kinder, Enkel vielleicht über ein Erbstück!

Wie man sieht, legen sich die Uhrenbeweger-Hersteller und -Händler ganz schön ins Zeug, um den Kundennutzen zu rechtfertigen. Diverse Luxusuhren-Online-Shops liefern Uhrenbeweger oftmals sogar als Gratiszugabe zu einer Automatikuhr, bieten dafür aber keinen Rabatt. Nicht unbedingt ein guter Deal…

Irrglaube #1: Uhrenbeweger schützen vor Verschleiß

Der Knackpunkt ist: Ein Uhrenbeweger kann ein automatisches Uhrwerk nicht vor Verschleiß schützen. Uhrenbeweger lassen sich zwar in der Regel so einstellen, dass die Bewegungsrichtung und die Umdrehungen pro Tag einigermaßen auf das Uhrwerk abgestimmt sind, um dieses nicht unnötig zu strapazieren – der Verschleiß wird dadurch aber natürlich nicht verhindert.

Uhrenexperte Roland Ranfft bringt es auf den Punkt: Was sich bewegt, das verschleißt, und das gilt gleichermaßen für die Lager und die Triebfeder […] Bei regelmäßiger Wartung halten Uhren zwar fast ewig, aber wenn sie kühl und trocken stehen, noch ewiger.

Drehknopf an einem Uhrenbeweger zur Einstellung der Drehrichtung

Irrglaube #2: Uhrenbeweger verhindern, dass Öle verharzen

Ein weiterer Grund, warum Uhrenbeweger nach wie vor nachgefragt werden, ist der Irrglaube, dass das Schmiermittel (Öl) im Automatikwerk verharzt, wenn die Uhr nicht läuft (auch in besagtem Teleshopping-Video wurde diese Aussage rausgekramt). Das mag vor einigen Jahrzehnten noch Gültigkeit gehabt haben, als vor allem klassische Öle auf mineralischer, tierischer oder pflanzlicher Basis in Automatikwerken eingesetzt wurden. Auch wenn die Schmierfähigkeit dieser Öle sehr gut war, neigten sie jedoch (z.B. durch die Reaktion mit Sauerstoff) teilweise schon nach kurzer Zeit dazu zu verdicken und letztendlich zu verharzen – auch Additive konnten diese Entwicklung höchstens Verzögern. Kurzum betrifft das Problem verharzender Öle im inneren der Uhr grundsätzlich nur Vintage-Modelle aus den 1950ern oder älter.

Junghans Vintage Uhr
Typische Vintage-Uhr aus den 70er Jahren von Junghans

Spätestens jetzt dürfte auch klar sein, dass es keine gute Idee ist, eine Vintage-Uhr, die noch mit altem, klassischem Öl läuft, auf einem Uhrenbeweger zu quälen: Der Uhrenbeweger könnte zwar dafür sorgen, dass die Uhr einigermaßen stabil läuft, der Verschleiß wäre in Anbetracht fehlender Schmierung aber enorm.

Uhrneöl-Reklame Vintage alt Anzeige
Alte Reklame für Uhrenöl

Eine deutlich bessere Idee ist es, der Vintage-Uhr stattdessen eine Revision bei einem professionellen Uhrmacher zu spendieren, welcher ein modernes Uhrenöl einsetzt: Dem technischen Fortschritt sei dank, werden Uhren heutzutage mit chemisch hergestellten, synthetischen Ölen geschmiert, die eine hohe Alterungsbeständigkeit aufweisen. Ein gängiges Uhrenöl, das Möbius 9010 Synt-A-Lube beispielsweise wird so beworben: Uhrenöl mit ausgezeichneter Beständigkeit, das weder verharzt, breitläuft noch verdunstet.

