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Manchmal reichen drei Millimeter, um noch mal genauer hinzuschauen. Als ich die Laco Frankfurt GMT Ende 2019 getestet habe, war ich ziemlich schnell ziemlich begeistert (Mann Mann, vergeht die Zeit!). Nicht etwa, weil Laco das „GMT-Rad“ komplett neu erfunden hätte. Sondern weil die Pforzheimer damals etwas geschafft haben, woran sich damals wie heute viele Hersteller die Zähne ausbeißen: eine eigenständige, moderne GMT-Uhr zu bauen. Während damals links und rechts gefühlt jeder zweite Hersteller eine weitere Pepsi-Interpretation aus dem Ärmel schüttelte, ging Laco seinen ganz eigenen Weg: Toolig-eigenständige Fliegeruhr statt Rolex GMT Master-Hommage, innenliegende Lünette statt auffälligem Keramik-Bling-Bling-Ring und das gepaart mit jeder Menge liebevoller Details.

Einen Punkt gab es damals allerdings trotzdem: 43 Millimeter Gehäusedurchmesser sind eben 43 Millimeter Gehäusedurchmesser. Zwar habe ich schon damals angemerkt, dass sich die Uhr kleiner trägt, als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Trotzdem war die Frankfurt GMT nie eine Uhr, die man bedenkenlos jedem Handgelenk empfehlen konnte. Gerade Uhrenfreunde mit schmaleren Handgelenken mussten hier im Zweifel passen. Und genau hier setzt die neue, 2026 lancierte Laco Frankfurt 40 GMT an. Schauen wir doch mal genauer hin!

Eckdaten Laco Frankfurt 40 GMT

  • Schweizer Automatikkaliber Sellita 330-2 (Laco 330) mit 56 Stunden Gangreserve
  • Zifferblatt Grau oder Schwarz
  • Dunkel sandgestrahltes Edelstahlgehäuse mit Magnetfeldschutz
  • doppelt gewölbtes Saphirglas mit beidseitiger Antireflexbeschichtung,
  • verschraubter Gehäuseboden aus dunkel sandgestrahltem Edelstahl mit Flugzeugrelief, innenliegender Drehring
  • verschraubte Kronen
  • Ziffern und Indizes mit Super-LumiNova C3 Leuchtbeschichtung, weiße Minutenskala
  • Zeiger: Stunden- und Minutenzeiger mit thermisch blauer Leuchtbeschichtung, Sekundenzeiger mit Leuchtbeschichtung und Flugzeugmotiv, Zeiger für die zweite Zeitzone mit orangefarbener Super-LumiNova-Leuchtmasse beschichtet
  • Schwarzes, wasserabweisendes Fibertech-Armband, Edelstahlschließe, Bandanstoßbreite 20 mm, inklusive zweitem Armband aus grau/orangem Nylon
  • Aluminiumbox inklusive Werkzeug zum Austauschen des Armbands und des Schlüsselanhängers
  • Durchmesser: 40,0 mm
  • Höhe:11,9 mm
  • Bandanstoß: 20,0 mm
  • Horn-zu-Horn: 47,0 mm
  • Wasserdicht: bis zu 20 bar
  • Gewicht: 82 g
  • Listenpreis: 1850€, direkt über Laco.de oder verschiedene Fachhändler

Laco Frankfurt 40 GMT im Test

Ich frage mich ehrlich gesagt ja schon, warum Laco eine halbe Ewigkeit mit der kleinen Variante gewartet hat, quasi bis zum „verflixten siebten Jahr“. Tatsächlich wurde die Laco Frankfurt GMT in der auf 40 mm verkleinerten Schlankheitskur-Variante nun auch für mich persönlich wieder spannend, sodass mir ziemlich schnell klar war: Die muss ich haben. Denn: durch meine Gewichtsabnahme von über 25 Kilogramm, hat sich auch mein Handgelenkumfang merkbar verschlankt, sodass ich immer öfter gerne mal Uhren um die 40 oder 41 mm herum trage. Ehrlich gesagt habe ich gar nicht damit gerechnet, dass auch mein Handgelenk derart mitschrumpft, in jedem Fall aber kommen nun auch Uhren für mich in Frage, bei denen ich früher sagen musste: leider zu klein!

