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Quo vadis? Genau diese Frage stellt sich Jostal zum Start – und beantwortet sie gleich selbst: Mit Feldberg und Bannwald schickt die neue Schwarzwälder Microbrand von Christian Stotz ein Einstandsmodell mit (zunächst) zwei Varianten ins Rennen, ausgestattet mit Kompassring, True GMT-Kaliber und einer gehörigen Portion Schwarzwald-DNA. Ob das der richtige Weg ist? Schauen wir’s uns an.

Eckdaten Jostal Bannwald/Feldberg:

  • Made in Schwarzwald
  • Gehäuse: Edelstahl, sandgestrahlt 
  • Geprägter Boden mit dem Landkartenrelief des Südschwarzwalds
  • Japanisches Automatikwerk Citizen Myiota 9075 mit 42 Stunden Gangreserve
  • Durchmesser: 40 mm
  • Höhe: 12,6 mm (inkl. des gewölbten Saphirglases)
  • Horn-zu-Horn 49,5
  • Bandanstösse: 22 mm, mit Schnellverschluss für einfachen Bandwechsel
  • Gewicht: 95 Gramm (am Leder)
  • Wasserdicht bis 5 bar
  • Lederarmband mit gravierter Schließe und verschraubten Anstößen
  • Glas: Gewölbtes, kratzfestes und entspiegeltes Saphirglas
  • Funktionen: Stunde, Minute, Sekunde, 24-Stunden-Anzeige und Sonnenkompass
  • Zifferblatt mit Sandpapierstruktur
  • Zwei Jahre Garantie
  • Kompassring
  • Preis: 750€, direkt über Jostal

Jostal Uhren: Christian Stotz im Interview

CHRONONAUTIX: Stell dich bitte kurz vor!

Mein Name ist Christian Stotz. Ich bin 59 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. 

Meine Kindheit habe ich über dem Uhrengeschäft meines Großvaters verbracht und dort viele Stunden in der Werkstatt bei den Uhrmachern zugebracht.

Ich habe Literaturwissenschaft, BWL und Wirtschaftspolitik studiert, und danach ein Traineeship bei einer Bank begonnen. Parallel dazu habe ich in Literaturwissenschaft promoviert. 

Bei der Bank war ich etwas über 30 Jahre und bin Ende 2024 ausgeschieden. Zuletzt hatte das Mittelstandsgeschäft für den Großraum Stuttgart geleitet. Statt  nun aber die Hände in den Schoß zu legen, habe ich mich entschlossen, mir einen Jugendtraum zu erfüllen und eine eigene Uhrenmarke ins Leben zu rufen.

CHRONONAUTIX: Angenommen du hättest eine Zeitmaschine – in welches Jahr würdest du reisen und warum?

Eigentlich finde ich es im Moment ganz angenehm hier. Die beste Zeit ist jetzt.

CHRONONAUTIX: Welchen Tag bzw. welche Uhrzeit wirst du nie vergessen?

Sicherlich wie jeder, der Kinder hat, die Geburten meiner Kinder. Aber auch natürlich meine Hochzeit, der erste Kuss meiner Frau. 

CHRONONAUTIX: Wann bzw. bei welcher Gelegenheit hat es dich ganz konkret gepackt, mit Jostal eigene Uhren auf den Markt zu bringen?

Schon als Jugendlicher hatte ich den Wunsch, eine eigene Uhr für mich bauen zu lassen und jahrelang Auktionskataloge nach einem schönen Uhrwerk durchsucht. Durch meine berufsbedingte Beschäftigung mit dem Startup-Ökosystem in Baden-Württemberg sowie das Aufkommen von Microbrands kam dann immer mehr die Idee auf, eine eigene Company ins Leben zu rufen. 

CHRONONAUTIX: Was sind die größten Herausforderungen beim Start deiner Marke Jostal?

Ich komme aus einem großen Konzern. Fluch und Segen eines Konzerns ist, dass alles bis ins Detail geregelt ist.  Solch eine Struktur gibt Sicherheit; man weiß immer, wen man zu welchem Thema fragen kann. Das fehlt nun vollkommen. Da ich auch Sologründer bin, besteht manchmal die Gefahr, dass ich mich zu sehr im Detail verliere. Da ist es für mich sehr hilfreich, immer wieder mit meinen beiden erwachsenen Kindern und meiner Frau über meine Ideen zu sprechen um mich des richtigen Weges zu versichern.

