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Ob nun Militäruhren im Allgemeinen oder Field Watches bzw. Infanterie-Uhren im Speziellen: Für Soldaten in echten Einsätzen entwickelte Uhren erzählen häufig eine spannende Geschichte – so wie beispielsweise die bekannte Dirty Dozen Field Watch, die von zwölf Uhrenherstellern für die British Army produziert wurde. Deutlich unbekannter ist die Omega Officer, die im Zweiten Weltkrieg an die Schwedische Armee geliefert wurde, sowie das zivile Pendant Omega Suverän – schwedisch für (wer hätt’s gedacht) souverän. Dennoch haben Omega Officer und Omega Suverän einen interessanten historischen Hintergrund…

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Omega Officer und Omega Suverän: Historische Einordnung

Der Name des Modells ist kein Zufall: Weil Schweden unter allen Umständen seine Souveränität (also seine staatliche Unabhängigkeit) wahren wollte, blieb der Staat (wie auch die Schweiz) neutral – zumindest offiziell bzw. vordergründig: Um zu vermeiden Hitler zu provozieren, lehnten die Schweden beispielsweise Norwegens Bitte um Truppenhilfe und Kriegsmaterial ab. Mehr noch: Schweden pflegte enge wirtschaftliche Beziehungen mit dem Dritten Reich und erlaubte es sogar, dass über zwei Millionen Wehrmachts-Soldaten durch Schweden an die Fronten in Finnland und Norwegen transportiert wurden.

Sogar Propagandaminister Joseph Goebbels notierte 1942 in sein Tagebuch: „Schweden hat mehr für die deutsche Kriegsführung getan, als man gewöhnlich annimmt. … Sie betonen ihre Neutralität, aber auf eine Weise, die zu unserem Vorteil ist.“

Ohne nun allzu sehr in die geschichtliche Materie abtauchen zu wollen, sei noch gesagt, dass Schweden nach der Besetzung der unmittelbaren Nachbarn, Dänemark und Norwegen, zwar seine Besetzung vermeiden konnte, aber ironischerweise dennoch indirekt seine Unabhängigkeit verloren hatte – auch die wirtschaftliche: 35 Millionen Tonnen Eisenerz aus nordschwedischen Gruben wurden an Nazideutschland geliefert, ein Rohmaterial, das Hitlers Rüstungsschmieden für den Materialnachschub an die Front dringend benötigten. Als Gegenleistung erhielt Schweden Raubgold.

Erst nachdem sich das Blatt durch deutsche Niederlagen in Nordafrika und Russland gewendet hatte, änderte Stockholm seine Politik und öffnete sich gegenüber den Alliierten.

Aber genug der Geschichtsstunde und zurück zu den beiden Modellen Omega Officer und Omega Suverän, die exklusiv für den schwedischen Markt bzw. das schwedische Militär produziert wurden…

Omega Officer

Obwohl sich Schweden neutral gab, wurde die eigene Armee (Armén) aufgerüstet, um für den Verteidigungsfall gewappnet zu sein: So wurde die Omega Officer (wie der Name vermuten lässt) von der schwedischen Regierung angeschafft, um die Schwedischen Streitkräfte mit Zeitmessern in großen Stückzahlen zu versorgen. Ab 1940 wurde die Officer-Referenz 2165 mit Handaufzugskaliber 26.5 T2 und ab 1942 die Referenz 2299 mit Kaliber 26.5 T3 produziert und ausgeliefert. Der Durchmesser betrug für heutige Maßstäbe ziemlich kleine 31 mm.

Es wurden sowohl dunkle…

… als auch helle Zifferblattvarianten produziert. Die Gemeinsamkeiten waren arabischen Stunden-Ziffern, eine Eisenbahnminuterie, eine kleine Sekunde und die Gravuren ANTIMAGNETISK, VATTENTÄT und STÖTSKYDDAD (antimagnetisch, wasserdicht, stoßsicher) auf dem Gehäuseboden.

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Omega Suverän – Kriegsanleihe mal anders

Neben der Omega Officer hat die schwedische Regierung bei Omega das sehr ähnliche Modell Omega Suverän geordert, das über schwedische Uhrmacher an private Endkunden verkauft werden sollte. Die Besonderheit: der Gewinn aus den Verkäufen an Privatpersonen sollte zur Finanzierung des Schwedischen Militärs genutzt werden – Kriegsanleihe mal anders.

Die Omega Suverän kam ab ca. 1943 unter der Referenz 2400 in einem 35 mm kleinen (bzw. für damalige Verhältnisse großen) Gehäuse aus Edelstahl und einem verschraubten Gehäuseboden, der teilweise nur mit „Omega Suverän“ graviert war, teilweise aber auch etwas aufwendiger (wie bei der Omega Officer) mit den Wörtern ANTIMAGNETISK, VATTENTÄT und STÖTSKYDDAD.

Bild: Auktionshaus Bukowskis
Bild: Auktionshaus Bukowskis

Angetrieben wurde die Omega Souverän vom Handaufzugskaliber 30T2 mit Stoßsicherung und kleiner Sekunde. Omega war besonders stolz auf die Präzision des Werkes: In der Anzeige vom damaligen Omega-Distributor JPB heißt es: „Ett stort argument för det stora verket – precisionen” (ein großes Argument für ein großes Kaliber – die Präzision).

Verschiedene Zifferblattvarianten wurden produziert, darunter eine zweifarbige „Tuxedo“ („Smoking“)-Farbvariante. Auch verschiedene Indizes (arabisch vs. römisch) kamen zum Einsatz.

Unter 1000€ ist die Omega Souverän wegen des allgemein steigenden Interesses an Vintage-Uhren heute kaum zu bekommen. Die Preise der Omega Officer sind im Schnitt sogar noch etwas höher.

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