Polar Uhr Raketa

24-Stunden-Uhren: Für Jobs mit Vitamin D-Mangel (… und Piloten!)

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Das Prinzip einer Armband-Uhr mit 24-Stunden-Zifferblatt ist schnell erklärt: Statt zweimal pro Tag wie bei einer „normalen“ 12-Stunden-Uhr, dreht sich der Stundenzeiger einer 24-Stunden-Uhr innerhalb eines Tages nur einmal um seine eigene Achse. Entsprechend ist auch das Zifferblatt solcher Uhren logischerweise in 24 Stunden eingeteilt.

Aber was war der ursprüngliche Sinn und Zweck hinter einer 24-Stunden-Anzeige? Wer war die Zielgruppe? Und welche historisch spannenden Modelle sind heute noch käuflich erwerbbar? Das alles schauen wir uns in diesem Artikel an…

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24-Stunden-Uhr von slow

24-Stunden-Uhren: historische Zielgruppe

Diese spezielle 24-Stunden-Anzeige der Uhrzeit ist damals wie heute sehr selten anzufinden, denn sie war ursprünglich für ganz bestimmte Einsatzzwecke gedacht: 24-Stunden-Uhren wurden für Menschen konstruiert, die den Unterschied zwischen Vormittags und Nachmittags nicht anhand der Umwelt ersehen konnten, zum Beispiel:

  • Astronauten,
  • Besatzungsmitglieder von U-Booten oder
  • Polarforscher (auf diese drei Zielgruppen wird noch detaillierter im Laufe des Artikels eingegangen).

Auch einer weiteren Zielgruppe, militärischen und zivilen Piloten, bot eine 24-Stunden-Uhr einen praktischen Nutzen: In den 50er und 60er Jahren sind diverse historische Fliegeruhren mit 24-Stunden-Zifferblatt entstanden, darunter die Longines Swiss Air-Edition, die Zodiac Hermetic Aerospace Jet oder die Glycine Airman. Diese sollten eine Alternative zu Modellen mit zusätzlichem GMT-Zeiger darstellen, um die internationale Referenzzeit GMT (bzw. seit 1972 UTC) auf einen Blick ablesen zu können. GMT bzw. UTC werden bis heute als Weltzeit überall dort für Zeitangaben benutzt, wo eine weltweit einheitliche Zeitskala benötigt wird (hierzu später mehr).

24-Stunden-Fliegeruhr – Neuauflage von Longines, Bild: Longines

Mit dem Aufkommen von Digitaluhren in den 70ern sind klassische Uhren mit 24-Stunden-Zifferblatt eigentlich obsolet geworden. Man muss außerdem zugeben, dass das Ablesen der Zeit bei solchen Uhren natürlich etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dennoch setzen auch heute noch einige Uhrenhersteller auf 24-Stunden-Anzeigen, um im hart umkämpften Uhrenmarkt aus der Masse herauszustechen.

In diesem Artikel schauen wir uns daher einige historisch spannende Uhren mit 24-Stunden-Anzeige an, die verschiedene Zielgruppen hatten. Und das Beste ist: Die meisten der hier vorgestellten Modelle sind auch heute noch in Form von Retro-Neuauflagen erhältlich. Die Reise führt dabei in …

  • die unendlichen Weiten des Weltraums (Breitling Navitimer),
  • in die Tiefe des Meeres (Vostok Komandirskie),
  • in luftige Höhen (Glycine Airman) und
  • in die frostige Antarkits (Raketa Polar) …

24-Stunden-Uhren aus Mütterchen Russland

Vostok Komandirskie: 24-Stunden-Uhr für U-Boot-Offiziere

Die Geschichte russischer Uhren geht auf das Jahr 1927 zurück – dem Jahr der Machtergreifung durch Josef Stalin. Das erklärte Ziel der Sowjetunion war es damals, unabhängig von Uhren-Importen zu werden und die Rote Armee mit robusten und zuverlässigen Zeitmessern auszurüsten. Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder?

Tatsächlich war es für die Sowjets zunächst gar nicht so einfach an Maschinen und Know-How zu kommen, welches für die Produktion von Uhren nötig war. Ausgerechnet beim Klassenfeind, den Vereinigten Staaten von Amerika, fand man aber die Lösung (mehr dazu und eine spannende Zeitreise in die russische Uhrenindustrie gibt’s hier).

