• Beitrags-Kategorie:Ratgeber
  • Beitrags-Kommentare:41 Kommentare
  • Lesedauer:13 min Lesezeit
Reklame

Anders als viele andere Uhrenfreunde bekomme ich bei Hommagen-Uhren nicht direkt Schnappatmung. Ich bin Design-Anlehnungen grundsätzlich gegenüber aufgeschlossen – solange sie ein paar eigene Ideen einbringen und gute Qualität bieten. Aber wie weit darf ein Hommagen-Anbieter gehen? Nun, das muss grundsätzlich jeder für sich persönlich beantworten. Warum für mich der beliebte chinesische Design-Imitator Parnis weit über das Ziel hinausschießt und auch die Qualität nur bedingt überzeugt, zeige ich euch in diesem Artikel…

Parnis Tudor Black Bay Red Hommage im Test deutsch
Reklame

Uhren von Parnis Watch Co.: Geschmacksmuster und die Verbannung aus dem Uhrforum

Was sich einem auf der Website parnis.org* offenbart, ist meiner Meinung nach fast schon als skurril zu bezeichnen: Parnis kopiert alle bekannten Designs, die nicht bei drei auf den Bäumen sind und bewirbt obendrein die (kaum noch überschaubaren) Modellreihen mit Namen, die stark an die jeweiligen Design-Vorbilder angelehnt sind. Hier ein kleiner Auszug (ja, die Modellreihen heißen wirklich so…):

  • Gauss (von Rolex Milgauss)
  • Pilot (von IWC Pilot)
  • Patek (von … ach ihr könnt es euch denken 😉
  • Daytona (von Rolex Daytona)
  • Deep Sea (von Rolex Deep Sea)
  • Yacht (von Rolex Yachtmaster)
  • Portuguese (von IWC Portugieser)
  • Topgun (von IWC Topgun)
  • Expedition (von Rolex Explorer)
  • Vacheron (von Vacheron Constantin FiftySix)
  • Bulgarini (von Bvlgari)
Parnis IWC Portugieser Hommage günstig
Parnis Design-Nachahmung der IWC Portuguese, Bild: Guy Sie auf Flickr

*Update 2019: In den Kommentaren kam der Hinweis, dass sich Parnis.org zwar als offizielle Hersteller-Seite präsentiert, es handele sich dabei aber nur um einen Distributor.

Die Kollektionsnamen lassen nicht einen Funken Zweifel daran, welches Design da nun kopiert wurde. Irgendwie ulkig und unfreiwillig komisch wirken dabei Namenskreationen wie Uhr-Boat (von U-BOAT by Italo Fontana) oder Nomad (von NOMOS).

Parnis Uhr-Boat UBoat
Parnis Uhr-Boat, eine U-BOAT by Italo Fontana Hommage, Bild: Guy Sie auf Flickr

Parnis gibt sich dazu noch als echter Rebell – unter „Our Mission“ auf parnis.org finden sich einige markige, rechtfertigende Sprüche wie zum Beispiel: „Did you know that a 7,000 USD  swiss watch costs less than 80 USD to manufacture?“

Parnis bezeichnet die Schweizer Luxusuhrenhersteller, die die Marke designtechnisch teilweise bis ins kleinste Detail kopiert, sogar als Wettbewerber: „Handmade Mechanical Timepieces, for 2% of the price of our Swiss competitors.“ Sollte das ein Markenverantwortlicher von Rolex, IWC oder dergleichen lesen, wird er wohl aufpassen müssen, nicht vor Lachen vom Stuhl zu kippen – Parnis ist ohne Zweifel ein etablierter Hommagen-Hersteller, aber ganz sicher kein Wettbewerber für die Schweizer Luxusuhrenhersteller, die Parnis so gerne imitiert (warum der Spruch sehr viel heiße Luft beinhaltet, zeige ich euch in meinem Test weiter unten).

Ein Spruch von Parnis ist aber nicht übertrieben: „Did you know that 40% of „Swiss Made“, is actually made in Asia? In diesem Satz steckt eine Menge Wahrheit. Allerdings ist sie zu pauschal getroffen: Man muss zwischen günstigen Swiss Made Einsteigermarken (inkl. Swiss Made Micro-Brands) und den hochpreisigen Marken unterscheiden, die Parnis regelmäßig bis ins letzte Detail kopiert. Mehr über den Kalkulations-Schwachsinn von Swiss Made:

Rechtliche Hintergründe zu Design-Kopien und Hommagen / Kann der Zoll meine Parnis-Uhr beschlagnahmen?

Hinweis vorab: Recht war zwar Teil meines Studiums, darunter auch MarkenG etc., ich bin aber kein Volljurist. Alle Informationen hier sind aber natürlich nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert worden.

Der chinesische Hersteller Parnis hat über die Jahre ohne Zweifel eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut – insbesondere mit Design-Hommagen der italienischen Luxusuhrenmarke Panerai. Das größtenteils ziemlich grenzwertige Nachahmen der Chinesen scheint aber nicht viele Interessenten abzuschrecken. Es gibt aber in Anbetracht der massiven Designkopien auch viele Gegner: In einem Forum spricht sich ein User klar gegen Parnis aus: „Ich mag Erbrochenes nicht an meinem Arm“.

Parnis-Uhren sind auf jeden Fall echte Spalter. Aber nicht nur aus „moralischer“ Sicht: Parnis ist im größten deutschsprachigen Uhrforum mittlerweile auf der Blacklist – Uhren der Marke Parnis dürfen weder verkauft noch überhaupt diskutiert werden. Die Begründung der Forenleitung: Rechtlich bewegt sich Parnis auf extrem dünnen Eis, konkret geht es um Geschmacksmusterschutzverletzungen sowie die Produktion von Replicas bzw. Fakes.

