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Wenn es um digitale Uhren mit echtem Retro-Faktor geht, kommt man an zwei Klassikern eigentlich kaum vorbei: die Casio F-91W und die legendäre Casio Taschenrechner-Uhr. Beide stammen aus einer Zeit, in der so etwas noch als kleines Stück „Hightech am Handgelenk“ durchging – Uhren, die Funktionen boten, für die wir heute nur noch müde auf unsem Smartphone wischen müssen.

Und trotzdem haben es genau diese beiden Modelle geschafft, bis heute erstaunlich präsent an den Handgelenken von Uhrenfreunden zu bleiben. Vielleicht gerade deshalb: Das Design hat die Jahrzehnte überdauert, die Funktionsweise ist herrlich unkompliziert und beide haben diesen ganz eigenen, charmanten Nerd-Faktor – letzteres meine ich explizit im positiven Sinne: Ich arbeite hauptberuflich in einem ziemlich IT-nahen Bereich und fühle mich mit so einem kleinen Stück Retro-Digitaltechnik am Handgelenk absolut pudelwohl.

Anno 2026 kommt jetzt bei der F-91W noch etwas dazu, was viele Besitzer ohnehin schon selbst nachgerüstet haben: ein Textilband und (neben der schwarzen Variante) insbesondere auch eine meiner Meinung nach ziemlich coole militärgrüne Variante (Referenz F-91WF-3A), die relativ schnell direkt im Casio-Onlineshop ausverkauft war.

Ich konnte mir zum Glück eine sichern, weshalb wir uns nun also zwei echte Casio-Klassiker anschauen können – und der Frage nachgehen, warum diese kleinen Plastikuhren eigentlich immer noch so beliebt sind, obwohl der (oder grade weil?) der Funktionsumfang im Vergleich zu Smartphone oder Smartwatch natürlich quasi lächerlich ist…

Fangen wir mit der F-91W an – wenn man der verbreiteten Schätzung folgt, wurden von der F-91W inzwischen mehr als 100 Millionen Exemplare verkauft. Damit wird sie gerne als meistverkaufte Armbanduhr aller Zeiten bezeichnet (die Verkäufe der Apple Watch lassen wir mal außen vor, denn das ist nun wirklich ein Vergleich von Äpfel mit Birnen, oder?).

Nun, das Bemerkenswerte ist nicht nur das Produktionsvolumen der F91W: Das Modell wird seit 1989 produziert, wenn ich mich nicht täusche sogar durchgängig, d.h. ohne Unterbrechung. Und selbst fast vier Jahrzehnte später sieht sie im Prinzip immer noch so aus wie damals.

Und offenbar funktioniert das Gesamtpaket der F-91W auch heute noch ziemlich gut: Die F-91W ist also nicht einfach irgendeine alte Digitaluhr, die man aus Nostalgie noch irgendwo in den hintersten verstaubten Ecken des Internets ausgräbt. Sie ist ein Produkt, das bis heute in erstaunlichen Stückzahlen produziert und gekauft wird.

Interessant ist außerdem, dass die F-91W der erste Uhrenentwurf von Ryuusake Morai war. Morai sollte später noch eine ganz andere Karriere bei Casio hinlegen und wurde zum Designer einiger bekannter G-Shock-Modelle. Man könnte also sagen: Der Mann hat mit einer kleinen, unscheinbaren Digitaluhr angefangen und später deutlich größere Kaliber entworfen.

Denn „größer“ ist bei der F-91W definitiv das falsche Stichwort: Denn die Uhr ist ziemlich ziemlich klein: Rund 38 Millimeter von Bandanstoß zu Bandanstoß, 35 Millimeter in der Breite und gerade einmal 8,5 Millimeter Höhe, wobei das Durchzugsband bei der hier gezeigten Variante die Uhr um ca. 1 Millimeter zusätzlich erhöht, da man es eben unter der Uhr durchfädelt. Die für das Textilband hinzugekommene Gehäuse-Erweiterung erhöht die Uhren-Breite auf 44 Millimeter – das ist aber eher ein theoretischer Wert, denn die beiden Komponenten fallen stark ab. Dazu kommen rund 20 Gramm Gewicht.

