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Uhrenfreunde kennen das sicher: Man freut sich über das frisch gelieferte Nato Strap, montiert es an der Uhr – und stellt dann fest, dass es viel zu lang ist und das Ende ungünstig übersteht. Nun kann man natürlich hergehen und das überstehende Stück einfach umknicken und durch die Hardware fädeln – das empfinde ich persönlich aber schnell mal als ziemlich nervige Wurstelei.

Ich würde mich nicht unbedingt als geschickt bezeichnen. Meine Frau verweist manchmal (oder auch öfters) liebevoll auf meine Wurstfinger und macht Tätigkeiten im Haushalt, bei denen ein gewisses Maß an Geschicklichkeit notwendig ist, lieber selbst (die ganze Sache hat also auch Vorteile). Oder kurzum: Ich bin eher der Typ für’s Grobe. Dennoch habe ich mich mal daran gewagt ein Nato-Band mit einfachen Hausmitteln selbst zu kürzen – tatsächlich habe ich dafür nur wenige Minuten und alltägliche Haushaltsgegenstände benötigt …

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Tutorial: Nato-Bänder kürzen

Zunächst ist es natürlich wichtig, dass man mit einem Maßband ausmisst um wie viel man das Nato-Band überhaupt kürzen will. Im Zweifelsfall sollte man lieber etwas weniger kürzen, denn man kann zu viel abgeschnittene Zentimeter ja schlecht wieder mit Uhu drankleben. Bedenkt dabei auch, dass sich der Handgelenkumfang im Laufe des Tages stark ändern kann – vor allem im Sommer mit steigenden Temperaturen. Messt ihr also beispielsweise im kalten Keller bei entsprechend enger Einstellung des Bandes, so kann es passieren, dass das Band später bei heißen Temperaturen zu kurz ist und nicht mehr durch den letzten Hardware-Keeper passt.

Da ich mich zum allerersten mal an das Kürzen gewagt habe, habe ich ein sehr altes Nato-Band aus der Box gekramt, das ich ohnehin schon seit Ewigkeiten nicht mehr getragen habe – perfekt zum Experimentieren. Das empfehle ich auch euch, wenn ihr euren ersten Kürzungsversuch vornehmt. Obwohl das Kürzen eines Nato-Bandes – wie wir sehen werden – wahrlich keine Raketenwissenschaft ist, würde ich außerdem definitiv die Finger von teuren Marken-Natos wie beispielsweise von Omega lassen (Preispunkt: 160€). Gute Nato-Bänder gibt’s schon ab ca. 10€ (zum Beispiel bei Miro’s Time), sodass im Zweifelsfall ein Fehlversuch finanziell auch nicht allzu weh tut. Aber natürlich gilt: Alle Kürzungsversuche auf eigene Gefahr 😉

So, nun aber zum eigentlichen kürzen des Nato-Bandes – ihr braucht dazu folgendes:

  • eine stabile und scharfe Schere (z. B. Büroschere)
  • einen Stift (z.B. Kugelschreiber oder feiner Edding)
  • ein Feuerzeug (optimalerweise ein Stabfeuerzeug)
  • einen Schlüsselring
  • und natürlich das Nato-Band, das ihr kürzen wollt.

Schritt #1: Nato-Band mit Schlüsselring fixieren und Linie einzeichnen

Klemmt das Nato-Band in einen Schlüsselring und schiebt ihn an die Stelle, an der ihr das Band kürzen wollt. Ihr könnt auch zwei gleich große Münzen und eine Zange zum fixieren der Münzen nehmen, allerdings finde ich die Nutzung eines Schlüsselrings deutlich einfacher. Der Schlüsselring ist gleichzeitig auch eure Markierhilfe: Nehmt einen Stift zur Hand und zeichnet an der Rundung des Schlüsselrings entlang die Linie, an der ihr euch später beim Abschneiden des Endstücks mit der Schere orientieren wollt.

Mit dem Stift malt ihr die Linie entlang des Schlüsselrings

Schritt #2: Schnipp schnapp

Schiebt den Schlüsselring etwas nach unten und schneidet nun vorsichtig mit einer spitzen und stabilen Schere (keine Klapperschere aus dem 1€-Shop!) an der eingezeichneten Linie entlang. Ich habe auch schon von anderen Uhrenfreunden gehört, die lieber ein Cutter-Messer nehmen – auch das ist natürlich in Ordnung, wenngleich ich persönlich eine Schere als deutlich praktischer empfinde.

Schnipp-schnapp… Endstück ab.

Schritt #3: Versiegeln

Nun ist das Band zwar gekürzt, es folgt aber noch ganz entscheidender Schritt: Ihr müsst das Band wieder versiegeln, damit die gewebten Nylonfasern nicht ausfransen. Dazu braucht man nur eines: Feuer. Ein Stabfeuerzeug funktioniert natürlich besser als ein kleines Feuerzeug, damit man sich nicht die Finger ankokelt (ich hatte leider nix anderes zur Hand ;-)). Vergesst nicht den Schlüsselring wieder oben an die Schnittkante zu schieben, damit ihr das Feuer konzentrierter für einige Sekunden an die Schnittkante halten könnt. Das Nylon des Nato-Straps fängt leicht an nach Plastik zu stinken, was aber ein gutes Zeichen ist.

Tada! Wie man auf den Bildern unten gut erkennen kann, ist die Schnittkante durch die Feuerbehandlung nun etwas dunkler. Beim Drüberfahren mit dem Finger sollte sich die Schnittkante außerdem merkbar härter anfühlen. Beides deutet auf eine ordentliche Versiegelung hin. Das war’s auch schon – das Nato-Band ist nun wieder einsatzbereit.

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Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb kurzer Zeit, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. peter.b*********

    Moin zusammen,
    eine handelsübliche Heißluftpistole aus dem Baumarkt verhindert das Kokeln der Schnittstelle.
    Schrumpfschläuche und Spanngurte lassen sich damit auch prima bearbeiten.
    Und der gute alte „Groschen“ die perfekte Schablone für ein 22er Nato Band.
    Mit freundlichen Grüßen aus Ostfriesland
    Peter

  2. Carsten

    Weniger „schlimm“ sieht das versiegelte Ende aus, wenn man eine noch NICHT voll aufgeheizte Klebepistole OHNE Kleberinhalt statt des Feuerzeugs nimmt.(Klugscheißmodus off, Lobmodus on:) Der „Trick“ mit dem Schlüsselring ist cool. Danke dafür.

  3. Uwe H.

    Vielen Dank für die Anleitung. Das versiegelte Ende sieht allerdings schlimm aus ( schwarz, verbrannt ) – zum Glück ist das Band sehr dunkel. Was ich nicht verstehe ist, dass es kaum Natobänder in verschiedenen Längen und vor allem mit unterschiedlichen Abmassungen ( Abstände der Metallösen ) gibt. Bei mit nämlich stößt eine Bandöse immer an eine Uhrseite/lug an und verkratzt es. ( Ca. 18,5 cm HGU )

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