Update 2019: Die Forenleitung des Uhrforums führt nur noch die Parnis-Modelle mit „Marina Militare“-Schriftzug auf der Blacklist – danke an den freundlichen Hinweis in den Kommentaren unten.

Was sind überhaupt Geschmacksmuster? Das Design (zum Beispiel von einer Uhr) kann über das sogenannte Geschmacksmuster geschützt werden, d.h. ein Uhrenhersteller kann beispielsweise durch Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) einen Designschutz für ästhetische/äußere Form- und Farbgestaltung erwirken, um sein geistiges Eigentum zu schützen. In Europa ist das Amt für geistiges Eigentum (EUIPO), international die World Intellectual Property Organization (WIPO) für Geschmacksmuster-Registrierungen zuständig. Die Gültigkeitsdauer für solch einen Schutz beträgt – je nach Land – zwischen 10 und 25 Jahren.

Der Schritt des Uhrforums ist nachvollziehbar: Das bekannte „Marina Militare“-Beispiel zeigt, dass es Parnis mit dem Recht nicht so genau genommen hat: Durch die Nutzung des „Marina Militare“ Schriftzuges auf dem Zifferblatt hat Parnis eine klare Verletzung des Markenrechts begangen (ob es nun sinnvoll ist, dass sich Officine Panerai den offiziellen Namen der italienischen Marine als Marke sichern durfte, sei mal dahingestellt). Eingetragene Marken lassen sich bei der World Intellectual Propert Organization (WIPO) recherchieren. Die Mühe hat sich Parnis offensichtlich nicht gemacht…

Unzulässig: Die Nutzung des von Panerai geschützten Namens „Marina Militare“, Bild: Guy Sie auf Flickr

Parnis druckt bei der aktuellen Militare-Modellreihe mittlerweile nicht mehr das geschützte „Marina Militare“ auf das Zifferblatt. Wahrscheinlich weil der Zoll Parnis-Uhren mit diesem Schriftzug regelmäßig abgefangen bzw. beschlagnahmt hat. Oder anders gesagt: Parnis-Uhren mit „Marine Militare“ Schriftzug wurden aus markenschutzrechtlichen Gründen genauso strikt behandelt wie „echte“ Replicas, bei denen die großen Markennamen wie Rolex, Panerai, Tudor, Omega & Co. auf dem Zifferblatt verewigt werden.

Aber auch hier entbehrt die „Lösung“ von Parnis nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik: Anstelle „Marina Militare“ ziert nun bei einigen Modellen „Luminous Marina“ das Zifferblatt (beim Panerai-Original: Luminor Marina).

Das große Vorbild: Panerai Luminor Marina

So oder so guckt der Endkunde nach einer Beschlagnahmung in die Röhre. Beim Zoll heißt es: „Ermitteln die Zollbehörden Waren, die im Verdacht stehen, ein Recht geistigen Eigentums zu verletzen (Markenrecht, Urheberrecht, Geschmacksmusterrecht, Patentrecht, […] Handelsname), das Gegenstand eines bewilligten Antrags ist, so setzen sie die Überlassung der Waren aus oder halten diese zurück.“

Mehr noch: Der Zoll vernichtet die einkassierte Ware sogar. Widerspricht man der Vernichtung, hat man unter Umständen aber auch größere Probleme an der Backe: „Erfolgt ein Widerspruch, kann der Rechteinhaber die Einleitung eines Straf- oder Zivilverfahrens zur Klärung der Frage, ob Geschmacksmusterrechte verletzt wurden beantragen. Kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren, muss die unterliegende Partei in der Regel die Verfahrens- und Anwaltskosten tragen sowie Schadensersatz tragen.“

Es hilft dann auch nicht mehr der Hinweis auf „rein privaten Gebrauch“: Geschmacksmusterrechtlich geschützte Ware darf nämlich nicht mal in die Europäische Gemeinschaft eingeführt werden.

In §55 des Geschmacksmustergesetzes (GeschmMG) wird noch ausführlicher auf die Rechtmäßigkeit einer Beschlagnahmung eingegangen. Dort ist auch ganz eindeutig verankert, dass der Zoll das Recht hat den Besteller an den Rechteinhaber zu melden: „Ordnet die Zollbehörde die Beschlagnahme an, so unterrichtet sie unverzüglich den Verfügungsberechtigten sowie den Rechtsinhaber. Diesem sind Herkunft, Menge und Lagerort der Erzeugnisse sowie Name und Anschrift des Verfügungsberechtigten mitzuteilen“.

Und was, wenn der Geschmacksmusterschutz abgelaufen ist?

Wie ihr seht, beherbergt die Bestellung von Parnis-Uhren in Asien ein gewisses Risiko, da wohl die wenigsten Kaufinteressenten vorher recherchieren, ob nun ein Geschmacksmusterschutz oder ein anderer Markenschutz besteht. Es ist daher dringend anzuraten Parnis-Uhren bei einem Händler in der Europäischen Union zu kaufen, da die Ware dann ja schon eingeführt ist (mehr dazu am Ende des Artikels).

Aber selbst, wenn ein konkretes Parnis-Modell keine bestehenden Rechte verletzt, sind die „Vorlagen“ (z.B. Rolex Submariner) rechtlich gesehen trotzdem kein Freiwild: In bestimmten Fällen nämlich kann ein wettbewerbswidriges Handeln gemäß Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorliegen.