Da ich euch auch gar nicht groß auf die Folter spannen will – hier sieht man den Größenunterschied auf einen Blick (bewegte Bilder gibt’s auch in meinem YouTube-Video, das ich bis Ende August für euch vorbereite).

Wie man sofort erkennen kann, machen drei Millimeter ziemlich viel aus. Naheliegenderweise ist auch das Horn-zu-Horn-Maß (47 mm vs. 50 mm) mitgeschrumpft. Die Höhe ist deutlich weniger reduziert, von 12,5 mm auf 11,9 mm, was sicherlich den technischen Limitationen geschuldet ist mit Blick auf die Höhe des Kalibers und die erzielte Wasserdichtigkeit.

Hier sieht man auch nochmal den direkten Vergleich der Größe an meinem Handgelenk mit unter 18 cm Umfang:

Laco Frankfurt 40 GMT Test Review 2026 2 1000100

Ich finde, dass die 40 mm Durchmesser der Laco Frankfurt GMT richtig richtig gut stehen: Sie wirkt sogar noch etwas ausgewogener und auch die Proportionen sind absolut stimmig. Gleichzeitig hat sie nichts von ihrem Charakter verloren, sie wirkt aber eben noch einen Tick harmonischer. Das ist einer dieser Fälle, in denen drei Millimeter auf dem Papier ziemlich unspektakulär aussehen, am Arm aber erstaunlich viel verändern.

Die Frankfurt bleibt in jedem Fall unverkennbar eine Frankfurt – mit all ihren charakteristischen Designmerkmalen, die ihr anno 2020 auch den Red Dot Award beschert haben. Insbesondere das geniale Edelstahlgehäuse gehört für mich nach wie vor zu den größten Stärken der Uhr: Tatsächlich denken viele beim ersten Anblick an Titan, weil die Oberfläche diesen typisch grauen, wunderbar technischen Look besitzt. Es handelt sich aber um Edelstahl, dessen Oberfläche dunkel gestrahlt wurde. Das wirkt herrlich funktional und modern und passt perfekt zum hundertprozentigen Werkzeugcharakter der Uhr. Hochglanz sucht man hier vergeblich – und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Kleinere Kratzer fallen auf dieser Oberfläche übrigens meiner Erfahrung nach auch deutlich weniger auf. Wer seine Uhren tatsächlich trägt und nicht nur zum Anschauen irgendwo parkt, weiß solche Details irgendwann zu schätzen. Weiterhin an Bord ist, damals wie heute, auch die tiefe, aufwändig und hochwertig wirkende Relief-Gravur eines Flugzeuges, das um den Globus düst – klasse!

Auch das Zifferblatt, hier gezeigt in der Farbvariante Grau) bleibt unverändert und erfreulich schnörkellos. Große arabische Ziffern, klassisches Fliegerdreieck mit zwei Punkten in zentraler Position, dicke und klare Indizes sowie hervorragend ablesbare Zeiger – all das erinnert an klassische Cockpit-Instrumente und mehr braucht eine Fliegeruhr eigentlich auch nicht. Die thermisch gebläuten Stunden- und Minutenzeiger sorgen bei direkterem Lichteinfall für ein schönes Farbspiel, ohne dabei (zu) verspielt zu wirken. Dazu kommen die bekannten orangenen Akzente (GMT-Zeiger-Spitze und zentrale Dreiecksmarkierung auf dem innenliegenden Drehring) sowie das kleine Flugzeug als Gegengewicht des Sekundenzeigers. Das sind genau diese kleinen Details, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick entdeckt, die der Uhr aber ihren ganz eigenen Charakter verleihen.

Summa summarum hat Laco damals wie heute etwas geschafft, das gar nicht so selbstverständlich ist: Die Frankfurt sieht unverwechselbar nach Frankfurt aus und bringt die typische Laco-Design-DNA „aufs Rollfeld“. In Zeiten, in denen sich viele GMT-Uhren optisch kaum voneinander unterscheiden, ist das ein Punkt, den man gar nicht oft genug betonen kann.

