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Im Vorfeld der Baselworld 2018 gab es eine Menge Wirbel: Die Uhren-Messe ist deutlich geschrumpft (die Zahl der Aussteller hat sich fast halbiert) und das Messeunternehmen MCH Group gab kürzlich sogar bekannt rote Zahlen zu schreiben – Hauptursache für sei die Verkleinerung der Baselworld, weil die Branche zunehmend digitaler handele. Besser geht es allerdings den Uhrenherstellern selbst, welche mit einer Menge Rückenwind nach Basel kommen, um ihre Neuheiten zu präsentieren: Die Exportstatistik vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH zeigt einen klaren Positivtrend an.

Ich habe von der Verkleinerung der Baselworld praktisch nichts bemerkt, da ich mich primär in den Hallen 1, 1.1 und 2 aufgehalten haben, die sich im Vergleich zum Vorjahr nicht nennenswert geändert haben – nur ein paar Aussteller sind von A nach B gewandert wie z.B. SINN.

Und Spaß gemacht hat es sowieso: In einem (zu) eng getakteten Terminkalender habe ich mich in die Menschen- und Uhrenmassen gestürzt, um einige spannende neue Modelle ausfindig zu machen. Los geht’s mit Teil 1 und den funktional orientierten Herstellern Laco 1925, Mühle Glashütte, Traser und SINN.

Baselworld Messe 2018
Foto: Manfred Münzl (muenzl.net)

Laco 1925 auf der Baselworld 2018: Modellpflege und Prototypen (Taucheruhr und Marineuhr)

Der Uhrenhersteller Laco steht in erster Linie für (mal mehr, mal weniger originalgetreue) Beobachtungsuhren, schließlich können die Pforzheimer eine lange Geschichte in diesem Bereich vorweisen, die ich in meinen Reviews der Laco Erbstück und der Laco Faro bereits ausführlich beleuchtet habe.

Es verwundert also nicht, dass Laco eine gewisse Modellpflege bei den Beobachtungsuhren (A-Muster und B-Muster) betreibt. Zunächst einmal seien die neuen Modelle “Mühlheim an der Ruhr”, “Heidelberg”, “Speyer” und “Kempten” zu nennen. Keine Sorge – ein verkappter Reiseblog wird das hier nicht. Im Prinzip handelt es sich bei den vier neuen Modellen um kleinere, 39 mm Durchmesser große, Varianten von Lacos hochwertigerer/teurerer Modellreihe mit mechanischen Werken aus dem Hause ETA. Hier eine Übersicht:

  • Heidelberg: A-Muster,  ETA 2824.2 (Elaboré) Automatikwerk
  • Speyer: B-Muster,  ETA 2824.2 (Elaboré) Automatikwerk
  • Kempten: B-Muster,  ETA 2801.2 (Elaboré) Handaufzugswerk
  • Mühlheim an der Ruhr: A-Muster,  ETA 2801.2 (Elaboré) Handaufzugswerk

Alle Modelle kommen mit einem dunkel sandgestrahlten Edelstahlgehäuse, welches wirklich einen hervorragenden Eindruck gemacht hat und an das dunkle Finish der original B-Uhren erinnert. Alle Modelle kommen mit doppelt gewölbtem, entspiegeltem Saphirglas, einem originalgetreuen Beobachtungsuhren-Boden, 5 bar Wasserdichtigkeit (spritzwassergeschützt) und schnieken,  thermisch gebläuten Zeigern. Der Preis beträgt einheitlich 930€.

Vor einigen Monaten hat Laco das Modell “blaue Stunde” (mit – Überraschung – blauem Ziffernblatt) herausgebracht, welches in einem ähnlichen Preisbereich liegt wie die klassischen Modelle (knapp unter 1000€). Da blaue Ziffernblätter nach wie vor gut anzukommen scheinen, bringt Laco eine Budget-Variante der “blauen Stunde” in A- und B-Muster-Design heraus, welche ab Anfang April zur Verfügung stehen wird. Die neuen Modelle “Augsburg” und “Aachen” gehören zu Lacos “Basis”-Beobachtungsuhren-Modellreihe (ab 340€ für die Automatikmodelle).

