Omega Snoopy Special Edition Caseback

Was macht Snoopy auf der Omega Speedmaster Moonwatch?

Einer der berühmtesten Comic-Hunde der Welt, Snoopy, lacht den geneigten Uhren-Fan von zwei Sondereditionen der Omega Speedmaster an. Was Snoopy mit der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und mit dem Schweizer Uhrenhersteller Omega bzw. dessen berühmter Monduhr, der Omega Speedmaster Moonwatch, zu tun hat, zeigt dieser kleine Artikel…

Omega & Snoopy: Was ist der Silver Snoopy Award?

Der Silver Snoopy Award wird von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA an Astronauten vergeben, die sich durch besondere Leistung ausgezeichnet haben und maßgeblich zur Sicherheit einer Raumfahrtmission beigetragen haben. Zwei oder mehr von insgesamt sechs Kriterien muss der Ausgezeichnete erfüllen. Weniger als 1% der NASA-Mitarbeiter erhalten jährlich den Silver Snoopy Award – wer die Auszeichnung bekommt, kann sich also wirklich geehrt fühlen.

Doch warum ist die Auszeichnung nach einem Comic-Hund benannt, warum grade Snoopy? Nun, die US-Amerikaner mögen offenbar plakative Comic-Gestalten, um sich an Sicherheitsregeln zu erinnern, was zum Beispiel den Erfolg des Smokey Bear (US Forest Service) erklärt, der zur Vermeidung von Waldbränden mahnend den Finger erhebt…

Smokey Bear Snoopy
Smokey der Bär

In Anlehnung an Smokey Bear suchte die NASA Ende der 60er eine ähnliche Identifikationsfigur für die Flugsicherheit in der Raumfahrt. Gleichzeitig wollte die NASA mit einer Auszeichnung einen Anreiz schaffen. So kam man auf den gemeinhin als sympathisch geltenden, wohl berühmtesten Beagle der Welt: Snoopy.

Snoopy statue at KSC
Astronauten-Snoopy im NASA Kennedy Space Center, Florida, Foto: RadioFan [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Der Chef der bemannten Flugsicherheit fragte also kurzerhand den Künstler und Snoopy-Erfinder Charles M. Schulz (gestorben 2010), ob Snoopy das neue NASA-Sicherheitsmaskottchen werden darf. Dieser willigte ein und schon war der Weg für den Silver Snoopy Award geebnet. Und Snoopy kam offenbar gut an – hier zwei Fun Facts:

  • Die Crew von Apollo 10 gaben dem Kommando- und dem Mond-Modul die Spitznamen Charlie Brown und Snoopy.
  • Snoopy war der Wachhund über dem Flugsimulator im NASA Kennedy Space Center. Hier im Bild zu sehen der Astronaut Gene Cernan, bevor er den Simulator betritt, nur wenige Tage vor der Mond-Mission:

 

Und was bekommen die glücklichen Ausgezeichneten? Neben ganz viel Ehre natürlich auch ein paar Erinnerungsstücke: Zum einen ein Snoopy-Pin aus Silber (jeder einzelne Pin war an Bord eines Space Shuttles),…

Silver Snoopy Award Omega
Silver Snoopy Award Anstecknadel, Bild: By Nitrorat CC BY-SA 3.0, via Wikimedia 

… zum anderen eine Urkunde. Beides zusammen wird natürlich mit einem Händedruck feierlich überreicht:

NASA Snoopy Award Astronaut
NASA-Astronaut Greg Bendrick wird der NASA Snoopy Award überreicht (2012), Bild: NASA

Doch nicht nur Astronauten können den Silver Snoopy Award bekommen: Der Schweizer Uhrenhersteller Omega erhielt im Jahre 1970 die begehrte Auszeichnung für das Modell Speedmaster Professional „Moonwatch“. Doch wie kam es zu der Auszeichnung?

Omega Speedmaster Moonwatch Silver Snoopy Award
Klassische Version der Omega Speedmaster Professional „Moonwatch“

Houston, wir haben ein Problem! Auszeichnung der Omega Speedmaster Monduhr mit dem Silver Snoopy Award für den Einsatz bei der Apollo 13 Mission

Die Apollo 13 Mondmission im April 1970 endete beinahe in einer Katastrophe: Kurz vor der Mondlandung durch das Apollo 13-Raumschiff Odyssey explodierte ein Sauerstofftank – über 300.000 km von der Erde entfernt! In diesem Zusammenhang fiel auch der berühmte Satz „Houston, wir haben ein Problem!“ als Kommandant Lovell sich recht cool im Kontrollzentrum meldete. Hier gibt’s die original Tonaufnahme:

Die drei Mann starke Besatzung konnte natürlich nicht mehr den Mond ansteuern, sondern kehrte sofort um. Durch die Explosion verursachte Defekte führten allerdings dazu, dass die Astronauten alle möglichen Stromverbraucher abschalten mussten, um die lebenserhaltenden Systeme zu schonen – darunter auch den Bordcomputer, der für die Zeitmessung genutzt wurde.

