Nubeo-Uhren-Erfahrungen-Test-1

Nubeo Uhren: Abgespactes Satelliten-Design im Test

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Ihr habt Spargelärmchen? Ihr sucht eine Uhr, die besonders gut ablesbar ist? Dann könnt ihr eigentlich direkt weiterklicken – denn die Nubeo Satellite Uhr ist nicht nur ein ziemlicher Brummer, sondern bringt auch noch eine irre Komplikation mit, die das Ablesen der Uhrzeit erklärungsbedürftig macht. Wer aber … sagen wir mal „speziellen“ und brachialen Uhren nicht abgeneigt ist, der ist hier goldrichtig. 😉

Eckdaten zur Nubeo Satellite:

  • Modifiziertes Schweizer Sellita SW200 Automatikwerk mit „Satelliten“-Komplikation (wandernde Stundenmarkierungen)
  • Stark gewölbtes Saphirglas mit Antireflexbeschichtung
  • Integriertes Echtlederband mit Krokoprägung und massiver Edelstahlschließe
  • Durchmesser 50 mm, Höhe 16 mm, Horn-zu-Horn 55 mm
  • Wasserdichtigkeit 5 atm
  • Listenpreis 2000 US-Dollar (inkl. 20%-Rabatt-Code „Chrono20“ und Einfuhrumsatzsteuer/Zoll effektiv ca. 1600€)

Nubeo: Uhr mit „Satelliten“-Komplikation

„Abgespact“ ist eine fast schon untertriebene Beschreibung für die Nubeo-Kollektion – die Designer der seit ein paar Jahren tätigen, in Deutschland aber eher unter dem Radar fliegenden, Uhrenmarke haben sich ganz schön ins Zeug gelegt, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Eine klassische Microbrand ist Nubeo allerdings nicht: Die Marke ist zwar unabhängig, aber aus der Dartmouth-Gruppe (Ballast 1903, Spinnaker etc.) heraus entstanden und nutzt deren Vertriebswege und Netzwerke.

Aus der Kollektion sticht besonders die Nubeo Satellite ins Auge, deren Design maßgeblich von zwei Stundenrädern geprägt wird, die (wie ein Satellit) ihre Bahnen ziehen. Das Ablesen der Uhrzeit ist zwar keine Raketenwissenschaft, bedarf aber einer kurzen Erläuterung: Sind eure Augen mit Blick auf das Zifferblatt intuitiv auf die „eingekästelten“ Ziffern in den Stundenrädern gewandert? Dann geht es euch wie mir – das könnt ihr aber direkt wieder vergessen.

Ausschlaggebend ist nämlich tatsächlich immer die Zahl im Stundenrad, die direkt auf den oberen Minutenmarkierungen-„Halbmond“ (00 bis 60) zeigt. In diesem Beispiel ist es demnach ca. 11.25 Uhr:

Und noch ein Beispiel: Hier ist es kurz vor 12.12 Uhr:

Mit anderen Worten ist das Stundenrad, welches sich unten befindet, zum Ablesen der aktuellen Uhrzeit völlig irrelevant. Das untere Stundenrad wird erst wieder relevant, wenn das obere Stundenrad an der „60“ vorbeigewandert ist – dann nämlich „übernimmt“ automatisch das von unten kommende Stundenrad bei „00“ Minuten (Stundenwechsel). Für den Wechsel der Scheiben zeichnet sich (natürlich neben dem Schweizer Sellita SW200 Automatikwerk, welches den zentralen „Satelliten“-Zeiger antreibt) ein kleiner Stift verantwortlich (im Bild unten oberhalb des „Automatic“-Schriftzuges erkennbar).

Klingt alles zu kompliziert? Werft am besten einfach einen Blick in dieses Video, denn Bilder sagen ja bekanntlich mehr als Tausend Worte 😉

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Als Uhren-Nerd und -Blogger denke ich manchmal, dass ich schon alles irgendwo mal gesehen habe – an solch eine ungewöhnliche Komplikation kann ich mich allerdings wahrlich nicht erinnern (zumindest nicht in diesem Preisbereich).

Als Nebeneffekt ist die Ablesbarkeit der Uhrzeit bei der Nubeo Satellite aber naturgemäß nicht das Gelbe vom Ei: man muss, wenn man „normale“ Uhren gewohnt ist, schon zwei mal hinschauen. Das liegt aber nicht nur an den ungewöhnlichen Stundenrädern, sondern auch an der Minuterie, die auf dem Rehaut untergebracht ist – hier wäre es nicht verkehrt gewesen, wenn der Rehaut einen Tick angewinkelter wäre. Ungewöhnlich (und beim Ablesen ebenfalls nicht grade hilfreich) ist auch, dass die Minuten-Indizes alle 2 Minuten angebracht sind.

Das stark gewölbte, sehr dicke Saphirglas wirkt zwar optisch sehr hochwertig und unterstreicht das Weltraum-Thema der Nubeo Satellite ganz hervorragend, naturgemäß sorgen aber dadurch entstehende Lichtreflexionen ebenfalls dafür, dass die Ablesbarkeit nicht grad besser wird.