Laco Augsburg und Laco Aachen blau

Gegenüber der teureren “blauen Stunde” muss man (logischerweise) ein paar Abstriche in Kauf nehmen:

  • Automatikwerk aus Miyotas 8er Baureihe (statt ETA),
  • ein schlichtes graues Nato-Band (anstelle Nylonband)
  • einen Glasboden mit Blick auf den eher unspektakulär dekorierten, skelettierten Rotor (anstelle originalgetreuem Stahlboden)
  • schlichte schwarze Zeiger (statt thermisch gebläuter Zeiger)

Insbesondere das Gehäuse und das schicke blaue Sonnenschliff-Ziffernblatt sind aber Laco-typisch (unter Berücksichtigung des Preises) auf einem sehr hohen Niveau.

Hier ein paar Bilder, die die Unterschiede verdeutlichen (rechts: Blaue Stunde mit ETA-Werk, links: Budget-Variante):

Abschließend noch zwei Teaser – Frau Ruhmann von Laco zeigte mir zwei Prototypen, die im Spätsommer bzw. Herbst 2018 erscheinen sollen.

Zum einen wäre da ein Modell im schlichten Taucheruhren-Stil (Laco sprach von einer Abtenteureruhr). Drei Farbvarianten mit orangen, blauen und grünen Farbakzenten wurden mir gezeigt, es werden aber ggf. nicht alle Farbvarianten auch tatsächlich so käuflich erwerbbar sein (wie gesagt, es waren nur Prototypen).

Mir persönlich hat das Design wirklich gut gefallen, am Canvas- bzw. Kautschukband wirkte die Uhr aber deutlich besser. Richtig genial fand ich den Skorpion auf dem Gehäuseboden, der qualitativ sehr tief und hochwertig eingraviert wurde. Ich hoffe, dass das auch in der finalen Version der Fall sein wird! Die Eckdaten: ETA 2824 Automatikwerk, 30 bar Wasserdichtigkeit, drehbare Lünette, 42 mm Durchmesser. Der Preis soll bei unter 1000€ liegen.

Es wurde aber auch Zeit! Mein persönlicher Favorit war der zweite Prototyp, eine schlichte Laco Marine-Uhr mit kleiner Sekunde und marineuhren-typischer Riffelung der Lünette (bei der schwarzen Variante). Die weiße Variante hatte eine deutlich schlichtere Lünette ohne Riffelung. Erstere Variante hat mir deutlich besser gefallen und wird voraussichtlich auch den Weg an den Markt finden.

Die Eckdaten: 43 mm Gehäusedurchmesser, ETA Unitas 6498 Handaufzugswerk, Saphirglas. Preispunkt: Unter 1000€.

 

Mühle Glashütte auf der Baselworld 2018 – neues, günstiges Einsteigermodell “Panova”

Mühle Glashütte zeigte mir ebenfalls einen Mix aus Modellpflege und neuen Modellen, die allesamt Mühle-typisch primär auf gute Ablesbarkeit und Robustheit ausgelegt sind (mehr zur Geschichte des familiengeführten Unternehmens gibt’s hier). Coole Idee: Um die technische Umsetzung der Robustheit zu demonstrieren, hat Mühle ein XXL-Modell der patentierten Spechthalsregulierung gebaut.

Spechthalsregulierung
XXL-Modell der Spechthalsregulierung

Die Spechthalsregulierung wird seit 2003 als Weiterentwicklung der bekannten Glashütter Schwanenhals-Feinregulierung in allen Mühle-Uhren verbaut. Der Name ist aus der Form der Feder abgeleitet, die an einen Specht erinnert (okay, man braucht schon etwas Fantasie ;-). Die Modifikation macht das Uhrwerk v.a. stoßsicherer. 