CHRONONAUTIX: Du kommst eigentlich aus dem Banking. Inwiefern hat dieser Hintergrund geholfen – und wo stand er dir vielleicht eher im Weg?

Das zu beurteilen ist vielleicht noch ein wenig früh. Geholfen hat sicherlich, dass ich in den letzten Jahren hunderte Businesspläne gelesen, viele Startups gesehen und Unternehmen in allen Größen begleitet habe. Gleichzeitig habe ich natürlich auch sehr viele Unternehmen scheitern sehen; das macht mitunter vielleicht ein bisschen zu vorsichtig.

CHRONONAUTIX: Im Preisbereich von Jostal tummeln sich eine Menge gestandener Uhrenhersteller bzw. -marken. Nischen-Player und Underdogs werden zwar häufig als charmant und sympathisch wahrgenommen, sind aber nicht automatisch wettbewerbsfähig bzw. den gestandenen Uhrenherstellern gewachsen. Was willst du mit Jostal anders machen, um in diesem Haifischbecken nachhaltig bestehen zu können?

Ich denke, durch den konsequenten Fokus auf den Schwarzwald hebt sich Jostal aus dem Feld der vielen Wettbewerber ab. Dieser Linie will ich weiterhin konsequent treu bleiben. Das bedeutet auch, dass Jostal wahrscheinlich längerfristig eine Nischenmarke bleiben wird.  

CHRONONAUTIX: Der Sonnenkompass funktioniert nur, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Glaubst du, dass Nutzer heute noch/wieder bereit sind, analoge Dinge wirklich zu verstehen? Was antwortest du jemandem, der sagt: „Mein Smartphone kann das doch eh viel genauer“?

Ich glaube, der Sonnenkompass ist natürlich hilfreich, wenn man ihn braucht, und dann funktioniert er auch. Für mich liegt aber seine eigentliche Bedeutung auf einer Metaebene. Als Symbol für Menschen, die nicht mit dem Strom schwimmen, die nach ihrem eigenen Weg suchen, ihren eigenen (Werte-)Kompass haben. Und es schließt sich wieder der Kreis zum Schwarzwald, als Region für unzählige Outdooraktivitäten zu allen Jahreszeiten: Wandern, Langlauf, Mountain- und Gravelbiken, Klettern, Gleitschirm- und Drachenfliegen etc.

Was die Frage nach dem Smartphone anlangt: Nun, am Ende gilt das für jede mechanische Uhr. Allerdings nur, solange du Akku und Netz hast. Und ich nehme wahr, dass es in einem zusehends digitalisierten Alltag wieder die Sehnsucht gibt nach analogen Alltagsbegleitern: dem Füller, dem analogen Fotoapparat, der Vinylschallplatte… 

CHRONONAUTIX: Wo siehst du Jostal in 5 Jahren?

Für die kommenden Jahre sehe ich folgendes vor mir: Zunächst erwarte ich eine positive Marktresonanz auf die erste Kollektion und einen konstanten Revenueflow. Dann werde ich die Produktpalette Schritt für Schritt ausweiten: Erste Skizzen und Ideen für eine Taucheruhr und ein Damenmodell habe ich schon. 

Außerdem würde ich gerne eine Dresswatch, die mein Großvater in den 60er Jahren produziert hatte, wieder auflegen.

Jostal Uhren: Bannwald und Feldberg im Test

Freiburg in den 70er Jahren, ein kleines Fachgeschäft, ein Junge in der anno 1900 vom Urgroßvater gegründeten Werkstatt, der Wecker zerlegt und sich mit dem Uhrenvirus infiziert – dann ein Berufsleben für über drei Jahrzehnte im Banking. Ein lange Umweg, könnte man sagen, bis die Corona-Jahre den Blick wieder auf das lenken, was direkt vor der Haustür liegt: Der Schwarzwald, die Uhrmacherei.

