Casio-Edifice-EQB-1100DC-1AER-Uhr-Test-7

Boxenstopp: Casio EDIFICE mit Solar und Bluetooth (EQB-1100DC-1AER)

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Mit der Casio EDIFICE EQB-1100 (EQB-1100-DC-1AER und EQB-1100D-1AER) schickt der japanische Traditionshersteller ein brandneues Modell ins Rennen, welches den Kurs der EDIFICE-Modellreihe fortführen soll: Ein modernes und sportliches Design trifft auf allerlei technische Gimmicks, darunter einen Tough Solar-Antrieb, Bluetooth-Konnektivität zur Connected App und verschiedene Funktionalitäten wie Weltzeit oder Lap Timer. Schauen wir uns den neuesten Wurf der EDIFICE-Reihe mal etwas genauer an…

Eckdaten EQB-1100DC-1AER:

  • Bluetooth Smart / Low Energy-Konnektivität über EDIFICE Connected App
  • Tough Solar-Modul 5639, +/- 15 Sekunden pro Monat, Akku CTL1616
  • Durchmesser 44,6 mm, Höhe 8,95 mm, Horn-zu-Horn 51,1 mm
  • Gewicht: 150 Gramm
  • Tachymeter-Skala und Chronographen-Funktionen, Lap Time, Weltzeit, Telefonfinder etc.
  • Armband samt Sicherheitsschließe und Gehäuse aus Edelstahl mit IP-Finish
  • Saphirglas
  • Wasserdichtigkeit 10 bar / 100 Meter (WR100M)
  • Listenpreis 349€ (Edelstahlvariante unbeschichtet: 299€)

Casio EDIFICE x AlphaTauri (ehemals Toro Rosso)

Mit dem Claim „Speed & Intelligence“ ist Casio mit der EDIFICE-Modellreihe bereits seit einigen Jahren als Sponsor in der Welt der Formel 1 unterwegs. Der eine oder andere Uhrenfreund kennt die Casio EDIFICE-Modellreihe sicherlich auch von den sportlich-bunten Sondereditionen, die bis 2015 aufgrund einer Kooperation mit dem Red Bull-Rennstall entstanden sind. Damals wurde Casio EDIFICE als Sponsor zwar von TAG Heuer verdrängt, Casios Engagement im Rennsport ging aber weiter – in Form einer Kooperation mit der Scuderia AlphaTauri (ehemals bekannt unter dem Namen Toro Rosso).

AlphaTauri ist quasi der „Ausbildungs“-Rennstall von Red Bull Racing – niemand geringeres als Sebastian Vettel drehte, bevor er bei Red Bull durchstartete und vier mal in Folge Formel 1-Weltmeister wurde, seine Runden für Toro Rosso.

Seit der Formel 1-Saison 2019 geht AlphaTauri mit den aufstrebenden Jung-Piloten Pierre Gasly und Daniil Wjatscheslawowitsch Kwjat an den Start. Gasly wurde 2019 immerhin Siebter in der Fahrerwertung, Kwjat wurde Dreizehnter.

AlphaTauri-Piloten: Gasly (links) und Kwjat

Hinter den beiden Formel 1-Rennställen AlphaTauri und Red Bull Racing steckt übrigens ein bekanntes Gesicht: der Österreicher Dietrich Mateschitz, seines Zeichens Miteigentümer des Energy Drink-Konzerns Red Bull, zieht im Hintergrund bei beiden Teams die Fäden.

Test: Casio EDIFICE EQB-1100DC-1AER

Das Herzstück der Casio EDIFICE EQB-1100DC-1AER aus der Bluetooth-Modellreihe ist ein Solar-gestützter Antrieb, der dafür sorgt, dass der „Tank“ der Uhr immer fleißig gefüllt bleibt. Das Tough Solar-Modul ist dabei ganz unscheinbar direkt in das Zifferblatt integriert – beim täglichen Tragen wird der Akku der Casio EQB-1100DC also ohne weiteres zutun automatisch geladen, um die Funktionen der Uhr in Verbindung mit der App betreiben zu können (hierzu gleich mehr).

