• Beitrags-Kategorie:Tests
  • Beitrags-Kommentare:12 Kommentare
  • Lesedauer:12 min Lesezeit

Die Frankfurter Spezialuhrenschmiede Sinn lässt es zum 60. Jubiläum ordentlich krachen und hat bereits einige neue Modelle lanciert. Auf der virtuellen Pressekonferenz ist mir dabei eine Neuheit ganz besonders aufgefallen: Die Sinn 717, die viele originalgetreue Design-Anleihen vom NaBo 17 ZM, der Borduhr von Bundeswehrflugzeugen wie dem Tornado, hat. Mit an Bord der Sinn 717 sind außerdem Sinn-typische Eigenschaften wie Tegimentierung, Ar-Trockenhaltetechnik & Co. Schauen wir uns das Modell also mal etwas genauer an…

Eckdaten der Sinn 717:

  • Durchmesser 45 mm, Höhe 15,3 mm, Horn-zu-Horn 47 mm
  • Bandanstoß 24 mm
  • Gewicht am Lederband: 134 Gramm
  • Saphirglas, beidseitig entspiegelt
  • Chronographen-Kaliber SZ0160, Minuten-Stoppanzeige aus dem Zentrum, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, Antimagnetisch nach DIN 8309, Concepto C99001, Basis ETA 7750
  • Boden verschraubt, Krone verschraubbar
  • Schwarze Hartstoffbeschichtung auf tegimentiertem Edelstahl
  • Ar-Trockenhaltetechnik
  • Innenliegender Fliegerdrehring mit Leuchtdreieck, bedienbar am Außendurchmesser
  • Wasserdicht und druckfest bis 20 bar
  • Unterdrucksicher
  • Preis: 4650€ am Lederarmband / 4950€ am Silikonarmband, direkt auf sinn.de

Sinn 717: Über den Bordchronograph NaBo 17 ZM

Auch ein Pilot muss mal die Zeit checken, zum Beispiel, um die bisher zurückgelegte Entfernung zu schätzen (bei gleichzeitigem Blick auf die Treibstoffanzeige) oder sich mit anderen Piloten in einer Formation abzustimmen. Schon im Zweiten Weltkrieg waren mechanische Bordchronographen ein wesentlicher Bestandteil von Kampfflugzeugen wie der Messerschmitt Bf 109 oder der Focke-Wulf Fw 190. Zum Einsatz kamen dabei Chronographen vom Typ BO-UK 1, deren Spezifikationen haarklein in der FL.23885 des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) festgehalten wurden. Der Lieferant war damals der Schramberger Uhrenhersteller Junghans. Auch bei der 1955 gegründeten Bundeswehr wurden Junghans-Chronographen weiterverwendet – zunächst jedenfalls.

Spezifikation als Grundlage für die Junghans BO-UK 1

Am 20. Juli 1970 begann die Entwicklung eines neuen Jagdbombers, an dem sich Großbritannien, Deutschland und Italien beteiligten: der Panavia 200 (PA-200) Tornado. Schon drei Jahre später fand die Produktion des Tornados auf drei Linien in Warton (Großbritannien), Manching (Deutschland) und Turin (Italien) statt. Natürlich wurden auch Bordchronographen in jedem der 17,5 Mio. D-Mark teuren Tornados verbaut – durchgesetzt bei der Ausschreibung hatte sich allerdings damals nicht Junghans, sondern die im Jahre 1961 vom Piloten Helmut Sinn gegründeten und seit je her auf Fliegerchronographen spezialisierte Sinn Spezialuhren GmbH. Nur wenige Jahre nach Unternehmensgründung solch ein prestigeträchtiger Auftrag – da kann man nur sagen: Respekt!

Die damals entwickelte Sinn-Borduhr mit dem Namen NaBo 17 ZM (ZM für „Zentralminute“), die von einem Valjoux-Handaufzugkaliber angetrieben wurde, hatte nicht zufällig große optische Ähnlichkeit mit dem erwähnten Junghans-Chronographen. Charakteristischste Merkmale waren die großen Tastendrücker für Start/Stopp und Nullstellung am unteren Gehäuse sowie die gut ablesbaren, orangefarbenen Zeiger (zentrale Stoppsekunde und Stoppminute).