Nun könnte man natürlich sagen: Warum muss eine Uhr dann überhaupt jemals zur Revision? Nun, auch hochwertige, synthetische Öle können an den Druck- und Lagerstellen trocknen oder mit feinsten Partikeln verschmutzen. Aus diesem Grund wird bei einer Revision u.a. das Uhrenöl erneuert

Pro: Wann ein Uhrenbeweger sinnvoll sein kann

Datum, Stoppfunktion und vielleicht noch Wochentagsanzeige – das sind die gängigsten Funktionen bzw. Komplikationen von Uhren bzw. Chronographen (neben der normalen Uhrzeit natürlich), die sich auch nach dem Stillstand einer Automatikuhr zügig über die Krone einstellen lassen.

Breitling Chronograph Blaues Zifferblatt
Gängige Komplikationen eines Breitling-Chronographen: Wochentag, Datum, Stoppuhr

Einige Uhrenmodelle bieten aber weitere sogenannte Komplikationen, d.h. Zusatzfunktionen wie Mondphase oder ewiger Kalender. Die Einstellung eines ewigen Kalenders beispielsweise ist zwar auch keine Raketenwissenschaft, aber ein Uhrenbeweger ist sicherlich keine schlechte Idee, wenn man die Uhr im Wechsel mit anderen trägt, da doch ein gewisser Zeitaufwand und eine gewisse Vorsicht beim Einstellen nötig ist. Uhren mit ewigem Kalender sind allerdings kaum unter 10.000€ zu bekommen, sogar Preise über 100.000€ sind keine Seltenheit, weshalb die Anschaffung eines Uhrenbewegers sicherlich sinnvoll ist – denn ein durch falsche Einstellung selbst verursachter Defekt am Werk kann sehr teuer werden.

Gar nicht mal so günstig: Der Glashütte Original Senator mit ewigem Kalender, Bild: Glashütte Original
Schick und gar nicht mal so günstig: Glashütte Original Senator mit ewigem Kalender, Bild: Glashütte Original

Günstiger sind da schon Uhren mit Mondphasenanzeige, bei denen es ebenfalls durchaus sinnvoll sein kann, diese in einen Uhrenbeweger zu verfrachten. Höherwertigere Modelle mit Automatikwerk sind ab ca. 1500€ zu bekommen, z.B. von Oris. Wer etwas tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich auch z.B. bei Mido, Longines oder Union Glashütte umschauen, die Modelle mit Mondphase für knapp über 2000€ im Portfolio haben.

Longines Master Mondphase
Longines-Chronograph mit Mondphase, Bild: Longines

Dennoch gilt grundsätzlich, dass es außer Bequemlichkeit kaum weitere Gründe gibt einen Uhrenbeweger einzusetzen. Wenn man allerdings bereit ist, höheren Verschleiß und somit höhere Instandhaltungskosten in Kauf zu nehmen und das nötige Kleingeld aufbringen kann/will, ist die Anschaffung eines Uhrenbewegers natürlich legitim. Rein rational betrachtet, ist davon allerdings in den meisten Fällen abzuraten…

Uhrmachermeister-Fazit: Ist ein Uhrenbeweger sinnvoll?

An dieser Stelle sei noch das Fazit eines Experten ergänzt, der die Frage, ob ein Uhrenbeweger für Uhrenfreunde sinnvoll ist, hervorragend zusammenfasst: Uhrmachermeister Uli Kriescher.

Uli ist spezialisiert auf die Reparatur hochwertiger (Vintage-)Armbanduhren, insbesondere von der Marke Rolex. Viele spannende Informationen aus dem Alltag eines Uhrmachermeisters fließen auch in seinen persönlichen Blog ein. Über seine Blog-Präsenz kam Uli sogar ins Fernsehen: Bekannt ist der Rheinländer aus seinen sympathischen Auftritten in der sehenswerten ZDF-Sendung „kaputt und … zugenäht!“.

