Aquatico Super Charger Dive 1000 Bronze Header

Quadratisch, praktisch, gut? Aquatico Watch Super Charger Dive 1000 Bronze mit Tritium (H3) im Test

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Uhren von der jungen asiatischen Micro-Brand Aquatico Watch erfreuen sich wachsender Beliebtheit – im Uhrforum beispielsweise gibt es auch schon einen kleinen Club von Markenfans. Kein Wunder: Aquatico war von Anfang an recht preisaggressiv unterwegs (Automatikmodelle ab rund 160€) – das Preis-Leistungs-Verhältnis konnte sich bisher wirklich sehen lassen. Mit dem Modell Super Charger Dive 1000 will Aquatico nun eine Preisstufe höher angreifen – und hat dafür (neben dem ungewöhnlichen Design, verpackt in Titan- oder Bronzegehäuse) sogar eine echte Besonderheit im Gepäck: Indizes und Zeiger mit dauerhaft leuchtenden Tritium-Gas-Röhrchen

Eckdaten Aquatico Super Charger Dive 1000:

Kooperation

Aquatico Watch Super Charger Dive 1000 im Test

Die Bezeichnung Super Charger im Modellnamen deutet schon auf die Besonderheit des Modells hin: Eine super-duper Leuchtkraft 😉 . Wenn man es aber ganz genau nimmt, ist „charge“ (englisch für „aufladen“) allerdings nicht ganz korrekt: Der Hauptteil der Leuchtkraft der Aquatico-Uhr kommt von hermetisch versiegelten und mit Tritium-Gas (H3) gefüllten kleinen Glas-Röhrchen, die aufgrund von Radiolumineszenz dauerhaft leuchten, ohne dass sie (wie bei gängiger Super-Luminova) durch externe Lichtquellen aufgeladen werden müssen.

Super Charger? Aufladen ist bei den Zeigern und Indizes nicht nötig…

Oder genauer: Das Tritium sorgt dafür, dass die Farb-Beschichtung (z.B. Orange oder Grün) an der Innenseite der Glasröhrchen über Jahre hinweg permanent aktiviert wird. Über 10 Jahre leuchten die Röhrchen ohne Verlust der Leuchtkraft – und auch später explodieren diese natürlich nicht in James Bond-Manier von selbst, sondern büßen „nur“ allmählich ihre Leuchtkraft ein.

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Mit anderen Worten kann man die Aquatico Super Charger Dive 1000 locker flockig Tage, Wochen oder gar Jahre in der Schublade verschwinden lassen, ohne dass die Tritium-Röhrchen an Leuchtkraft verlieren.

Winzig: Die Glasröhrchen, die zunächst auf die korrekte Länge für die Indizes geschnitten, mit Tritium gefüllt und dann hermetisch versiegelt werden, Bild: mb-microtec

Es werde Licht: trigalight T25 und T100 von mb-microtec

Aquatico verwendet in der Super Charger Dive 1000 tatsächlich die Original-Tritium-Röhrchen (trigalight) vom Schweizer Spezialisten mb-microtec (in den Farben T25 und T100). Das in Niederwangen ansässige Hochtechnologieunternehmen ist mit großem Abstand Marktführer im Bereich dieser selbstleuchtenden Mini-Glasröhrchen, die in allen möglichen Gebieten Anwendung finden (neben Uhren beispielsweise auch in den Visieren von Handfeuerwaffen für Polizisten oder Soldaten).

Die trigalight-Röhrchen sind bei der Super Charger Dive 1000 als Indizes (11x blaue + 2x orange auf 12 Uhr) und jeweils auf den Zeigern (3x blau) eingesetzt. Auf Nahaufnahmen erkennt man sehr gut, dass es sich um kleine Röhrchen handelt und nicht um „normale“, aufgepinselte Leuchtmasse, die Uhrenhersteller üblicherweise verwenden. Bemerkenswert ist auch, dass die Tritium-Röhrchen auf den Zeigern sehr filigran sind – kaum vorstellbar, dass hier genug Tritiumgas Platz findet, um einen sichtbaren Leuchteffekt zu erzeugen.