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Der aus der staatlichen Uhrenfabrik Tschistopol hervorgegangene, auch heute noch tätige russische Uhrenhersteller Vostok (ВОСТОК, kyrillisch für Wostok = Osten) ist bekannt für günstige und robuste mechanische Uhren, insbesondere die beliebte Taucheruhr Vostok Amphibia und die Militäruhr bzw. Offiziersuhr Vostok Komandirskie (Kommandirskie = russ. für Kommandant). Beide Modelle entstanden in den 1960er Jahren, als das Verteidigungsministerium der Sowejetunion nach robusten und wasserdichten Uhren für die Rote Armee suchte.

Zunächst als normale 12-Stunden-Uhr an die Rote Armee ausgeliefert: Die Vostok Komandirskie, Bild: www.wilsonhui.com via Flickr (CC BY 2.0).

Später entstanden von der Vostok Komandirskie auch Varianten mit 24-Stunden-Zifferblatt. Eine Zielgruppe war beispielsweise die Besatzung von U-Booten, die naturgemäß gerne mal viele Wochen lang nicht den Hauch eines Sonnenstrahls zu Gesicht bekommen. Vitamin D-Mangel und ein gestörter Biorythmus sind da natürlich vorprogrammiert.

Gemoddete Vostok Komandirskie 24-Stunden von Chrononautix-Leser Ronald

Irre: Den Rekord für die längste Tauchfahrt überhaupt hält das Atom-U-Boot TK-208: 1984 blieb das sowjetische Boot 121 Tage ununterbrochen unter Wasser.

Damit die Offiziere an Bord von U-Booten den Überblick über den Tag behalten konnten und um zu vermeiden, dass jemand ein herzliches Guten Morgen! zum Abendbrot rausposaunt, kamen 24-Stunden-Uhren von Vostok zum Einsatz.

Kein Zufall: Auch heute noch kann man moderne Interpretationen der damaligen 24-Stunden-Uhren käuflich erwerben. Neben „echten“ 24-Stunden-Uhren mit dem hauseigenen Vostok-Kaliber 2431 (wie der oben gezeigten), gibt es aber auch noch „Hybrid“-Modelle wie die Vostok Komandirskie 350753, die mit einer separaten 24-Stunden-Anzeige kommen…

Raketa Polar: 24-Stunden-Uhr für frostige Antarktis-Ausflüge

Raketa wird häufig als der älteste Uhrenhersteller Russlands bezeichnet – das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Es stimmt zwar, dass die Historie von Raketa bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht (mit der Gründung durch den Zaren Peter der Große), mit Uhren hatte die Fabrik allerdings zunächst nix am Hut: damals stellte man in der Nähe von Sankt Petersburg Edelsteine für den Zarenhof her. Erst rund 200 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, lief die Uhrenproduktion in der Fabrik Petrodworez so richtig auf Hochtouren. Der Name Raketa (von russ. „Rakete“) wurde übrigens erst 1962 zu Ehren des Nationalhelden und Kosmonauten Juri Gagarin ins Leben gerufen.

Beachtlich: In den 70ern betrug die Raketa-Produktion fast 5 Millionen Uhren pro Jahr. Neben der Roten Armee und der sowjetischen Marine wurden auch Uhren für Zivilisten gebaut – und für sowjetische Polarforscher…

Fabrik von Raketa in den 70ern

Raketa und die 16. Sowjetische Antarktis-Expedition

In den 1970er Jahren wurde Raketa damit beauftragt, eine Uhr für die Polarforscher der 16. Sowjetischen Antarktis-Expedition zu entwerfen. Die wichtigste Anforderung an die Uhr: Ein 24-Stunden-Zifferblatt! Der Grund dafür ist im Wesentlichen derselbe wie bei der Vostok Komandirskie für U-Boot-Besatzungen: Die Antarktis kennt keine „normalen“ Tag- und Nachtzyklen wie wir sie in unseren Breitengraden gewohnt sind – an den Polen lässt sich die Sonne im Winter ein halbes Jahr lang gar nicht blicken!

Der Facharzt Tim Heitland, der über ein Jahr lang in der Antarktis lebte, bringt es in einem Interview mit der FAZ auf den Punkt: Der ganze Biorhythmus geht verloren. Ich wurde müder und auch ein bisschen schlapper. Man muss sich die Strukturen dann selbst schaffen und merkt dabei, wie sehr man doch durch den Tag-Nacht-Rhythmus geprägt ist und wie sehr der hilft, um aktiv zu sein.

