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Die Matic S ist unverkennbar eine Taucheruhr. Schaut man jedoch etwas genauer hin, wird schnell dabei schnell klar: Hier ging es Squale nicht darum, einfach nur ein Modell zu „downsizen“. Vielmehr hat der traditionsreiche Schweizer Hersteller (heute geführt von der italienischen Familie Maggi) den Spagat zwischen Toolwatch und alltagstaugliche(re)m Begleiter gewagt und das Modell gleichzeitig mit einem Hauch „Dresswatch“-Note versehen – dank (teilweise ziemlich ungewöhnlicher) Bicolor-Elemente.

Eckdaten Squale Matic S:

  • Sellita SW200-1 (Elaboré)
  • 316L-Edelstahl, gebürstet mit polierten Elementen
  • Wasserdicht 60 ATM / 600m
  • Verschraubte Krone
  • Verschraubter Gehäuseboden mit Säuregravur
  • Einseitig drehbare, einrastende Lünette
  • Lünetteneinlage: Emaillierter Stahl
  • Glas: Saphirglas bombiert, doppelt entspiegelt
  • Durchmesser: 39,5mm
  • Höhe: 12,6 mm
  • Länge über Anstöße: 47mm
  • Bandanstoßbreite: 19mm
  • Oranges „Hydro-Leather“-Band, schwarzes Mosaik-Kautschukband oder Stahlband
  • Ab 1490€ Listenpreis, direkt über squale.ch oder u.a. den offiziellen Fachhändler chronofactum.com

Squale Matic S (2026) im Test: Dezente Bicolor-Elemente treffen auf klassischen Diver

Wir kommen ohne Umschweife zum Thema Größe: Das Gehäuse der Matic S beträgt kompakte knapp 38 Millimeter bei 47 mm Horn-zu-Horn. Auch die Bauhöhe hält sich mit 12,6 mm im Rahmen, hätte aber gerne auch ein bisschen flacher ausfallen dürfen. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Lünetten-Durchmesser bei 39,5 mm liegt – dadurch wirkt das Modell doch merkbar größer. An meinem Handgelenk mit ca. 18 cm Umfang fühlt sie sich dabei aber dennoch minimal zu klein an (siehe Bilder unten), aber das ist natürlich ein Stück weit persönliche Geschmackssache.

Interessant ist aber ohnehin weniger die nackte Größe als vielmehr die gesamte Wirkung, die auch andere Elemente bewirken: Die verschraubte Krone ist auf die „3 Uhr“-Position gewandert, wodurch das Gehäuse im Vergleich zur Anordnung der Krone auf „4 Uhr“ beim „großen Bruder“, der Squale Matic (ohne S), deutlich klassischer wirkt.

Besonders ins Auge stechen die punktuell zum Einsatz kommenden Bicolor-Elemente – so wie die gelbgoldfarbene Krone, die applizierten Stundenindexe (ebenfalls gelbgold) oder – und das habe ich in der Form tatsächlich glaube ich noch nirgendswo anders gesehen – die an den Seiten (!) der Bandglieder durchgeführte Gold-Beschichtung, wodurch diese sehr dezent – je nach dem wie das Stahlband „fällt“ – durchschimmert (dazu gleich nochmal ein paar Worte). Überhaupt passen die Gold-Akzente und Grün meiner Meinung nach wunderbar zusammen – ebenso wie die vielen orangen Elementen, die für eine sportlichere Note sorgt.

Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal explizit das Blatt bzw. dessen Oberflächenbearbeitung hervorheben: Der klassische Sonnenschliff sorgt für eine sich stetig stark ändernde Optik, wie aus der folgenden Bilderstrecke bei völlig unterschiedlichen Lichtbedingungen klar wird – zwischen einem tiefen Tannengrün und einem metallischen Smaragdgrün ist so ziemlich alles dabei. Im Alltag würde ich aber sagen, dass das Grün selten so (übertrieben) „knallt“ wie das die offiziellen Squale-Bilder vermuten lassen (was ich persönlich gut finde).