Der durch Lichtenergie gespeiste Akku hat auf jeden Fall einen ziemlich langen Atem: So beträgt die Dunkelgangreserve bis zu 2 Jahre bei Vollaufladung. Die Casio EDIFICE EQB-1100DC-1AER hat zur Untersützung der Laufzeit ein paar automatische Funktionen an Bord – sollte der Akku nur noch wenig geladen sein, so springt der Sekundenzeiger zum Beispiel nur noch in Zwei-Sekunden-Schritten, um Energie zu sparen.

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Eine weitere Stromsparfunktion sorgt außerdem dafür, dass es gar nicht erst zur vollständigen Entladung kommt: Immer wenn die Uhr 90 Minuten an einem dunklen Ort ist, stellt der Sekundenzeiger seine Aktivität ein. Wenn sich die Uhr länger als eine Woche an einem dunklen Ort befindet, so stellen alle Zeiger ihre Funktion ein. Holt man die Uhr dann wieder ins Licht oder betätigt man einen der Drücker, so wird direkt wieder die richtige Uhrzeit synchronisiert (Memory-Funktion).

Ist der Akku aber doch mal komplett entladen (zum Beispiel falls man die Uhr aus Versehen für eine sehr lange Zeit in eine dunkle Schublade verfrachtet hat), so braucht man allerdings etwas Geduld: Rund zwei Stunden an einem sonnigen Tag im Freien sind bis zur erneuten Funktionstüchtigkeit der EDIFICE nötig. An einem bewölkten Tag neben einem Fenster sind es rund 8 Stunden. Über die App kann der genaue Ladezustand des Akkus jederzeit abgefragt werden.

Mir persönlich fehlen ehrlich gesagt die Langzeiterfahrungen mit solarbetriebene Uhren im Allgemeinen. Recherchiert man aber etwas im Netz, so wird schnell deutlich, dass insbesondere Solar-Uhren aus japanischer Fertigung allgemein als sehr zuverlässig und langlebig gelten – 20 Jahre oder sogar mehr dürfte die Technik (Akku und Solarmodul) problemlos durchhalten. Die Technologie scheint alles in allem sehr ausgereift zu sein.

Eine Solar-Aufladung ist natürlich sinnvoll bei einer Uhr, die dank des japanischen Moduls 5639 über Bluetooth Smart (auch bekannt als Bluetooth Low Energy) eine Smartphone-Verbindung und damit viele zusätzliche Funktionen ermöglicht, darunter…

  • Synchronisation der Uhrzeit mit dem Smartphone,
  • Weltzeit,
  • Datum und Wochentag,
  • Stoppuhr,
  • Telefon-Finder,
  • Runden-Speicher (Lap Timer),
  • Täglicher Alarm zu einer bestimmten Uhrzeit.

Natürlich lässt sich die Casio EDIFICE EQB-1100DC auch ohne Smartphone nutzen (einstellbar direkt über die Krone) – so richtig Laune macht die Uhr aber nur in Kombination mit einem Android- oder Apple-Gerät, weshalb ich im Folgenden vor allem auf die Funktionalitäten in Verbindung mit der Casio EDIFICE Connected App eingehe.

Die Verbindung der EQB-1100DC mit dem Smartphone (über das 2-sekündige Halten des unteren Drückers) funktioniert auf Anhieb und einwandfrei. Sofort machten sich die Zeiger auf den Weg, um sich mit der Smartphone-Uhrzeit und dem Datum zu synchronisieren. Die Uhrzeit wird dabei – bei vorhandener Bluetooth-Verbindung – vier mal täglich automatisch synchronisiert.

Auch eine zweite Zeitzone lässt sich über die App synchronisieren und auf dem Zifferblatt der EQB-1100 anzeigen. Das funktioniert ganz simpel: In der App sucht man sich in der integrierten Weltkarte zunächst eine von 300 Städten raus, zum Beispiel Denver in den USA. Die Uhrzeit dieser Stadt lässt sich dann per App an die Uhr senden – diese Weltzeit wird dabei im linken Totalisator (Hilfszifferblatt) angezeigt, die Heimatzeit weiterhin über die großen zentralen Zeiger:

Uhrzeit und Weltzeit – synchron mit der App
Der linke Totalisator zeigt die Weltzeit an

Man kann die Darstellung der beiden Zeitzonen aber auch einfach mit einem „Klick“ wechseln, d.h. man macht die Heimatzeit zur Weltzeit und die Weltzeit zur Heimatzeit – das ist insbesondere praktisch für Leute, die viel zwischen den Zeitzonen reisen.