Nach meinen Recherchen wird die Überprüfung der Rechtsverletzung nach UWG aber nicht vom Zoll vorgenommen. Vielmehr gibt es einige Beispiele von (teilweise langjährigen) Rechtsstreitigkeiten, bei denen sich Hersteller wie Rolex (gegen Tchibo), Audemars Piguet (gegen Tommy Hilifger) oder IWC (gegen Tourby) gegen Design-Imitationen zur Wehr sehr – trotz abgelaufenem Geschmacksmusterschutz. Die Urteile gingen aber nicht immer zugunsten der großen Hersteller aus… Mehr dazu:

Reklame

Test und Erfahrungen mit der Parnis Alpha 07 / Ref. 2072

Dass Parnis für mich persönlich doch arg grenzwertig unterwegs ist, was Hommagen angeht, sollte nun hoffentlich klar sein 😉 Aber wie ist es um die Qualität bestellt? Auf den ersten Blick sind die Preise von Parnis ziemlich gut: Für unter 200€ gibt es beispielsweise Rolex-Hommagen mit Saphirglas, einem japanischen Automatikwerk aus Miyotas 9er Baureihe 8er Baureihe und sogar Keramiklünette (Achtung: Es gibt aber auch Parnis-Modelle mit Quarzwerken und chinesischen Werken).

Ich war ohnehin noch auf der Suche nach einer schicken Alltags-Taucherauch mit sommerlichem Farbton. Da kam mir die Parnis 2072, eine Tudor Black Bay Red Hommage/Kopie mit einer ordentlichen Portion Retro-Charme, ganz gelegen. Der einzige augenscheinliche Unterschied der Parnis 2072 zum Schweizer Vorbild ist der Stunden- und Sekundenzeiger: Bei der Tudor kommen die beliebten Snowflake-Zeiger zum Einsatz, während Parnis die Rolex’schen Mercedes-Zeiger in das Design reinwürfelt.

Parnis Uhren Test

So oder so: Ich wollte der Marke mal eine Chance geben, denn die Eckdaten lesen sich auch bei der Parnis 2072 sehr gut: Saphirglas, 10 bar Wasserdichtigkeit (immerhin zum Schwimmen geeignet) und – das erstaunlichste – ein japanisches Miyota 9015 Automatikwerk. Jetzt mag sich der eine oder andere fragen, was denn an einem Miyota 9015 so besonders sein soll. Nun, das Miyota 9015 gilt als echter Konkurrent zum ETA 2824 – das Werk hat gegenüber Miyotas 8er Baureihe und auch gegenüber dem sehr häufig von Micro-Brands verbauten Seiko NH35 ein paar handfeste Vorteile wie zum Beispiel eine höhere Frequenz (28800 bph) und damit auch eine theoretisch höhere Ganggenauigkeit. Außerdem kommt das Miyota 9015 mit einem Sekundenstopp, d.h. der Sekundenzeiger stoppt bei gezogener Krone, wodurch sich die Uhrzeit exakt stellen lässt. Das Miyota 9015 kommt daher eher in höherpreisigeren Modellen zum Einsatz (ab ca. 500€). In Anbetracht des Preises von deutlich unter 300€ für die Parnis Alpha 07 vermag einem schnell mal das Wort „Schnäppchen“ über die Lippen gehen.

Parnis-Alpha-07-Test-2019

Als ich die Uhr dann aber stellen wollte kam die große Ernüchterung: Der Sekundenzeiger zog weiter unbeirrt seine Runden, obwohl ich die Krone gezogen hatte. Der Test auf der Zeitwaage bestätigte meinen Verdacht: Es handelt sich nicht um ein Miyota 9015, sondern (wahrscheinlich) doch nur um ein Miyota aus der deutlich betagteren 8er Baureihe (21600 bph, kein Sekundenstopp) – darauf weist auch der weniger flüssig laufende Sekundenzeiger hin. Die Gangenauigkeit der mir vorliegenden Uhr reißt mit -7 Sekunden pro Tag keine Bäume aus, ist aber in einem akzeptablen Rahmen (und ohnehin innerhalb der Miyota-Toleranz „ab Werk“).

Kurzum: Bei Amazon handelt es sich also um eine klare Falschangabe (auf parnis.org ist übrigens nur von „Automatic Movement (Miyota)“ die Rede). Okay, kann ja mal passieren. Aber warum nun die Parnis 2072 trotz des (wahrscheinlich?) selben Innenlebens wie bei der Standard-Rolex-Submariner Hommage von Parnis mit einem Miyota 821A (außerdem sogar mit Keramiklünette) deutlich teurer ist, will sich mir nicht so wirklich erschließen (bei Amazon derzeit 100€ teurer / direkt bei parnis.org immerhin knapp 50€ teurer).

Aber nun gut – wie ist ansonsten die Qualität der Parnis 2072 bzw. Alpha 07? Das Gehäuse ist allemal sehr massiv, allerdings einen Tick zu grob verarbeitet für meinen Geschmack – der Wechsel zwischen satinierten und polierten Bereichen ist gelungen, wenngleich die Satinierung gerne hätte etwas feiner ausfallen dürfen:

Selbiges gilt für die Schließe, die mich zumindest haptisch positiv überrascht hat: Sie ist deutlich massiver als 08/15-Blechschließen, die man sonst so in dieser Preisklasse antrifft. Nur der Schließenmechanismus ist extrem schwergängig und die Stahlglieder quietschen und klappern vor sich hin. Auch das Spaltmaß ist gefühlt so groß wie der Grand Canyon…

Parnis Schließe Hommage
Schwergängige Parnis-Schließe (im Hintergrund: Die Schließe der Tudor Black Bay GMT)

Äußerst schwergängig ist außerdem die Lünette, das „Klicken“ fühlt sich ziemlich billig an. Aber das schlimmste: Sie sitzt merkbar schief – das ist für mich persönlich ein No-Go in einfach jeder Preisklasse und definitiv ein Rücksendegrund…

Bei Detailaufnahmen offenbart die Parnis 2072 außerdem kleinere Schwächen bei den Zifferblattdrucken (die Schrift wirkt am Rande ausgefranst) – kein Vergleich zu den perfekten Drucken der erst vor kurzem von mir getesteten, ähnlich teuren UNDONE Basecamp. Die Verarbeitung der goldfarbenen Zeiger und applizierten Indizes ist aber ziemlich gut.