Die Lünetteneinlage sorgt für eine tolle optische Tiefe und ein geniales Lichtspiel der Lünetten-Indexe. Die plastische Optik hebt sich merkbar von klassischen Keramik- und Alu-Lünetten ab und ist eines meiner absoluten Highlights der Uhr. Um diesen Effekt zu erzeugen, wird bei der Produktion zunächst Lack auf eine Edelstahlscheibe aufgetragen, dann die Indexe aufgesetzt und anschließend wird das Ganze transparent versiegelt. Optik: Eins mit Sternchen.

Die Markierungen auf der Lünette sind dabei aber ziemlich ungewöhnlich, da man Ein-Minuten-Schritte von 0-30 und erneut von 45-60 bekommt. Mit anderen Worten finden wir eine Art „Lücke“ mit nur fünf-Minuten-Markern zwischen 30-45 vor. Was steckt dahinter? Nun, die Hauptfunktion bestand (durch die historische Brille betrachtet) darin, die sogenannte Grundzeit zu messen – im Tauchsport ist das die Zeit von dem Moment an, in dem man die Wasseroberfläche verlässt (Abtauchen), bis zu dem Moment, in dem man den Aufstieg von der tiefsten Stelle beginnt. Im Unterschied dazu schließt die Gesamttauchzeit den Weg nach oben und eventuelle Stopps mit ein (wie den Sicherheitsstopp, Stichwort Dekompressionskrankheit).

Konkret heißt das: Die Lünette wurde so ausgerichtet, dass ihre Markierung auf dem Minutenzeiger bei der 45-Minuten-Position lag (und NICHT beim zentralen Dreieck), denn 15 Minuten reichten für die meisten Sporttauchgänge völlig aus. So konnte der Taucher die verstrichene Zeit ablesen und anschließend die Lünette um einige Minuten weiterdrehen, sodass das Leuchtdreieck die Minute markierte, zu der der Aufstieg und die Dekompression beginnen sollten (also so eine Art zeitlicher Zielwert).

Jetzt wird auch klar, warum der Bereich 30 bis 45 Minuten nur Fünf-Minuten-Markierungen besitzt – dieser Abschnitt spielt in diesem „Use Case“ einfach kaum eine Rolle und konnte daher sparsamer und aufgeräumter gestaltet werden. Diese eigenwillige, exotische Skala ist heute vor allem ein charmantes historisches Detail, das an die frühen Einsatzzwecke klassischer Taucheruhren erinnert und einer der Gründe, warum ich persönlich Uhren so liebe.

Zusammen mit den fein satinierten Flächen und den polierten Kanten entsteht ein Gesamteindruck, der zwar eindeutig funktional bleibt, sich aber nicht mehr ausschließlich über seine Robustheit bzw. im Falle des „großen Bruders“ (die Squale Matic – ohne S) mit seinen 44 mm Durchmesser fast schon über „Brachialität“ definiert. Die Wasserdichtigkeit ist mit 600 Metern bzw. 60 bar mehr als üppig und durch meine Bürostuhlakrobaten-Brille betrachtet eigentlich sogar aus der Kategorie „overengineered“.

So gut mir die neue grüne Variante auch gefällt – mein persönlicher Favorit ist die sommerlich-frisch wirkende Variante mit hellblauer Lünette (Pantone 313C) und weißem Blatt samt Wellenmuster. Orangefarbene Akzente auf dem Rehaut und beim geschwungenen „Matic S“-Schriftzug lockern das Gesamtbild dezent auf. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die polierten Edelstahl-Indexe und der Stundenzeiger sich nicht so deutlich vom hellen Blatt abheben, wie das bei den vorher gezeigten Varianten der Fall ist – Uhrenfreunde mit Augenproblemen sollten dies vor dem Kauf beherzigen (Stichwort Ablesbarkeit unter schlechten Lichtverhältnissen).