Und so sieht trigalight in Aktion aus:

Die Optik ist ziemlich genial, wenngleich grüne Tritiumgas-Röhrchen (anstelle der blauen) wohl besser zur grünen Super-Luminova auf den Spitzen der Stunden- und Minutenzeiger gepasst hätten. Auch das Super-Luminova BGW9 auf der Lünette hat noch mal einen etwas anderen „Farbeinschlag“. So ist das Leuchtspektakel doch ganz schön bunt geraten…

Aquatico-Super-Charger-Dive-1000-Bronze-Tritium-H3-Uhr-mb-microtec-Trigalight

Wer mehr über mb-microtec und die trigalight-Röhrchen erfahren will, dem empfehle ich meine Reviews diverser Traser-Modelle. Konkrete Einblicke in die Produktion der trigalight-Röhrchen gibt’s in meinem Review der traser P67 Officer Pro.

Ansonsten ist das Zifferblatt der mir vorliegenden schwarzen Variante schlicht gehalten, ganz ohne Schnickschnack (man beachte: die Variante „Bronze Green“ kommt mit Sonnenschliff-Zifferblatt). Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings die Anordnung des Datum-Fensters: zwischen 4 Uhr und 5 Uhr sieht es meiner Meinung nach leider etwas verloren aus.

Toolig und ungewöhnlich: Das Bronze-Gehäuse der Aquatico Super Charger Dive 1000

Neben den Tritium-Zeigern und -Indizes ist das augenscheinlichste Merkmal natürlich das eckige und überaus toolig wirkende Gehäuse, welches im Falle der hier getesteten Variante aus 92% Kupfer und 8% Zinn (CuSn8-Bronze) besteht (für alle, die mit Bronze nicht viel anfangen können: Es gibt auch Titan-Varianten der Super Charger Dive 1000).

Man beachte: Bronze-Uhren entwickeln durch Kontakt mit Schweiß & Co. über die Monate und Jahre eine charakteristische Patina, die den Reiz von Bronze-Uhren überhaupt ausmacht. Bei den hier gezeigten Bildern der Aquatico-Uhr handelt es sich um ein frühes Stadium der Patina-Entwicklung. Zum Vergleich hier ein Bild von einer anderen Bronze-Uhr, die schon bei Auslieferung recht stark patiniert war:

Viribus Unitis Bronze Side View
Viribus Unitis 153.27 mit recht fortgeschrittener Patina-Entwicklung

Qualitativ hat die Gehäuseverarbeitung der Aquatico Super Charger Dive 1000 gegenüber dem Vorgängermodell Pilot One 300m einen großen Schritt nach vorne gemacht – damals habe ich im Test angemerkt: „Das Gehäuse ist recht grob gebürstet und kantig – Finessen […] sucht man vergeblich.“

Aquatico hat sich meinen Kritikpunkt offenbar zu Herzen genommen und dem Gehäuse des Nachfolgemodells Super Charger Dive 1000 deutlich mehr Liebe gewidmet – die Satinierung fällt feiner aus, die Kanten sind sauber abgerundet und die vier Schrauben sind bündig mit dem Gehäuse. Viel zu meckern gibt’s da nun wirklich nicht mehr 😉

Abgerundet wird der gute Gesamteindruck vom Gehäuse von einem Gehäuseboden aus Titan, den die Bronze-Variante vom Schwestermodell aus Voll-Titan vererbt bekommen hat – das dürfte insbesondere Uhren-Allergiker freuen, die mit Edelstahl Probleme haben. Wenn man allerdings sehr empfindlich ist, sollte man eher die Voll-Titan-Variante in Betracht ziehen, da sich im Alltag, aufgrund der Dimensionen der Uhr, Hautkontakt nicht vermeiden lässt (gleich mehr zum Tragekomfort).