Kurzum: Eine sehr coole Idee und eine äußerst ansehnliche Umsetzung – allerdings merkbar zu Lasten der Funktionalität, sprich der Ablesbarkeit.

Auch die anderen Design-Elemente sind aus der Kategorie „abgespact“: Da wäre beispielsweise das sehr plastische Zifferblatt-Muster, welches an eine stilisierte aufgehende Sonne erinnert und im Nubeo-Logo mündet. Die Detailqualität ist dabei überaus hoch: Selbst auf auf Nahaufnahmen gibt sich das Zifferblatt keine Blöße.

Auch das haptisch hochwertig wirkende, wuchtige Gehäuse lädt zum entdecken ein: Die Flanken kommen mit markanten, extrem tiefen Einkerbungen, ein Lünetten-Inlay aus Carbon unterstreicht die sportlich-moderne Optik.

Man beachte auch die durchgängig an vielen Stellen untergebrachten Schrauben in einer Art Turbinen-Design – zu finden auf der Lünette, an der Gehäuse-Flanke bzw. vertieft auf den Hörnern sowie auf dem verschraubten Gehäuseboden. Toll!

Etwas enttäuschend (und nicht wirklich nachvollziehbar) ist allerdings, dass eine solch massives Gehäuse nur magere 5 atm Wasserdichtigkeit mitbringt – die Nubeo Satellite ist damit leider nur spritzwassergschützt und sollte bei Schwimmeneinlagen oder gar beim Tauchen lieber abgenommen werden.

Wegen eines möglichen Bandwechsels braucht man mit Blick auf die Schrauben übrigens keine Sorge haben: Der Nubeo Satellite liegt ein passendes Spezialwerkzeug bei.

Die Hörner der Nubeo Satellite sind sehr lang, aber stark nach unten gezogen – sie „schlängeln“ sich fast schon um das Handgelenk. Dadurch ist das Horn-zu-Horn-Maß mit 55 mm noch in einem vertretbaren Rahmen. Alles in allem lässt sich die Uhr, trotz der auf dem Papier brutalen Maße (Durchmesser 50 mm, Höhe 16 mm), noch recht komfortabel tragen. Optisch wirkt die Uhr eher wie 46 oder 47 mm. Zum Vergleich: Mein Handgelenkumfang beträgt in etwa 18,5 cm…

Das sehr weiche und flexible Echtlederband mit Kroko-Prägung ist vollständig in das Gehäuse integriert. Das sieht einerseits ziemlich genial aus, da sich keine Lücke zwischen Bandanstoß und Gehäuse auftut. Andererseits sorgt das aber auch dafür, dass Bänder von Fremdanbietern („von der Stange“) nicht sinnvoll an der Nubeo Satellite angebracht werden können (das würde einfach extrem ulkig aussehen).

Umso irritierende finde ich es, dass im Nubeo-Shop keine Wechselbänder angeboten werden. Im Zweifel hilft eine Nachfrage beim Nubeo-Support oder die Beauftragung einer Manufaktur wie Greenpilot-Watchstraps, die sich auf individualisierte Lederbänder spezialisiert hat.

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Fazit zu Nubeo Uhren

Nubeo wirft das gängige Rezept kleinerer Uhrenmarken einfach mal komplett über Bord: Anstelle sich im (vermeintlich) sicheren Hafen klassischer Uhren-Designs (Field Watch, Bauhaus, Diver & Co.) zu bewegen, kommt Nubeo mit überaus eigenständigem, extrovertiertem und gewagtem Design um die Ecke. Die Satelliten-Komplikation (und die damit einhergehende Problematik mit der Ablesbarkeit) wird dabei sicherlich nicht jedem gefallen – das muss sie aber auch gar nicht.

Alles in allem ist Nubeos Vorgehen im verstärkt zu beobachtenden Einheitsbrei der Uhrenmarken heutzutage überaus lobenswert. Die technischen und gestalterischen Ideen und die hohe Detailqualität (Zifferblatt, Lünette…) lässt sich Nubeo aber auch gut bezahlen: Mit Rabatt-Code („Chrono20“) und inklusive Zoll/Einfuhrumsatzsteuer landet man effektiv bei circa 1600€. Das ist nicht grade wenig, mit Blick auf das Gebotene aber akzeptabel.

Mehr auf der offiziellen Seite nubeowatches.com.

Alternativen

Extrovertiertes Design, verpackt in Plus Size? Da kommt man als Alternative kaum an der italienischen Marke U-Boat by Italo Fontana vorbei. Insbesondere in der Chimera-Modellreihe tummeln sich ziemlich gewagte Designs mit Durchmessern von bis zu 46 mm. Die effektiven „Straßenpreise“ sind mit knapp 5000€ aufwärts allerdings auch deutlich höher.

Deutlich günstiger sind da die brachialen Uhren von Ballast 1903, die ebenfalls mit ausgefallenem Design kommen. Mehr dazu in meinen Reviews, z.B. zum Modell BL-3136 oder BL-3135.

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Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb weniger Minuten, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

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5 Gedanken zu “Nubeo Uhren: Abgespactes Satelliten-Design im Test”