Denn was gerne vergessen wird: Historisch betrachtet ist der Schwarzwald das zweitwichtigste Uhrencluster Deutschlands. Insbesondere Schwenningen im Schwarzwald-Baar-Kreis galt einst als die größte Uhrenstadt der Welt. Noch bevor sich Schwenningen überhaupt Stadt nennen durfte (1907), betrieben die Bürger Handel mit Uhren und fertigten später in kleinen Fabriken Metalluhren. In Schwenningen wurde außerdem 1900 die heute immer noch existierende Staatliche Feintechnikschule als „königlich württembergische Fachschule für Feinmechanik, Elektromechanik und Uhrmacherei“ gegründet. Bis zum Ersten Weltkrieg waren über 1000 Arbeiter in der Schwenninger Uhrenfertigung beschäftigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sogar Gastarbeiter angeworben, um der riesigen Nachfrage gerecht zu werden – in der Hochblüte der Schwenninger Uhrenindustrie, in den Jahren 1954 bis 1963, gab es insgesamt 224 Firmen, die mit Uhren, deren Bestandteilen oder dem Verkauf zu tun hatten. Insbesondere auch Schwarzwälder Großuhren (Standuhren etc.) waren seit dem 18. Jahrhundert echte Kassenschlager – im Inland und auch im Ausland.

Zurück zu Jostal: Die Hintergrundgeschichte wirkt nicht aufgesetzt, sondern nachvollziehbar und wird von Gründer Christian Stotz auf der Jostal-Website angenehm unaufdringlich erzählt. Der Markenname rührt dabei übrigens vom Jostal her, gelegen zwischen Titisee und Neustadt, das umgeben von Wiesen, Wäldern und Bauernhöfen ist – überregional bekannt, finden hier alle drei Jahre auch die Jostäler-Freilichtspiele statt. 

Konsequenterweise werden die Jostal-Uhren vollständig im Schwarzwald entwickelt und montiert. Das Nachhaltigkeitsthema wird ebenfalls ruhig angegangen: Wenig Plastik bei der Verpackung, recycelte Materialien, Lederetuis aus der Ukraine und eine Spende an den Naturpark Südschwarzwald – ein Cent pro Höhenmeter des 1493 Meter hohen Feldbergs, nach Adam Riese also 14,93€. Das sind keine Beträge, die die Welt retten, aber sie zeigen konsequenterweise Haltung.

Tatsächlich war das Unboxing der beiden Jostal-Uhren eine wahre Freude. Normalerweise streife ich dies bei meinen Artikeln nur am Rande, aber hier muss man einfach betonen, dass sich Christian Stotz richtig viele Gedanken gemacht hat – mehr dazu in den nächsten Tagen in meinem YouTube-Video.

Die beiden Jostal-Einstandsmodelle Feldberg und Bannwald sind technisch identisch und unterscheiden sich nur in ihrer Farbgebung. Das Modell Feldberg ist benannt nach dem höchsten Berg des Schwarzwalds. Das Dunkelgrün der Wälder spiegelt sich hier in den blaugrünen Indexen und den lackierten Zeigerspitzen wider – und natürlich im grünen Kompassring (dazu gleich mehr).

Bei der Jostal Bannwald stechen vor allem die kontrastreichen, orangen Akzente in Form der Stundenindexe, Zeigerlackierung und auf dem Kompassring ins Auge. Der Bannwald ist der „Urwald“ des Schwarzwaldes: Hier legt niemand mehr Hand an, die Natur wird wieder völlig sich selbst überlassen. Mit einer Ausnahme: Das Einzige, was im Bannwald nicht sich selbst überlassen wird, sind die Wege, auf denen man ihn durchstreifen kann und die entsprechend gesichert werden.

Schon beim ersten Anfassen fühlten sich die Uhren angenehm „geerdet“ an: Das vollständig fein sandgestrahlte und dadurch sehr „toolig“ wirkende Edelstahlgehäuse verzichtet bewusst auf jede Form von Glanz und Glamour. Keine polierten Fasen, kein Bling-Bling – nichts, was schreit „Schaut mich an“. Stattdessen wirkt alles fast „naturbelassen“, so als hätte man den Stahl einfach so gelassen, wie er eben ist. Das passt richtig gut zur Marke und erinnert ein wenig an Wanderschuhe, die nicht geschniegelt sein müssen, sondern funktionieren sollen.

Mit einem Durchmesser von 40 mm (Horn-zu-Horn) und einer angenehmen Höhe von 12,6 mm (inkl. des gewölbten Saphirglases) ist das Gehäuse wohlproportioniert. An meinem Handgelenk mit einem Umfang von rund 18 cm passt die Uhr ganz perfekt. Auf den Tragekomfort zahlen auch die die beiden versenkten Kronen ein, die schön bündig mit dem Kronenschutz abschließen.