Den NaBo 17 ZM Bordchronographen gibt es in mehreren Varianten – zwei Ausführungen seien an dieser Stelle erwähnt: der NaBo 17 ZMT mit Tritium (3H)-Leuchtfarbe und der später entwickelte NaBo 17 ZMF mit Fluor-Beschichtung. Safety First: Bereits in den Cockpits installierte NaBo 17 ZMT wurden damals wegen der (wenn auch schwachen) Radioaktivität des Tritiums auf die ZMF-Varianten umgerüstet.

Bis heute sind Borduhren dieses Typs in Tornado-Mehrzweckkampfflugzeugen der Bundeswehr im Einsatz. Darüber hinaus wird der NaBo 17 ZM im Starfighter F-104, im Seefernaufklärer Breguet Atlantic sowie in Bundeswehr-Hubschraubern wie dem Bölkow Bo 105 eingesetzt.

Cockpit des Kampfhubschrauber PAH BO 105 P-1A1. Der Sinn-Bordchronograph (sogar mit Sinn-Schriftzug) ist gut in der Mitte zu erkennen, Bild: High Contrast, CC BY 2.0 DE, via Wikimedia Commons

Mechanische Borduhren wie der NaBo 17 ZM werden Aviatik-Freunde allerdings in Zukunft immer seltener vorfinden: Die deutsche Luftwaffe will ihre Tornados durch neue Eurofighter sowie Boeing F/A-18F und EA-18G ersetzen – und die kommen hauptsächlich mit digitalen Cockpit-Anzeigen, die in der Serienfertigung naturgemäß deutlich günstiger als mechanische Instrumente sind. Hinzu kommt, dass moderne Messinstrumente und GPS eine analoge Zeitmessung in modernen Flugzeugen weitgehend ersetzen.

Cockpit des Royal Air Force Tornado GR4, Bild: SAC Chris Hill via Flickr CC BY-NC 2.0
Oberes Instrumentenbrett des Lockheed TF-104G Starfighter, der NaBo 17 ZM ist schematisch rechts oben zu sehen (Ziffer 24)

Sinn 717: Tornado-Bordchronograph NaBo 17 ZM für’s Handgelenk

Für einen Chronographen sieht die Sinn 717 auf den ersten Blick überraschend aufgeräumt und klar strukturiert aus. Das liegt an der ziemlich überschaubaren Anzahl Totalisatoren (Hilfszifferblätter): ich zähle genau einen, wenn ich mich nicht vertan habe, nämlich die kleine Sekunde 😉 . Sinn erreicht dieses sogenannte Monocompax-Design dank des Kalibers SZ01: es handelt sich dabei um die Kaliber-Basis C99001 der 2006 gegründeten Concepto Watch Factory SA in La Chaux-de-Fonds. Die Grundlage für das Concepto C99001 ist das bewährte und robuste Schweizer Kaliber ETA Valjoux 7750. Im Hause Sinn findet außerdem ein Umbau statt, damit das Kaliber über einen springenden 60-Minuten-Stoppzeiger aus dem Zifferblattzentrum heraus verfügt.

Konkret funktioniert der Chronograph so: Löst man den Chronographendrücker (rechts oben) aus, so startet – wie man es von einem Chronographen gewohnt ist – der zentrale Sekundenzähler (schmaler, oranger Zeiger). Hat der zentrale Sekundenzähler eine Runde (also 60 Sekunden) hinter sich gebracht, so springt der größere, orange Zentralzeiger um 1 Minute nach vorne. Das soll vor allem die Übersichtlichkeit und Ablesbarkeit der Minutenzählung verbessern. Sinn greift damit eine Funktionalität des (heute nicht mehr gebauten) Schweizer Automatikkalibers Lemania 5100 auf, das beispielsweise im Orfina Porsche Design Bundeswehr-Chronographen zum Einsatz kam. Mit +6,1 Sekunden pro Tag ist das umgebaute ETA 7750 in der Sinn 717 gut einreguliert.

