Swiss Made Taucheruhr Kickstarter Kampagne

AUDRIC Watches SeaBorne 500 M: Farbenfroher Swiss Made-Diver im Kickstarter-Vorverkauf

Singapur ist mit mehreren Dutzend Uhrenmarken einer der Hotspots für Micro-Brands und Newcomer. Insbesondere das Taucheruhren-Segment bis 1000€ ist hart umkämpft. Trotzdem: genau hier will sich Akshay Solomon, der Kopf hinter AUDRIC Watches, mit der Swiss Made-Taucheruhr SeaBorne 500 M im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne (ab 02.06.2020) einreihen. Und die Erfolgschancen stehen – dank einiger Besonderheiten – alles andere als schlecht…

Eckdaten zur SeaBorne 500 M:

  • Swiss Made
  • 316 L Edelstahlgehäuse, Durchmesser 43 mm, Horn-zu-Horn 51 mm.
  • Gehäuse-Höhe: 15,4 mm (inkl. Glas)
  • Doppelt gewölbtes Saphirglas mit Antireflexbeschichtung (Innenseite)
  • Bandanstoß 22 mm
  • Saphirglas-Lünette mit 120 Klicks, Super-Luminova BGW9
  • Verschraubter Gehäuseboden
  • Verschraubte Krone, Logo gefüllt mit Super-Luminova BGW9
  • Wasserdichtigkeit 50 bar / 500 Meter
  • Heliumventil bei 9 Uhr
  • Sandwich-Zifferblatt mit Sonnenschliff, applizierte Indizes (mit Super-Luminova)
  • Zeiger und Indizes rhodiniert
  • Edelstahlband mit Tauchverlängerung, verschraubte Bandglieder, Bandanstoß 22 mm
  • Sellita SW 200- 1 Elaboré mit Incabloc-Stoßsicherung, feinreguliert in 5 Lagen
  • Preis: 600 US-Dollar für Early Birds via Kickstarter-Kampagne ab 2. Juni 2020 (inkl. Zoll und Einfuhrumsatzsteuer circa 650€ „all in“) / späterer Listenpreis 1000 US-Dollar

Vorstellung: AUDRIC Seaborne 500 M Taucheruhr

Die frischgebackene Singapurer Uhrenmarke AUDRIC Watches, die Gründer Akshay nach seinem Sohn benannt hat, geht bei der SeaBorne 500M mit einer Reihe von eigenständigen Designelementen ins Rennen. Dadurch sticht der erste Wurf von AUDRIC wohltuend aus dem Meer von Microbrand-Taucheruhren heraus.

Ein besonderes Augenmerk hat AUDRIC auf die Farbvarianten gelegt, die an die kunterbunten 70er Jahre erinnern. Insbesondere die türkisblaue, die grüne und die weinrote Variante stechen ins Auge und eignen sich zweifellos hervorragend als „Sommeruhren“ (wer Zweifel am Sinn einer „Sommeruhr“ hat, der darf sich im Kommentarbereich unten austoben 😉 ).

Die graue und die schwarze Variante wiederum wirken einen Tick konventioneller, hier kommen allerdings die rot-orange-gelb-blau abgestuften Rehaut-Farben noch etwas kontrastreicher zur Geltung. Die Farben haben sogar einen konkreten (theoretischen) Nutzen…

AUDRIC Watches und Farbabsorption: Wahrnehmung von Farben unter Wasser

Die bunten Rehaut-Farben sollen den Taucher bei der Bestimmung der Tauchtiefe unterstützen. Wie das gehen soll? Nun, AUDRIC nutzt hier das Phänomen aus, dass das menschliche Auge unter Wasser Farben anders wahrnimmt: Die besonders kräftige und auffällige Farbe Rot beispielsweise verblasst im Wasser mit zunehmender Tauchtiefe immer mehr – bis sie praktisch nicht mehr sichtbar ist. Der Grund dafür liegt in de Wellenlänge des Lichts (gemessen in Nanometer, nm): Unterwasser werden große Wellenlängen zuerst absorbiert – von den Rehaut-Farben schwindet Rot also am schnellsten dahin, gefolgt von Orange, Gelb und Blau.

Als Daumenregel kann man festhalten, dass die von AUDRIC auf dem Rehaut eingesetzten Farben ab den folgenden Tauchtiefen nicht mehr wahrnehmbar sind:

  • Rot: ca. 5 Meter
  • Orange: ca. 15 Meter
  • Gelb: ca. 30 Meter
  • Blau: ca. 60 Meter
Bild: Thomei08 / CC BY-SA via Wikimedia Commons

Zusammengefasst bedeutet das: Theoretisch kann man beim Tauchgang mit Blick auf das Zifferblatt der SeaBorne 500M ein grobes Gefühl dafür bekommen wie tief man sich unter Wasser befindet – einfach dadurch, welche Farben man noch sehen kann (bzw. welche man nicht mehr sehen kann).