Gemeinsam haben alle Varianten: Im Inneren arbeitet das bekannte Schweizer Sellita SW200-1 in der höheren Elaboré-Ausführung – das Werk, das derzeit in allen (!) aktuellen Squale-Dreizeigermodellen tickt. Das Werk gilt als überaus zuverlässig, servicefreundlich und weltweit problemlos revidier- und reparierbar. Vier Hertz Unruhfrequenz und rund 40 Stunden Gangreserve reißen heute zwar keine technischen Rekorde mehr, erfüllen aber genau das, was man von einer Uhr dieser Klasse erwartet: solide Alltagstauglichkeit ohne exotische Experimente. Dennoch kann ich nur wiederholen, was ich schon mal über Squale geschrieben habe: Modelle mit dem neuen SW200-2 mit deutlich aufgebohrter Gangreserve würde ich definitiv begrüßen. Ein paar Hersteller haben hier anno 2026 bereits vorgelegt, darunter Sinn und Circula, allerdings gibt es seitens Sellita wohl noch recht starke Lieferschwierigkeiten.

Mehr:

Mehr Saft im Sellita: SW200-2 Power+ vs. SW200-1 – und erste Modelle von Circula | CHRONONAUTIX Uhren-Blog

Das wichtigste Swiss Made-Uhrwerk ist ENDLICH besser! Sellita SW200-2 Power+

Gemeinsam haben alle Varianten außerdem die Bänderauswahl: Zum einen das Stahlband, das mit Tauchverlängerung und einer „Old School“-Feinjustierung über seitliche Bohrungen in der Schließe kommt (also leider nicht werkzeugfrei). Wie bereits erwähnt hat das Stahlband außerdem die Besonderheit, dass es an der Innenseite der Elemente (also dort, wo die Elemente jeweils aneinander andocken) gelbgold beschichtet ist, wodurch das Gold immer mal wieder fast unscheinbar durchblitzt. Das hat mir richtig richtig gut gefallen, da es einfach sehr dezent ist im Vergleich zu vielen Bicolor-Bändern, die man sonst so vorfindet, bei denen der ganze Mittelteil beschichtet ist.

Es gibt aber auch ein Stahlband ohne diesen Bicolor-„Effekt“, das insbesondere bei der hier gezeigten weißen Variante, die überhaupt keine Bicolor- bzw. Goldelemente an Bord hat, naturgemäß optisch mehr Sinn ergibt. Und wer es lieber etwas leichter bzw. sportlicher mag, der greift zum optisch ziemlich genialen Kautschukband mit charakteristischem Mosaik-Muster oder zum zweifarbigen „Hydro-Leather“-Band, also eine Mischung aus Leder und Kautschuk. Der Bandanstoß von ungraden 19 mm macht eine Bandauswahl bei Drittanbietern leider schwierig, wobei nach diesen Zeilen auch klar sein sollte, dass Squale hier von Haus aus tolle Optionen anbietet.

Abschließende Gedanken

Mit einem Listenpreis ab knapp 1.500 Euro bewegt sich die Matic S in einem hart umkämpften Segment (Preis/Diver), in dem zahlreiche etablierte Hersteller um die Aufmerksamkeit der Uhrenfreunde buhlen. Umso wichtiger ist ein eigenständiger Charakter – genau den bringt die neue Squale Matic S definitiv mit, bei gewohnt hoher Qualität. Insbesondere die ungewöhnliche Optik der Lünette und das dezente Bicolor-„Durchschimmern“ beim Stahlband ist ein richtiger „Schmackofatz“. Und: Die kleinere Gehäusegröße macht die Squale Matic S natürlich für einige Uhrenfreunde mit schmaleren Handgelenken interessant, gleichzeitig geht das Modell fast schon als Dresswatch durch (zumindest die Schwarze und die neue Grüne Variante), was auf jeden Fall eine schöne Abwechslung im Meer an Taucheruhren ist. Dennoch steht auf meinem Wunschzettel (neben dem SW200-2 Power+) noch ein weiteres „Mid-Size“-Modell, denn ich denke, dass es viele Uhrenfreunde gibt, deren „Sweet Spot“ genau zwischen den 39,5 mm der Matic S und dem wuchtigen, 44 mm großen Modell Matic liegt.

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