Um allerdings den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu ermöglichen, musste die Zünddauer der Triebwerke höchstpräzise abgemessen werden: Ziemlich genau 14 Sekunden mit minimaler Toleranz – und hier kam *Trommelwirbel* die Omega Speedmaster Moonwatch zum Einsatz, die 1965 von der NASA als „flight-qualified for all manned space missions“ zertifiziert wurde, da sie als einziger Chronograph die strengen Tests bestand (z.B. Stoßtest, Magnetfeldtest, Schwerelosigkeit etc.). Hier einige bewegte, sehr coole original Weltraumbilder mit „dezenter“ Umkringelung der Omega Speedmaster Moonwatch im Live-Einsatz:

Aber weiter in der Geschichte: Die Astronauten Jim Lovell und Fred Haise steuerten die angeschlagene Raumfähre, während Jack Swigert die Dauer der korrekten Zündung mit seiner Omega Speedmaster bestimmte. Die Geschichte hatte ein Happy End: Am 17. April 1970 landete die Kommandokapsel der Apollo 13 sicher im Pazifik.

Apollo 13 Kapsel Landung
Apollo 13 Kapsel nach der Landung

Omega erhielt für die Moonwatch daraufhin den imageträchtigen Silver Snoopy Award von der NASA. Heute ist Omegas Snoopy Award im Omega-Museum in Biel ausgestellt…

Omega Watch COmpany Speedmaster Snoopy Award NASA
Bild: Omega

Limitierte Snoopy-Editionen der Omega Speedmaster Monduhr

Omega ließ es sich natürlich nicht nehmen, Snoopy-Sondereditionen zur berühmten Omega Speedmaster „Moonwatch“ herauszubringen – zwei Modelle hat Omega bisher auf den Markt gebracht. Beide waren limitiert und sind nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich, in aller Regel mit einem ordentlichen Preisaufschlag auf den UVP, da es sich um begehrte Sammlerstücke handelt…

Wie kommt Snoopy auf die Omega Moonwatch
Omega Speedmaster Apollo 13 „Silver Snoopy Award“, Bild: Omega

Zum einen ist da die Omega Speedmaster Apollo13 „Silver Snoopy Award“, bei der der Kaufinteressierte Snoopy- und/oder NASA-Fan einige Details entdecken kann: Zwischen den Sekunden 0 bis 14 befindet sich ein Comicstrip, darunter die Worte „What could you do in 14 seconds?“ („Was könnten Sie in 14 Sekunden tun?“). Die Frage spielt auf die 14-sekündige Kurskorrektur an, die die Astronauten der Apollo 13 mithilfe der Omega Speedmaster Moonwatch durchführten.

Omega Snoopy What Could you do in 14 Seconds
What could you do in 14 seconds? Bild: Omega

In der Mitte des Zifferblatts findet sich das von Snoopy geträumte Zitat „Failure is not an option“ („Scheitern ist keine Option“), welches Kino-Fans unter Umständen erkannt haben: Der Schauspieler Ed Harris (als Gene Kranz) sagte diese Worte in der 1995 erschienenen Hollywood-Verfilmung über die Apollo 13-Mission.

Omega Speedmaster Snoopy Failure is not an option
Im dunkeln leuchtender, träumender Snoopy, Bild: Omega

Ziemlich spektakulär fällt der Gehäuseboden der Omega Speedmaster „Silver Snoopy Award“-Edition aus: Eine durch Saphirglas geschützte Medaille aus 925er Silber erinnert an den Pin des Silver Snoopy Award, den OMEGA im Jahr 1970 erhielt. Snoopy ist von dunkelblauer Emaille umgeben, welche von Hand mit Silberpulver bestreut wird – ganz getreu dem Motto „Eyes on the Stars“.

Omega Speedmaster Moonwatch Snoopy Gehäuseboden
Aufwendig verarbeiteter Gehäuseboden der Omega Speedmaster Apollo 13 „Silver Snoopy Award“, Bild: Omega

Angetrieben wird die Snoopy-Moonwatch durch das Handaufzugs-Kaliber 1861, welches auch in der „normalen“ Moonwatch verbaut ist. Die Omega Speedmaster Apollo 13 „Silver Snoopy Award“ war in einer limitierten Auflage von 1970 Stück erhältlich und ist nur noch auf dem Gebrauchtmarkt mit ordentlich Preisaufschlag zu bekommen.

Eine frühere Version, die Omega „Snoopy“ Speedmaster mit der Referenznummer 3578.5100, wurde auf der Baselworld 2003 vorgestellt und entspricht im Wesentlichen der klassischen Omega Speedmaster (bis auf das Ziffernblatt und einem längst nicht so aufwendig verarbeiteten Snoopy-Gehäuseboden wie bei der oben beschriebenen Apollo 13 Limited Edition). Das Modell ist ebenfalls sehr rar (5441 Stück wurden produziert) und nur noch auf dem Gebrauchtmarkt für um die 10.000€ zu bekommen…

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