Praktisch sollte man sich bei einer (nicht ganz ungefährlichen) Tätigkeit wie dem Tauchen aber keineswegs ausschließlich auf das Farbschema einer analogen Uhr verlassen – in Zeiten von digitalen Tauchcomputern ist die Bestimmung der Tauchtiefe über Farben eher als Notlösung zu sehen (z.B. falls der Tauchcomputer ausfällt).

So oder so: Die Farben sind als charakteristisches Design-Element mit gleichzeitig (theoretischem) Nutzen auf jeden Fall eine interessante Sache.

Augenscheinlich ist auch das aufwendig verarbeitete und kantig-maskuline Gehäuse mit Finessen wie beispielsweise Vertiefungen an den Hörnern auf der rechten, und Heliumventil auf der linken Gehäuseseite (dazu gleich mehr). Das Gehäusedesign hebt sich allemal wohltuend vom Taucheruhren-Einheitsbrei ab. Ein weiteres schick anzusehendes Details ist auch die gravierte und mit Super-Luminova BGW9 gefüllte Krone…

Man beachte aber, dass das Gehäuse der AUDRIC SeaBorne 500 M alles andere als zierlich ist: Eine Uhrengröße von 43 mm Durchmesser und 15,4 mm Bauhöhe sowie ein Kampfgewicht von fast 230 Gramm (am Stahlband) sind definitiv nicht ohne. Massiver Klotz Stahl trifft es meiner Meinung nach sehr gut. Wer allzu dünne Spargelärmchen hat, sollte also genau über einen Kauf nachdenken 😉

Swiss Made Taucheruhr Kickstarter Kampagne

Das massive Erscheinungsbild spiegelt sich auch in einer mehr als ordentlichen, weit überdurchschnittlichen Wasserdichtigkeit von satten 500 Meter bzw. 50 bar wider. Viele Otto-Normal-Bürostuhlakrobaten wie meine Wenigkeit werden diese hohe Wasserdichtigkeit höchst selten brauchen – sollte man sich im Urlaub aber doch mal dazu entschließen Tauchen zu gehen, so ist es sicherlich nicht verkehrt eine „echte“ Taucheruhr wie die AUDRIC SeaBorne 500 M am Handgelenk zu haben 😉 Ich kann Tauchen übrigens sehr empfehlen – macht irre Laune 🙂

Taucheruhr 10 bar
Sieht irgendwie uncool aus, macht aber eine Menge Spaß – Tauchen 😉

Mit dem Heliumventil setzt AUDRIC außerdem noch einen drauf: Es handelt sich dabei um eine Art Sicherheitsventil, welches in Phasen des abnehmenden Druckes (Dekompression beim Auftauchen oder in der Dekompressionskammer) für einen Druckausgleich sorgt.

Hierzu ein kleiner Blick in die Geschichte: Vor der Erfindung des Heliumventils in den 60er Jahren mussten professionelle Sättigungstaucher bzw. Tiefseetaucher während der Dekompressionsphasen in der Druckkammer feststellen wie das Uhrglas aufgrund des Überdrucks wie Sektkorken vom Gehäuse abplatzte – Plop!

Ein Heliumventil sorgt hier für Abhilfe: Wenn der Überdruck im Inneren der Uhr einen bestimmten Wert erreicht, so wird das Ventil automatisch aktiviert, damit das Gas aus dem Gehäuse entweichen kann (die Wasserdichtigkeit wird dadurch freilich nicht beeinträchtigt, da es sich um ein Rückschlagventil handelt). Der Druck wird dadurch automatisch ausgeglichen. Wer gerne kocht, kennt dieses Prinzip sicherlich – ein Schnellkochtopf macht im Wesentlichen nix anderes: Ist der Druck im Topf durch den Wasserdampf zu hoch, so entweicht durch das Rückschlagventil ein Teil der Flüssigkeit.

Das Heliumventil der AUDRIC SeaBorne 500 M

Das symmetrisch-zentrierte Zifferblatt-Muster unterscheidet sich durch eine besonderes große Tiefe deutlich von klassischen, eher oberflächlichen Sonnenschliffen. Das verleiht der Seaborne 500 M in Kombination mit den „ausgeschnittenen“ Minuten-Indizes und darunterliegender Leuchtmasse (sogenannter Sandwich-Stil) sowie den applizierten Indizes eine sehr plastische Optik. Geschützt wird das Zifferblatt von einem sehr massiven 4,5 mm dicken und doppelt gewölbtem Saphirglas.