Das solide, dicke, gleichzeitig aber schön flexibles Lederband mit gravierter Schließe passt optisch gut zur Uhr, wobei ich mir die Jostal auch sehr gut an einem Textil- oder Kautschukband vorstellen kann. Gut: Das Band lässt sich über Schnellwechselfederstege im Handumdrehen wechseln.

Ein echtes Highlight ist der Gehäuseboden. Selten habe ich einen so detaillierten, geprägten und gravierten Boden gesehen. Diese zeigt dabei den Südschwarzwald wie eine Art sogenannte Reliefkarte – also fast wie eine kleine Orientierungstafel aus Metall, die man manchmal beim Wandern am Wegesrand findet. Man ertappt sich dabei, die Uhr öfter mal abzunehmen, nur um die Details zu betrachten. Das ist natürlich nichts, was man im Alltag ständig sieht, aber zeigt große Liebe zum Detail.

Wir blicken Richtung Zifferblatt: Hier sticht natürlich sofort der sehr breite, innenliegende Kompassring ins Auge, der einer recht starken Wölbung Richtung Zentrum folgt. Der Kompassring ist optisch präsent und fordert recht viel Platz ein, sodass das Zentrum relativ klein ist. Die Oberfläche im Zentrum ist matt und sandpapierartig-rau strukturiert. Statt Licht zu reflektieren, nimmt das Zifferblatt es regelrecht in sich auf und bleibt dabei angenehm ruhig. Darüber liegt ein gewölbtes, entspiegeltes, kratzfestes Saphirglas, das die Gehäuseform dezent fortführt.

Erst beim zweiten Hinsehen offenbart sich ein kleines Easter Egg: Wo sonst ein Sekundenzeiger seine Kreise zieht, rotiert bei Jostal eine kleine Kompassnadel. Ein Detail, das man leicht übersehen kann, das aber perfekt ins Gesamtbild passt – man könnte sagen: Statt Sekunden zu zählen, sucht die Uhr lieber die Richtung.

Ebenso gelungen ist die plastisch-metallische Umsetzung der Modellnamen bei „6 Uhr“ sowie des Jostal Bild- und Schriftlogos. Keine aufgedruckten Flächen, sondern echte Tiefe, die dem Zifferblatt Struktur gibt und dem Design eine zusätzliche Wertigkeit verleiht.

Im Inneren arbeitet ein Citizen Miyota 9075 – und hier lohnt es sich, kurz genauer hinzuschauen. Die Basis aus der bewährten 9000er-Serie von Miyota ist bekannt für Robustheit und Zuverlässigkeit. Die Eckdaten im Schnelldurchlauf: 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, 24 Lagersteine, Sekundenstopp und Handaufzug inklusive, -10 bis +30 Sek/Tag Ganggenauigkeit – in der Praxis laufen die meisten aber meiner Erfahrung nach besser, als die nackten Zahlen vermuten lassen. Und so ist das auch bei den mir vorliegenden Jostal-Uhren, die bei rund +11 Sekunden pro Tag laufen.

Das Miyota 9075 ist ein sogenanntes True oder Traveller GMT-Kaliber, bei dem sich der Stundenzeiger (nicht der GMT-Zeiger) in Ein-Stunden-Schritten springend vor und zurück stellen lässt, und zwar richtig schön satt und knackig. Wie der Name schon andeutet, ist ein solches „Traveller“ GMT-Kaliber vor allem für Vielreisende wertvoll. Für den Anwendungszweck der Jostal-Uhren, Orientierung mit Hilfe des Kompassrings, ist der springenden Stundenzeiger kein wirklicher Vorteil – aber auch kein Nachteil. Das wird gleich mit Blick auf die kleine Anleitung klarer.

Spannend wird es nämlich beim Thema Orientierung: Die Jostal-Einstandsmodelle bringen einen Kompassring mit, der über eine zusätzliche, mit einer gravierten Sonne ausgestatteten Krone bei „vier Uhr“ angesteuert werden kann. Der GMT-Zeiger, hier bei der Jostal im Sinne von Form Follows Function gelb wie die Sonne, dient als Ausgangspunkt.

