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Anno 2025 tauchte die Sternglas Marus erneut auf, nachdem sie eine ganze Weile komplett vergriffen war – merkbar überarbeitet, und mit selbstbewussten Farbeinschlägen: Schwarz mit Bauhaus-Farben, Bronze mit sattem Grün. Und jetzt folgt die dritte Etappe – mit einer Farbe, die bei einer Taucheruhr eigentlich fast schon obligatorisch ist und bei der man sich ehrlicherweise fragt: Warum nicht gleich so?

Eckdaten Sternglas Marus:

  • Durchmesser 42 mm
  • Horn-zu-Horn 49,5 mm
  • Höhe 12 mm (ohne Glas)
  • Bandanstoß 20 mm
  • Gewicht Uhrenkopf 83 Gramm, Stahlband +97 Gramm
  • Wasserdichtigkeit 20 bar
  • Saphirglas, doppelt gewölbt, doppelt entspiegelt
  • Gehäuse aus 316L Edelstahl, poliert und gebürstet
  • Boden 316L Edelstahl, geschraubt
  • Krone verschraubt
  • Seiko TMI NH35, -20/+40 Sek/Tag, 42 Stunden Gangreserve, 21.600 bph
  • LumiNova auf Zeiger, Zifferblatt und Lünette
  • Aluminium Lünette
  • integriertes Stahlband mit Schnellwechsel- und Schnellkürzungssystem
  • Limitiert auf 1999 Stück
  • Launch-Preis / regulärer Preis: 519€ / 549 €, direkt über Sternglas.de oder viele Fachhändler

Der „Nobrainer“-Moment

Das Zifferblatt der neuen Marus Edition Küste trägt – wenig überraschend mit Blick auf die Namensgebung – ein maritimes Blau (oft als Marineblau, Navy oder klassisches Dunkelblau bezeichnet), also ein sattes, tiefes Blau, das an das Meer oder Marine-Uniformen erinnert und eher kühl wirkt. Die blaue Marus wirkt wie die logische Ergänzung der Reihe, denn Taucheruhren und die Farbe Blau – das ist quasi ein Nobrainer.

Interessant ist, dass Sternglas hier nicht „einfach nur“ eine blaue Version nachreicht, sondern an die hauseigene Design-DNA anknüpft – wir erinnern uns: Eine Edition Küste gab’s beispielsweise schon beim Hamburg Chrono, der den German Design Award 2026 gewonnen hat.

An Bord der Küste-Marus ist weiterhin die klare, schnörkellose Typografie auf der Lünette, die großzügigen Indizes und die vergrößerten Zeiger – diese Kombination funktioniert auch bei der Edition Küste, wenig überraschend, richtig gut. Augenscheinlich: Die orangen Akzente (Indexpunkte und Sekundenzeiger), die ein bisschen wie Bojen im weiten Wasser wirken, um Orientierung zu geben und die Ablesbarkeit zu optimieren. Die Kontraste sind hoch und bieten optimale Ablesbarkeit, die LumiNova auf Zeigern, Blatt und Lünette liefert auch hier eine kräftige Nachleuchtperformance.

Technik bleibt vertraut

An den Abmessungen ändert sich nichts – und das wird Uhrenfreunde freuen, die auch gerne mal auf etwas Präsenz am Handgelenk setzen. Mit 42 mm Durchmesser, 49,5 mm Horn-zu-Horn und 12 mm Höhe (gemessen ohne das doppelt gewölbte, entspiegelte Saphirglas) setzt sich die Marus allein schon hinsichtlich der Dimensionen von den meisten Sternglas-Modellen ab, die sich meistens im Bereich unter 40 mm bewegen. Gerade die eher kurze Hornlänge macht am Handgelenk aber viel aus, die Marus trägt sich in der Summe kompakter, als es die 42 mm Durchmesser vermuten lassen.

