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Der Pforzheimer Uhrenhersteller Laco feiert 2024 seine Premiere als Aussteller auf der Time to Watches in Genf, eine Messe für unabhängige Marken in den Räumlichkeiten der Universität für Kunst und Design in Genf (HEAD), die eine Art Gegenentwurf zum parallel laufenden Luxus-Format Watches & Wonders ist.

Laco hat dabei natürlich auch eine Neuheit im Gepäck: Die Pforzheimer legen die erstmalig Ende 2022 präsentierte Kiel.2 in Form der neuen Variante Kiel Sport auf…

Eckdaten Laco Kiel Sport:

  • Gehäuse aus Edelstahl, dunkel sandgestrahlt
  • Durchmesser 43 mm
  • Höhe 15 mm (inkl. Glas
  • Horn-zu-Horn: 51 mm
  • Gewicht ca. 110 g (am Lederband)
  • Bandanstoß 22 mm
  • Wasserdicht bis 10 bar / 100 Meter
  • Lünette/Drehring mit Keramikeinlage
  • doppelt gewölbtes Saphirglas (optional mit beidseitiger Entspiegelung), Sichtboden mit Saphirglas
  • Automatikwerk mit Chronographenfunktion Laco 500,Basis: Sellita SW500, 25 Steine, Tag / Datum, Sekunden-, Minuten und Stundenzähler, 56 Stunden Gangreserve, Qualitätsstufe Elaboré (optional: Top und/oder dekoriert)
  • Super-LumiNova C3
  • Stunden- und Minutenzeiger thermisch gebläut
  • Schwarzes, glattes Kalbslederband mit heller Naht, Anstoßbreite 22 mm, dunkel sandgestrahlte Edelstahlschließe
  • Preis: ab 2390€, direkt online bei Laco oder diversen Fachhändlern

Laco Kiel Sport im Hands-On

Die augenscheinlichste Änderung der Laco Kiel Sport gegenüber der Kiel.2 ist der außenliegende Drehring mit seiner fein satinierten Einlage aus kratzfester Keramik. Dieser kommt mit einer 60er-Rastung und überaus griffiger Zahnung, das Drehen funktioniert auffällig robustund knackig, und zwar unidirektional, d.h. in eine Richtung – das ist für eine Fliegeruhr eher ungewöhnlich, da die rechtsseitige Drehsperre eigentlich aus dem Bereich Taucheruhren kommt, das dürfte im Alltag für Otto-Normal-Uhrenfreunde aber keine Rolle spielen.

Historisch betrachtet ermöglicht(e) ein Fliegerdrehring die Unterstützung des Piloten bei der Navigation. Zwar hat der Pilot natürlich in der Regel schon vor dem Start eine ziemlich genaue Vorstellung über die geplante Flugstrecke – am Ende des Tages muss er aber natürlich irgendwie berechnen, wo bzw. wann in welchem Winkel „abgebogen“ werden muss. Insbesondere bei Kursänderungen über dem Meer konnte sich der Pilot schließlich an keinen visuellen Anhaltspunkten am Boden orientieren (Fliegen „auf Sicht“, z.B. anhand des Küstenverlaufs). Dazu konnte der Pilot die zentrale Lünetten-Markierung am aktuellen Standort des Minutenzeigers ausrichten, um die verstrichene Zeit bei der Kurskorrektur schnell ablesen zu können.

Heute ermöglicht die moderne Satellitennavigation (GPS, GLONASS oder Galileo) eine hochpräzise Positionsbestimmung, weshalb ein Drehring aus funktionaler Sicht in der Regel nicht mehr notwendig ist – aber bei einer klassischen, analogen Armbanduhr thematisch natürlich sehr gut passt und sicherlich von dem einen oder anderen Hobbypiloten aus nostalgischen Gründen auch heute noch entsprechend genutzt wird.

Am Ende des Tages eignet sich der Drehring aber auch (natürlich auch mit seiner unidirektionalen Machart) zum Timen alltäglicher Dinge wie das Frühstücksei (zusätzlich zur Stoppuhrfunktion dank Chronographenkomplikation natürlich).

Ganz im Sinne des Beinamens “Sport” hat Laco aber nicht einfach nur einen Drehring auf die Kiel Sport “gepappt”: Grundsätzlich sind die Laco Kiel.2 und die Laco Kiel Sport zwar eng verwandt, gleichzeitig setzen die Pforzheimer bei der Kiel Sport das Augenmerk aber auch bei anderen Merkmalen auf einen tooligeren Charakter: So sticht insbesondere ins Auge, dass bei der Kiel Sport (genau wie die Laco Original-Fliegeruhren oder die neue Laco Hamburg DIN 8330) auch ein dunkel sandgestrahltes Gehäuse zum Einsatz kommt, dessen Optik an Titan erinnert und Lichtreflexionen minimiert, die beispielsweise im Flugbetrieb ablenken bzw. blenden könnten. Die allgemeine Verarbeitungsqualität ist dabei erste Sahne.

Von der sehr gefälligen Oberflächenbearbeitung abgesehen, haben sich die Dimensionen des bis 10 bar wasserdichten und damit auch zum Schwimmen/Schnorcheln geeigneten Edelstahlgehäuses nur minimal verändert: Zwar ist das Gehäuse an sich auf dem Papier nach wie vor mit 43mm Durchmesser dimensioniert, durch die Lünette wirkt es aber etwas wuchtiger. Grade in Verbindung mit immerhin 15mm Gehäusehöhe wirkt das Modell sehr präsent am Handgelenk, trotz der eher dezenten Zifferblattoptik. Da das Horn-zu-Horn-Maß mit 51mm sehr kompakt gehalten ist, ist der Tragekomfort aber dennoch gut.

