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Uhren versenden per Wertversand: Parcel Broker – Einblicke in die Arbeit eines Valorenversand-Dienstleisters

Vor einiger Zeit habe ich mich mit dem Wertversand von Uhren beschäftigt. Was viele nicht wissen: Wertsachen (Valoren wie Schmuck etc.) und insbesondere Uhren mit einem Wert von über 500€ sollten nicht mit einem „normalen“ Paketdienstleister, sondern unbedingt mit einem qualifizierten Wertversand-Dienstleister (Valoren-Versand) verschickt werden, da sonst in der Regel kein Versicherungsschutz besteht. Da ich nach wie vor viele Zuschriften und Fragen zu diesem Thema bekomme, habe ich das zum Anlass genommen und den Geschäftsführer des erfahrenen Wertversand-Dienstleisters Parcel Broker aus München, Sascha Hagedorn, um ein Interview gebeten. Parcel Broker ist tätig für viele Hundert Firmenkunden wie z.B. Juweliere, Uhrenhersteller, Händler etc. und gibt einige spannende Einblicke…

Parcel Broker Büro München
Parcel Broker in München

Zunächst ein paar Eckdaten zur Parcel Broker GmbH:

  • Unternehmensstandort: München, Bayern
  • Mitarbeiteranzahl: 8
  • Gründungsjahr: 2004
  • Schwerpunkte: Paketdienst, Wert- und Valorenversand (Firmenkunden).
    Parcel Broker bietet die komplette Transportpalette aus einer Hand, kombiniert mit persönlichen Service.
    Neben Deutschland und der EU auch International (inkl. Export- und Importabfertigung) sowie Express- und Standardversand (inkl. Retouren/Rückholungen). Das Ganze bis 25.000 Euro Warenwert. Bis 250.000 Euro Warenwert sind auch Sondertransporte möglich.
  • Die Parcel Broker-Kunden sind Juweliere, Uhrenhersteller, Uhrenhändler, Diamanten- und Goldhändler sowie Schmuckhersteller. Über 700 Kunden aus dem Bereich Valoren vertrauen Parcel Broker Ihre Sendungen an.

Der Interviewpartner – zur Person:

  • Name: Sascha Hagedorn
  • Jahrgang: 1974
  • Position im Unternehmen: Geschäftsführer

Sascha Hagedorn

Kooperation / Anzeige

Uhren versenden: Parcel Broker – Einblicke in die Arbeit eines Wertversand- / Wertpaket-Dienstleisters

Chrononautix: Herr Hagedorn, was unterscheidet einen Wertversand-Dienstleister wie Parcel Broker von „normalen“ Paketdienstleistern wie DHL, UPS, DPD etc.? (Prozesse, Sicherheitsrichtlinien, Schulungen etc.)

Sascha Hagedorn: In erster Linie, dass eine Valoren-Transportversicherung den kompletten Transportweg gegen alle Schäden absichert. Die bekannten Paketdienste schließen Uhren, Schmuck und andere Valoren in ihren AGB aus.

Sicherheit spielt natürlich auch eine große Rolle: Wir prüfen zum Beispiel regelmäßig per GPS die Frachtrouten der gepanzerten Fahrzeuge. Beim Handling der Pakete haben wir außerdem ein anderes bzw. besonderes Setup in den Depots.

Darüber hinaus sind wir immer persönlich erreichbar – eine kostenpflichtige Hotline oder ein Call-Center mit „Informationsempfängern“ am anderen Ende der Leitung gibt es bei uns nicht. 

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Ich persönlich habe bei normalen Paketdienstleistern schon die wildesten Dinge erlebt: Einmal hat der Paketbote mein Paket in der blauen Tonne versenkt und nicht mal eine Karte hinterlassen. Ein anderes Mal hat der Paketbote ein schmales Paket einfach durch ein gekipptes Fenster gepfeffert. Bei einem Wertversand mit teuren Uhren oder Schmuck darf sowas natürlich nicht passieren – was tut Parcel Broker, um die Auslieferqualität sicher zu stellen?

Sascha Hagedorn: Zum Glück sind das nur Ausnahmen und nicht die Regel. Jedoch kann ich den Empfänger verstehen, dass dieser mit so einer Zustell-Qualität nicht zufrieden ist. Manchmal ist die Zustellung für den Paketfahrer eine Herausforderung. Nicht umsonst ist die „letzte Meile“ die aufwändigste und teuerste für einen Paketdienst.
Was macht hier Parcel Broker? Da es sich um Express-Lieferungen handelt, werden diese grundsätzlich anders behandelt als ein Standard-„Post“-Paket: Hohe Waren-Werte werden grundsätzlich vorab telefonisch von uns avisiert und ein passender Liefertermin mit dem Empfänger abgestimmt. Darüber hinaus können sich Kunden die Sendungen beispielsweise an einen Paket-Shop in der Nähe liefern lassen.
Grundsätzlich werden Sendungen nur gegen Unterschrift von festangestellten Fahrern ausgeliefert.

Als Berufstätiger hat man es mitunter schwer ein Paket anzunehmen. Eine Abstellerlaubnis ist bei teuren Uhren aber eher ungeschickt (ein Paketbote hat mir mal erzählt, dass er von Kriminellen dabei beobachtet wurde, wo er Pakete mit Abstellerlaubnis ablegt, was er aber zum Glück bemerkt und daraufhin die Polizei gerufen hat). Was tut Parcel Broker, damit der Kunde seine neue Lieblings-Uhr zur richtigen Zeit und am richtigen Ort wirklich in die Hände bekommt?