Die Indizes sind übrigens – genau wie die teilskelettierten Zeiger – rhodiniert, d.h. mit Rhodium beschichtet. Aus funktionaler Sicht wird dadurch ein Korrosions-Schutz aufgebaut.

Rhodinierung kommt außerdem zu dekorativen Zwecken zum Einsatz: Rhodium ist ein silberweißes Edelmetall mit optischen Ähnlichkeiten zu Platin. Gegenüber Platin wirkt Rhodium allerdings deutlich heller und glänzt stärker. Allerdings ist Rhodium auch ziemlich teuer, da es eines der seltensten Metalle auf der Welt ist.

Die 120-Klicks-Taucherlünette der SeaBorne 500M kommt mit einem Saphirglasüberzug, die das Licht auf weiche Art und Weise absorbiert. Die darunterliegende (und damit vor Stößen geschützte) Farbe ist auf das Zifferblatt abgestimmt. Als Alternative zu den quasi ubiquitären Keramik- oder Aluminium-Lünetten begrüße ich die Wahl von AUDRIC Watches auf jeden Fall sehr 😉

Die meisten Micro-Brands meiden das Thema Stahlband – denn tatsächlich ist es gar nicht so leicht vernünftige Stahlband-Qualität in der Preisregion unter 1000€ zu bekommen. Viele Micro-Brands „umschiffen“ dieses Dilemma mit (meistens guten) Leder-, Textil- oder Kautschukbändern. Fans von Stahlbändern (so wie ich) schauen dabei allerdings oftmals in die Röhre.

Gut: AUDRIC Watches hat ein Herz für Stahlband-Fans und liefert standardmäßig ein feingliedriges, vierreihiges Edelstahlband mit verschraubten Gliedern mit. Die Schließe ist sehr massiv und kommt sogar mit Feineinstellungssystem:

In der AUDRIC SeaBorne 500 M tickt ein Schweizer Sellita SW200 Automatikwerk – die unangefochtene Alternative für den allmählich austrocknenden Markt für ETA-Kaliber (wer Interesse hat sich in den Zickenkrieg zwischen der WEKO und der Swatch Group einzulesen, darf das hier gerne tun 😉 ).

Das Sellita SW200 ist allemal eine sehr gute Wahl in dieser Preisklasse – und heute auch (leider) gar keine Selbstverständlichkeit mehr: Ich habe schon von anderen Micro-Brands gehört, die wegen Lieferengpässen nicht mal mehr Werke bei Sellita bekommen konnten (zumindest nicht zu vernünftigen Preisen). Da spürt man als Uhrenfan leider die direkten Auswirkungen der neuen ETA-/Swatch-Lieferpolitik.

Die Qualitätsausführung des von AUDRIC verbauten Sellita-Kalibers entspricht der zweitbesten (Spécial bzw. Elaboré), ergänzt um eine höherwertigere Incabloc-Stoßsicherung (anstelle Novodiac). Durch eine Feinregulierung in fünf Lagen stellt AUDRIC sicher, dass die von Sellita angegebene Gangabweichung von 7±7 Sekunden pro Tag bei Vollaufzug (bzw. +/-20 Sekunden über einen Zeitraum von 24 Stunden) auch eingehalten wird.

Taucheruhren-typisch verdeckt ein massiver, verschraubter Stahlboden (mit Schildkröten-Gravur) den Blick auf das Werk. Auch die eingravierte Seriennummer findet dort Platz…

AUDRIC SeaBorne 500M auf Kickstarter (Juni 2020)

Wer auf schwere, massive Swiss Made-Diver mit optischen Besonderheiten steht, ist bei der AUDRIC SeaBorne 500 M genau richtig: Die vielen Details laden zum entdecken ein, darunter das Zifferblatt-Muster, die Minuten-Indizes im Sandwich-Stil, die rhodinierte Bearbeitung der Zeiger und Indizes und das Farb-Gimmick auf dem Rehaut zur Bestimmung der Tauchtiefe.

Der Preis für „Early Birds“ beträgt 600 US-Dollar (rund 650€ inklusive Einfuhrumsatzsteuer/Zoll). Die Produktion der AUDRIC SeaBorne 500 M soll bereits Ende Juli 2020 im Schweizer Neuchâtel (Kanton Neuenburg) starten. Die Auslieferung ist für November 2020 geplant – das ist ein vertretbarer Zeitraum und etwas kürzer als die ansonsten üblichen, sehr langen Wartezeiten für Kickstarter-Uhren.

Übrigens: Eines der Stretch Goals ist beispielsweise ein cooles Zifferblatt im „Meteorite“-Stil:

Mehr zur Kampagne gibt’s auf www.audric.ch, Facebook oder Instagram.

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