Ulrisch Kriescher Porträt
Uhrmachermeister Ulrich Kriescher @ Work

Und das sagt Uhrmachermeister Uli Kriescher zu Uhrenbewegern:

„In der Uhrmacherwerkstatt arbeite ich täglich mit mehreren Uhrenbewegern unterschiedlicher Fabrikate. Ich repariere ca. 20 Uhren mit automatischem Aufzug, meistens Rolex, pro Woche. Um zu testen, ob der automatische Aufzug funktioniert und genug Gangreserve aufbaut, sind Uhrenbeweger extrem wichtig in der Uhrmacherwerkstatt.

Aus technischer Sicht benötigt man als Uhrenliebhaber keinen Uhrenbeweger. Es ist für die Öle im Uhrwerk egal, ob die Uhr dauerhaft läuft, oder die Uhr ab und an läuft. Nach spätestens 5 – 7 Jahren hat der Alterungsprozess die Öle / Schmierstoffe so beeinflusst, dass die positiven, schmierenden Eigenschaften der Öle / Schmierstoffe nicht mehr vorhanden sind.

Dann droht erhöhter Verschleiß!

Den einzigen Vorteil, den ein Uhrenbeweger hat, ist, dass man die Uhr nicht mehr einstellen (Uhrzeit, Datum) muss, weil die Uhr dauernd durch den Beweger aufgezogen wird.

Es gibt nur eine Uhrengattung, für die ein Uhrenbeweger ratsam ist! Wenn man einen „Ewigen Kalender“ besitzt, ist ein Uhrenbeweger schon fast ein „Muss“! Das richtige Einstellen der Datumsfunktion ist für viele Uhrenliebhaber zu kompliziert und kann sogar soweit führen, dass bei einem Fehlfunktion Uhrwerksteile beschädigt werden.

Fazit: Ein Uhrenbeweger ist für den Uhrenliebhaber ein schönes Gimmick, aber kein „Must Have““

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Dieser Beitrag hat 26 Kommentare

  1. Peter-Klaus

    Ich bin ganz neu hier und habe eine Frage: Ich habe mir eine MIDO ALL DIAL Diver mit blauen Zifferblatt (!) neu unbenutzt zugelegt und habe jetzt beim Hersteller herausgefunden, daß meine Uhr im Jahr 2005 /2006 gefertigt wurde.
    Meine Frage: Ist da nicht jetzt sofort ein Service nach 16 Jahren Liegezeit fällig? Muß den der Verkäufer (Uhrengeschäft) bezahlen, da er mir die Uhr ohne Hinweis auf das Alter verkauft hat?
    Muß ich mir Sorgen machen, denn die Uhr läuft jetzt schon nur ca. 20 Stunden und bleibt dann stehen. Eventuell bewege ich mich nicht genug? Ich möchte mir darum einen Uhrenbeweger zulegen um die Gangreserve voll auszunützen.
    Kann mir da Jemand einen Tipp geben?

    1. Mario

      Hi Peter-Klaus,
      das klingt nicht so, als lässt sich das Problem mit einem Uhrenbeweger lösen. Vielmehr scheint es, als müsste mal ein Uhrmacher drüber schauen.
      Das ist aber per Ferndiagnose schwierig festzustellen. Schon mal den Handaufzug über die Krone probiert? Damit sollte ein Vollaufzug problemlos möglich sein.
      Ich würde aber definitiv vom Uhrenbeweger abraten und dazu raten, einen Uhrmacher aufzusuchen, falls die Gangreserve nicht ausgeschöpft wird mit Handaufzug.
      Viele Grüße
      Mario

  2. Rolf N.

    Ich habe mir vor drei Jahren einen doppelten Uhrenbeweger gekauft, weil ich z.B. die Neueinstellung einer EL Primero schlicht zu lästig fand. Der Uhrenbeweger läßt sich auf unterschiedliche Modi einstellen und läuft jetzt knapp 1 1/2 Stunden am Tag, 4 Min. rechts `rum, 54 Min. Pause, 4 Min. links ´rum u.s.w. Das reicht vollkommen, um El Primero oder GMT II einwandfrei auf Dauer in Gang zu halten. Wenn ich eine Uhr trage, wird sie mit absoluter Sicherheit wesentlich mehr bewegt und ich ziehe auch nchts die Uhr eigentlich nicht ab. Bei der Revision einer fast 50 Jahre alten Date, die ich sicher damals oft jahrelang ununterbrochen beim Schwimmen, Skilaufen und Hochtouren getragen habe, habe ich mit dem Uhrmachermeister (Rolex lizensiert!!) gesprochen und er hatte absolut keine Bedenken gegen einen Beweger dieser Art, und die Uhr wies aauch keinerlei ungewöhnliche Abnutzungen auf.