Die Grundidee ist fast schon archaisch – und genau das macht den Reiz aus: Die Sonne steht um 12 Uhr Ortszeit im Süden. Der Clou: Ein 24-Stunden-Zeiger wie bei den Jostal-Uhren bildet den Sonnenlauf quasi direkt ab, das heißt man muss nicht „rechnen“ (Winkelhalbierung zur „12 Uhr“ wie beispielsweise bei der traser P68 Pathfinder Solar).

Kurzum:

1.) Die Uhr muss auf die richtige lokale Uhrzeit eingestellt sein – logisch! Das gilt auch für den GMT-Zeiger, bei dem natürlich die 24-Stunden-Einteilung beachtet werden muss. So vermeidet man, dass man die Uhrzeit zur Nutzung der Kompass-Funktion verstellen bzw. später neu einstellen muss. Mit anderen Worten sollte die Uhrzeit „im Gleichklang“, sowohl beim GMT-Zeiger als auch mit dem normalen Stundenzeiger, korrekt auf die lokale Uhrzeit eingestellt sein.

2.) Man legt die Uhr flach hin, zum Beispiel auf die Handfläche, und dreht sie dann so, dass der GMT-Zeiger mit der gelben Dreiecksspitze auf die Sonne gerichtet ist – ohne dabei natürlich die Uhrzeit zu verstellen.

3.) Nun zeigt der Sonnenkompass bei der 12-Uhr-Position Norden, bei der 6-Uhr-Position Süden usw. – das war’s auch schon.

Hier eine kleine Grafik, die das Prinzip am Beispiel von 13.30 Uhr im Dezember in Deutschland verdeutlicht – der gelbe Dreieckszeiger zeigt auf die Sonne, sodass wir sofort wissen wo Süden ist:

Merke: Der „normale“ Minutenzeiger spielt gar keine direkte Rolle bei der Wegfindung. Die Drehbarkeit des Kompassrings wird außerdem nur benötigt, wenn man sich auf der Südhalbkugel befindet und dann Norden und Süden tauschen muss. Man beachte ferner: Diese Anleitung gilt in unseren Breitengraden für die Winterzeit. In der Sommerzeit muss man gedanklich eine Stunde vorspringen.

Ich habe das Ergebnis mit einem echten Kompass verglichen, der auf Basis einer beweglichen Nadel und dem Magnet Erde funktioniert: Die Präzision einer Kompassnadel wird mit dieser Methode schon ziemlich gut erreicht – der Kompassring der Jostal eignet sich daher wunderbar zur ungefähren Orientierung, falls digitale Hilfsmittel wie GPS und Mobilfunk grade Pause machen. Und allein das Gefühl, sich wieder ein bisschen auf die eigene Wahrnehmung zu verlassen, hat etwas sehr Entschleunigendes.

Abschließende Gedanken

Mit Jostal gibt es seit Anfang 2026 eine weitere Option in der deutschen Microbrand-Landschaft. Und die macht definitiv Lust auf mehr. Die Einstandsmodelle Feldberg und Bannwald fühlen sich an wie ein stiller Begleiter – einer, der nicht ständig Aufmerksamkeit fordert, aber da ist, wenn man ihn braucht. Wer Lust auf eine fair bepreiste (750€), eigenständig gestaltete, richtig gut verarbeitete Toolwatch mit ehrlichem Hintergrund, Lokalkolorit, liebevollen Details (Kompassnadel als Sekundenzeiger, Boden-Relief) und einer Portion analoger Romantik hat, sollte sich Jostal definitiv genauer anschauen.

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Anonym
2 Tage zurück

wieder ein ausgezeichneter Beitrag, optisch wie inhaltlich. Sehr sympatische Beschreibung, da hauptsächlich positive Atribute Erwähnung finden.
Zur Uhr selbst:
+ gefälliges Design+ Gute Wahl beim Uhrwerk +charaktervoll mit wenig Mainstream.
– Für eine Tooluhr sind 5 bar Wasserdichtigkeit zu wenig – 50mm Horn zu Horn sind unkomfortabel bei 40mm Uhrengehäuse – kein entsprechendes Edelstahlarmband – Typbezeichnung bezieht sich lediglich auf das Zifferblatt – leider keine besonderen Features ( Gehäusehärtung, Dichtigkeit, Datumsanzeige ) – Preis hinsichtlich eines nicht etablierten Microbrands.
Für mich uninterresante Neumarke. Man muss schon sehr mit dem Schwarzwald verbunden sein, um dies als Kaufmotivation zu verstehen.