Der Stoppzeitmodus der Casio EDIFICE EQB-1100

Betätigt man den oberen Drücker einmal kurz, so springt man sofort vom Uhrzeit-/Kalendermodus in den Stoppzeitmodus. Die Zeitmessung wird umgehend gestartet (Direktstart) – gut erkennbar daran, dass der linke Totalisator nicht mehr die eingestellte zweite Zeitzone anzeigt, sondern die Zeiger auf Punkt „12“ Uhr Spalier stehen, um die Stoppzeitmessung fortan zu unterstützen. Das Stoppen des Timers erfolgt ebenfalls über den oberen Drücker, was von einem deutlich „schrilleren“ Ton unterstrichen wird als das Auslösen.

Im Stoppzeitmodus wechselt der untere Totalisator außerdem von der Anzeige des Wochentages auf die sogenannte Zielzeitanzeige – diese zeigt bei den anstehenden Runden-Messungen die Differenz zur vorherigen Runde an.

Mit der Casio EDIFICE EQB-1100 können bis zu 50 Rundenzeiten auf die Tausendstelsekunde genau aufgenommen und dann später in die EDIFICE Connected-App importiert werden. Eine Bluetooth-Verbindung während der Messung von Rundenzeiten ist also nicht nötig (und auch nicht möglich).

Um zum „normalen“ Uhrzeit-/Kalendermodus zurückzukehren, setzt man die Stoppuhr auf Null zurück und drückt dann den unteren Drücker – Wochentag und zweite Zeitzone werden umgehend wieder angezeigt.

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Weitere Funktionen: Alarm und Telefon-Finder

Über „Utility“ in der Casio EDIFICE App lässt sich auch ein täglicher Alarm einstellen, die Uhr piept dann zur eingestellten Uhrzeit munter für einige Sekunden vor sich hin. Allerdings nicht allzu laut – hat man die Uhr im Nebenraum bei geschlossener Tür kann man den Alarmton leicht überhören. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn man Lautstärke und Dauer des Alarms über die App einstellen könnte (dass die Uhr sich auch deutlich schriller melden kann, sieht man beispielsweise beim Stoppen der Zeitmessfunktion).

Mir erschließt sich außerdem nicht ganz, warum man nicht mehrere Uhrzeiten als Alarm setzen kann, gerne auch differenziert nach Wochentagen – das wäre beispielsweise für Leute praktisch, die regelmäßig Medikamente zu sich nehmen müssen und sich einen „Reminder“ einstellen wollen (z.B. Morgens-Mittags-Abends).

Der Telefon-Finder funktioniert zuverlässig und einfach, indem man den unteren Drücker so lange hält, bis der zentrale Sekundenzeiger drei mal auf „R“ gesprungen ist – das Smartphone meldet sich dann mit einer aufdringlichen und ziemlich lauten Musik 😉 . Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Uhr über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist, damit dieses das Signal empfangen kann.

Der Knackpunkt: Casio gibt eine Reichweite von nur rund 2 Metern an (was der üblichen Reichweite von Bluetooth Smart entspricht). Hat man also sein Smartphone am anderen Ende der Wohnung verbummelt, so hilft die Finder-Funktion nicht weiter – zumindest nicht sofort, denn natürlich kann man bei ausgelöstem Telefon-Finder auch einfach so lange durch die Wohnung laufen, bis ein Signal vorhanden ist (ein erneutes Auslösen des Telefon-Finders ist nicht nötig, denn die Uhr schickt regelmäßig neue Impulse und versucht mit dem Smartphone zu kommunizieren, um die Musik auszulösen).

Praktisch konnte ich in mehreren Versuchen die Telefon-Finder-Funktion teilweise über eine deutlich größere Distanz aktivieren. Am Ende des Tages haben aber natürlich auch immer Bedingungen wie beispielsweise Wände einen maßgeblichen Einfluss auf die Reichweite der Bluetooth-Verbindung.

Flach, flacher, Casio EDIFICE: Slim-Kur, WR100M

Casio hat die Funktionalitäten der EQB-1100 – wie es sich für eine EDIFICE gehört – in eine überaus sportliche und moderne Optik verpackt. Ins Auge sticht insbesondere die oktogonale Form des Gehäuses samt der vier großen Schrauben in den Ecken sowie die hochwertig wirkende, graue Oberflächenbeschichtung (IP, Ion Plating). Wie aus einem Guss wirkt auch die gebürstete Oberflächenbearbeitung, die gleichermaßen auf der Lünette wie auch auf dem Zifferblatt angewendet wurde.