Aber kommen wir zu den neuen Modellen: Zur ProMare-Modellreihe hinzu kommt die Mühle Glashütte ProMare Go mit einer Dreiviertel-Einteilung der beidseitig (!) drehbaren und fein geriffelten Aluminium-Lünette: Synchronisiert man die Dreiecksmarkierung zum Beispiel mit dem Minutenzeiger, kann man auf der 60er-Skala der Lünette mit einem Blick die vergangene Zeit ablesen (daher der Name “Go”).

Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau, nur die Krone stand für meinen Geschmack etwas zu weit heraus. Laut Mühle handelt es sich aber ebenfalls noch um einen Prototypen, d.h. es wird noch kleinere Änderungen bei der Promare Go geben.

Die Eckdaten:

  • Uhrwerk: SW 200-1, modifiziert mit patentierter Spechthalsregulierung, eigenem Rotor und Oberflächenveredelung
  • Gehäuse: Edelstahl geschliffen/poliert. Beidseitig drehbare Lünette. 2,5 Millimeter starkes, gewölbtes und entspiegeltes Saphirglas. Boden mit Sichtfenster. Verschraubte Krone. Ø 42,0 mm; H 12,2 mm. Wasserdicht bis 30 bar. Leder-/Kautschukband mit Dornschließe aus Edelstahl.
  • Zifferblatt: Farbe Blau. Applizierte Indizes. Stundenmarkierungen und Zeiger mit Super-LumiNova belegt.
  • Preis: 1890€ (mit Leder-/Kautschukband).

 

Mühle hat auch die 29er-Modellreihe (abgleitet von der 29er Jolle) um ein Modell ergänzt, die 29er Tag/Datum. Insbesondere die Farbnuancen (das titangraue Ziffernblatt und die Rehaut in Sand-Metallic) des Modells haben mir live ausgesprochen gut gefallen.

Eckdaten:

  • Uhrwerk: SW 200-1, modifiziert mit patentierter Spechthalsregulierung, eigenem Rotor und Oberflächenveredelung
  • Gehäuse: Edelstahl gebürstet/poliert. Entspiegeltes Saphirglas. Boden mit Sichtfenster. Verschraubte Krone. Ø 42,4 mm; H 12,2 mm. Wasserdicht bis 10 bar.
  • Textilband mit Dornschließe aus Edelstahl oder Edelstahlband mit Edelstahlfaltschließe.
  • Zifferblatt: Farbe Titangrau mit Rehaut in Sand-Metallic. Applizierte Indizes. Stundenmarkierungen und Zeiger mit Super-LumiNova belegt.
  • Preis: 1.450€ (mit Textilband) bzw. 1.550€ (mit Edelstahlband)

Nomos hat mit der Campus-Serie vorgelegt und eine (vergleichsweise) erschwingliche Uhr aus Glashütter Produktion im Programm (“Die Uhr zum Abitur”). In eine ähnliche Richtung geht Mühle Glashütte nun mit dem nagelneuen Modell Panova Blau (von „Panorama“ für den Aus-/Weitblick und „Via“ für den Weg), mit der sich auch Mühle gezielt im Einsteigerbereich positionieren will.

Nach dem ausführlichen begutachten in Basel muss ich sagen: Für glatte 1000€ bekommt man schon einiges geboten – qualitativ gibt es jedenfalls definitiv nix zu meckern! Nur mit dem Nato-Band bzw. dem Perlonband konnte ich mich nicht so recht anfreunden – ein Lederband ist empfehlenswert und dürfte die Uhr deutlich aufwerten.