Zur Veranschaulichung der Funktion habe ich ein kleines Video gemacht, für das ich keine Kosten und Mühen gehabt habe 😉 :

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Der Umbau des ETA 7750 trägt wesentlich dazu bei, dass sich das Zifferblatt der Sinn 717 optisch nah am Bordchronographen NaBo 17 ZM bewegt. Schön: Auch die übergroßen Ziffern und die kontrastreichen, „fetten“ Indizes auf dem Rehaut bzw. dem innenliegenden Fliegerdrehring sind quasi identisch mit dem des Tornado-Bordchronographen. Selbiges gilt für die knallig-orangen Zeiger, deren Farbe auch von den Ziernähten des Lederbandes aufgegriffen wird.

Die Ablesbarkeit ist in der Summe tatsächlich (fast) optimal – einzig das Datum sitzt ungewöhnlich tief innerhalb des Datumsfenster, sodass die Ablesbarkeit von der Seite eingeschränkt sein kann:

Das Gehäuse der Sinn 717 kommt mit einem innenliegenden Fliegerdrehring, welcher mitsamt des Saphirglases stufenlos, bidirektional und butterweich am Außendurchmesser der Uhr bedienbar ist. Da die Skala innen läuft, hat sie eine größere Nähe zur Skala auf dem Zifferblatt und zu den Zeigern – das soll die Justierung des Drehrings und die Ablesbarkeit verbessern.

Der Drehwiderstand des Drehrings der Sinn 717 ist recht hoch, wodurch versehentliches Verstellen kaum möglich ist. Durch die hohe Bauweise der Lünette ist auch eine präzise Bedienung mit dicken Handschuhen möglich. Der Fliegerdrehring der Sinn 717 erinnert an die ebenfalls am Außendurchmesser bedienbare Rechenschieberlünette der Breitling Navitimer – nur, dass diese eben für eine vergleichsweise geringe Wasserdichtigkeit von nur 3 bar sorgt (spritzwasserschützt). Viele andere Fliegeruhren mit innenliegender Skala umgehen dieses Wasserdichtigkeits-Dilemma, indem die Steuerung über eine zusätzliche (verschraubte) Krone möglich ist – so wie bei der Laco Frankfurt GMT. Logisch: Eine Krone ist natürlich deutlich einfacher abzudichten als ein kompletter Drehring mit einem Durchmesser von 45 mm. Vor diesem Hintergrund ist die hohe Wasserdichtigkeit der Sinn 717 positiv hervorzuheben: trotz der „Außenbedienung“ ist die Fliegeruhr dank einer speziellen Dichtungskonstruktion wasserdicht und druckfest bis 20 bar und damit sogar zum Tauchen geeignet.

Die Sinn 717 ist auch sonst vollgepackt mit vielem, was das Sinn’sche Technik-Repertoir hergibt: So ist das Kaliber SZ01 antimagnetisch gemäß der DIN 8309 „Antimagnetische Eigenschaften von Kleinuhren“, die besagt, dass bei Uhren nach Magnetfeldeinfluss von 4800 A/m die Gangabweichung höchstens 30 Sekunden am Tag betragen darf. 4800 A/m wiederum entsprechen ca. 6000 Mikrotesla – in etwa so viel wie bei einer handelsüblichen Soundbar, wie ich in einem praktischen Experiment über Uhren und Magnetismus festgehalten habe.

Historisch betrachtet sind amagnetische Eigenschaften bei Fliegeruhren essentiell, da magnetische Ablenkspulen von Radarschirmen, die sich in älteren Flugzeugcockpits und Bodenstationen befinden, schnell dafür sorgen können, dass eine mechanische Uhr magnetisiert wird und daraufhin mit hoher Gangabweichung läuft.

Das Gehäuse der Sinn 717 ist ein „Quasi“-Manufakturgehäuse aus dem Hause Sächsische Uhrentechnologie GmbH Glashütte (SUG), gut erkennbar am „SUG“-Logo zwischen den Hörnern am Gehäuse. Der Gründer von SUG: Sinn-Chef Lothar Schmidt. Mit 45 mm Durchmesser, über 15 mm Gehäusehöhe und 24 mm Bandanstoß ist das Gehäuse ein ordentlicher Brocken. Das Lederband verjüngt sich nicht und wirkt daher ebenfalls sehr „mächtig“. Immerhin: Das Horn-zu-Horn-Maß ist mit 47 mm eher kleiner. Dennoch: die Sinn 717 ist definitiv sehr präsent am Handgelenk und nichts für Spargelärmchen.

