Spinnaker Piccard Taucheruhr

Rolex Deep Sea Special Hommage: Spinnaker XXL-Uhr im Hands-On

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Was ein Oschi! Spinnaker bringt zum 60. Jahrestag des Trieste-Tauchgangs auf den Grund des Marianengrabens eine limitierte Rolex Deep Sea Special-Hommage mit Schweizer Sellita SW200 und Titan-Gehäuse auf den Markt – die Dimensionen dieses XXL-Kloppers sind – entsprechend der Vorlage – sagen wir mal sehr „großzügig“ gewählt 😉 Besonders krass ist das extrem stark gewölbte Saphirglas, welches an ein Bullauge erinnert…

Eckdaten der Spinnaker Piccard:

  • Schweizer Sellita SW200 Automatikwerk
  • Heliumventil
  • Verschraubte Krone
  • Stark gewölbtes Saphirglas mit
  • Gehäuse aus Titan
  • Leuchtmasse: SuperLuminova
  • Durchmesser 47 mm, Bauhöhe 25 mm
  • Horn-zu-Horn 56 mm
  • Bandanstoß 26 mm
  • Gewicht: 160 Gramm
  • Band aus Büffelleder (Salzwasser- und UV-resistent)
  • Wasserdichtigkeit 100 bar
  • Limitiert auf 300 Stück
  • 2 Jahre internationale Garantie
  • UVP 950 US-Dollar (850€ inkl. üblicher Spinnaker-Rabatte, zum Beispiel mit Code „CHRONO20“).
  • Im Vorverkauf vom 17. bis 22. Januar 649 US-Dollar = ca. 700€ inklusive Zoll/Einfuhrumsatzsteuer

Marianengraben-Monster: Hintergründe zur Rolex Deep Sea Special

Auguste Piccard war alles andere als ein „normaler“ Wissenschaftler bzw. Physiker, der – sorry für die Vorurteile – im stillen Kämmerlein nur irgendwelche Theorien austüftelt: Der Schweizer konstruierte in den Nachkriegsjahren einen sogenannten Bathyscaph, ein U-Boot zu Forschungszwecken in der Tiefsee. Schon im November 1953 wurde Piccards Traum Wirklichkeit: Das auf den Namen Trieste getaufte U-Boot lief vom Stapel und Piccard samt Sohnemann führten im Tyrrhenischen Meer bei Ponza einen Tauchgang in 2 Meilen (3150 Meter) Tiefe durch – Rekord! Mit dabei bei diesem geschichtsträchtigen Tauchgang war eine Sonderkonstruktion von Rolex, die an der Außenhülle der Trieste befestigt war: Die Rolex Deep Sea Special (DSS). Das Rolex’sche Engagement war natürlich kein Zufall: Rolex galt beispielsweise wegen der Lancierung der bis 30 bar wasserdichten Submariner damals als absoluter Experte für wasserdichte Uhren bzw. Taucheruhren. Die zwei Meilen Wassertiefe hat die experimentelle Rolex Deepsea Special dabei problemlos überstanden, was der Schweizer Taucheruhrenexperte damals natürlich auch werbewirksam kommuniziert hat:

Gar nicht mal so schön: Rolex Deep Sea Special in Bi-Color

Der eigentliche Clou kam aber 7 Jahre später: Die US-Marine war von der Trieste so überzeugt, dass sie mehrere Probetauchgänge finanzierte und das U-Boot schließlich erwarb. Auguste Piccards Sohnemann, Jacques Piccard, konnte dadurch als wissenschaftlichen Berater der US-Marine das Lebenswerk seines Vaters fortführen und der Trieste einige Upgrades spendieren, um noch größere Tiefen zu erobern.