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Einfache, aber schicke Taucherhelm-Gravur auf dem Titan-Gehäuseboden

Und auch die Wasserdichtigkeit hat Aquatico extrem hochgeschraubt: Erst dachte ich, dass ich vielleicht doch ein wenig zu viel Tritium geschnuppert habe und doppelt sehe 😉 – aber nein: die Super Charger Dive 1000 ist tatsächlich bis satte 100 bar / 1000 Meter wasserdicht – das ist ungewöhnlich hoch für eine Taucheruhr von einer Micro-Brand und beispielsweise auf dem Niveau der Sinn U1 (zugegeben: 99% der Otto-Normal-Uhrenträger und Schreibtischtäter wie meine Wenigkeit werden eine so hohe Wasserdichtigkeit in ihrem Leben niemals brauchen 😉 ).

Naturgemäß wirken eckige Gehäuse deutlich wuchtiger am Arm als gängige runde Gehäuse – und das ist natürlich auch bei der Aquatico Super Charger Dive 1000 grundsätzlich nicht anders. Dennoch nimmt Aquatico dem Gehäuse durch Mini-„Hörnchen“ (Horn-zu-Horn-Maß = vertretbare 50 mm) und die mehrteilige Bauart (zwei quadratische „Platten“ auf einem runden „Kern“, fixiert durch Innensechskant-Schrauben) etwas Wuchtigkeit.

Das kommt auf jeden Fall dem Tragekomfort zu Gute – zum Vergleich: Mein Handgelenkumfang beträgt in etwa 19 cm. Dennoch: Die Aquatico Super Charger Dive 1000 ist alles andere als eine zierliche Uhr – viel kleiner als 19 cm sollte euer Handgelenk daher nicht sein, wenn ihr mit der Uhr liebäugelt (mehr über Uhrengrößen vs. Handgelenkumfang gibt’s hier).

Auf dem Gehäuse findet eine Bronze-Lünette mit einem Inlay aus polierter bzw. glänzender Keramik Platz, die sehr sauber mit 120 Klicks rastet. Wem die Lünette etwas zu viel Bling-Bling ist, dem seien die Super Charger Dive 1000-Varianten mit brauner Lünette ans Herz gelegt, die ein Inlay aus Aluminium haben. Der Preis ist derselbe wie bei den Modellen mit Keramik-Inlay.

Für den automatischen Antrieb sorgt das Kaliber NH35 mit 21600 Halbschwingungen aus dem japanischen Hause Seiko. Das Werk ist eine beliebte Wahl von Micro-Brands, da das Preis-Leistungs-Verhältnis ohne Frage wirklich gut ist. Technisch betrachtet gilt es als robust und zuverlässig. Mit einer Ganggenauigkeit von -5 Sekunden pro Tag läuft das NH35 in der mir vorliegenden Test-Uhr in einem ordentlichen Bereich.

Und dennoch muss ich sagen, dass mir beispielsweise ein japanisches Miyota 9015 oder ein Schweizer STP1-11 lieber gewesen wäre (gerne auch mit Aufpreis) – denn am NH35 habe ich mich dann doch so langsam etwas „satt gesehen“ (man sieht es gefühlt in jedem zweiten Microbrand-Modell)…

Bei der Box hat Aquatico merkbar gespart (Sie ist aus Pappe. Punkt. 😉 ) – nicht aber beim Lieferumfang: Neben einem superweichen und flexiblen Echtlederband von der 1905 gegründeten, in Chicago ansässigen Traditionsgerberei Horween gibt’s auch noch ein ebenso flexibles und geruchsneutrales Kautschukband oben drauf. Das schwarze Kautschuk verleiht der Aquatico Super Charger Dive 1000 eine deutlich sportlichere Optik und ist an heißen Sommertagen sicherlich dem Leder vorzuziehen. Top!

