Code41 X41 Aerocarbon

Mit Flugzeug-Karbon aus Toulouse: CODE41 X41 AeroCarbon mit peripherem Rotor im Vorverkauf

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Als ich Anfang 2019 vom Modell CODE41 X41 gelesen habe war ich zunächst ziemlich begeistert. Auf das Ahh folgte aber zugegebenermaßen ein kleines Ohh: Für eine Microbrand ist das Modell X41 preislich ziemlich knackig unterwegs. Aber nicht ohne Grund: Der Preis rührt von einer extrem hohen Fertigungstiefe und einer echten technischen Besonderheit des verbauten Schweizer Manufaktur-Automatikwerkes her – ein peripherer Aufzug. Der Erfolg gibt CODE41 Recht: die X41 wurde bereits weit über 1000 mal verkauft. Kein Zufall also, dass die Schweizer Microbrand die X41 in der nunmehr vierten Auflage bzw. Vorbestellerphase um eine Variante erweitert hat: die CODE41 X41 AeroCarbon mit einem federleichten und unter hohem Druck gepressten Gehäuse aus „Flugzeug-Karbon“…

Eckdaten der CODE41 X41 AeroCarbon:

  • Schweizer Manufaktur-Automatikwerk mit peripherem Aufzug, reguliert in 5 Positionen, Ganggenauigkeit -2 bis +10 Sekunden pro Tag, 45 Stunden Gangreserve, 28800 bph, Incabloc-Stoßsicherung, 297 Komponenten
  • Saphirglas (Vorder- und Rückseite)
  • Gehäuse aus „Flugzeug-Carbon“
  • Gewicht: 45 Gramm bzw. 72 Gramm mit Lederband
  • Durchmesser 42 mm, Höhe 11,7 mm
  • Wasserdichtigkeit 50 Meter / 5 bar
  • Erhältlich mit verschiedenen Lederbändern oder schwarz beschichtetem Titan-Band
  • Bandanstoß 24 mm
  • Werkzeugfreies Bandwechselsystem
  • 3 Jahre Garantie
  • Vierte Vorbestellungsphase bis 30. Juli 2020
  • Auslieferung der vierten Auflage ca. Mitte 2021
  • Preis: ab 5990€

CODE41 X41 AeroCarbon im Check

CODE41 ist definitiv eine feste Größe im Meer der Microbrands. Das liegt vor allem an zwei Dingen: Einem überaus eigenständigen Design, welches wohltuend aus der Masse heraussticht, und das Kredo „vollständiger Transparenz“.

Gehen wir zunächst auf den Transparenz-Aspekt und ein paar harte Fakten ein: Die CODE41 X41 in der Titan-Variante gab’s bereits Anfang 2019 im Vorverkauf. Satte 500 Stück waren damals innerhalb weniger Stunden ausverkauft – zu einem Stückpreis von 4000€ (!). Umsatz für CODE41: über 2 Millionen Euro. Das ist, wenn man eine Einordnung im Microbrand-Kosmos vornimmt, ein irrer Erfolg: viele Microbrands schaffen es grade mal so ihre Kickstarter-Finanzierungsziele in Höhe von ein paar Zehntausend Euro zu erreichen (wenn überhaupt).

Mittlerweile ist die X41 bereits in der vierten Auflage per Vorbestellung erhältlich. Die Vorbestellungsphase läuft noch bis zum 30. Juli 2020. Stand Mitte Juli wurden bereits über 130 Uhren der neuen Auflage (vor-)verkauft. Umsatz: knapp 1,8 Millionen Euro. Insgesamt hat CODE41 mit weit über 1000 verkauften X41-Uhren schon über 5 Millionen Euro eingenommen. Die Verkaufszahlen spiegeln auf jeden Fall den beachtlichen Erfolg des Modells X41 wider – trotz des für eine Microbrand ziemlich krassen Preises. Da rollt der Rappen! 😉

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Ergänzt wurde die Modellreihe nun noch um eine Variante mit extraleichtem Karbon-Gehäuse (dazu gleich mehr). Mit an Bord ist aber natürlich auch wieder ein Schweizer Manufakturkaliber mit peripherem Aufzug

Peripher!? Der Antrieb der CODE 41 X41 AeroCarbon

Der eine oder andere fragt sich sicherlich mit Blick auf den Preis der X41, ob es im Oberstübchen der CODE41-Macher noch richtig tickt: mit der X41 bewegt sich die Schweizer Microbrand in einem Bereich, in dem sich etablierte Hersteller (wie Omega) mit Dauerbrennern (wie der Seamaster) tummeln.