Die Eckdaten:

  • Uhrwerk: SW 200-1, modifiziert mit patentierter Spechthalsregulierung, eigenem Rotor und Oberflächenveredelung
  • Gehäuse: Edelstahl gebürstet. Entspiegeltes Saphirglas. Verschraubte Krone. Ø 40,0 mm; H 10,4 mm. Wasserdicht bis 10 bar. Textilband mit Dornschließe aus Edelstahl.
  • Zifferblatt: Farbe Blau. Stundenmarkierungen und Zeiger mit Super-LumiNova belegt.
  • Preis: 1.000€ (mit Textilband)

Last but not least mein persönlicher Favorit: Die Mühle Glashütte Teutonia II Weltzeit. Auf den ersten Blick ist das Modell eher untypisch für Mühle Glashütte – das Ziffernblatt  ist ziemlich vollgepackt, was bei einer Weltzeit-Uhr aber natürlich obligatorisch ist. Blickt man auf andere Worldtimer-Modelle, z.B. von Frederique Constant, relativiert sich der erste Eindruck allerdings wieder.

Der innen positionierte Städtering besitzt eine Doppelfunktion: Zum einen dient er in Kombination mit dem vergoldeten Index bei 9 Uhr als Erinnerung für die jeweils eingestellte Zonenzeit, wenn man den Namen der Stadt mit dem Index synchronisiert.

Zum anderen können mit dem Städtering die Uhrzeiten für 24 Zeitzonen der Erde bestimmt werden. Dazu wird er in Kombination mit der innen liegenden 24-Stunden-Skala und dem GMT-Zeiger genutzt. Beispiel: Zeigt der GMT-Zeiger die Zeit in Glashütte an, dreht man diesen Städtenamen einfach bis zur Position des GMT-Zeigers und kann auf der inneren 24-Stunden-Skala dann die Stunde für diese und alle übrigen Zeitzonen ablesen.

Mühle Glashütte Weltzeit

Das Gehäuse der Teutonia II Weltzeit kommt wie auch der von mir getestete Teutonia Sport I Chronograph mit dem händisch aufgebrachten, charakteristischen Grob-Schliff an den Flanken und die volutenförmigen Bandanstöße. Das Ziffernblatt mit Strahlenschliff ist nachtblau und geht je nach Lichteinfall ins Schwarze. Bei genauerem Hinschauen erkennt man auch ein paar sehr dezente Details auf dem Ziffernblatt, darunter ungeschliffene Flächen sowie eine tiefer liegende Zone in der Mitte (eine Art Querbalken), welcher – neben den applizierten, seitlich abgeschrägten Indizes – das Ziffernblatt für die verschiedenen Zeitangaben gliedert.

Eckdaten:

  • Uhrwerk: SW 330-1, Automatik, modifiziert mit Spechthalsregulierung, eigenem Rotor und Oberflächenveredelungen. Zweite Zeitzone/24-Stunden-Anzeige mit Weltzeitfunktion. Sekundenstopp. Datumschnellkorrektur. 42 h Gangreserve.
  • Gehäuse: Edelstahl geschliffen/poliert mit beidseitig drehbarer Innenlünette. Gewölbtes und entspiegeltes Saphirglas. Boden mit Sichtfenster. Ø 41,0 mm; H 13,0 mm. Wasserdicht bis 10 bar. Krokoleder- oder Edelstahlband mit Doppelfaltschließe aus Edelstahl. Bandstege verschraubt.
  • Zifferblatt: Farbe Nachtblau mit Strahlenschliff. Applizierte Indizes. Vergoldete (GMT-Anzeige) und glanzvernickelte Zeiger und Indizes.
  • Preis: 2.400€ (mit Krokolederband) bzw. 2.500€ (mit Edelstahlband).

Mühle Glashütte Teutonia II Weltzeit

Alle Neuheiten von Mühle Glashütte werden ab Sommer 2018 verfügbar sein.

 

Traser: Swiss Made Einsatzuhren mit trigalight-Technologie auf der Baselworld 2018

Zum allerersten mal konnte ich einen umfangreichen Blick auf die Modelle des funktionalen Einsatzuhren-Herstellers Traser werfen. Traser (ansässig in Niederwangen bei Bern) hat seine Kompetenz insbesondere im Bereich der Beleuchtungstechnologie (trigalight).