In einer solch krassen Umgebung kann eine 24-Stunden-Uhr natürlich ein praktischer „Anker“ für einen normalen Tagesablauf sein, zum Beispiel um Routinen wie Mittagessen oder Abendbrot einhalten zu können. Raketa lieferte die angeforderte Uhr daher mit der gewünschten 24-Stunden-Anzeige. Die Auflage war allerdings sehr klein: die Uhr wurde nur für die Antarktis-Forscher produziert, nicht aber für die Zivilbevölkerung. Später wurden auch noch einige wenige Exemplare des Modells an sowjetische U-Boot-Kommandanten geliefert. Das macht die 24-Stunden-Polar-Uhr von Raketa zu einem durchaus gesuchten Vintage-Sammlerstück.

Bild: Sosoev / CC BY-SA via Wikimedia Commons

Im Jahr 2020, zum 50. Jahrestag der Antarktis-Expedition, brachte Raketa eine Neuauflage der Polar-Uhr heraus. Das Design entspricht im Wesentlichen der Vorlage (z.B. die charakteristischen Block-artigen Indizes). Die augenscheinlichsten, aber eher kleineren Änderungen sind:

  • die Farbgebung (die Neuauflage hat einen frostigen Blaustich),
  • die Indizes bzw. Ziffern, die bei „0“ starten (anstelle bei „1“) und
  • die Gehäusekonstruktion samt Krone.

Damals wie heute kommt ein 100% im eigenen Hause produziertes Raketa-Manufakturkaliber in der Polar-Uhr zum Einsatz. Sogar die Unruhspiralfeder fertigt Raketa in Eigenregie – und das ist durchaus bemerkenswert, denn nur die allerwenigsten Uhrenhersteller bauen diese spezielle Komponente selbst (auch in der Schweiz!).

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Sogar dieselben Maschinen aus den 60er und 70er Jahren werden bei der Produktion der Werkskomponenten in den Räumlichkeiten in St. Petersburg verwendet. Bedient werden diese heute noch teilweise von denselben Mitarbeitern, welche auch schon damals für Raketa gearbeitet haben! Automatisierte Prozesse, die man beispielsweise bei den millionenfach produzierten Schweizer ETA-Kalibern findet, gibt’s hier so gut wir gar nicht – alle Arbeitsschritte werden noch mit einer Menge Handarbeit erledigt (Tipp: Einige visuelle Impressionen gibt es bei den Besuchsberichten auf Tripadvisor).

Gegenüber der Polar-Uhr aus den 70ern hat Raketa dem Werk aber noch einige Upgrades spendiert, die es noch robuster gegenüber eisige Temperaturen machen sollen. Eine spezielle Dekoration des kugelgelagerten Rotors soll außerdem an die Polarlichter der Antarktis erinnern.

Das Endergebnis ist eine überarbeitete Variante des einfach, aber robust konstruierten Raketa-Kalibers 2623 mit einer Gangreserve von 42 Stunden und einer guten Genauigkeit von ±10 Sekunden pro Tag.

Bild: Raketa

Die neue Werkskonstruktion wurde auch einem Härtetest unter Realbedingungen unterzogen: Die Raketa Polar wurde im Jahr 2020 Richtung Antarktis zur 1957 eröffneten, russischen Forschungsstation Wostok geschickt, um dort von Polarforschern im Einsatz bei bis zu -73°C getestet zu werden:

Die Preise für die Retro-Neuauflage der Raketa Polar starten ab 950€. Das ist für eine Uhr aus russischer Produktion zwar eine Menge Holz, erscheint aber beispielsweise in Anbetracht der hohen Fertigungstiefe in einem fairen Licht.

Raketa hat auch noch weitere 24-Stunden-Uhren im Sortiment, die sich an Modellen aus der eigenen Firmengeschichte orientieren.

Breitling Cosmonaut-Navitimer – eine der ersten 24-Stunden-Uhren

Eine der ersten 24-Stunden-Uhren kam vom Schweizer Traditionshersteller Breitling: die Cosmonaut-Navitimer (Ref. 809 / es gab auch eine AOPA-Variante). Der Beiname des Chronographen mit Rechenschieber-Lünette, abgeleitet vom Französischen le cosmonaute (der Raumfahrer), verrät schon die ursprüngliche Zielgruppe des Modells – Raumfahrer!