  3. MrMajestyk

    Hallo Mario,
    herzlichen Dank für die super recherchierten und verständlich dargestellten Informationen. 👍 Mir hat das sehr geholfen. Zu dem Vorwurf der Unterstützung der Uhrmachergilde lässt sich einwenden, lieber unterstütze ich den örtlichen und vom Gesicht her bekannten Uhrmacher und werte seine Arbeit, als die von irgendwelchen chinesischen Billigproduzenten. Und welcher Uhrenbeweger hält schon 5 Jahre am Stück? Spare ich mir lieber das Geld dafür und reiche das an den Uhrmacher weiter. Denn, ’ne Revision muss so oder so irgendwann gemacht werden.

    1. Mario

      Danke dir für den Input!

  4. Niels

    Ich bin von der angeblichen Unsinnigkeit der Uhrenbeweger ganz und gar nicht überzeugt, ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Ich habe u.a. eine Uhr mit recht begrenzter Gangreserve, die gerne mal stehen bleibt, wenn sie nicht in täglicher Bewegung bleibt. Die Uhr dann nachträglich per Hand aufzuziehen, schadet dem Uhrwerk definitiv mehr, als es gleich im Uhrenbeweger am laufen zu halten. Im Uhrenbeweger wird die Uhr ja keineswegs pausenlos und planlos bewegt, sondern nach einem das Uhrwerk unterstützenden Programm. Die Ganggenauigkeit meiner Uhren wird durch den Uhrenbeweger jedenfalls eindeutig erhöht. Das Problem mit Uhrenbewegern besteht offenbar viel mehr in der mitunter nicht vorhandenen Langlebigkeit von einigen No-Name-Produkten, aber ein Uhrenbeweger kostet eben auch deutlich weniger als die Revisionen, die nach mehrmaligem Aufziehen per Hand absehbar blühen. Verdienst du evtl. dein Geld mit Reparaturen, oder auf worauf stützt sich dein „Leitfaden“, wenn ich fragen darf??

    1. Mario

      Hallo Niels,
      ich denke ich habe meine Argumentation ausreichend mit Quellen belegt (z.B. Hinweis auf den Experten Herr Ranfft und moderne Öle), lies doch einfach noch mal genauer den Artikel 😉
      Ergänzend dazu habe ich noch einen Experten, Uhrmachermeister Ulrich Kriescher, zu dem Thema befragt und ihn für diesen Artikel zitieren dürfen (siehe Artikel).

      Viele Grüße
      Mario

      PS: Natürlich betreibe ich auch noch eine Uhrenwerkstatt neben diesem Blog und meinem Vollzeitjob als Betriebswirt bei einem Unternehmen im Bereich Sensorik/Fabrikautomation – ich hab ja sonst nichts zu tun…

      1. Niels

        Danke für die Rückmeldung! Mir geht’s ja nicht darum, mich zu streiten oder unbedingt recht zu haben, sondern darum, was für die Uhr am Ende wirklich das sinnvollste ist. Der Punkt ist: Deine Quelle sagt in der Schlussfolgerung quasi, ‚einfach kühl und trocken liegen lassen & bei Bedarf dann ggf. jedesmal per Hand aufziehen & nach jew. spätestens 7 Jahren dann immer zur Revision‘. Es gibt aber wohl durchaus Menschen, die ein Interesse daran haben dürften, sich regelmäßige Einnahmen durch Revisionen zu sichern – daher bin ich gerne mal etwas kritisch, zumal mir der Uhrmacher meines Vertrauens ausdrücklich dazu geraten hat, nach Möglichkeit zu vermeiden, die Uhr per Hand aufzuziehen. Ich selbst bin kein Uhrmacher, du bist kein Uhrmacher – es schadet uns beiden also nicht, so viele Informationen wie möglich auszutauschen. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“, ist nunmal das Problem… Grüße auch aus Hamburg!