Die GMT-Funktion bleibt natürlich auch das technische Herzstück der Uhr, um neben der „normalen“ Uhrzeit gleichzeitig eine zweite Zeitzone anzeigen zu können. Wie bereits eingangs erwähnt: Während viele Hersteller als Bezugspunkt bzw. Index für den GMT-Zeiger auf eine außenliegende 24-Stunden-Lünette setzen, verfolgt Laco einen anderen Ansatz: Der orangefarbene GMT-Zeiger dreht sich lediglich einmal innerhalb von 24 Stunden und zeigt zusammen mit der innenliegenden, bidirektional drehbaren Skala eine beliebige zweite Zeitzone an.

Die Skala sitzt unter dem beidseitig entspiegelten und dadurch „glasklaren“ Saphirglas und lässt sich über die obere, ebenfalls verschraubte Krone verstellen. Das funktioniert angenehm präzise und läuft dank Kugellagerung knackig-präzise mit überaus hochwertiger Haptik. Gleichzeitig ist die Skala deutlich besser vor versehentlichem Verstellen geschützt als eine klassische äußere Lünette. Der Drehring ist übrigens aus einem simplen Grund zweifarbig (schwarz/grau): Als Anwender soll man auf einen Blick sehen können, ob in der Heimat grade Tag oder Nacht ist (das Wachklingeln der Ehefrau gibt nämlich in den seltensten Fällen Bonuspunkte). Schon 2019 gefiel mir die GMT-Umsetzung bei der Laco Frankfurt GMT ausgesprochen gut. Daran hat sich bis heute natürlich nichts geändert.

Für die GMT-Komplikation sorgt das Kaliber Laco 330, also das Sellita SW330-2  in der aktuellsten Version, d.h. mit aufgebohrten 56 Stunden Gangreserve (früher: 42 Stunden). Das SW330-2 ist ein weit verbreitetes Standardkaliber und entspricht in weiten Teilen der Basiskonstruktion des SW300-1 Dreizeigerkalibers, das wiederum eine flachere Variante des SW200-1 ist – nur eben ergänzt um ein vorderseitig montiertes Zeitzonen-Modul bzw. eine Office-GMT-Komplikation, die dafür sorgt, dass man den GMT-Zeiger separat bei gezogener unterer Krone ansteuern kann. Alles in allem eine pragmatische Kaliberwahl, bei der man bewährte Schweizer Technik bekommt, die genau das tut, was sie soll.

Mit einer Gangabweichung von 5 bis 6 Sekunden pro Tag läuft das Elaboré-Werk in meiner Frankfurt GMT in einem guten Bereich. Alles andere hätte mich auch gewundert: Nach der Montage wird jede einzelne Laco-Uhr in drei Lagen feinreguliert, d.h. ist die Gangabweichung zu groß, justiert einer der hauseigenen Uhrmacher nach. Gut für Ganggenauigkeitsfreunde: Laco bietet mittlerweile bei der Frankfurt GMT auch die höher Qualitätsstufe Top gegen Aufpreis an, die in fünf Lagen feinreguliert ist (+130€).

Ebenfalls geblieben sind einige Ausstattungsmerkmale, die man im Alltag leicht übersieht, die aber durchaus sinnvoll sind. So verfügt die Frankfurt weiterhin über einen Magnetfeldschutz. Das klingt zunächst nach einem Feature für waschechte Piloten und aus dieser Richtung kommt diese Eigenschaft u.a. auch her: Magnetfeldabschirmung war durch die historische Brille betrachtet stets ein relevantes Thema in der Geschichte der Aeronautik – so sind beispielsweise die Ablenkspulen von Radarschirmen, die sich in Flugzeugcockpits und den Bodenstationen befinden, magnetisch und können einen negativen Einfluss auf die Ganggenauigkeit einer mechanischen Uhr ohne speziellen Magnetfeldschutz haben. Auch Stromkreise, Elektromotoren in Lüftern, Pumpen, Aktuatoren und dergleichen erzeugen Magnetfelder. Unabhängig davon begegnen tatsächlich Magnetfelder jedem im Alltag – ob durch Smartphones, Tablets, Soundbars oder dergleichen. Eine magnetisierte Unruh kann den Gang einer mechanischen Uhr deutlich verändern. Zusätzlicher Schutz ist deshalb alles andere als überflüssig.