Parnis Mercedes Zeiger

Fazit zu Parnis-Uhren: Licht und Schatten

Alles in allem ist die von mir getestete Parnis Alpha 07 bzw. 2072 sicherlich kein Totalausfall. Die Falschinformation auf Amazon kann mal passieren. Was aber nicht passieren darf ist solch ein auffälliger Mangel wie die schief sitzende Lünette – da blutet mir als Uhrenfreak einfach das Herz! Ansonsten hat die Parnis auch ihre Vorzüge (z.B. das massive Gehäuse, die massive Schließe und die gut verarbeiteten Zeiger / Indizes), in der Summe ist der Preis für das Gebotene allerdings zu hoch (insbesondere im Vergleich zu den Parnis-Submariner-Hommagen mit Keramik-Lünette). Aufgrund der beschriebenen Mängel habe ich sie jedenfalls wieder zurückgeschickt – schade!

Ferner kann ich mich dem Blogger-Kollegen Thomas Gronenthal nicht anschließen, der eigenständige Tendenzen bei Parnis zu erkennen vermag („Parnis – vom Kopist zum Kreateur“). Völlig unabhängig von rechtlichen Aspekten kann ich Parnis kaum ernst nehmen, solange der Hersteller querbeet Designs kopiert und die jeweiligen Modelle sogar noch dreist mit den Namen der Vorbilder versieht (Gauss, Yacht, Topgun…). Da helfen auch die zarten Bestrebungen von Parnis in Richtung etwas mehr Eigenständigkeit nicht.

Noch ein Hinweis zu den Bezugsquellen: Die Preise auf parnis.org erscheinen vielleicht auf den ersten Blick sehr verlockend – beachtet aber, dass Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren hinzuzurechnen sind (+19% Einfuhrumsatzsteuer sowie schlanke 80 Cent Zoll). Außerdem läuft man bei einer Bestellung in China ggf. Gefahr in die Geschmacksmuster-Falle zu tappen (wie oben ausgeführt).

Wenn ihr trotz meiner Bedenken zu einer Parnis greifen wollt, dann kauft aber auf jeden Fall über den deutschen Onlineshop Watchner, um bei Qualitätsproblemen ggf. Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können. Ein weiterer Vorteil: Watchner übernimmt nach eigenen Aussagen die Qualitätskontrolle, die erfahrungsgemäß bei den Chinesen oftmals sehr stiefmütterlich behandelt wird (zum Beispiel Messung der Gangwerte auf einer Zeitwaage / Justierung der Gangabweichung, Kontrolle der Armbandschrauben und Federstege, Wasserdichtigkeitsprüfung).

Parnis-Alternativen

Die Alternativen zu Parnis sind vielfältig. Ich habe mich zum Beispiel schon öfters auf diesem Blog mit der Marke Spinnaker beschäftigt, die auch in Asien produziert, allerdings konstant gute Qualität mit klassischen, aber dennoch halbwegs eigenständigen Designs paart. Auch bei Spinnaker kommen in der Regel Automatikwerke (meistens das robust-zuverlässige Seiko NH35) sowie Saphirglas zum Einsatz. Besonders beliebt ist beispielsweise die Retro-Taucheruhr Spinnaker Fleuss SP-5055 für knapp über 200€ …

Eine hervorragende Alternative mit genialem Preis-Leistungs-Verhältnis ist übrigens auch die Promaster Automatik vom japanischen Traditionshersteller Citizen…

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, freue ich mich über ein Like bei FacebookInstagramYouTubePinterest oder Twitter. Ooooooder

Auch über Kommentare freue ich mich immer sehr (Kommentare werden einzeln, in der Regel innerhalb kurzer Zeit, geprüft und freigeschaltet). Vielen Dank!

Reklame

Dieser Beitrag hat 41 Kommentare

  1. Reiner

    Parnis Vintage 2072
    Ich besitze diese Uhr in ihrer ersten Baureihe. Es ist wirklich darin das Miyota 9015 Werk verbaut, das wirklich hervoragend läuft. Auch die anderen hier beschriebenen Mängel kann ich nicht nachvollziehen und auch nicht berichten.
    Meine Uhr habe im Jahre 2017 bei einem deutschen Händler für deutlich unter 300 Euro erstanden. Kurze Zeit später war das Angebot geändert und statt des Miyota Werks 9015 war nur noch eins aus der 8000er Reihe verbaut. Der Preis war gleich geblieben. Also war sie sehr viel teurer geworden.
    Meine Uhr läuft wirklich sehr schön flüssig und die Ganggenauigkeit ist hervorragend ab Werk gewesen und auch heute noch Chronometer verdächtig.

    Ich finde, dass man die Uhr kaufen kann, aber sehr genau darauf achten muss welches Modell man angeboten bekommt. Augen auf beim Kauf gilt ja grundsätzlich immer.

    Nur das 9000er Werk hat Handaufzug und Sekundenstop, das ist das was man sehr leicht überprüfen kann.

    1. Mario

      Danke für deinen Erfahrungsbericht Reiner!

  2. Jean

    Danke für Deinen ausführlichen Bericht. Selbst trage ich seit meiner Insolvenz vor knapp 3 Jahren keine Deepsea Weller mehr und freue mich jeden Tag, dass Parnis ein nahezu identisch aussehendes (sogar mit sterilem, nicht bedrucktem Zifferblatt) Produkt am Start hatte.. für m.E. 139,- Euro. Es gibt mir ein Stück weit mein altes Lebensgefühl zurück. Warum sollen Menschen, die z.B. nicht so wohlhabend sind, sich nicht auch eine schwere Automatik an ihr Handgelenk binden dürfen? Just my two Cents.. 😉

    1. Mario

      Danke für deinen Input!

    2. Anonymous

      Warum müssen die Uhren von Menschen, die z.B. nicht so wohlhabend sind, genauso aussehen wie die von Menschen, die z.B. schon wohlhabend sind?

