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Ich verfolge die in Hong Kong ansässige Uhrenmarke Aquatico schon seit einigen Jahren. Dabei habe ich gebetsmühlenartig kritisiert, dass Aquatico fast ausschließlich auf das Kaliber Seiko NH35 setzt. Bitte nicht falsch verstehen: Das ist in der Preisklasse von Aquatico grundsätzlich keine schlechte, robuste Wahl. Dennoch habe ich oft gefragt: Warum darf’s nicht auch mal ein Miyota 9015 sein, um die Marke auf das nächste Level zu heben? Denn das Miyota bietet nun mal einfach eine Reihe nüchterner Vorteile gegenüber dem NH35. Nun, mein Wunsch wurde nun endlich erhört…

Eckdaten Aquatico Sea Draon:

  • Japanisches Miyota 9015, 42 Stunden Gangreserve, reguliert auf +/-8 Sekunden pro Tag
  • Durchmesser 38 mm
  • Höhe 12,8 mm
  • Horn-zu-Horn 46 mm
  • Verschraubte Krone
  • Wasserdichtigkeit 30 bar / 300 Meter
  • Saphirglas mit Antireflexbeschichtung innen
  • Lünette mit 120 Klicks und Keramik-Einlage
  • Schweizer trigalight von mb microtec
  • Edelstahlband mit Feinjustierungsmöglichkeit, Tropic Rubber
  • Preis: ca. 450€ inkl. Einfuhrumsatzsteuer/Zoll

Aquatico Sea Dragon im Hands-On

Für die Sea Dragon hat sich Aquatico (endlich!) dazu entschlossen das Kaliber 9015 zu verbauen – ein nüchtern betrachtet besseres Werk als die Seiko NH35-Kaliberbasis, die Everybody’s Darling im Bereich kleinerer, unabhängiger Uhrenmarken und Microbrands ist.

Das Kaliber 9015 kommt aus der Fertigung der 1959 ins Leben gerufenen Citizen-Tochter Miyota aus der Präfektur Nagano. Es handelt sich dabei um ein Upgrade der Vorgänger-Baureihe Miyota 8000 (Marktstart: 1977), die Miyota als Konkurrenz zum Sellita SW200-1 ins Rennen schickt – kein Zufall daher, dass die Miyota 9000er-Reihe technisch durchaus auf Augenhöhe mit dem Sellita SW 200-1 (28.800 bph Frequenz, 42 Stunden Gangreserve und Handaufzugsmöglichkeit, Sekundenstopp etc.), gleichzeitig aber im Einkauf deutlich günstiger ist.

Das Miyota 9015 ist daher eine so ziemlich optimale Wahl in der Preisklasse der Sea Dragon. Als i-Tüpfelchen sagt Aquatico auch erstmals eine Ganggenauigkeit zu, und zwar im Rahmen von +/- 8 Sekunden pro Tag, dank zusätzlicher Aquatico-Reglage – eine gute Entscheidung, denn, wenn man etwas am Miyota 9015 kritisieren möchten, dann, dass die Ganggenauigkeit ab Werk mit -10 bis +30 Sekunden pro Tag nicht allzu rosig ist. Leider ist das Kaliber völlig undekoriert, weshalb ich – trotz der Freude über die Kaliberwahl – einen geschlossenen Stahlboden mit Gravur bevorzugt hätte.

Die Sea Dragon ist seit langem auch mal wieder eine kleinere Aquatico mit 38mm Durchmesser (bei 46 mm Horn-zu-Horn). Gleichzeitig ist die Höhe ein wenig geschrumpft, auf 12,8 mm, was aber nur unwesentlich weniger ist als andere Aquatico-Modelle, die bei Pi mal Daumen 13 mm liegen. Da wäre etwas mehr drin gewesen, denn das Miyota 9015 baut gegenüber dem Seiko NH35 deutlich flacher (3,9mm vs. 5,32mm). In dem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass sich das Stahlband recht stark verjüngt, von 20 auf 16 mm – das passt zur etwas zierlicheren Optik des Modells. Schade nur, dass in letztere Konsequenz nicht auch noch eine Schließe mit werkzeugfreier Feinjustierung Einzug in die Sea Dragon erhalten hat – man benötigt ganz „Old School“ ein Werkzeug, Zahnstocher oder dergleichen für die Bohrungen an der Schließenseite, wenn man das Band um wenige Millimeter kürzen oder verlängern will.

Das Zifferblatt hat ein feines Wellenmuster spendiert bekommen, das an frühere Omega Seamaster-Modelle erinnert. Die hier gezeigte hellblaue Variante hat außerdem einen dezenten, hübschen metallischen Glanz. Anstelle klassisch applizierter oder gedruckter Stundenindizes in Verbindung mit Super-LumiNova kommt die Aquatico Sea Dragon dabei mit relativ „fetten“, hermetisch versiegelten Glasröhrchen, die mit Tritiumgas gefüllt sind und gemäß der Halbwertszeit von Tritium in Höhe von rund 12 Jahren (und darüber hinaus, nur eben langsam abnehmend) konstant leuchten, ohne dass es einer externen Lichtquelle zur Aufladung (wie bei Super-LumiNova) oder einer Batterie bedarf. Der Name: trigalight von der Schweizer mb microtec, die mit der Uhrenmarke traser auch eigene Modelle mit trigalight anbietet (siehe z.B. traser P68 Pathfinder Solar).

Im Falle der Sea Dragon leuchten die trigalights grün, während der doppelte Zwölf-Stunden-Marker zwecks besserer Orientierung im Dunkeln orange leuchtet – der technische Hintergrund: Während des radioaktiven Zerfalls des Tritiumgases aktiviert die Beta-Strahlung einen Leuchtstofff (Phosphor) und je nach Phosphor-Beschichtung sind verschiedene Farben möglich (z.B. eben Orange, Rot oder Blau). Die Lünettenindizes kommen mit Schweizer Super-LumiNova in der Farbe C3 – im Bild unten sieht man auch gut, dass diese nach frischer „Aufladung“ deutlich heller Strahlen. Allerdings nimmt die Strahlkraft von Super-LumiNova relativ schnell ab, während trigalight konstant gut leuchtet.

Die Sea Dragon ist für mich die bisher beste Aquatico – nicht nur wegen der besseren Kaliberwahl, sondern auch, weil auch die sonstige Verarbeitung noch mal einen merkbaren Sprung nach vorne gemacht hat. Hervorgehoben sei dabei insbesondere das Zifferblatt und die etwas feinere Gehäuseverarbeitung (nun auch mit polierter Fase).

Die neue Aquatico Sea Dragon liegt preislich etwas oberhalb vergleichbarer Aquatico-Modelle, was mit Blick auf die höherwertigere Kaliberwahl nicht verwundert. Konkret liegt die Sea Dragon bei 566€ (ohne Steuern), wobei noch die Rabattaktionen im üblichen Rahmen abzuziehen sind – derzeit, Stand Anfang April 2025, läuft eine Aktion, bei der 200 US-Dollar vom Preis abgehen (derzeit ca. 190€). So landet man bei ca. 376€ plus Einfuhrumsatzsteuer/Zoll, also effektiv rund 450€.

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