In Anlehnung an den Bordchronographen NaBo 17 ZM kommt auch die Sinn 717 mit einer rundum matt-schwarzen Beschichtung. Ich muss ehrlich sagen, dass ich grundsätzlich kein allzu großer Fan von PVD-Beschichtungen bin: Knallt man mit der Uhr unsanft irgendwo gegen, kann die Beschichtung schnell mal abplatzen und der darunter liegende Edelstahl durchschimmern – was erfahrungsgemäß ziemlich übel aussehen kann und auch nicht reparabel ist (Edding ansetzen = schlechte Idee). Der Grund dafür ist der große Härteunterschied zwischen der PVD-Beschichtung an sich (Härte nach Vickers rund 2000 HV) und dem darunter liegenden Edelstahl (mit rund 200 HV ungefähr 10 mal weicher als die Beschichtung) – so entsteht eine Art „Eierschaleneffekt“.

Sinn verspricht aber, dass das bei der Sinn 717 kein Thema ist: Die Frankfurter verwenden PVD-Hartstoffbeschichtungen grundsätzlich nur in Verbindung mit einer Härtung des darunterliegenden Grundmaterials bzw. dem Edelstahl. Bei dem Härtungsverfahren mit dem Sinn’schen Eigennamen Tegimentierung handelt es sich vom Grundprinzip her um das Oberflächenhärteverfahren des Kolsterisierens, das die Härte des Edelstahls auf 1300 HV erhöht.

Während „normale“ PVD-Beschichtungen quasi auf den Edelstahl aufgearbeitet werden und der oben beschriebene Eierschaleneffekt eintreten kann, ist laut Sinn der Härteverlauf bei der Fliegeruhr 717 dank Tegimentierung fließend(er). Oder mit anderen Worten: Die Härte des tegimentierten Edelstahls stützt die Hartstoffschicht. Dadurch soll der Eierschaleneffekt verhindert werden.

Mit an Bord der Sinn 717 ist außerdem die Ar-Trockenhaltetechnik: Dank einer mit Kupfersulfat gefüllten Trockenkapsel, welche hygroskopisch wirkt (d.h. die Feuchtigkeit bindet und nicht mehr abgibt), sowie spezieller Dichtungen und einer Schutzgasfüllung wird das Uhrwerk in einer nahezu absolut trockenen Atmosphäre gelagert. Dadurch sollen Alterungsprozesse verringert (und dadurch Revisions-Intervalle verlängert) sowie Anlaufen des Deckglases bei Kälteschocks verhindert werden.

Da Kupfersulfat mit zunehmendem Wassergehalt eine Blaufärbung annimmt, dient der Farbton als Indikator des Sättigungsgrades der Trockenkapsel. Die Kapsel ist hierzu mit einem kleinen Saphirglas-Fenster ausgestattet und kann an der Gehäuseseite eingesehen werden:

Während eine Gehäusehärtung (siehe Tests: Sinn U1, Damasko, DEKLA) und amagnetischen Eigenschaften aus meiner Erfahrung heraus praktisch definitiv einen sehr großen Nutzen bringen, sorgt die Frage zur Sinnhaftigkeit der Ar-Trockenhaltetechnik unter Uhrenfreunden immer wieder für hitzige Diskussionen. Die Quintessenz: die Ar-Trockenhaltetechnik kann unter gewissen, „extremen“ Bedingungen (zum Beispiel bei Einsätzen mit starken Temperaturschwankungen) durchaus gewisse Vorteile bringen – bei Otto-Normal-Bürotätern, die nicht über Desk Diving hinauskommen, dürfte sich der praktische Nutzen allerdings stark in Grenzen halten.