      1. Etienne M.

        Nicht Dein Ernst, oder? Ich bin extrem wohlhabend und trage das, was Dich augenscheinlich aufregt, denn „who cares?“. Es ist ein Spiel mit Schein und Sein und Eitelkeiten, die besonders bei oberflächlichen Menschen vorhanden sind.

  3. Peter

    Also es stimmt das Parnis „dreist“ kopiert! Auch stimmt es das man durchaus Pech haben kann wenn man ein Modell ordert! Es stimmt aber auch das viele Luxusmodelle ab 2000 Euro bis „grenzenlos“ einfach zu teuer sind!! Und im Verhältnis nicht das bieten was sie „versprechen“ (meine Meinung) .Eine Parnis „GMT“ für knapp 60 Euro ist mit einer WD von 50m unschlagbar!! Habe selbst Tag Heuer, Longines und Mido,Seiko und Citizen sowieso.Aber wer eine solide Uhr die in der Regel auch noch gut aussieht (ist ja abgekupfert) sucht wird nicht enttäuscht!! Da beißt die Maus sich keinen Faden ab!! Ebenso hat der Blogger Kollege alias Uhrenratgeber selbst die Pagani Aquaracer „Hommage“ unterm Strich eher gelobt als nicht!! Und das schafft Parnis in der Regel mindestens genauso! Preis Leistung und Optik für unter Hundert Euro in der Regel…“so what“.Uhrforum soll darf sich jeder seine Meinung selbst bilden…auch dort ist bei weitem nicht alles Gold was glänzt und es sollte besser in Markenuhrenforum für Mitläufer und ja Sager umbenannt werden! Bitte nicht falsch verstehen aber jedem das seine .

      1. Anonymous

        Das habe ich bei Zwei Modellen auch! Habe mir aber aufgrund des Uhrenratgeber Videos explizit über die AR Hommage eben diese bestellt und muss sagen mein Exemplar war „grottig“!! Denke unterm Strich schenken beide Marken sich nichts. Man bekommt in der Regel viel Uhr für wenig geld!

        1. Mario

          Was war denn genau grottig?

  4. Die Nadel

    Auf meine Anfrage, ob die Bezeichnung „Marina Militare“ durch Officine Panerai S.r.l. geschützt wurde, erhielt ich ich von der Officine Panera Deutschland folgende Antwort:
    „Sehr geehrter Herr Xxxxxxx,

    herzlichen Dank für Ihr Interesse an Officine Panerai.

    In Bezug auf Ihre Anfrage möchten wir Sie informieren, dass Panerai nicht offiziell den Begirff „Marine Militare“ geschützt hat, da es sich bei dem Namen um eine offizielle Referenz zu der Italienischen Marine handelt. Officine Panerai hat schon früh hochpräzise Instrumente an die italienische Marine geliefert und entworfen. Hier auf unserer Website können Sie mehr zu der Geschichte von Officine Panerai und der Zusammenarbeit mit der Italienischen königlichen Marine lesen.

    Wir hoffen Ihnen mit diesen Angaben weitergholfen zu haben.
    Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

    Wir hoffen, Sie schon bald wieder auf Panerai.com begrüßen zu dürfen.

    Freundliche Grüße

    Xxx Xxxxxxxxxx
    Ambassador Officine Panerai
    Tel: +49 89 XXXXXXXX“

    Das Antwortschreiben habe ich bis auf die Unkenntlichmachung der Klarnamen und der Telefonnummer unverändert hier einkopiert.
    Weitere Recherchen ergaben übrigens, dass die Officine Panerai S.r.l. durchaus Rechte an der Marke „Marina Militare“ lizensiert hat, aber nur in einer Handvoll Ländern außerhalb Europas.

  5. Bullac

    mal auf dem Teppich bleiben,

    und natürlich kopiert der Chinamann Uhren und deren Muster, da bin ich auch kein Freund von. Einmal mehr hat das nichts mit Qualität zutun, und hier im Lande lassen die Firmen billig in China produzieren um es hier teuer zu vermarkten. Das ist also in Ordnung und wehe dem es wird kopiert und billig angeboten.

    Aus den vier Jahrzehnten Uhrenreparatur habe ich vieles gesehen und vieles auch für mich behalten. Letztlich soll der Kunde ja so richtig abkassiert werden. Ganz nach dem Motto, teuer ist auch gut oder Superlativ, wie auch immer! Der Schweizer mit deren ETA Produktion ganz vorne, einmal auf den roten Knopf gedrückt spukt die Produktionsmaschine tonnenweise ETA Werke im Rohzustand heraus. Dabei stört es wenig, dass das teuerste Werk zu DM Zeiten 65DM teuer war! Ja, 65DM! Das Rad wird neu erfunden und mit Patente am Baumuster gelegt. Damit verdient man ebenso Money!

    Es bleiben unzählige Firmen die die ETA Rohwerke kaufen und erst einmal zerlegen. Letzteres wird aufgearbeitet, modifiziert und landet als Luxusprodukt am Handgelenk. Da gibt es dann noch eigene Manufakturen die sich erst gar nicht damit abfinden. Aber auch hier gibt es Rohwerke die einzig allein teuer sind, einmal mehr weil diese nur in sehr geringen Stückzahlen hergestellt werden.