Es handelt sich bei trigalight um luftdicht verschlossene, lediglich 0,5 mm Durchmesser große Glasröhrchen, die auf der Innenseite mit einem Leuchtstoff beschichtet sind. Die Schicht wird mit Elektronen beschossen, wodurch diese zum Leuchten angeregt wird. Die notwendigen Elektronen bei einem trigalight entstehen durch den radioaktiven Zerfall von Tritium.

Traser P59_Essential M Blue_108205_meta

Das klingt auf den ersten Blick irgendwie gefährlich, laut Traser ist die Strahlung in einem Schadensfall aber 1000-mal geringer als die sogenannte „natürliche Strahlung“. Sorgen darüber, dass man selbst irgendwann mal im Dunkeln leuchtet, braucht man sich also nicht zu machen 😉

Der größte Vorteil der kleinen Tritium-Röhrchen: Anders als zum Beispiel SuperLuminova-Leuchtmasse, die typischerweise in Uhren zum Einsatz kommt, braucht die trigalight-Technologie keinerlei Aufladung durch externe Lichtquellen. Die Leuchtkraft besteht durchgehend für über zwei Jahrzehnte.

Traser H3 Tritium Leuchtröhren

Traser zeigte mir drei neue Modellreihen: Zum einen wäre da die puristische P59 Essential, die sich mit einem Preis ab 199€ im Einsteigerbereich positioniert und ab April 2018 verfügbar ist. Dafür bietet das Modell, welches in den beiden Größen 42mm und 37 mm erscheinen wird, ein Schweizer ETA-Quarz-Werk, 10 bar Wasserdichtigkeit (zum Schwimmen geeignet) und Saphirglas. Insbesondere letzteres ist keine Selbstverständlichkeit in der Preisklasse.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Modells erscheint mir sehr gut, wenngleich ich mit der Version am (nicht besonders massiven) Milanese-Band nicht so richtig warm geworden bin. Am Nato- bzw. Lederband hat sie mir aber ziemlich gut gefallen!

Neben der Ziffernblattfarbe blau erfreuen sich auch Bronze-Gehäuse ungebrochener Beliebtheit. Es verwundert also nicht, dass Traser mit der 45 mm großen P67 Officer Pro Automatic ebenfalls ein Modell im Bronze-Gehäuse (CuSn8) herausbringt.

Zwei Varianten mit blauem und braunen Ziffernblatt werden zur Verfügung stehen. Die Variante mit blauem Sonnenschliff-Ziffernblatt wirkt für meinen Geschmack aber stimmiger. In Anbetracht des verbauten Schweizer Automatikwerkes aus dem Hause ETA (ETA 2824) geht der aufgerufene Preis von 699€ in Ordnung. Die Auslieferung startet Mitte Mai 2018.

Trasers neues Spitzenmodell, die P68 Pathfinder (ebenfalls mit ETA 2824 Automatikwerk) ist mit 46 mm Durchmesser sogar noch etwas größer als die P67 und wirkt aufgrund des schwarz beschichteten Gehäuses und der Farbakzente deutlich moderner. Schick: Die Tritium-Röhrchen sind bei diesem Modell augenscheinlicher als bei den vorherigen, da sie ringsherum neben jeder Stunde längs angeordnet sind.

Das Modell ist bereits seit September 2017 für 899€ erhältlich.

SINN Spezialuhren Frankfurt auf der Baselworld 2018

SINN ist auf der Baselworld 2018 von Halle 2.1 in die Halle 1.1 gewandert. Der neue Standplatz wird der Marke nun zwar deutlich besser gerecht (letztes Jahr bin ich eher zufällig, gefühlt im hintersten Eck, über SINN gestolpert), so richtig reinpassen wollte der funktional orientierte Hersteller SINN aber nicht in den Bereich “Les Ateliers”, der sich eigentlich eher mit den künstlerischen Aspekten des Uhren-Designs beschäftigt.