Fazit zur Sinn 717

Als Sinn bei der digitalen Neuheitenpräsentation am Ende noch den neuen Chronographen 717 aus den Hut zauberte war ich ziemlich schnell „angefixt“, vor allem wegen der liebevollen Umsetzung der Details des NaBo 17 ZM Cockpit-Chronographen. Das Modell spricht die klare Sinn-Designsprache und fällt alles in allem ziemlich genau in mein persönliches „Beuteschema“. Am Ende des Tages wurde mein guter (digitaler) erster Eindruck auch praktisch bestätigt (z.B. perfekt abgestimmter Drehring, hohe Wasserdichtigkeit, gelungene und kontrastreiche Optik, tolle Gehäuseverarbeitung…).

Mit Blick auf den Preis musste ich aber ziemlich schlucken – 4650€ rufen die Frankfurter in der Variante mit Lederband auf. Für die Kautschukband-Variante sind es (ehrlich gesagt schwer nachvollziehbare) 300€ Aufpreis. Preistreibend sind dabei sicherlich Eigenschaften wie die Ar-Trockenhaltetechnologie – ob man diese nun braucht oder nicht, sei mal dahingestellt. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, hätte ich anstelle der Ar-Technologie insbesondere gerne eine (meiner Meinung nach äußerst nützliche) amagnetische Unruhspiralfeder aus Silizium in der Sinn 717 gesehen (das hätte auch allemal gut zum Fliegerei-Thema gepasst).

Abschließend kann ich nur wiederholen, was ich auch beim Test der Sinn U1 geschrieben habe: aus dem Blickwinkel eines Otto Normal-Schreibtischtäters und Drehstuhlakrobaten (wie ich einer bin) darf man einige Eigenschaften der Sinn 717 durchaus als „overengineered“ ansehen. Mitzahlen muss man diese aber in jedem Fall, da Sinn kein Customizing anbietet. Sinn-Fans werden dagegen argumentieren, dass doch grade solche Technik-Features ein wichtiger Bestandteil des heutigen Sinn-Markenkerns sind (waschechte Einsatzuhren) – und auch da kann man schwerlich widersprechen…

Alternativen

Wer eine Cockpit-Optik für’s Handgelenk sucht, der darf sich Bell & Ross etwas genauer anschauen: Das Modell Bell & Ross BR 03-92 kommt mit charakteristisch-eckigem Gehäuse aus schwarzer Keramik in der Größe 42 x 42 mm, Saphirglas und Sellita Elaboré-Kaliber. Der Preis inklusive gängiger Rabatte liegt bei rund 3000€.

Für den kleineren Geldbeutel empfiehlt sich ein Blick auf die Spirit of St. Louis vom Pforzheimer Uhrenhersteller Laco 1925. An Bord der Made in Germany-Fliegeruhr in Cockpit-Optik sind Saphirglas, ein schwarz beschichtetes Gehäuse, 5 bar Wasserdichtigkeit und die charakteristische kleine Sekunde auf „12 Uhr“. Allerdings muss man sagen, dass das verbaute Automatikkaliber Miyota 8218 das Preis-Leistungs-Verhältnis schmälert. Kostenpunkt: 540€.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, freue ich mich über ein Like bei FacebookInstagramYouTubePinterest oder Twitter. Ooooooder

Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb kurzer Zeit, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Marc

    Hallo Mario,

    danke für den schönen Bericht. Ich bin erst vor ein paar Tagen über die 717 gestolpert und ziemlich begeistert.
    Was ich zu Deinen (sehe gelungenen) Bildern anmerken möchte: ich hätte mich gefreut, wenn zumindest mal eines dabeigewesen wäre, das das Zifferblatt in Nullstellung zeigt.

    Hübsch verteilte Zeiger sehen zwar immer gefällig aus, aber in 99% der Fälle schaut man ja auf „Normalnull“, sozusagen.

    1. Mario

      Danke für deinen Input, Marc.