    PARNIS, schon ein Kult und ein Dorn im Auge derer die hier versuchen billigen Mist als teuer zu verkaufen! Die preiswerten Modelle, es gibt nur preiswerte, haben in der Regel ein Edelstahlgehäuse poliert. Das Armband ist in der Regel billig und Ausnahmen bestätigen die Regel, es gibt auch billige gute die halten. Nach einem Jahr, egal wie aussieht, runter damit und neu. Damit hat sich das erledigt mit den hier zu teuer angebotenen Armbändern. Tja, die Uhrwerke, das Herz der Parnis. In der Regel trifft man hier auf Rohwerke von Seagull oder andere Fernost-Räderwerke. Auch findet man kopierte ETA Werke. Der Vergang kann unterirdisch sein, aber auch gut. Daher sollte man nicht zu genau hinsehen und die Genauigkeit von ETA zweifele ich gerne an, da mir zu viele auf der Uhrenwaage aufgefallen sind. Kurzum, ist ein Seagull Schrott, bekommt man leicht und preiswert Ersatzteile. Dann kauft mal ein Federhaus als Reparatur-Kit bei den Namenhaften Herstellern und lasst es einbauen. Daher, wo Licht ist, ist auch Schatten!

    1. Mario

      Danke für deine Gedanken!

  6. Lucian

    Watchner ist sehr in Ordnung!!!
    Wo finde ich Infos über die STY Chinawerke?
    Viele Grüße

  7. Mario

    Danke für diesen wertvollen und exzellent argumentierten Kommentar.

  8. Anonymous

    Hommagen, aber gerne, die sind mittlerweile so gut gemacht, das Uhrforum sollte man hier besser nicht zitieren, da gilt eher je teurer desto besser, wahre Uhrenliebhaber distanzieren sich eher von diesem (Uhr)forum das eher an Kommerz interessiert ist als an Uhren, teilweise sind die Mods in diesem Uhrforum nur noch peinlich, Mods sollten neutral sein und nicht Stellung für eine Marke beziehen.

    Und apropo Parnis, glaubt wirklich noch jemand das die chinesischen Werke sooo viel schlechter sind, die Dinger laufen genau und bei der geringsten Bewegung an und das über viele Jahre, ne Revision vergessen wir da mal schnell, kurz mal für ein paar Dollar/Euro ein neues Werk rein und fertig, ah ja Haptik etc., nun ja ist das so viele Tausender mehr wert?

  9. Christoph

    Das Zifferblatt der hier gezeigten Uhr zeigt „21 – Jewels“, d.h. es handelt sich um ein Miyota der 82xx-Baureihe mit 21.600 A/h und keineswegs um den Schnellschwinger Miyota 9015 mit 24 Steinen und 28.800 A/h. Parnis hat beide Werke verbaut und auf den Zifferblättern mit der Angabe der jeweiligen Steine klar gekennzeichnet.

  10. Anonymus

    Mahlzeit,

    der Betreiber der Webseite Parnis.org wird all zu oft und so wie in Deinem Bericht fälschlicherweise als der Original Hersteller bzw. als Original Parnis bezeichnet. Es mag sein, dass dieser chinesische Distributor sich gerne als solches bezeichnen möchte, jedoch ist dem nicht so. Parnis selbst (ich kenne den Inhaber sowie die Fabrik) hat keine eigene Webseite. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Distributoren in China und einigen anderen Händlern im Rest der Welt.

    Des Weiteren was die Qualität der Uhren von Parnis angeht, so ist diese über die Jahre immer besser geworden. Spaltmaße und schief eingeklebte Lünetten-Einlagen hin und her / bei den Preisen ist das für mich ein Stöhnen auf hohem Niveau. Ausser China, Japan und der Schweiz gibt es weltweit keine nennenswerten Hersteller mehr. Wer sich die Schweizer nicht leisten möchte, sich aber gerne an Designs bekannter Marken erfreut, der findet bei Parnis alles was das Herz begehrt.

    Mangels Alternativen darf man froh sein, dass mit PARNIS eine Marke auf dem Markt ist, die qualitativ hochwertige Uhren zu einem bezahlbaren Preis anbietet.

    Beste Grüße

  11. Ratman

    Moin.

    Stimme dir weitgehend zu, wobei ich Parnis-Uhren entweder gebraucht oder aber direkt in China bestelle. Dadurch liegt der Preis so gut wie immer unter 100,- Euronen. Ärger mit dem Zoll hatte ich nie, obwohl ich viele der Uhren dort abholen musste. Das mit den Bändern sehe ich locker, bei mir kommt eh meist ein Zubehör Band dran, meist Stahl oder ein Nato.

    Das Uhrforum hat übrigens seine Blacklist mächtig aufgeräumt. Von Parnis steht nur noch die Marina Militaire drauf, ansonsten darf alles von Parnis gezeigt und gehandelt werden -> https://uhrforum.de/threads/uhrforum-blacklist.403090/

    Beste Grüß,
    Tom

    1. Mario

      Danke für den Hinweis, habe das so in den Artikel übernommen 🙂

    2. Hoffa

      Watchner ist eine Betrügermasche. Alles was du erzählst ist sinfrei. Man merkt du hast keine Ahnung allgemein von Uhren. [Beleidigung entfernt]

      1. Mario

        Danke für diesen wertvollen und exzellent argumentierten Kommentar.

  12. Große Klappe

    Und warum ist ein GMT von Steinhart weniger Fake als von Parnis? Keine ist Rolex oder Tudor.

    1. Mario

      Moin moin! Das muss jeder für sich selbst entscheiden, wo da die Grenze zu ziehen ist. Steinhart kann man allerdings zu Gute halten, dass in Teilen des Portfolios eine gewisse Eigenständigkeit herrscht. Das sehe ich bei Parnis überhaupt nicht. Grüße Mario

  13. Klemens K.

    Ich besitze seit einigen Jahren die zu Beginn des Artikels abgebildete IWC Portugieser hommage von Parnis.
    Zunächst war ich hinsichtlich Haptik und äußerer Verarbeitung ziemlich begeistert.
    Dann allerdings der Schock:
    Bei bewegtem mehrstündigen Tragen entwickelt sich ein Vorgang um ca. 120sec/d..
    Legt man die Uhr bleibts bei +/- 5sec.
    Hab die Uhr damals mit regem email Verkehr zu watchner geschickt, muss fairerweise pro watchner sagen, daß sie das kostenlos gehandhabt haben, obwohl ich die Uhr auf einem Flohmarkt erworben habe.
    Geändert hat sich danach allerdings nichts. Insofern sind gerade die “ inneren Werte“ bei meinem Modell enttäuschend.
    Habe neben einigen Schweizern, Japanern und Russen auch noch den China Airforce Chrono 1963, da stimmt wirklich alles. Der ist allerdings auch eine echte Replik an ein echtes chinesisches Original. Insofern würde ich mich davor hüten, chinesischen Uhren grundsätzlich Qualität abzusprechen.