Ins Auge sticht auch die nach wie vor relativ große und präsente Krone – typisch für Fliegeruhren. Denn: In den Pioniertagen der Luftfahrt flogen Piloten in unbeheizten Cockpits. Da sie starker Kälte ausgesetzt waren, trugen sie dicke Handschuhe, um ein Erfrieren ihrer Hände zu verhindern. Eine griffige, hervorstehende Krone war ein entscheidendes Merkmal, um die Uhr auch mit behandschuhten Händen leicht bedienen zu können. 

Anders als bei der Kiel.2 setzt Laco bei der Kiel Sport nur auf die klassische Zifferblattfarbe Schwarz mit toolig-matter Oberfläche. Der grundsätzliche Aufbau mit dem klassischen Fliegerdreieck als zentralen Orientierungspunkt und Tricompax-Anordnung mit kleiner Sekunde links, 12-Stunden-Zähler unten und 30-Minuten-Zähler oben entspricht dank des Einsatzes desselben Kalibers dem der Kiel.2. Zum Einsatz kommen ferner auch wieder die thermisch gebläuten Zeiger, die einen wunderschönen Blauschimmer mitbringen, wenn direktes Licht auf sie fällt.

Im Detail gibt es allerdings kleine, aber feine Unterschied: Die Indexe sind etwas anders gestaltet und die drei Hilfszifferblätter bzw. Totalisatoren sind etwas größer, d.h. sie gehen fast ganz bis zum Zifferblattrand und “verdrängen” die Ziffern “6” und “9”. Die Totalisatoren kommen außerdem nicht mit einem Schallplattenmuster oder vertiefter Anordnung – ganz im Sinne der Ablesbarkeit setzen sich diese aber farblich dezent vom Blatt ab – mal heller, mal dunkler, je nach Lichteinfall (siehe Bilder unten). Zum Einsatz kommt Super-LumiNova in der hellsten Farbe C3, die bei Tageslicht einen dezent gelbgrünen Farbton aufweist.

Insgesamt wird die ohnehin tadellose Ablesbarkeit der Kiel.2 so noch weiter gestärkt und die Optik des Blattes erinnert stark an Instrumententafeln bzw. Cockpitinstrumente.

Laco 500 an Bord

Wenig überraschend setzt Laco bei der Kiel Sport wie gehabt auf einen Schweizer Antrieb aus dem Hause der Sellita SA, das SW500a “Day Date” in der neuesten Variante mit guten 56 Stunden Gangreserve. Die standardmäßige Qualitätsstufe Elaboré sichert einen Test der Ganggenauigkeit in drei Lagen auf gute +/- 7 Sekunden pro Tag zu – Laco unterstreicht dies auch noch mit eigenen Zertifikaten, die jeder Uhr beiliegen. Wer es etwas genauer möchte, der bekommt für einen Aufpreis von 150€ auch ein Top Grade-Kaliber (+/- 4 Sekunden pro Tag). Weiterhin sind 28.800 bph, Incabloc-Stoßsicherung und 25 Juwelen (“Jewels”) bzw. Lagersteine, an Bord.

Man beachte: Die hier gezeigte Test-Uhr kommt ohne Dekorationen des Kalibers. Wer die Optik deutlich aufwerten will (und das ist auch meine Empfehlung aufgrund des Saphirglasbodens), der kann für einen Aufpreis von 120€ Genfer Streifen auf der Automatikbrücke, Perlage auf der Räderwerksbrücke und gebläute Schrauben bekommen – das sieht dann am Ende des Tages bei der neuen Kiel Sport genau so aus wie bei der Laco Kiel.2:

Laco Kiel.2 Chronograph Test schwarz weiss 10

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Abschließende Gedanken

Mit der Kiel Sport bringt Laco eine toolige Variante raus, die sich auf bis zum Ende durchdachte Art und Weise recht deutlich von der Kiel.2 unterscheidet. Insgesamt gefällt mir persönlich die Kiel Sport sogar noch einen Tick besser – ich bin insbesondere ein großer Fan des sandgestrahlten Gehäuse. Die Laco Kiel Sport ist ab sofort zum Preis ab 2390€ direkt online bei Laco oder diversen Fachhändlern erhältlich.

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4 Kommentare
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Frank T. aus MZ
1 Monat zurück

Moin Mario!
Sehr schön, gefällt mir wesentlich besser als die aktuelle Kiel 2. Die Krone wird leider unverschraubt sein. Mit optional besserem Werk und Entspiegelung landet man leider bereits bei EUR 2.790. Als Wettbewerber sehe ich die GUINAND Pilot Chrono 42 Tricompax.
Beste Grüße, Frank

Dlanor Lepov
1 Monat zurück

Sehr schöne Uhr. Aber warum nicht gleich aus Titan?

Lars
1 Monat zurück

Moin Mario,

wieder eine schöne Vorstellung👍. Gefallt mir sehr gut, auch die neue Dimension und Anordnung der Totalisatoren. Vielleicht eine Uhr für den „harten“ Alltag😂.

Lt. Deiner Vorstellung „….der außenliegende Drehring mit seiner fein satinierten Einlage aus Aluminium.“ soll die Einlage aus Aluminium sein, Laco ist auf deren HP anderer Meinung; und spricht von „einseitig drehbare Keramiklünette mit Superluminovaindexen“

Was ist denn nun korrekt?

Kannte die Laco Kiel gar nicht, in weiß ganz nett. Ggf. eine Alternative😉