So befanden sich im “Les Ateliers” Aussteller wie beispielsweise Alexander Shorokhoff (“Kunst am Handgelenk”, siehe Teil 2 meines Artikels) und eine mir bis dato unbekannte Marke, die sich am (ziemlich verrückten) Design des Künstlers HR Giger orientiert…

HR Giger Uhren

Aber sei’s drum: Die klar auf robuste Einsatzuhren spezalisierte Frankfurter Hersteller hatte einige spannende neue Modelle im Gepäck, die ich ausführlich begutachten durfte. So zum Beispiel der klassische Fliegerchronograph SINN 103 Sa B E in einer limitierten Edition (500 Stück) mit kräftig-blauem Sonnenschliff-Ziffernblatt, blauem Fliegerdrehring, ETA 7750 Automatikwerk und Vintage-brauner Lume. Besonders gelungen: Die Wölbung des Saphirglases und das weiche Vintage-Lederband (siehe Bilder). Preispunkt: ab 2590€.

Optisch große Ähnlichkeit haben die neuen, 43 mm großen Automatik-Modelle SINN 836 und SINN 936: Beide Modelle sind klar auf Robustheit und gute Ablesbarkeit ausgelegt.

Die Robustheit wird u.a. durch das von SINN voll-tegimentierte Gehäuse erreicht. Ich durfte auch selber mal Hand anlegen und an einer tegimentierten Lünette mit einem Edelstahl-Stift herumkratzen. Durch die Tegimentierung “rutscht” man bei dem Versuch Kratzer in das Material zu machen stark ab, die Oberfläche sah trotz meiner Versuche noch aus wie neu. Alles kann aber natürlich auch die Tegimentierung nicht abfangen: Knallt man mal Vollspann gegen Beton beispielsweise, dürfte auch ein tegimentiertes Gehäuse leiden.

Sinn 936 Chronograph

 

Als ich den neuen SINN 910 SRS Chrono in der Hand hielt, war ich sofort angetan von der Qualität. Allein das beidseitig entspiegelte Saphirglas wertet den Chronographen enorm auf, da Details wie das applizierte SINN-Logo exzellent zur Geltung kommen. Als ich nach dem Preis fragte, musste ich dennoch zunächst schlucken: Bei 3700€ geht’s los.

Der Preis wird allerdings durch Uhrwerks-Komplikationen gerechtfertigt, die man getrost “exotisch” bezeichnen kann: So wird der SINN 910 SRS Chrono von einem Schaltradchronographenkaliber auf Basis des ETA 7750 angetrieben. Ein Schaltrad-Kaliber ist deutlich aufwendiger in der Herstellung als gängige Chronographenkaliber mit sogenannter Kulissensteuerung, weshalb solche Werke heutzutage kaum noch verbaut werden – und falls doch, in der Regel bei sehr hochpreisigen Modellen, z.B. von Patek Philippe. Der praktische Vorteil: Die Chronographen-Drücker lassen sich mit sehr sattem und gleichzeitig butterweichem Widerstand betätigen.

Durch den Glasboden ist das bläulich-schwarze Schaltrad gut zu erkennen:

Schaltradkaliber Chronograph Sinn Flyback
Gut zu erkennen: Das gezackte Schaltrad im Chronographenkaliber der SINN 910 SRS

Die SINN 910 SRS kommt außerdem mit einer Flyback-Komplikation: Gegenüber einer normalen Chrono-Stoppfunktion kann der Timer durch einmaliges Betätigen des Drückers zurückgesetzt bzw. genullt werden – beim Loslassen des Drückers startet sofort eine neue Zeitaufnahme.

 

Im zweiten Teil über die Baselworld 2018 u.a.: Alexander Shorokhoff, Spinnaker, FORMEX, TAG Heuer und Glashütte Original.

 

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4 Kommentare
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Manfred M.
6 Jahre zurück

Der SINN 910 SRS Chrono war auch einer meiner Favoriten des Tages ?

Günter
6 Jahre zurück

Neues , wie immer, gut erklärt und vor allem mit sehr ansprechenden Bildern hinterlegt. Danke.
Bin schon auf TAG Heuer gespannt. Habe mir gerade eine “gegönnt”