    Daneben ist es aber auch bemerkenswert, daß meine Portugieser hommage einen zwar seriös und optisch einwandfrei wirkenden “ Chronometer“ Schriftzug führt. Dieser Begriff ist meiner Kenntnis nach geschützt und darf nicht so ohne weiteres verwendet werden.
    Insofern hatte ich schon echte Sorgen von einem Kenner der Materie angesprochen zu werden…😅
    Kurzum, ich trage die Uhr so gut wie nie, bedanke mich aber für die ausgewogene Berichterstattung.

    1. Mario

      Vielen Dank für deinen zusätzlichen Input, Klemens! Die Seagull 1963 habe ich hier auf dem Blog ja auch schon getestet und war auch ziemlich begeistert 🙂

  14. Thomas Gronenthal

    Lieber Blogger-Kollege, die Uhren, die ich damals mal getestet habe, wurden mir vom deutschen Parnis-Importeur Watchner zur Verfügung gestellt. Und bei den drei Uhren war das Design tatsächlihc deutlich eigenständiger. Die Modelle, die direkt Uhren wie Tudor kopieren, heiße ich auch nicht gut. Zum damaligen Zeitpunkt des Testes war ich der Meinung, das Parnis hier einen Turn zu eigenen Uhren schafft – was sich leider nicht bestätigt hat.
    Wen es interessiert, kann den damaligen Test hier nachlesen: http://watchthusiast.de/test-parnis-vom-kopist-zum-kreateur/
    Herzliche Grüße,
    Thomas Gronenthal

    1. Mario

      Danke für die ergänzenden Worte, Thomas!

    2. Anonymus

      Lieber Thomas,

      es gibt gar keinen Grund zurück zu rudern 🙂

      Parnis hat in den letzten 1-2 Jahren UNMENGEN an neuen Modellen heraus gebracht, die komplett eigenständig sind. Wenig erstaunlich dabei ist, dass sich diese neuen Serien nur schleppend verkaufen bzw. eben nicht so sehr gefragt sind, wie die Modelle mit einem klar erkennbaren Hommage-Charakter. Das mag dann vielleicht auch der Grund dafür sein, dass diese neuen Modelle im Markt kaum in Erscheinung treten und man den Eindruck gewinnt, es gäbe nichts Neues unter Chinas / Parnis Sonne.

      Im Übrigen wird es von Parnis immer weniger Panerai und Marina Militare Uhren zu sehen geben.
      Der Stress mit der Richmont-Gruppe (Panerai, IWC etc..) scheint zu groß zu sein, so dass langsam aber sicher die Produktion dieser Uhren komplett eingestellt wird. Es wird auch nicht einfach sein, Nachahmer in China zu finden. Zu Rolex darf ich allen Interessierten sagen, dass es Rolex nicht interessiert wie nah eine Parnis vom Design an Rolex angelehnt ist. Es gab unzählige Zöllner, die vermeintliche Rolex-Hommagen einbehalten haben und wieder frei geben mussten. Laut O-Ton Rolex interessiert es einfach nicht, solange nicht auch Rolex drauf steht. Werden geschützte Marken schon durch die bloße Nennung verletzt (Milgauss, Submariner etc sind ebenfalls eingetragene Marken) und sei es nur auf einer Webseite wie bei Parnis.org, so interessiert dies dann durchaus auch die Rechtsabteilung von Rolex.

      Das Rad komplett neu erfinden wird niemand mehr / auch die Schweizer nicht, von denen nicht wenige überhaupt auch nur deswegen existieren, weil sie die Design-Nähe zu Rolex & Co. suchen.

      Wer eine Rolex möchte, der kauft eine Rolex.
      Alle anderen kaufen ebenso schöne Uhren, allerdings zu einem weitaus günstigeren Preis.
      Und dann gibt es noch nie die beides kaufen, die Rolex für den Tresor und die Parnis für’s Handgelenk und glaubt mir, das sind nicht wenige….

      In diesem Sinne

  15. Dlanor Lepov

    Stimmt sicher alles so.
    Parnis für 200 Euro ist überbezahlt so wie die original Rolex für 14.000 Euro oder die orginal Panerai für 9.000 Euro.
    Ich habe jüngst 3 Hommages von Parnis (und dessen vermutlichen Ablegern) erworben (Zollprobleme scheinen eine deutsche Sache zu sein, ich lebe in Frankreich und hier geht alles durch). Eine „PAM 422“, eine „Yachtmaster“ und eine „Aquatimer“. Preis 110 Euro, 70, und 60. Die Uhren sind fehlerfrei, sauber gefertigt und laufen präzise.
    Ich habe Schweizer Uhren im 1000 Euro Bereich und finde, dass ich im Vergleich zu viel bezahlt habe. Meine 1200 Euro Tutima ist wenigstens originell, grund-solide und wird nicht imitiert. Es gibt also Kategorien-Unterschiede.
    Wer Tausende hinlegt, weil irgendeine B-Celebrity von der Uhrfirma (also eine der Firmen der französischen Luxusunternehmer Pinault und Arnault) sechsstellige Summen für eine Foto mit Uhr bekommt, ist selbst schuld. Uhren sind wunderbar, aber nicht wirklich kompliziert. Man kann schnell selbst zu einem Urteil kommen, ganz ohne Celebrity Endorsement.
    Ich würde jedem empfehlen, eine Parnis Hommage seiner Wahl zu testen, ohne Vorurteil oder die Idee, dass ein Konsumprodukt jemals eine Persönlichkeit bereichern kann. Ich jedenfalls habe mehr Spass mit den Uhren als ich bezahlen musste.
    Noch mehr Spass habe ich mit meinen gemoddeten Vostoks für 30 Euro, aber das ist eine andere Geschichte.