Doch wie kommt der – für eine Microbrand äußerst ungewöhnlich hohe Preis – zustande? Zunächst ein Blick in die von CODE41 transparent kommunizierten Kosten der einzelnen Komponenten inklusive Herkunftsland für die Herstellung einer X41 AeroCarbon-Uhr:

Komponenten und HerstellungskostenKosten (in EUR)Herkunft
Uhrwerk1817Schweiz
Karbon-Gehäuse370Frankreich / Ukraine
Lederband34Italien / China
Montage34Schweiz
Verpackung28China
Logistik15Schweiz / Frankreich
Design & Entwicklung *15Schweiz
Gesamte Kosten (inklusive Steuern) für eine X412313

* zu den Design- und Entwicklungskosten sei angemerkt, dass diese natürlich nicht pro hergestellter Uhr anfallen. Es handelt sich dabei um sogenannte Gemeinkosten, die typischerweise auf die verkauften Stückmengen „umgelegt“ werden.

Der mit Abstand größte Kostenfaktor (und gleichzeitig die größte Besonderheit) der CODE41 X41 AeroCarbon ist ganz klar das mechanische Uhrwerk – mit über 1800€ entfallen fast 80% der Kosten auf das verbaute Kaliber! Zum Vergleich: Ein industriell und hunderttausendfach hergestelltes Standardwerk wie das Kaliber 2824-2 vom Schweizer Uhrwerke-Konzern ETA (Swatch Group) kostet in mittleren Abnahmemengen einen Uhrenhersteller (der nicht aus dem Swatch-Konzern stammt) grade mal um die 100€.

Der Preis für das Uhrwerk in der X41 ist natürlich nicht so hoch, weil der CODE41-Einkäufer schlechte Konditionen ausgehandelt hat 😉 – der Preis kommt insbesondere durch einen hohen manuellen Aufwand bei der Montage der 297 Uhrwerks-Komponenten in Verbindung mit einer echten technischen Besonderheit zustande.

Schick, schick: Der freie Blick auf das Werk der CODE41 X41

Hinter dem Kaliber der X41 steckt die seit über 10 Jahren tätige Genfer Manufaktur Timeless Manufacture SA, die sich auf besondere Komplikationen wie beispielsweise Tourbillons spezialisiert hat. Durch eine extrem hohe Fertigungstiefe (alle Uhrwerkskomponenten mit Ausnahme der Unruh werden vollständig in der Schweiz hergestellt und händisch montiert) kann die Timeless Manufacture SA dabei auch relativ eigenständig technische Besonderheiten entwickeln, die bisher kaum im Uhrenmarkt vorzufinden sind – so wie beim Werk der X41, welches anstatt des typischen automatischen Aufzugsrotors mit einem peripheren Aufzug kommt. Dieser periphere Rotor befindet sich am äußeren Rand des Uhrwerkes innerhalb eines Kugellagers und wird (quasi wie auf Schienen) durch die Bewegung des Handgelenkes angetrieben.

Der Vorteil des peripheren Aufzugs dürfte alle freuen, die sich von der Mechanik einer Uhr begeistern lassen: Uhren mit einem peripheren Aufzug können grundsätzlich deutlich flacher konstruiert werden und der Blick durch den Glasboden erlaubt einen freien, unverdeckten Blick auf die Mechanik.

Schön: Auch durch die Zifferblatt-Skelettierung hat man quasi durchgängig Freude an dem peripheren Werk, welches die moderne, fast schon etwas spacige Optik der X41 AeroCarbon maßgeblich prägt.

Am Ende des Tages muss jeder natürlich für sich selbst entscheiden, ob Optik und technische Besonderheiten des Werkes „ausreichen“, um so viel Knete auf den Tisch zu legen. Fakt ist aber: Vergleichbare Modelle mit einem Automatikwerk samt peripherem Aufzug von Luxusuhren-Herstellern wie Vacheron Constantin oder Piaget sind kaum unter 20.000€ zu haben – die Skala nach oben ist quasi unbegrenzt. In dem Sinne ist die CODE41 X41 grundsätzlich sogar vergleichsweise günstig.