Das gedruckte Casio EDIFICE-Logo ist – je nach Lichteinfall – teilweise kaum sichtbar. Man könnte auch von einem Ninja-Logo sprechen 😉 . Beim „Grau-in-Grau“-Stil der EQB-1100 stechen die roten Akzente (die runde „Umrandung“ der Zielzeitanzeige, die teilweise rote Minuterie, das „R“ und das Bluetooth-Symbol) besonders ins Auge, die sportliche Optik wird unterstrichen. Die mit weißer Leuchtmasse befüllten, applizierten Indizes sind schön kontrastreich, die Ablesbarkeit ist dadurch optimal.

Die Casio EDIFICE EQB-1100 ist mit 44,6 mm (Horn-zu-Horn 51,1 mm) auf dem Papier ziemlich groß. Faktisch wirkt das Modell aber durch die extrem flache Bauweise deutlich kleiner.

Diese „Slim-Kur“ ist durchaus bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Casio ja doch einiges an Technik in der EQB-1100 untergebracht hat (Solar, Bluetooth…). Mit 10 atm bzw. 100 Meter (WR100M) bringt das Gehäuse des Modells sogar eine mehr als ordentliche Wasserdichtigkeit mit – zum Schwimmen darf die Uhr bedenkenlos am Handgelenk bleiben.

Alles in allem ist die Casio EDIFICE EQB-1100 auch mit einem kleineren Handgelenkdurchmesser komfortabel tragbar, was auch am vergleichsweise geringen Gewicht von 150 Gramm (am Stahlband) liegt.

Casio EDIFICE – das Armband

Das Stahl-Armband der Casio EDIFICE EQB-1100 ist vollintegriert, weshalb der Übergang zum Gehäuse optisch sehr stimmig und wie aus einem Guss wirkt. Allerdings kann das Stahl-Armband durch die Vollintegration nicht ohne weiteres gegen ein Armband „von der Stange“ getauscht werden (z.B. ein Nato-Band von einem Drittanbieter). Das ist schade, denn die Haptik des Armbandes kann mit der tollen Optik nicht ganz mithalten: Die Bandglieder sind zwar massiv, neigen aber zum quietschen. In dieser Hinsicht würde ich mir wünschen, dass Casio beispielsweise passende Kautschukbänder anbietet, welche die sportliche Optik noch weiter unterstreichen würden.

Das Kürzen des Armbandes hat übrigens problemlos im DIY-Modus geklappt – Stiftaustreiber, Hammer und Bandhalteklotz – mehr braucht es nicht. Mehr dazu hier:

Fazit zur Casio EDIFICE EQB-1100

Nicht zu unrecht hat die EDIFICE-Modellreihe eine beachtliche Fangemeinde: Optik und Haptik sind tip top, die technischen Gimmicks funktionieren auf Anhieb und tadellos. Insbesondere technik-affine Uhrenfreunde kommen eigentlich kaum um ein Modell aus der Casio EDIFICE Bluetooth-Modellreihe herum.

Allerdings dürfte der Funktionsumfang gerne weiter ausgebaut werden: Wie wäre es beispielsweise mit einem kurzen akustischen Signal, sobald eine Nachricht auf dem Smartphone eingeht, filterbar nach den Apps, von denen man überhaupt Nachrichten erhalten will (z.B. nur WhatsApp)? Oder wie wäre es mit der Möglichkeit mehrere Alarmzeiten, auch in Abhängigkeit der Wochentage, einzustellen? Oder die Option ein akustisches Signal bei selektierten (wichtigen) Anrufern zu bekommen?

Hier besteht funktionstechnisch meiner Meinung nach noch Ausbaupotential. Und dennoch: In dieser Preisklasse ist Casio mit der EDIFICE Bluetooth-Modellreihe quasi-alternativlos.

Die neue EQB-1100 ist ab sofort bei offiziellen EDIFICE-Händlern erhältlich. Preislich startet das Modell bei 299€ (unbeschichtetes Gehäuse/Stahlband, Ref. EQB-1100D-1AER), für die Variante mit IP-Beschichtung sind 349€ fällig (Ref. EQB-1100DC-1AER).

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