    1. Thomas H.

      Fake – Sollte das Wort des Jahres werden !!!!
      Fake Watches are for Fake People – ( Fratello Magazine ) . Dieser Aussage kann ich mich nur anschließen !!!

      Ich kaufe meiner Besten ja auch keine Fake von Louis-Vuitton.
      Ich wüßte nicht, was passieren würde, wenn sie auf solch Fake angesprochen werden würde. 🙁
      Allein der Gedanke …..
      Wie ich oben schon geschrieben hatte, geht es mir aber vielmehr darum, dass den Micro´s Auftragsvolumen durch diese Replikas aus China – oder sonst wo – entzogen wird. Die damit gemachten Gewinne würden in Europa bleiben, dort versteuert werden und der Allgemeinheit ( ggf. ) zur Verfügung stehen.
      Ich stimme aber zu, dass manch Originale einfach zu teuer sind. Nicht umsonst belief sich der Umsatz von Audemars Piguet im Jahr 2018 auf > 1 Milliarde Schweizer Franken. ( ca. 66.000 Uhren zu 15.000,- SFR ) . [ Die Masse macht es. Aber Wahnsinn, was doch wohl für Geld frei auf dem Markt ist! ]
      Ich bleibe dabei: Lieber kein Fake-People sondern etwas von den KLEINEN, die ihr eigenes Design mittels etwas Hirnschmalz und Ideenreichtum auf den Markt bringen (wollen) – das bringt den Unterschied zur Masse und nicht die (Original oder) Fake Audermars Piguet.

    2. Mario

      Danke für deine Meinung! 🙂

  16. Heiner K.

    Ich kaufe keine Kopisten. Ich kaufe nur Originale, auch wenn es keine Rolex ist

  17. Rene

    Mario, ein wenig Schmunzeln musste ich ja schon. Zwei Gründe:
    (a) du als Gegner von Replikas möchtest dir eine „leichte Sommeruhr“ kaufen, die zu 95% ein (schlecht gemachter) Nachbau ist? Na, na! (Spaß)
    (b) Es ist schizophren, dass der Zoll angehalten ist, solchermaßen eng am Original liegenden Nachbauten aus dem Verkehr zu ziehen, im deutschen Onlineshop angekommen, sind dieselben Uhren aber plötzlich völlig in Ordnung? – Dann dreht sich bei genauer Betrachtung der Schutz offensichtlich auch aus Amtssicht nur um die mißbräuchliche Verwendung des Markennamens auf dem Zifferblatt. Ok, auf der 2072 steht PARNIS und nicht auch noch „mostly Tudor, plus a little bit of Rolex“, aber das ist ja durchaus grenzwertig. Auf diese Art beklommt man die Freunde von guten Replikas sicher nicht missioniert.

    1. Thomas H.

      Bei der leichten „Sommeruhr“ mußte ich auch schmunzeln. Also Mario – NEIN !!
      Wie Rene´s Bruder von der Kripo weiß, ist mir über einen alten Studienfreund, den es vor etlichen Jahren zum Zoll verschlagen hat, bekannt, welche Unmengen an Replikas aus China kommen. Die Anzahl weiß ich jetzt nicht mehr genau, aber ich wollte es nicht glauben, dass es tatsächlich so viele waren ( glaube es waren 500 Stück / Woche, die beschlagnahmt werden ).
      Wenn man sich jetzt vorstellt, welches Kundenpotenzial dahinter steckt, würden sich die Micro´s freuen, auch nur 10% davon als ihre Kunden bezeichnen zu können. Ich glaube nicht, dass der illegale Import den großen Marken so weh tut. Vielmehr werden die Kleinen davon betroffen sein. Denn wer eine Replika kauft, würde sicherlich nicht zum 10 bis 20 mal so teurem Original greifen. Und wer zum Original greift, der braucht halt sicherlich die Replica nicht mehr. Das Kundenpotenzial geht also einzig den Micro´s verloren – und damit auch die Arbeitsplätze, die bei entsprechendem Umsatz geschaffen werden könnten.
      Ich freue mich somit sehr, dass hier von Mario etliche Micro´s vorgestellt werden, die in Qualität den Importen weit überlegen sind und beim Preis – aber auch nur kurzfristig – halt minimal teurer sind, wenn überhaupt.
      Die „Werbung“ für diese Sparte ( meine damit nicht den Sommeruhrhersteller ) ist absolut wichtig und hilft uns aus einem akzeptablem Umfeld auswählen zu können.

    2. Mario

      Ich wollte dem Ührchen halt wirklich ne Chance geben 🙁

  18. Ralf

    Super wie immer. Ich hatte auch mal eine Uhr von Parnis. War ok, aber mit 130 Euro auch günstiger. Habe dann aber keine Lust auf eine Kopie gehabt.

    1. Mario

      Danke für den Kommentar, Ralf! 🙂

  19. Günter

    Ich habe auch schon öfter überlegt mir eine Parnis zu kaufen. Aber bis jetzt hatte ich Abstand davon genommen. Obwohl der Preis schon sehr verlockend im Vergleich zu einigen teuren Markenuhren ist. Aber nach Deinem Bericht muss ich sagen. Der Abstand ist jetzt so groß geworden das ich keinen Gedanken mehr verwenden werden. Danke für den Bericht. Weiter so. War wie immer sehr interessant

    1. Mario

      Freut mich helfen zu können, Günter!

Schreibe einen Kommentar zu Dlanor Lepov Antworten abbrechen