Und so kam es zur speziellen 24-Stunden-Navitimer: Während seiner Zeit als Kampfpilot im Koreakrieg trug der US-Amerikaner Scott Carpenter stets seine „normale“ Navitimer mit 12-Stunden-Anzeige am Handgelenk. Nach seiner militärischen Dienstzeit heuerte Carpenter dann bei der NASA im Rahmen des Mercury-Programms an – und bei seinem neuen Arbeitgeber wollte er natürlich nicht seine geliebte Navitimer missen. Carpenter bat Breitling allerdings um eine Modifikation: die Zeit sollte auf einem 24-Stunden-Zifferblatt angezeigt werden. Diesen Wunsch erfüllte Breitling dem frischgebackenen Astronauten, welcher 1962 in seinem Raumschiff Aurora 7 (und natürlich mit seiner modifizierten Wunschuhr am Arm!) durch die Erdumlaufbahn düste.

Fun Fact am Rande: Bei Carpenters Landung auf der Erde gelang Wasser in die Uhr, wodurch das Handaufzugswerk Venus 178 Schaden nahm und nicht mehr lief. Die Cosmonaut-Navitimer wurde zwar von Breitling ersetzt, wo das defekte Original heute ist, ist allerdings nicht überliefert 😉

Durch die Chronographen-Komplikation in Kombination mit der Navitimer-typischen Rechenschieber-Lünette boten sich Scott Carpenter mit der Breitling Cosmonaut-Navitimer damals eine Menge Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Berechnung des Zeitpunkts für den nächsten Funkruf oder die Kalkulation des Treibstoffverbrauchs. Das entscheidende „Feature“ war aber das gewünschte 24-Stunden-Zifferblatt.

Anwendungsbeispiel für die Rechenschieber-Lünette: Die Umrechnung der angezeigten Minuten in Stunden und Minuten (z.B. 210 Minuten = 3 Stunden 30 Minuten), Bild: Breitling

Warum eine 24-Stunden-Uhr grade für Raumfahrer nützlich ist, zeigt ein Auszug aus Scott Carpenters Autobiographie „For Spacious Skies“: NASA needed to conform its practices to the ways of the future and anticipate the pressures exerted by changing technology. Nowhere on a 12-hour dial does it say ‘8 p.m.” Since the spacemen would be reading the times off in a 24-hour format, a 24-hour watch time display would make it easier for them to be able to say what they read.

Oder kurz auf Deutsch zusammengefasst: Klassische Tag- und Nachtzyklen wie wir sie auf der Erde kennen, gibt es im Weltraum logischerweise nicht. Denn: Raumfahrer erleben 16 Sonnenaufgänge und 16 Sonnenuntergänge am Tag, da sie die Erde in nur 90 Minuten umrunden!

Da verliert man als Astronaut natürlich schnell das Zeitgefühl und die sogenannte Circadiane Rhythmik, also der natürliche 24-Stunden-Schlaf-Wach-Rythmus des Menschen, wird gestört. Da ist eine 24-Stunden-Uhr zur Unterstützung natürlich praktisch, um zumindest einen gewissen Bezugspunkt zu einem normalen Tages-Zyklus zu bekommen.

Breitling Navitimer - vintage commercial
Cosmonaut-Navitimer von Breitling (rechts)

Die obigen Werbeanzeigen verraten, dass Breitling den Weltraum-Ausflug der Breitling Cosmonaut- Navitimer am Handgelenk von Carpenter natürlich werbewirksam nutzen wollte, um das Modell auch an die Handgelenke von Otto-Normal-Bürgern zu bringen, die sich ein kleines bisschen wie ein Weltraum-Held fühlen wollten 😉

Noch mal zur Erinnerung: Der Beiname der 24-Stunden-Navitimer wurde abgeleitet vom Französischen le cosmonaute (= der Raumfahrer). Allerdings lag genau da der Hund begraben…

Der Kalte Krieg und das Marketing-Disaster rund um die Breitling Cosmonaut-Navitimer