Im Jahre 1960 war es dann endlich soweit: Der ausgebildete Ozeanograph Jacques Piccard und der US-Navy Lieutenant Don Walsh tauchten mit der Trieste auf den Boden des Marianengrabens ab – irre 10916 Meter Tiefe wurden erreicht, die Gesamttauchdauer betrug fast 5 Stunden. Weltrekord! Mit dabei war auch dieses mal natürlich eine Rolex Deep Sea Special, die auch diesen Tauchgang an der Außenhülle der Trieste problemlos überstand. Auch hier konnte Rolex stolz den überstandenen Härtetest in die Welt kommunizieren:

Die Rolex Deep Sea Special war eine experimentelle Uhr, die nicht im freien Handel erhältlich war. Es gab aber natürlich nicht „die eine“ Rolex DSS, sondern mehrere Varianten, die entsprechend durchnummeriert waren. Rolex verteilte auch einige DSS-Modelle an wichtige Händler, damit diese sich selbst und die Kunden von der Wasserdichtigkeits-Expertise von Rolex überzeugen konnten.

Technisch beeindruckend war die DSS ohne Zweifel – die Proportionen (42,7 mm Durchmesser x 36 mm Bauhöhe und damit fast so hoch wie breit), das krass gewölbte und besonders dicke Plexiglas (18 mm hoch!) sowie das Bi-Color-Gehäuse machen aus der Sonderkonstruktion aber eine quasi untragbare Uhr mit unkonventionellen Proportionen, die eher für die Museen und Vitrinen dieser Welt geeignet ist.

Fun Fact am Rande: 2005 kam die Deep Sea Special No. 1 unter den Hammer beim Auktionshaus Christie’s: Sehr ordentliche 322.400 Schweizer Franken wurden für diesen quasi untragbaren Klopper erzielt. Tatsächlich auf dem Marianengraben-Boden war allerdings die Rolex Deep Sea Special No. 3, die im Smithsonian Institution National Museum of American History ausgestellt ist…

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Spinnaker Piccard XXL-Uhr im Test

Im Jahre 2020 feiert der Marianengraben-Weltrekord von Piccard und Walsh seinen 60. Geburtstag – Spinnaker bringt zu diesem Anlass das auf 300 Stück limitierte Modell „Piccard“ heraus, welches sich optisch an der Rolex Deepsea Special orientiert. Entsprechend ist das Modell auch dimensioniert: Uhrenfreunde mit Spargelärmchen müssen jetzt ganz tapfer sein – satte 47 mm Durchmesser, 25 mm Bauhöhe und 56 mm Horn-zu-Horn bringt die Piccard mit. Ein echt bulliges Ungetüm. Puh!

Die 25 Millimeter Bauhöhe beziehen sich zwar auf das Maß vom Gehäuseboden bis zur höchsten Spitze des stark gewölbten, Bullaugen-artigen Kugelsaphirglases, aber selbst ohne Glas beträgt die Höher immerhin noch fette 18 mm. Durch die extreme Wölbung und die Dicke des Saphirglases ist die Ablesbarkeit naturgemäß nicht grade herausragend 😉 Die geniale Optik, die je nach Blickwinkel immer wieder andere Facetten des Zifferblattes wie eine Lupe vergrößert und gleichzeitig psychodelisch verzerrt, entschädigt aber dafür.

Die ausufernde XL-Größe wird auch im Vergleich mit der Rolex Submariner (40 mm Durchmesser) deutlich – die Spinnaker Piccard sieht so aus als könnte sie die Sub mal eben im Vorbeigehen zum Frühstück wegsnacken – krank!

Um den Tragekomfort dennoch halbwegs akzeptabel zu gestalten hat Spinnaker der Piccard ein massives Titangehäuse spendiert, welches durchgängig satiniert und wirklich hervorragend verarbeitet ist. Man beachte, dass die Optik von Titan naturgemäß deutlich „gräulicher“ daher kommt als bei Edelstahl. Das ist natürlich Geschmackssache, rundet aber den tooligen Charakter des Modells ab.

Durch das merkbar geringere Grundgewicht von Titan (5g/cm³ gegenüber 8g/cm³ bei Edelstahl) beträgt das Gewicht der Piccard recht vertretbare 160 Gramm am Lederband – das ist in etwa so viel wie die Rolex Submariner am Stahlband. Titan hat noch einen weiteren großen Vorteil gegenüber Edelstahl: Die Härte, gemessen nach Vickers, beträgt bei Edelstahl 200 HV, während Titan mit knapp 400 HV fast doppelt so hart und damit deutlich weniger anfällig für Kratzer ist.

