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Die Hamburger Uhrenmarke Sternglas läutet das Jahr 2024 mit einer neuen, farbenfrohen Automatik-Variante der Sternglas Hamburg ein, die im Zeichen des Sternbildes Argo steht. Das Modell zeigt deutlich, dass die Analogie vom Zifferblatt als “Gesicht einer Uhr” mehr als treffend ist: Die Sternglas Hamburg zeigt in der Edition Argo ganz neue Facetten – schauen wir mal genauer hin…

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Eckdaten Sternglas Hamburg Edition Argo, Ref. S02-HHA08:

  • Durchmesser 42mm
  • Horn-zu-Horn 45mm
  • Höhe 12mm (ohne Glas)
  • Bandanstoß 20mm
  • Japanisches Automatikkaliber Miyota 8215, Datum auf “6 Uhr” und farblich abgestimmt, Sekundenstopp, Handaufzug
  • Gehäuse aus 316L Edelstahl, poliert
  • Wasserdichtigkeit 5 bar / 50 Meter
  • Saphirglas, doppelt gewölbt, doppelt entspiegelt
  • 4-fach verschraubter Gehäuseboden mit Editionsgravur/Limitierungsnummer
  • Limitiert auf 1.999 Exemplare
  • Lederband Vintage 20 mokka oder SuperSlim Metallarmband 20 silber (matt)
  • Listenpreis: 429€ (vergünstigter Launch-Preis: 389€)
  • Erhältlich ab 13. Februar 2024, direkt über sternglas.de oder viele Fachhändler
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Sternglas Hamburg Edition Argo im Test

Die neue Sternglas Hamburg Edition Argo ist nach dem gleichnamigen Sternbild Argo benannt. Okay, okay: Astronomiebegeisterte Uhrenfreunde werden sicherlich einwenden, dass Argo gar kein Sternbild ist. Und formal haben sie recht: Tatsächlich wurde diese Sternkonstellation erstmalig in antiken Zeiten vom Mathematiker und Astronomen Ptolemäus beschrieben, benannt nach dem Schiff Argo, lateinisch Argo Navis. Hintergrund dazu ist das Schiff aus der Argonautensage, mit dem sich die Helden (die sogenannten Argonauten) auf die Suche nach dem Goldenen Vlies machten (in der griechischen Mythologie das Fell eines goldenen Widders, der fliegen und sprechen konnte).

Das Sternbild Argo Navis ist heute allerdings aufgrund seiner Größe nicht mehr gebräuchlich: Der französische Astronom Nicolas Louis de Lacaille teilte es in seinem 1763 unter dem Namen „Coelum Australe Stelliferum“ erschienenen Katalog in die drei Sternbilder auf, die auch heute noch gängig sind: Achterdeck (Puppis), Schiffskiel (Carina) und Schiffssegel (Vela).

In jedem Fall kann man festhalten, dass das Argonauten-Thema natürlich wunderbar zur hanseatischen Marke Sternglas passt, die seit je her in Hamburg beheimatet ist.

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Die Sternglas Argo ist übrigens nicht gänzlich neu: Es gibt auch noch zwei Quarz-Varianten in ähnlichem Stil, allerdings sind diese mit 33mm auch sehr klein dimensioniert und daher eher in der Damenwelt zu verorten. Das vollständig auf Hochglanz polierte Gehäuse der neuen Automatik-Argo hingegen ist mit 42mm und einer Höhe von 12mm (ohne Glas) merkbar größer und präsenter. Dank des kompakten Horn-zu-Horn-Maßes (45mm) und der recht stark nach unten gezogenen, konischen Gehäuseflanken ist das Modell aber grundsätzlich auch für schmalere Herrenhandgelenke gut geeignet. Vor allem beim Beugen des Handgelenkes ist die Gehäuseform sehr angenehm, da man einfach viel mehr Spielraum hat.

Schön: Auf dem vierfach verschraubten Gehäuseboden befindet sich neben Basisinformationen wie der Limitierungsnummer passenderweise auch eine schicke Gravur des Schiffs Argo auf hoher See.

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Sternglas Argo Automatik am 19cm-Handgelenk

Gegenüber der klassischen Sternglas Hamburg ist die Edition Argo deutlich verspielter – insbesondere wegen des Farbspektakels auf dem satinierten und gewölbten, dunkelblau-mint-orange-grünen Zifferblatt, wobei der grüne Mittelteil den Löwenanteil ausmacht. Auf Leuchtmasse verzichtet Sternglas bei der Argo komplett: die satinierten Nadelzeiger kommen mit roter (nicht nachleuchtender) Lackierung, der Sekundenzeiger ist gelb und an der Spitze ebenfalls rot lackiert. Für eine Liebe zum Detail spricht, dass die Datumsscheibe farblich auf das Zifferblatt abgestimmt ist – alles andere als eine Selbstverständlichkeit in der günstigeren Preisklasse der Sternglas Hamburg Edition Argo.