        1. Mario

          Ok, Niels – alles gut 😉
          Grüße aus dem Schwabenland.

        2. Johannes

          Hat er dir auch erklärt, weshalb es der Uhr schaden sollte sie per Hand aufzuziehen?

  5. Rainer Lessmann

    Danke, für mich war das eine klare und eindeutige Betrachtung. Hat mir auf jeden Fall geholfen.

    Gruss aus dem schönen Hamburg!

    1. Mario

      Danke für dein Feedback und Grüße aus dem Schwabenland 🙂

  6. Tobi S.

    Hallo Mario, ein sehr informativer Artikel zu diesem kontroversem Thema 🙂
    Als Rechtfertigung der Uhrenbeweger habe ich auch schon mal gehört, dass der Beweger den Handaufzug der Automatikuhren schonen soll. Es wurde angeführt, dass der Handaufzug bei Automatikuhren empfindlicher sei bzw. schneller Abnutzungserscheinungen zeigt, als jener reiner Handaufzugsuhren. Es wäre deshalb schlecht eine stehengebliebene Automatikuhr immer wieder (z.B. 1x pro Woche) mit wenigen Umdrehungen aufzuziehen. Die Uhren ständig im Beweger laufen zu lassen, um den Handaufzug zu schonen wäre da angeblich besser…
    Wie ist diese These zu bewerten? Wäre das noch ein Grund für den Beweger oder stimmt die Aussage so nicht?
    Würd mich noch interessieren.
    Besten Dank schon mal.
    Gruß
    Tobi

    1. Mario

      Hi Tobi, ich würde in der Tat auch empfehlen nicht 1x pro Woche die Uhr nur ein bisschen aufzuziehen – dann lieber in deutlich längeren Intervallen einen Komplettaufzug 🙂
      Ich persönlich würde dennoch die Finger vom Uhrenbeweger lassen…
      LG Mario

  7. klaus braun ferna

    ich besitze seit 1972 eine Glashütte automatic, vor 3 jahren das erste mal gewartet! sie geht bislang ohne beanstandung!

    1. U. Wollförster

      ja und was sagt uns das jetzt?

      1. SkullBull

        Das sagt uns, dass er seit 1972 eine Glashütte automatic besitzt, diese vor 3 Jahren das erste mal gewartet wurde und die Uhr bislang ohne Beanstandung läuft. Schreibt er auch so.

  8. Kai

    Liebe Fangemeinde und Uhrenliebhaber,ein interessanter Bericht,möchte ich meinen.
    Ich besitze auch mehrere Uhren und dementsprechend auch div.Uhrenbeweger.
    Im Prinzip brauche ich die Uhrenbeweger im Grunde nur,weil ich zu faul bin die Uhren die ich tragen möchte jedesmal neu einzustellen.
    Meiner Meinung nach ist der Verschleiss der Laufwerke auch höher,wie im Ruhe und Stillstandszustand.
    Irgendwann trifftet auch die Uhrzeit weg……..das habe ich sowohl bei billigen,wie auch bei hochwertigen Uhren beobachtet.
    Wahrscheinlich ist auch dann der Punkt einer anstehenden Revision erreicht!
    Auf jedenfall sollte man bei der Uhrenbewegerauswahl auf hochwertige,vielseitig einstellbare Modelle zurückgreifen.
    Von billigem China Zeugs rate ich ab.Teilweise laufen diese bis zu 3000 U/24Std………brauche ich doch z.B.: für ein Valjoux 7750 nur 700-800 U/24Std.
    Gute Erfahrungen habe ich mit den Beco(auch Christ gelabelt) Uhrenbewegern gemacht.
    Sie sind nicht die leisesten,aber funktionieren gut.Mehr Geld muss nicht ausgegeben werden !
    Liebe Grüsse