Das ist ungefähr die Kategorie „Ist die Uhr überhaupt noch am Handgelenk?“ und eine G-Shock sieht im direkten Vergleich so aus als könne sie die F91W problemlos zum Frühstück verspeisen (und die hier kurz gezeigte G-Shock ist noch eher von der vergleichsweise kompakteren Sorte).

Notiz am Rande: Noch etwas kleiner ist das verwandte Modell A159WGEA-1, das ebenfalls mit dem Modul 593 kommt (36.8 × 33.2 × 8.5 mm), hier zu sehen am eher zierlichen Handgelenk meiner Frau:

Am Ende des Tages trägt sich die F-91W unglaublich unauffällig. An einem größeren Handgelenk kann sie allerdings auch etwas mickrig wirken. Wer sonst 42 Millimeter große Diver oder dergleichen trägt, dem wird die Uhr vielleicht etwas verloren vorkommen.

Das Gehäuse besteht aus Resin – also vereinfacht gesagt Kunststoff beziehungsweise einem synthetischen Gießharz. Das klingt natürlich deutlich technischer als „Plastik“, aber am Ende geht es vor allem um eines: Die Uhr ist leicht. Das Resin fühlt sich auch tatsächlich nach Kunststoff an. Das ist keine Uhr, die versucht, Plastik als exotisches Hightech-Material zu verkaufen – so wie das ja Swatch bei der MoonSwatch beispielsweise versucht. Aber Kunststoff bedeutet nicht automatisch billig, denn die Verarbeitung des Gehäuses ist für diese Preisklasse richtig richtig gut und sehr präzise umgesetzt. Kunststoffgehäuseproduktion beherrscht Casio einfach gut.

Die seitlichen Drücker machen beispielsweise ebenfalls einen erstaunlich robusten Eindruck, und zusätzliche Kunststoffelemente an den Seiten schützen die Tasten ein Stück weit und verleihen dem kleinen Gehäuse etwas mehr optische Robustheit. Der Gehäuseboden besteht aus Edelstahl und wird mit vier Schrauben befestigt.

Und dann ist da das Band. Bei der klassischen F-91W kommt ein schwarzes Resinband zum Einsatz. Das ist ebenfalls recht bequem, flexibel und erfüllt seinen Job. Aber gerade wenn man die Uhr nicht nur im Alltag, sondern draußen über viele Stunden trägt, hat Kunststoffband eben auch seine Nachteile.

Beim Wandern, auf längeren Touren oder bei heißem Wetter kann sich unter einem dicht anliegenden Resinband schnell mal ordentlich „Suppe“ ansammeln. Und irgendwann merkt man dann ziemlich deutlich, dass da ein Stück Kunststoff am Handgelenk sitzt.

Und genau hier setzt die neue F-91WF an. Casio tauscht das Resinband gegen ein Textilband aus recyceltem PET mit einer Breite von 18 Millimetern. Klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Ist es im Prinzip ja auch. Aber manchmal verändern kleine Änderungen eben ziemlich deutlich, wie sich eine Uhr trägt. Tatsächlich bemerkt man die Uhr am Textilband noch ein Stück weniger am Handgelenk als am Resinband. Das Modell trägt sich absolut unscheinbar, was natürlich auch am Gewicht von lächerlichen 20 Gramm liegt.

Das Textilband passt optisch außerdem ganz hervorragend zur F-91W, vor allem in Verbindung mit dem militärgrünen Resin-Gehäuse. Das hat dann einen gewissen Outdoor-Charme – zumindest optisch, denn technisch sollten wir hier auf dem Boden bleiben: Wer ernsthaft in die Berge geht und eine robuste digitale Outdoor-Uhr sucht, ist mit einer G-Shock oder einer Pro Trek natürlich wesentlich besser beraten: Mehr Stoßfestigkeit, deutlich höhere Wasserdichtigkeit und – je nach Modell – Kompass, Höhenmesser, Barometer, Temperaturmessung oder Solarbetrieb. Die F-91WF kann das alles natürlich nicht – sie ist klein, leicht und genügsam. Punkt. Und mit dem neuen Textilband wird sie eben noch ein bisschen interessanter für lange Tage draußen oder im aufgehitzten Büro.