Die Wasserdichtigkeit ist mit 20 bar unverändert standesgemäß für einen Diver und die Krone bringt ein nettes Gimmick mit, das für Liebe zum Detail spricht: ein farbig passend akzentuierter Ring (orange, genau wie die Index-Punkte) weist unmissverständlich darauf hin, wenn die Krone nicht korrekt verschraubt ist und somit ein Einfallstor für eine Flutung des Gehäuses und des Kalibers bietet.

Das unverändert bzw. weiterhin eingeschalte Seiko TMI NH35 ist kein Glamour-Kaliber, aber es ist robust und bewährt. In dieser Preisklasse (519 € zum Launch, später 549 €) eine rationale Entscheidung – wenn auch keine, die Spezifikations-Junkies vom Hocker haut. Ein Miyota 9015 beispielsweise wäre als eine Art „Premium“-Upgrade (mit u.a. höherer Frequenz und besserer Ganggenauigkeit) für zukünftige Marus-Modelle aus meiner Sicht auf jeden Fall hochwillkommen. So oder so: Das Kaliber versteckt sich bei der Marus Küste hinter einem verschraubten Stahlboden mit ansehnlicher Wellengravur.

Und es hat Schnipp gemacht

Unter anderem ein integriertes Edelstahlband (mit Schnellkürz- und Wechselsystem), ein klassisches Kautschukband und – ganz neu – ein Hybridband aus vollnarbigem (glattem), wasserabweisend behandelten Kalbsleder und Silikon stehen zur Auswahl für die Marus Küste. Letzteres erinnert mich etwas an die HIRSCH Performance-Bänder, von denen ich ein großer Fan bin.

Der Bandwechsel funktioniert bei allen Bandvarianten ohne Werkzeug über Schnellwechselfederstege mit kleinen herausstehenden Pins. Auch das Kürzen des Stahlbandes im Oyster-Stil mit dreireihigen Gliedelementen ist so einfach, dass das wirklich alle Uhrenfreunde zu Hause in Eigenregie hinbekommen: Einfach das mit dem Pfeil markierte Außenelement anheben, dieses dann hochklappen und die Glieder zur Seite wegziehen – mit ein klein wenig Übung geht das wunderbar von der Hand. Und dadurch, dass das herausziehbare Außenelement durch einen Federmechanismus relativ kräftig am Band sitzt und dieses aktiv hochgeklappt werden muss, geht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Band beim Tragen versehentlich öffnet aus meiner Sicht gegen Null – selbst dann, wenn man mal irgendwo unglücklich hängen bleiben sollte oder dergleichen.

(Bewegte) Bilder sagen mehr als Tausend Worte: Hier in meinem Video über die beiden Einstandsvarianten der Marus 2.0 sieht man die werkzeugfreie Bandkürzung sehr gut:

Abschließende Gedanken

Die schwarze Variante der Marus spielt mit Primärfarben im Sinne von Johannes Itten und klassischem Bauhaus-Denken. Die Bronze-Variante lebt von Materialästhetik und Vintage-Vibes. Die neue „Edition Küste“ dagegen wirkt nordisch-nüchtern und unaufgeregt. Keine farblichen Experimente, keine auffällige Beschichtung, sondern eine stimmige, maritime Taucheruhr mit einem satten, gefälligen Blauton – und nach wie vor mit eigenständiger Designsprache.

Ganz frei von Wermutstropfen ist auch die blaue Marus nicht: Die Aluminium-Lünette ist funktional, aber anfälliger für Kratzer als die Keramiklösung der allerersten Marus. Die Schließe bietet außerdem keine werkzeugfreie „on-the-fly“-Feinjustierung – die wäre, so toll die werkzeugfreie Kürzung des Bandes auch ist – einfach noch etwas nützlicher gewesen. Das sind keine „Dealbreaker“, sofern einem das Design gefällt – aber Punkte, die man im Hinterkopf behalten sollte.

Ich sage auch: Hätte es die blaue Version von Anfang an gegeben, wäre sie vermutlich für viele die erste Wahl gewesen, denn sie verbindet das Bauhaus-nahe Design von Sternglas mit einer thematisch mehr als passenden Farbe. Die Edition Küste ist sicherlich nicht die mutigste der drei Varianten – aber die zugänglichste.

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