    1. Michael Berlin

      Gerade die gelobten und nicht eben billigen beco Uhrenbeweger sind genau so Schrott wie der andere Kram: Tolle Klavierlackoptik, sehr schönes Design (Beco Technics Atlantic 3 Uhren). Nach wenigen Monaten Laufzeit machen die Motoren richtig Geräusche, kurz darauf steigen auch die Mechaniken aus. Da Garantie abgelaufen war habe ich das Gerät geöffnet: Billig zusammengeschusterter China-Kram, die Übertragung vom Motor zur Antriebswelle mit kleinen Gummiriemchen. Standardgummis passen, lösen sich auf den Umlenkrollen aus was weiß der Fuchs für miesem Kunststoff auf. Früher konnte man noch Riemchen nachkaufen – zum Exquisit-Preis von 8,- je Stück. Daß die nicht lange halten war klar – waren doch die gleichen wie original. Es ist wohl schwer, einen ordentlichen Beweger zu bauen…Das übliche gehandelte Zeug ist Schrott. Besonders peinlich: Bei Wempe wird Modalo gehandelt – zu dem Schrott ist das Internet voll mit passenden Hinweisen.

      1. Mario

        Danke für deinen Erfahrungsbericht Michael 🙂

      2. Rolf N.

        Unsachliche Polemik! Der erste meiner beiden Doppel-Becos läuft jetzt seit 2 1/2 Jahren völlig einwandfrei, genau so leise und zuverlässig wie zu Beginn, egal ob am Netz oder mit Akkus. Und von wegen „wegdriften“: Vor ein paar Monaten habe ich `mal eine Yachtmaster darauf gecheckt aus reiner Neugier: Ergebnis 5 sec vor in 14 Tagen. So what?

  9. Andreas M.

    Ich habe mir jüngst -ohne diesen spannenden Artikel gelesen zu haben- einen Uhrenbeweger gekauft, weil ich mehrfach von Uhrmachern darauf hingewiesen wurde, dass das ETA2893-2 (in meiner geliebten Ventura Pi) Probleme mit der Rutschkupplung beim Handaufzug hat. Bin ich da auch einem Irrglauben aufgesessen? Vielen Dank!

    1. Mario

      Hallo Andreas,
      dass ein ETA 2893-2 aufgrund dieser Problematik permanent in einen Uhrenbeweger muss, wäre mir neu. Ich denke aber es ist durchaus sinnvoll die Uhr hin und wieder (aber nicht permanent) aufzuziehen, d.h. wenn du die Uhr selten trägst, packe sie ab und zu ruhig auf den Uhrenbeweger.
      Grüße
      Mario

      1. Andreas M.

        Hallo Mario!
        Naja, nicht permanent, aber eben so, dass ich den Handaufzug nicht brauche. Ich trage sie tatsächlich fast nur noch zum Anzug (= nicht so oft). Der Uhrenbeweger dient mir auch als Uhrenbox, in dem ich die Luftfeuchtigkeit kontrollieren kann. Ich lebe in der Nähe von Hongkong, da ist das schon wichtig. Das Zifferblatt der Ventura kann ein Lied davon singen 🙁

  10. g. jung

    danke,ihr bericht zu den automatikuhren und uhrenbeweger haben mich sehr nachdenklich gemacht. ich habe im moment 26 automatikuhren und war bisher der meinung somit müßte ich auch 26 uhrenbeweger haben–die ich auch habe-und hatte angst das meine automatiks schaden nehmen könnte,wenn sie dann längere zeit nicht getragen weden.vielen dank für die interesante info.gruß jungerh.

    1. Mario

      Danke für das Feedback 🙂

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