In den USA kam die Cosmonaute-Navitimer allerdings nicht wirklich gut bei den Kunden an – der Grund ist ein mittelgroßes Marketing-Disaster: Als Kosmonauten (космонавт) wurden damals nämlich sowjetische Raumfahrer bezeichnet (die russische Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS benutzt diesen Begriff auch heute noch). Die US-Amerikaner bzw. die NASA wiederum bezeichnen ihre Raumfahrer seit 1958 als Astronauten. Ihr könnt euch denken, dass in Zeiten des Kalten Krieges und insbesondere in der Kubakrise 1962, die die Welt an den Rand eines Atomkrieges brachte, die US-Amerikaner nicht so gut auf Produkte zu sprechen waren, die man mit den Sowjets assoziierte 😉 Das lag natürlich auch an den entsprechenden, teilweise ziemlich krassen Anzeigen der damaligen Zeit…

Die Breitling Navitimer Cosmonaut-Variante mit 24-Stunden-Zifferblatt wurde vor ein paar Jahren als limitierte Edition mit Manufaktur-Handaufzugskaliber neu aufgelegt und ist daher nicht mehr regulär erhältlich. Mit etwas Geduld kann man aber sicherlich eine auf dem Gebrauchtmarkt ergattern. Oder aber natürlich man traut sich an den Vintage-Markt ran…

Breitling_Navitimer_Cosmonaute-Neuauflage
Neuauflage der Navitimer Cosmonaut, Bild: PPR/Breitling

Glycine Airman 24-Stunden-Uhr für Piloten: GMT mal anders

Der Schweizer Underdog Glycine produziert auch heute noch unter dem Beinamen „The Purist“ Uhren mit 24-Stunden-Zifferblatt – und das hat historische Gründe: die Glycine Airman wurde ursprünglich bereits Mitte der 1950er für Piloten entwickelt, damit diese beim Zeitzonen-Hopping auf Langstreckenflügen sowohl die lokale Uhrzeit als auch die internationale Referenzzeit für die Luft- und Seefahrt im Blick behalten konnten. Früher war diese Referenzzeit GMT (Greenwich Mean Time; ab 1928), seit 1972 ist es die koordinierte Weltzeit UTC (Universal Time Coordinated).

Original Vintage-Airman, Bild: Steve Graff CC 3.0

Ein zusätzlicher GMT-Zeiger, wie man ihn heute typischerweise von GMT-Uhren wie der Tudor GMT kennt, ist bei der 24-Stunden-Airman naturgemäß nicht nötig: Die zweite Zeitzone wird einfach über die 24-Stunden-Lünette „markiert“.

Das 24-Stunden-Zifferblatt der Airman in Kombination mit einer 24-Stunden-Einteilung der Lünette war damals wie heute eher ungewöhnlich. Ein Jahr vor der Airman erschien beispielsweise die allererste Rolex GMT Master mit klassischem 12-Stunden-Zifferblatt und einem zusätzlichen GMT-Zeiger. Dieses System hat sich letztendlich auch durchgesetzt.

Das hielt das US-Militär aber nicht davon ab die Airman 24-Stunden-Uhr einzusetzen: Glycine hatte zur Zeit der Lancierung der Airman einen exquisiten Ruf in den Vereinigten Staaten, weshalb die Schweizer einen lukrativen Regierungsauftrag ergattern konnten: Die Airman wurde offiziell während des Vietnamkrieges an Hubschrauberpiloten der US Air Force ausgegeben.

US-Pilot im Vietnamkrieg – Daumen hoch für die Glycine Airman!? 😉

Glycine hat heute noch einige Modelle mit dieser historisch korrekten 24-Stunden-Anzeige unter dem Namen „The Purist“ im Portfolio. Aber auch „normale“ GMT-Uhren mit einem klassischen GMT-Zeiger hat Glycine im Angebot

Botta Design UNO 24 – für Design-affine

Für Design-affine Uhrenfreunde gibt es einen käuflich erwerbbaren Neo-Klassiker: Das Modell UNO vom Einzeiger-Armbanduhren-Pionier Klaus Botta. Den Entwurf zur allerersten Einzeiger-Armbanduhr überhaupt, die Grundlage für die heutige UNO, hat Klaus Botta bereits im Jahre 1986, ausgetüftelt!

Der Klassiker: Die UNO 12-Stunden-Uhr

Mit der UNO 24 Einzeigeruhr und der TRES 24 Dreizeigeruhr hat Botta Design ähnlich schlichte, aber deutlich moderner wirkende 24-Stunden-Varianten mit Ronda-Quarz-Werk und leichtem Titangehäuse im Sortiment

Botta Design UNO 24

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