Sascha Hagedorn: Die Sendungsbenachrichtigung vorab per E-Mail mit Lieferzeitpunkt hilft dem Empfänger sich auf die Lieferung einzustellen. Sollte ein Problem auftreten erhält der Empfänger eine E-Mail mit Infos zur Ausnahmesituation (schlechtes Wetter, niemand angetroffen, usw. ). Gerne werden Sendungen an die Arbeitsanschrift gesendet – ideal, da immer jemand die Sendung in Empfang nehmen kann.
Da unsere Sendungen in neutralen Sicherheitstüten (SafeBags) geliefert werden, weiß auch niemand was genau geliefert wird.

Was sind aus Ihrer Erfahrung die häufigsten Fehler beim Verpacken einer Sendung?

Sascha Hagedorn: Es wird leider viel zu oft am Verpackungsmaterial gespart. Ein alter, mit etwas Zeitungspapier gefüllter Karton, der schon mal „um die Welt“ ging, ist nicht ideal für den Transport. Teure Ware – günstige Verpackung ist der falsche Weg. Doppelwandiger Karton, gefüllt mit Flocken oder Luftpolsterfolie – das Ganze verpackt in einem Safe-Bag und die Ware kommt sicher an.

Doch auch wir erleben immer wieder Überraschungen: Von der Zigarettenschachtel über einen einfachen Briefumschlag bis hin zur verklebten Supermarkttüte haben wir schon alles an Verpackungen gesehen.

Der Höhepunkt war jedoch ein Kunde der unserem Fahrer einfach seinen Arm ausgestreckt hat mit dem Wort: Hier! … die zu versendende Uhr war noch am Handgelenk des Kunden.

[Anmerkung Mario von Chrononautix: Ich habe diese effiziente Idee des Kunden mal rekonstruiert. Jetzt nicht im Chrononautix-Fanshop: Der Luftpolsterhandschuh zum unkomplizierten Versand einer Uhr direkt am Arm ]

Luftpolsterhandschuh

Luftpolsterfolie von Herlitz

 

Falls doch mal etwas beschädigt werden sollte: Wie sollte sich der Endkunde verhalten und wie werden Schäden abgewickelt?

Sascha Hagedorn: Bei der Zustellung muss der Empfänger die Verpackung genau inspizieren. Hat diese ein Loch, ist womöglich offen, oder komisch verklebt, vielleicht sogar nachträglich verklebt? So etwas sollte der Kunde sofort vom Fahrer aufnehmen lassen! Jeder Fahrer muss einen möglichen Schaden in seinem PDA vermerken – unbedingt darauf bestehen!
Sollte der Inhalt fehlen (bei unbeschädigten SafeBag übrigens unmöglich) sollte man außerdem sofort den Paketdienst und/oder Absender informieren und nicht lange warten.

Im Falle eines Schadens sollte man auf jeden Fall sofort mit dem Absender (z.B. Online-Juwelier) Kontakt aufnehmen und alles in Ruhe klären. Nicht gleich bei PayPal das Geld einfrieren oder den Rechtsanwalt einschalten. Grundsätzlich benötigt der Paketdienst einige Tage um die Angelegenheit zu klären, zu forschen und den Fall der Transportversicherung zu melden.

Mein Tipp: Anzeige gegen „Unbekannt“ bei der Polizei. Das wird mittlerweile immer öfter von der Transportversicherung verlangt. Das ist übrigens in den meisten Bundesländern sogar online möglich.

 

Worauf sollte ich achten, wenn ich Pakete versende und woran erkenne ich einen seriösen Valoren-Paketdienst?

Sascha Hagedorn: Viele Kunden haben blindes Vertrauen, sobald ein (günstiges) Transport-Angebot vorliegt. Leider tummeln sich einige schwarze Schafe auf dem Markt. Es sollten immer folgende Merkmale geprüft werden:

  • Ist der Paketdienst Mitglied in einem Verband (z.B.Deutscher Speditions- und Logistikverband DSLV)? DSLV Verband
  • Besteht wirklich eine Valoren-Transportversicherung? Auf Nachfrage muss der Dienstleister eine gültige Police vorlegen. Lassen Sie sich nicht vertrösten mit Floskeln wie „da können Sie uns schon vertrauen…
  • Im Internet auf Bewertungsportalen recherchieren (z.B. Google Rezensionen etc.).
  • Handelt es sich um einen reinen Online-Anbieter oder gibt es auch ein Büro/Lager, welches man besuchen könnte?
  • Ist das Unternehmen finanziell gesund? Auf Bundesanzeiger.de kann man zum Beispiel finanzielle Eckdaten abrufen.
  • Präsentiert der Paketdienst den Hersteller oder Händler (z.B. Juwelier) angemessen bei der Zustellung? (zum Beispiel Fahrer/Personal im allgemeinen, gepanzertes Fahrzeug)

Vielen Dank für das Interview, Herr Hagedorn!


Mehr über den Wertversand von Uhren:

Uhr versenden: Paket- und Wertversand mit INTEX, Galle, DHL & Co.

 

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