Gut für Allergiker: Auch der Gehäuseboden ist aus Titan. Ausgestattet ist der Boden außerdem mit einer tiefen Gravur des U-Bootes PX-15, welches im Juli 1969 im Schatten der NASA-Mondmission unter der Leitung von Jacques Piccard im Golfstrom bedeutende ozeanographische Fakten sammelte.

Bei all den XL-Dimensionen und -Proportionen muss ich aber sagen, dass ich von der Wasserdichtigkeit fast schon etwas enttäuscht bin: „Nur“ 100 bar bzw. 1000 Meter bringt die Spinnaker Piccard mit. Das werde ich im Leben zwar nie praktisch brauchen (wie wahrscheinlich 99,9999% aller Uhrenfreunde), in Anbetracht der extrem massiven Verarbeitung und des Heliumventils wirken 100 bar aber fast schon etwas popelig. Zum Vergleich: Die optisch ähnliche Helberg CH1 kommt in der Variante mit geschlossenem Gehäuseboden auf spektakuläre 600 bar (ist aber auch deutlich teurer).

Aber wie gesagt: Praktisch hat das für den Otto-Normal-Uhrenfan, der sich vielleicht ein mal pro Jahr im Urlaub im Tauchen versucht, keinerlei Relevanz. Übrigens: Der auf dem Innenring untergebrachte Schriftzug „550 Fathoms“ steht für 550 Nautische Fäden. Dabei handelt es sich um eine Maßeinheit der Länge, welche insbesondere noch in der Schifffahrt für Tiefenangaben genutzt wird (1 Nautischer Faden = 1,852 Meter).

Die Spinnaker Piccard ist erst das zweite Modell, dem der in Hong Kong ansässige Hersteller ein Schweizer Uhrwerk spendiert (neben der Spinnaker Tesei Bronze) – und zwar ein Sellita SW200, welches baugleich mit dem populären ETA 2824 ist. Mit +5 Sekunden pro Tag liegt die Gangabweichung im mir vorliegenden Testmodell in einem sehr guten Bereich.

Passend zur XXL-Größe der Uhr ist übrigens auch die hochwertige Holzfurnier-Box entsprechend dimensioniert. Ein Kautschukband samt Bandwechselwerkzeug legt Spinnaker als „Gutserl“ mit dazu…

Abschließende Gedanken zur Rolex Deep Sea Special Hommage von Spinnaker

Ich kann jeden gut verstehen, der einen großen Bogen um die Spinnaker Piccard macht – nicht viele werden diese überdimensionierte Taucheruhr tragen können, ohne dass es irgendwie albern aussieht. Hinzu kommt der Preis: Rein rational betrachtet ist das Gesamtpaket den aufgerufenen Preis zwar absolut Wert – 100 bar Wasserdichtigkeit, ein richtig gut verarbeitetes Titangehäuse, ein Bullaugen-Saphirglas, Schweizer Automatikwerk und ein aufwendiges Zifferblatt rechtfertigen den Preis von rund 700€ durchaus (nach dem Vorverkauf ca. 850€ inkl. üblicher Spinnaker-Rabatte, zum Beispiel mit Code „CHRONO20“). Trotzdem muss man sich mit dem Gedanken erst mal anfreunden so viel Knete für eine Marke hinzublättern, deren Taucheruhren-Modelle ansonsten im Bereich ab rund 200€ rangieren (allerdings mit Seiko- und Miyota-Werken).

Das alles weiß aber auch Spinnaker, weshalb die Limitierung mit 300 Stück nicht besonders großzügig ausfällt. Letztendlich denke ich, dass die Piccard von Spinnaker vor allem aus Image-Gründen auf den Markt gebracht wurde. Getreu dem Motto: Seht her, was wir können. Meine Prognose: Die Uhr wird trotz der krassen Größe ratz-fatz ausverkauft sein, die durchaus beachtliche Fanbase von Spinnaker gibt es einfach her…

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6 Gedanken zu “Rolex Deep Sea Special Hommage: Spinnaker XXL-Uhr im Hands-On”