Das Spannende an der neuen Variante ist, dass viele Casio-Fans diese Konstruktion seit Jahren selbst gebaut haben: F-91W kaufen, Resinband ab, Adapter von -wohlgemerkt- einem Drittanbieter dran, günstiges Nylon- oder NATO-Band durchziehen – fertig. Casio macht daraus jetzt gewissermaßen ein Standard- bzw. Serienprodukt, das aber immerhin doppelt so viel kostet wie die Ur-F-91W (knapp 40€ statt 20€) – ob einem das wert ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden, Fakt ist aber, dass die Adapter von Drittanbietern nun mal auch ihr Geld kosten und dabei teilweise wie Fremdkörper aussehen. Man darf außerdem davon ausgehen, dass die neue Textilband-F-91W in Zukunft sicher auch hin und wieder bei Händlern mit Rabatten zu kriegen sein wird (sobald der erste „Ansturm“ auf die Uhr vorüber ist. Die Variante, die ich hier zeige, ist übrigens die Referenz F-91WF-3A.

Summa summarum steckt unter dem neuen Outfit weiterhin die bekannte F-91W, nur eben mit anderer Bandkonstruktion und damit anderem Charakter. Technisch ist die F-91W nach wie vor aus heutiger Sicht ein Musterbeispiel für „weniger ist mehr“: Das LCD-Display – also eine Flüssigkristallanzeige – ist simpel, aber ausgesprochen gut ablesbar. Die Beschriftungen und Pfeile neben den drei Tasten machen die Bedienung ziemlich selbsterklärend.

Daher in aller Kürze: Links unten steht „Mode“. Ein Druck bringt uns zum Alarm (AL), ein weiterer zur Stoppuhr (ST), die bis auf eine Hundertstelsekunde misst. Einstellbar ist außerdem beispielsweise (ein optional einschaltbares) Stundensignal. Die F-91W besitzt außerdem einen automatischen Kalender, d.h.: Der Kalender berücksichtigt die unterschiedliche Länge der Monate, einschließlich des Februars.

Und dann wäre da noch die Beleuchtung. Ein kleiner grüner Lichtstreifen von der Seite erhellt das Display. Wobei „erhellt“ ist dabei vielleicht etwas großzügig formuliert: Die Beleuchtung ist nicht besonders stark und sehr linksseitig. Lichtfunzel trifft es wohl ganz gut – aber sie funktioniert, verbraucht wenig Energie und erfüllt ihren Zweck einigermaßen.

All das Möglich macht Casios Modul 593. Ein Modul ist bei einer Quarzuhr vereinfacht gesagt das technische Herzstück, also die Einheit, die Uhrwerk, Anzeige und Funktionen steuert. Die Ganggenauigkeit liegt bei ungefähr plus oder minus 30 Sekunden pro Monat. Betrieben wird das Ganze von einer CR2016-Knopfzelle. Casio gibt ungefähr sieben Jahre Batterielaufzeit an – das ist schon ein ziemlich genügsamer Energiehunger.

Dann kommen wir zu einem kleinen Detail, das geradezu absurd wirkt. Die F-91W ist – ohne Witz – so häufig kopiert worden, dass Casio irgendwann mal eine Art Echtheitsfunktion eingebaut hat. Hält man den rechten unteren Knopf einige Sekunden gedrückt, erscheint eine spezielle Anzeige auf dem Display („CAS10“). Früher war dieses kleine Easter Egg tatsächlich ein brauchbarer Hinweis darauf, ob man eine echte Casio vor sich hatte. Mittlerweile sollte man sich darauf allerdings nicht mehr blind verlassen. Denn ja: Selbst eine Uhr, die im Original bei weniger als 20 Euro startet, wird gefälscht. Offenbar lohnt sich selbst bei einer günstigen Digitaluhr das Geschäft mit Kopien.

Und in diesem Kontext wären wir bei einer etwas kuriosen Seite der F-91W: Denn diese kleine, eigentlich völlig harmlose Casio hat im Laufe ihrer Geschichte auch eine Verbindung zum Terrorismus bekommen: Tatsächlich wurde die Uhr von Terroristen als Bestandteil improvisierter Zeitzünder für Sprengsätze verwendet.