Fazit zur Aquatico Watch Super Charger Dive 1000

Summa summarum lässt sich sagen, dass Aquatico Watch mit der Super Charger Dive 1000 ein Paket mit wirklich gutem Preis-Leistungs-Verhältnis (derzeit rund 480€ „all in“ bei Nutzung des Rabatt-Codes „chrononautix“) geschnürt hat: Dafür spricht das toolig-quadratische Design, die massive Haptik, die allgemein gute Verarbeitungsqualität und die grundsoliden Eckdaten (Saphirglas, Keramiklünette bei den meisten Varianten etc.).

Und da wären natürlich noch die Tritium- bzw. trigalight-Röhrchen, die nur von den allerwenigsten Uhrenherstellern eingesetzt werden (neben der mb-microtec-Hausmarke traser beispielsweise noch von KHS, Marathon, BALL und Luminox) – dadurch sticht Aquatico wohltuend aus der Masse an Micro-Brands heraus.

Kleinere Wermutstropfen sind allerdings das etwas zu bunt geratene Superluminova-trigalight-Leuchtspektakel – hier wäre weniger mehr gewesen. Und auch das (grundsolide, aber eher langweilige) Seiko NH35 Automatikwerk kann nicht so richtig mit den vielen liebevollen Details des Modells mithalten. Gut: Aquatico ist sich dieser Thematik aber offenbar bewusst und will im neuen Taucher-Modell SEA STAR 2020 eine aufpreispflichtige Option auf ein Schweizer Sellita SW200 anbieten.

Kurzum: Aquatico macht eine Menge richtig und man kann nur hoffen, dass der Kopf hinter der Marke, Calvin Lee, den eingeschlagenen Kurs fortführt 🙂

Alternativen

Wer auf der Suche nach einer Uhr mit Tritiumgas-Röhrchen ist, hat bei den oben bereits erwähnten Herstellern wie KHS oder Marathon eine Menge Auswahl – allerdings sind die meisten Modelle dieser Hesteller im Einsatzuhren-Stil gehalten, oftmals angetrieben von Quarzwerken. Das hängt – wie eingangs erwähnt – mit dem ursprünglichen Einsatzzweck der Röhrchen im Bereich von Einsatzkräften und Militär zusammen (Marathon beispielsweise war offizieller Ausrüster der US Army).

traser P96 OdP Evolution mit trigalight

Wer mit Einsatzuhren nix anfangen kann, der wird am ehesten bei BALL fündig: der 1891 in Ohio gegründete, heute aber in La Chaux-de-Fonds ansässige Traditionshersteller peppt grundsätzlich eher klassische Uhrendesigns auf erfrischende Art und Weise mit Tritium-Röhrchen auf – BALL konstruiert beispielsweise ganze Ziffern mit trigalight. Prädikat: Cool! Die Preise gehen aber in die Tausende

Bild: Eric Kilby, CC BY-SA 2.0, via Flickr.com

Wer nach ähnlichen Designs wie bei Aquatico sucht, der wird bei Bell & Ross fündig – hier hat sich Aquatico ganz offensichtlich auch die eine oder andere Inspiration geholt 😉 Der Swiss Made Bell & Ross BR03-92 Bronze Diver ist mit fast 4000€ Listenpreis allerdings deutlich höher positioniert.

Bell & Ross BR03-92 Bronze, Bild: Bell & Ross

Deutlich günstiger (und auch deutlich verrückter, was die Designs angeht) ist Sevenfriday unterwegs, die sich wie Bell & Ross auf quadratische Uhren spezialisiert haben (ab ca. 900€). In Anbetracht der Preise sind die Sevenfriday-Spezifikationen allerdings eher schwachbrüstig: Saphirglas oder Schweizer Kaliber sucht man leider vergebens…

Sevenfriday P1B 01 P-Series Industrie-Optik

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4 Gedanken zu “Quadratisch, praktisch, gut? Aquatico Watch Super Charger Dive 1000 Bronze mit Tritium (H3) im Test”