  2. Sven T

    Hallo Mario ! Ich habe mir diese 717 zugelegt und aber auch erst sehr zögerlich ,da der Preis schon abschrecken kann ! Aber so im Nachhinein keine Reue tolle Uhr ! Eins nur was du vielleicht nochmal prüfen solltest , dass bei meiner schriftlichen Anfrage um das Basis Werk des SZ01 von Sinn mir schriftlich geantwortet wurde das bei der 717 das SZ01 auf dem Concepto-Werkes C99001 basiert weil ich auch anfänglich dachte es wäre das ETA 7750. LG Sven

    1. Mario

      Danke für den Hinweis Sven. Es handelt sich offenbar tatsächlich um einen 7750-Nachbau, d.h. das Concepto ist fast baugleich.

  3. Frank T aus MZ

    In der Tat hast Du Dir die interessanteste Neuerscheinung von SINN herausgepickt, Mario! Ganz neu ist das NaBo-Design freilich nicht (Modellreihen 657/757/857), aber die 717 ist eine Bereicherung. Der Preistreiber ist bei der 717 nicht das imo zweifelhafte Trockenkapselgedöns (jede Bohrung im Gehäuse muss abgedichtet werden = zusätzliche Fehlerquelle!), sondern der ETA 7750-Umbau auf die zentrale Stoppminute (SZ01). Der happige Aufpreis des Silikonbandes resultiert aus dessen relativ aufwendigen Faltschließe. Dennoch halte ich den Preis ebenfalls für überzogen, SINN strebt seit dem Umzug nach Sossenheim offenkundig nach neuen Käuferschichten. Mit Helmut Sinns „bester Uhr zum besten Preis“ hat das nichts mehr zu tun. Da muss man heute zu GUINAND pilgern. Kritisch sehe ich die Verstellung des Fliegerdrehrings samt Deckglas von außen. Das hat bis dato kein Hersteller dauerhaft dicht bekommen. Wer da öfter dran dreht, sollte die Wartungsintervalle zwecks Dichtungstausch penibel einhalten. Die Wartung liegt bei SINN für das SZ01 mW mittlerweile über EUR 500. Hörner sehen etwas stummelig aus, sind wohl den Kunden mit kleinen Armumfängen geschuldet. Danke für diesen Review!

    1. Mario

      Danke dir auch Frank 🙂

  4. Herbert+G.

    Hallo Mario, wie immer ein sehr guter Bericht. Obwohl ich durchaus ein Freund der Marke Sinn bin, stößt mich deren zeitweilige Begeisterung für Militaria ab. Das ist irgendwie letztes Jahrhundert, der Tornado ist ein Flugzeug mit H-Kennzeichen. Passt also. Und wie schon die Vorredner angemerkt haben, die Preisgestaltung bei Sinn ist mittlerweile ambitioniert. Egal, es hat Spaß gemacht deinen Test zu lesen. Viele Grüße aus Sinthern, Herbert

    1. Mario

      Danke dir auch Herbert!

  5. Walter

    Toller Artikel Mario!
    Die Gehäusehärtung in Verbindung mit der PVD-Beschichtung ist bei Sinn sehr gut, wie ich aus Erfahrung mit einer EZM 7 S festgestellt habe. Da platzt auch nach jahrelangem Gebrauch nichts ab! Die 717 ist zwar eine super Uhr, aber mir gefällt die Preisgestaltung absolut nicht. Das Preisgefüge von Sinn ist m.E. mittlerweile mindestens etwa 20% zu hoch.

    1. Mario

      Danke für deine Erfahrungen mit der PVD-Beschichtung. 🙂

  6. Daniel H.

    Puh da hast du dich aber mal wieder hingesetzt! Hut ab! Und dann auch noch mit einem Thema, das voll ins schwarze bei mir trifft 😉 Finde die Uhr 90% gelungen. Das eigenständige Design ist echt toll und Story dahinter weckt schon mein Interesse. Auf den Sinn Bildern sind zum Teil Instrumente zu Sehen. Da sind die Zeiger dunkel rot.. das sind für mich 5% Abzug. Das hätte meiner Meinung besser gepasst. 5% gehen auch für den Preis drauf…Irgendwie fühlt sich Sinn an der 5K Schwelle ganz schön wohl in letzter Zeit. Dafür dürfen Sie aber langsam auch mal ans Werk ran !!

    1. Mario

      Danke für deine Gedanken, Daniel!

Schreibe einen Kommentar