Dank des Manufakturwerkes aus Genfer Fertigung reicht der Schweizer Wertschöpfungsanteil der CODE41 natürlich locker aus, um die Swiss Made-Kriterien zu erfüllen. Aber wo ist er denn, der Swiss Made-Aufdruck, der typischerweise von Uhrenherstellern auf „6 Uhr“ verewigt wird? Nein, ihr braucht keine neuen Kotnaktlinsen: CODE41 verzichtet bewusst auf das Label – als gezielter (und absolut berechtigter) Affront gegen die überaus lasche Swissness-Regelung, die ich in meinem Artikel über Swiss Made-Uhren bereits ausführlich kritisiert habe.

Karbon aus Toulouse: das Gehäuse der X41 AeroCarbon

Die CODE41 X41 ist im Rahmen der vierten Auflage nun auch mit Karbon-Gehäuse erhältlich. AeroCarbon haben die Schweizer daher als Beinamen auserkoren. Das gibt schon einen Hinweis auf einen großen Vorteil von Karbon: Es ist besonders leicht. Während Edelstahl ca. 8g/cm³ wiegt, kommt Karbon auf nur ca. 2 g/cm³ – ein großer Unterschied, der sich im Alltag bei mehreren Stunden Tragezeit definitiv bemerkbar machen kann (Karbon ist dabei sogar deutlich leichter als Titan mit ca. 4,5 g/cm³). Das Gewicht der CODE41 X41 AeroCarbon (ohne Band) beträgt tatsächlich nur 45 Gramm. Ein echtes Fliegengewicht 😉

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AeroCarbon als Name passt auch in weiterer Hinsicht: Kohlenstofffasern werden verstärkt in Branchen wie der Automobilindustrie oder der Luftfahrt eingesetzt. Der Airbus A350 XWB beispielsweise besteht zu 53% (!!!) aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen. Kein Wunder, denn die Leichtbau-Ersparnisse sind immens: Ein Airbus A320 benötigt 10.000 Liter weniger Kerosin im Jahr, wenn er 100 Kilogramm leichter ist. Karbon ist in dieser Hinsicht nicht mehr aus der Luftfahrtindustrie wegzudenken.

Airbus A350 XWB, Bild: Don-vip / CC BY-SA

Die Kohlefaser-Blöcke, die CODE41 für die Herstellung der X41-Karbon-Gehäuse nutzt, stammen dabei aus Toulouse, Frankreich. Bei der Produktion werden 300 Schichten des Karbons im Winkel von 90° zueinander ausgerichtet und dann unter einem Dampfdruck von 10 Bar zusammengepresst (sogenanntes Forged Carbon, d.h. geschmiedetes Karbon). Dieser Prozess soll laut CODE41 eine besonders hohe Dichte garantieren, sodass die Kohlefasern am Ende 2,5x dichter und biegfester sind als Edelstahl. Aufgrund der hohen Dichte ist die AeroCarbon auch ohne Titan-Kammer wasserdicht (5 bar / 50 Meter, d.h. die X41 AeroCarbon darf beim Duschen am Handgelenk bleiben).

CODE41 sagt ergänzend dazu: „Das Gehäuse der AeroCarbon besteht aus einer Art Kohlefaser, die sonst nur exklusiv in der Luft- und Raumfahrt verwendet wird.“

Toulouse? Luft- und Raumfahrt? Das kennt man doch irgendwoher: Toulouse ist „zufälligerweise“ der Hauptsitz vom Luftfahrt-Giganten Airbus. Auch, wenn es CODE41 in diesem Falle ausnahmsweise mal nicht transparent sagt (bzw. sagen darf 😉 ), könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass das Karbon für die X41-Gehäuse von Airbus oder einem Airbus-Lieferanten stammt… 😉

So oder so: Das genialste an Karbon ist meiner Meinung nach die Optik – die Maserung in verschiedenen Hell-Dunkel-Nuancen sieht bei Uhrengehäusen meiner Meinung nach einfach genial aus und passt im Falle der X41 auch wie die Faust auf’s Auge zum hochmodernen Erscheinungsbild.

Die CODE41 X41 AeroCarbon (vierte Edition) ist noch bis zum 30. Juli 2020 direkt auf code41watches.com bestellbar. Dabei sind mehrere Bandvarianten erhältlich (verschiedene Leder und schwarz beschichtetes Titan). Außerdem stehen zwei verschiedene Zeiger-Sätze zur Wahl (mit roter oder weißer Spitze)…

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