Das führte sogar so weit, dass im Gefangenenlager Guantanamo Bay die Casio F-91W unter US-Geheimdiensten jahrelang als Indikator für eine Mitgliedschaft in einer Terrororganisation galt. Es wurden vor einigen Jahren geheime Pentagon-Dokumente über die Plattform WikiLeaks veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass es für Häftlinge im Rahmen der Guantanaomo-Inhaftierung die Richtlinie gab, dass der Besitz einer Casio F-91W (oder der silbernen Edelstahl-Variante A158W) zum Zeitpunkt der Festnahme als Indiz für eine Terrorausbildung gewertet wurde.

In den Akten hieß es wörtlich, dass die US-Ermittler den Besitz der F-91W bzw. der silbernen A159W ein Indikator für al-Qaida-Ausbildung im Bau improvisierter Sprengsätze (IEDs) sei. Es ist sogar die Rede von „the sign of al-Qaida“.

Besonders interessant ist die quantitative Behauptung: Die Analysten schreiben, dass etwa ein Drittel der Gefangenen, die mit einer solchen Uhr gefasst wurden, bekannte Verbindungen zu Sprengstoffen hatten – etwa durch Sprengstoffausbildung, IED-Produktionsstätten oder Kontakte zu Sprengstoffexperten. Aber: Wie viele Menschen ohne solche Verbindungen trugen ebenfalls diese Uhr, einfach nur weil sie günstig und funktional ist? Ohne diese Kontrollgruppe kann man aus der Zahl keine vernünftige Wahrscheinlichkeit ableiten.

Hier ein Ausschnitt aus einem original Dokument, eine geheimdienstlich/militärische Gefangenenakte des US-Verteidigungsministeriums bzw. der Joint Task Force Guantánamo (JTF-GTMO) aus dem Jahre 2008 zu einem Gefangenen in Guantánamo (der Bericht verweist auch auf Detail-Berichte: Casio Watch Electronic Analysis Report 19-Aug-2004, Casio Watches and Relationship to Detainees 20-APR-2006):

Wikileaks Casio Watch Uhr

Allein durch den Besitz dieser Uhr solche Rückschlüsse zu ziehen, ist schon ziemlich krass – die F-91W ist nunmal einfach extrem günstig, weltweit verfügbar (natürlich auch im Nahen Osten), robust und besitzt eben die genannten Alarm-Funktionen. Genau dieselben Eigenschaften machen sie auch für Millionen völlig unschuldige bzw. „normale“ Menschen attraktiv.

Und natürlich auch für Menschen, für die per Status, der Begriff „normal“ nicht unbedingt passt: Unter anderem wurden Ex-US-Präsident Barack Obama, Schauspieler Ryan Reynolds, der Hyundai-Manager Chung Eui-sun und der Milliardär und Philanthrop Chuck Feeney mit der F-91W in am Arm gesehen. Auch Subcomandante Marcos, der bekannte Anführer der mexikanischen Zapatisten, trug eine F-91W.

Das Interessante daran ist weniger die Prominenz dieser Personen als die Tatsache, dass die Uhr Bodenständigkeit und Pragmatismus zeigt.

Aber egal, wie man zu der F-91W steht: Sie ist inzwischen zweifellos ein Kultobjekt. Und wenn man schon über Kultobjekte aus der digitalen Casio-Welt spricht, darf natürlich eine Uhr nicht fehlen, die nochmal ein Stück nerdiger ist und die ich schon seit einigen Jahren in meiner Uhrensammlung habe: Die Casio Taschenrechner-Uhr. Genauer gesagt die CA-53W, die ein bisschen wie der leicht durchgeknallte Cousin der F-91W ist. Denn diese Uhr hat einen Taschenrechner an Bord – mit allen dazugehörigen Tasten auf der Vorderseite wohlgemerkt. Und damit sind wir mitten in den 1980ern.