Mehr: Experiment: Uhr entmagnetisieren und Auswirkungen von Magnetismus auf Uhren im Alltag

Hinzu kommen beachtliche 20 bar Wasserdichtigkeit. Vermutlich geht man mit einer Fliegeruhr nicht unbedingt regelmäßig tauchen. Trotzdem vermittelt genau diese Reserve ein angenehmes Gefühl. Die Frankfurt ist keine Diva, die beim ersten Kontakt mit Wasser nervös wird.

Auch beim Lieferumfang bleibt Laco damals wie heute erfreulich großzügig: Neben dem wasserabweisenden Fibertech-Band liegt erneut ein zweites Nylonband im „Two Piece NATO“-Stil in optisch hervorragend passendem Grau/Orange sowie ein knalloranger „Remove before Flight“-Schlüsselanhänger bei – ein üppiges Set, eingeschalt in einen überaus hochwertigen Aluminiumkoffer, der (sicherlich nicht zufällig) an Pilotenkoffer erinnert. Wenn man bedenkt, dass viele Hersteller bei solchen Extras gerne mal den Rotstift ansetzen, muss man diesen Aspekt hier einfach deutlich hervorheben, wenngleich ich persönlich auch die coolsten Boxen im Schrank verschwinden lasse.

Nicht wirklich verständlich ist allerdings, warum das zweiteilige Nylonband keine Schnellwechselfederstege an Bord hat (so wie das Fibertech-Band). Zwar liegen im Alu-Koffer auch separate Federstege und ein Bandwechselwerkzeug bei, wirklich zum regelmäßigen Bandwechsel einladen tut dies aber nicht. Davon mal abgesehen bin ich ehrlicherweise ohnehin eher Fan des Fibertech-Bandes, das haptisch top und gleichzeitig sehr flexibel ist.

Abschließende Gedanken

Die ursprüngliche 43-Millimeter-Variante der Frankfurt GMT hat natürlich nach wie vor ihre Daseinsberechtigung und wird sicherlich auch weiterhin ihre Fans finden. Wer kräftigere Handgelenke hat oder bewusst große Toolwatches trägt, dürfte sich dort nach wie vor zuhause fühlen. Für alle anderen könnte die neue 40-Millimeter-Version allerdings genau der „Sweet Spot“ bzw. die Frankfurt GMT sein, auf die sie seit Jahren gewartet haben – und da schließe ich mich explizit ein, wie bereits eingangs erwähnt. Nur ein Punkt geisterte mir noch durch den Kopf: Laco hätte gerne die Chance ergreifen können, auch ein passendes, dunkel sandgestrahltes Stahlband (optional) anzubieten. Das gibt es leider auch noch nicht bei den PRO-Modellen.

Bemerkenswert ist auch der Preis: Dass der sich grundsätzlich nach sieben Jahren erhöht hat, dürfte keinen Uhrenfreund verwundern – die (große) Frankfurt GMT lag damals, anno 2019, bei 1650€ Listenpreis. Mittlerweile sind’s 1850€, also rund 12% Preisanstieg Stand Mitte 2026 (Frankfurt GMT 43 und 40 sind identisch bepreist) – das ist im Vergleich zu anderen Herstellern die Preiserhöhungen in diesen Dimensionen gerne auch mal innerhalb von ein oder zwei Jahren raushauen, erstaunlich „human“ und sicherlich der durchaus beachtlichen Wertschöpfung am Standort Pforzheim zu verdanken, von der ich mich vor ein paar Jahren selbst vor Ort überzeugen konnte und die einfach eine höhere Unabhängigkeit im Markt wahrt. Deswegen und natürlich auch wegen des eigenständig-tooligen, modernen Designs in Kombination mit gewohnt hoher Qualität sowie gut erkennbarer Laco-DNA, ist die Frankfurt GMT meiner Meinung nach auch sieben Jahre später noch ein absolut heißer Tipp für alle Fans von Fliegeruhren und/oder GMT-Uhren.

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Florian
1 Tag zurück

Sehr cool, dass Laco hier das Modell verkleinert hat. Da bleibt doch noch etwas Hoffnung bei mir, dass es noch mal eine 40mm Hamburg GMT geben könnte!