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Nicht nur im Bauhaus-Design, in dem Sternglas seit je her beheimatet ist, spielen Farben eine große Rolle (siehe zum Beispiel die charakteristische rote Tür zum Bauhaus-Gebäude in Dessau), sondern passenderweise auch in der Astronomie – insbesondere wenn es um die Beobachtung von Sternen, Planeten und anderen Himmelsobjekten geht: Ihre Leuchtkraft gibt an, wie viel Energie sie abstrahlen und wie weit sie von der Erde entfernt sind. Die Farbe kann dabei von Stern zu Stern variieren, da nicht alle gleich heiß brennen. So strahlen beispielsweise kühlere Sterne rötlich (Oberflächentemperaturen unter 3.500 Kelvin; Klasse M) oder orange, während heiße Sterne bläulich erscheinen (Oberflächentemperaturen von über 30.000 Kelvin; Klasse O; sogenannte Spektralklassen der Fixsterne). Und auch Planeten wie der Mars erscheinen oft rötlich oder orangefarben aufgrund der Zusammensetzung der Oberfläche und Atmosphäre. Grüne Lichterscheinungen in der Atmosphäre, wie das Nordlicht (Aurora borealis), entstehen durch die Wechselwirkung von geladenen Teilchen, die von der Sonne stammen, mit der Erdatmosphäre. Das Grün wird durch Sauerstoffmoleküle in der Atmosphäre erzeugt.

Bauhaus Dessau
Bauhaus Dessau

Es gibt natürlich noch etliche weitere Beispiele, was man aber auf jeden Fall festhalten kann, ist, dass trotz der vielen Farben die Sternglas Hamburg Edition Argo problemlos ablesbar ist. Und die Farben passen auch wunderbar zusammen: Die prägendsten Farben der Argo, nämlich Grün und Orange, liegen gegenüber voneinander im Farbkreis (Komplementärfarben), was bedeutet, dass sie sich ergänzen und eine lebendige Wirkung erzeugen.

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Gänzlich neu ist das Stahlband, das Sternglas SuperSlim-Band getauft hat. Der Bandname trifft es auch schon perfekt: Das Band ist nicht nur durch die feingliedrige Machart im Mittelteil, sondern auch durch die flache Bauweise sehr komfortabel tragbar und überaus filigran – und rundet dadurch die Optik der Sternglas Hamburg Edition Argo ab, die durch ihr Bauhaus-Design eher im dressigeren Bereich angesiedelt ist. Die Schließe funktioniert dabei übrigens genauso wie bei der Sternglas Hamburg dunkelblau Bronze, d.h. man kann einen kleinen Clip innerhalb der Schließe mit etwas Kraft runterdrücken, um sie an der richtigen Stelle (also passend zum Handgelenkumfang) zu fixieren. Lösen lässt sich diese Fixierung wiederum mit etwas Hebelwirkung, zum Beispiel mit einem kleinen Schraubenzieher. Ist die Schließe an der richtigen Stelle, so so kann man das andere Band-Ende “einhängen”.

Die Schnellwechselfederstege in Form kleiner Pins an der Unterseite ermöglichen – wie man es von Sternglas gewohnt ist – einen werkzeugfreien und damit unkomplizierten bzw. kratzerfreien Wechsel auf das Lederband oder wieder zurück auf das Stahlband.

Das Kaliber Miyota 8215 ist ein bescheidenes Arbeitstier, das bei vollem Aufzug (über Bewegung oder den Handaufzug über die Krone) 42 Stunden lang läuft. Es gibt immer wieder Verwirrung darüber, ob die Miyota 8200er-Serie einen Sekundenstopp mitbringt oder nicht. Tatsächlich wird das Kaliber schon seit den 70er Jahren produziert und gilt dadurch als erprobt und zuverlässig – erst 2018 hat Miyota allerdings damit begonnen, das Kaliber um einen Sekundenstopp zu erweitern, der das präzise Einstellen der Uhrzeit, zum Beispiel mit Blick auf die Atomzeit, deutlich erleichtert. Wenn man also eine brandneue Uhr mit 8200er-Antrieb kaufen, so ist es wahrscheinlich, dass der Sekundenstopp an Bord ist. Gleichzeitig sollte man kritisch Hinschauen, ob der Uhrenhersteller nicht vielleicht einen alten Lagerbestand verwendet. Bei der Sternglas Argo ist der Sekundenstopp aber definitiv an Bord.

Summa summarum bietet das Miyota 8215 – neben dem Seiko NH35 – ein gutes Gleichgewicht aus Robustheit, Zuverlässigkeit und erschwinglichem Einstiegspreis. Es kann außerdem problemlos gewartet und Ersatzteile leicht beschafft werden. In der Preisklasse der Sternglas Argo ist das Kaliber in der Summe eine sehr gute Wahl.

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Abschließende Gedanken

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Sternglas Hamburg im Allgemeinen die perfekte “Einstiegsdroge” für (angehende) Freunde der tickenden Mechanik ist. Insbesondere die Sternglas Hamburg Edition Argo sticht mit ihrem eigenständigen (und gleichzeitig natürlich auch “spaltenden”) Design auf frische Art und Weise aus der Masse heraus. Gleichzeitig ist insbesondere die Detailqualität des Zifferblattes, wie die Nahaufnahmen in diesem Test zeigen, ganz ausgezeichnet.

Am Lederband kostet die Sternglas Argo (Ref. S02-HHA08-VI11) mit 429€ genau so viel wie die Variante am SuperSlim-Stahlband (Launchpreis: vergünstigte 389€). Erwirbt man allerdings jeweils die Bänder separat, so ist das Stahlband etwas teurer (69€ gegenüber 49€), sodass ich eher empfehle die Stahlband-Variante zu erwerben und bei Bedarf das Lederband nachzukaufen.

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Dlanor Lepov
1 Monat zurück

Mit dem 8215 könnte ich noch leben, aber die Gravur auf dem Rückendeckel ist nur grotesk und passt absolut nicht zum Bauhausdesign. What went wrong?

Dlanor Lepov
1 Monat zurück
Antworten...  Mario

Ist mir klar. Hatte selbst mal eine Yacht mit dem Namen. Kann man künsterlich sicher besser machen, oder weglassen. Die Sternenkonfiguration hätte es auch getan.