Damals konnte die Digitaluhr mit Taschenrechner tatsächlich den Eindruck vermitteln, man sei gerade aus der Zukunft zurückgekommen. Apropos Zukunft: 1985 kam „Zurück in die Zukunft“ ins Kino. Und Marty McFly trägt – na klar – eine Casio-Taschenrechneruhr. Damit war das Ding endgültig Teil der Popkultur. Das Spannende daran: Die Uhr war tatsächlich käuflich erwerbbar. Das Hoverboard natürlich nicht. Die selbstschnürenden Schuhe ebenfalls nicht. Die Zeitmaschine sowieso nicht. Aber die Casio konnte man sich tatsächlich einfach ans Handgelenk schnallen und aus heutiger Sicht ist das vielleicht sogar das Faszinierendste an der ganzen Geschichte, denn Casio hat damals ein Stück Zukunftsgefühl verkauft.

Heute wirkt das fast schon niedlich. Denn die eigentliche Kernfunktion der CA-53W – den Taschenrechner – braucht inzwischen wirklich kein Mensch mehr. Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division erledigt jedes Smartphone schneller. Und wenn es etwas komplizierter wird natürlich auch ein KI-Modell eurer Wahl. Zumal die Tasten bei der Casio so klein sind, dass man beim Rechnen durchaus etwas Fingerspitzengefühl braucht. Mit Wurstfingern wie ich sie habe wird aus einer einfachen Multiplikation schnell ein kleines Abenteuer.

Und trotzdem macht es Spaß: Ich habe mich beim Tragen dieser Uhr tatsächlich dabei ertappt, das Smartphone in der Tasche zu lassen und den Taschenrechner am Handgelenk zu benutzen. Nicht weil es sinnvoller gewesen wäre, sondern weil es ging.

Abgesehen vom Taschenrechner hat die CA-53W natürlich noch die üblichen Digitaluhr-Funktionen an Bord. Stoppuhr, Alarm, Stundensignal, Kalender und sogar eine zweite Zeitzone. Das Gehäuse besteht ebenfalls aus Resin und bringt nichtmal 30 Gramm auf die Waage. Auch hier gilt: Man merkt kaum, dass man eine Uhr trägt. Das LCD-Display ist ebenfalls knackscharf und auch bei hellem Licht gut ablesbar. Eine Hintergrundbeleuchtung wie bei der F-91W fehlt allerdings.

Beim Thema Wasser sollte man sich – genau wie bei der F-91W – nicht von der Aufschrift „Water Resist“ täuschen lassen. 3 bar beziehungsweise 30 Meter bedeuten hier vor allem Spritzwasserschutz. Händewaschen: okay. Schwimmen: lieber nicht. Tauchen: definitiv nein. Offiziell zumindest, denn meiner Erfahrung nach packen auch die günstigen Casio Digitaluhren auch problemlos mal eine Schwimmeinlage. Disclaimer: Natürlich könnte man bei Schäden durch unsachgemäße Verwendung keinen Garantieanspruch geltend machen.

Die CA-53W hatte übrigens auch später noch einen zweiten großen Auftritt in der Popkultur. In meiner absoluten Lieblingsserie „Breaking Bad“ trägt Protagonist Walter White zunächst eine Casio-Taschenrechneruhr. Zu Beginn der Serie ist er einfach nur ein unscheinbarer Chemielehrer, bei dem eine kleine Casio wunderbar zum Bild des etwas nerdigen Durchschnittsmenschen passt.

Später verändert sich Walter White bekanntermaßen zum Drogenboss – und irgendwann verschwindet auch die Casio und macht Platz für eine deutlich extrovertiertere und teurere TAG Heuer Monaco. Da kann man das Team, das für die Requisiten bzw. die Maske verantwortlich ist nur loben, denn das Serienbeispiel zeigt, wie stark eine Uhr mit der Wahrnehmung einer Figur verbunden sein kann – eine Uhr zeigt eben nicht nur die Zeit an, sondern erzählt auch ein bisschen was über ihren Besitzer.

Und das ist sicherlich auch ein gemeinsame Nenner von F-91W und CA-53W: Beide sind die Essenz einer Digitaluhr mit leichtem Nerd-Charme und mit Preisen ab ca. 20 Euro für quasi jeden Geldbeutel leistbar. UND sie haben einen extrem hohen Wiedererkennungswert und sind aus heutiger Sicht echte Retro-Kultobjekte.

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