Carbon-Ziffernblatt Uhr Chrono Formel 1

Pacemasters Paddock: Formel 1-Chronograph auf Kickstarter / Prototyp im Test

In der Nähe des Stuttgarter Flughafens habe ich den Kopf hinter einer neuen, äußerst vielversprechenden Micro-Brand persönlich treffen können: Eugene von Pacemasters. Bisher ist über die Marke kaum was zu finden – doch das soll sich ändern: Pacemasters schickt mit einer Kickstarter-Kampagne Ende Mai 2018 sein allererste Modell, den Pacemasters Paddock Chronographen mit allerlei modernen Design-Inspirationen aus der Formel 1 bzw. dem Motorsport ins Rennen. Bei meinem Treffen mit Eugene konnte ich einige Prototypen ausführlich begutachten. Warum ich glaube, dass das Projekt Potential für das Siegertreppchen hat, lest ihr in diesem Artikel…

Pacemasters Paddock Formula 1
Verschiedene Varianten des Pacemasters Paddock Chronographen: Gehäusebeschichtung schwarz oder matt-schwarz, ohne Beschichtung, grün-gelbe Lünetten-Beschriftung, weiße Lünetten-Beschriftung.

 

Eckdaten des Pacemasters Paddock Chronographen:

  • Durchmesser 42 mm, 48 mm Horn-zu-Horn, 12,5 mm Höhe
  • Seiko Mecha-Quarz VK67
  • Saphirglas
  • Armband aus echtem Alcantra
  • Butterfly-Faltschließe
  • 10 bar Wasserdichtigkeit (zum Schwimmen geeignet)
  • 20 mm Bandanstoß
  • Erhältlich in verschiedenen Varianten mit schwarz- oder matt-schwarz-beschichtetem Gehäuse sowie unbeschichtetem Edelstahlgehäuse. Auch das prägnante Datums-Fenster gibt es optional in einer weniger auffälligen schwarzen Variante.
  • Preis (Kickstarter): ca. 400 US-Dollar (inklusive Einfuhrumsatzsteuer/Zoll ca. 400€) / später circa 550 US-Dollar

 Pacemasters Paddock Kickstarter Test

 

Test: Pacemasters Paddock Chronograph – im Mai 2018 auf Kickstarter

Auf der Pacemasters-Website findet man allerlei markige Sprüche („Formula 1 has always been a part of our lives“) und im persönlichen Gespräch mit Eugene habe ich sofort gemerkt, dass diese nicht nur heiße Luft sind: Mit leuchtenden Augen erzählt der sympatische, gebürtige Russe von seiner Begeisterung für die Formel 1 und zeigt auf seinem Laptop einige Kindheitsfotos in voller Formel 1-Fan-Montur (sein Idol: Michael Schumacher)…

Eugene Pacemasters

Bei all der Leidenschaft ist es kein Wunder, dass Eugene und sein Team (u.a. mit seinem in Berlin wohnenden Bruder, der in der Automobilbranche arbeitet) beim Design des Pacemasters Paddock Chrono (der Name ist abgeleitet vom Formel 1-Paddock-Club für VIPs) sehr viel Wert auf ein eigenständiges Design gelegt hat – keine Selbstverständlichkeit für Micro-Brands. Eugenes klare Aussage: Von Hommagen oder dem x-ten ausgelutschten Retro-Design hält er nicht viel (Eugene: „boring!“).

Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen: Die vier Prototypen, die mir Eugene gezeigt hat, waren qualitativ erste Sahne und erstaunlich gut verarbeitet. Insbesondere das Gehäuse-Finishing mit den sportlichen Kanten machte einen überzeugenden Eindruck.

Carbon-Ziffernblatt Uhr Chrono Formel 1
Das PaceMasters-Logo repräsentiert gleichzeitig eine stilisierte Flagge, eine Rennstrecke und die Abkürzung der Buchstaben PM

Pacemasters Test Kickstarter

 

Augenscheinlichster Blickfang des Pacemasters Paddock Chronographen ist aber das durch sechs verschiedene Schichten sehr plastisch und hochwertig wirkende Ziffernblatt mit einem Datumsfenster im Formel 1-Anzeigetafel-Stil („Pit Board“).

(Hinweis am Rande: Das Datum sitzt beim Prototypen noch sehr tief, wodurch es sehr schlecht ablesbar ist – ein Design-Mangel, der aber in der finalen Version noch ausgemerzt wird).

Pit Board Anzeigetafel Formel 1 Uhr

Beim Datums-„Pit Board“ sind auch einige Individualisierungen möglich, z.B. wird es eine knallig-auffällige Variante in dem selben gelb-grün Ton geben wie Zeiger und Rehaut („Sector 1“) geben sowie eine deutlich dezentere schwarze Variante. Auch die Beschriftung selbst wird individualisierbar sein (z.B. „Keep Pace“, einem typischen Formel 1-Motivations-Spruch an den Fahrer):

 

Weitere Design-Elemente, die keinen Zweifel an den Formel 1-Inspirationen lassen sind…

…die sportlichen Carbon-Elemente (eine 0,4 mm dicke Ziffernblatt-Schicht), …

Carbon-Ziffernblatt Chronograph F1

… der „START“-Schriftzug auf dem Chrono-Drücker zum Auslösen einer Zeitmessung …

Chronograph-Drücker START

… die drei Sektoren („Sector 1… Sector 2… Sector 3“) auf der Rehaut in Anlehnung an die drei Timing-Zonen, die man häufig auf schematischen Darstellungen von Rennstrecken findet …

Formel 1 Rennstrecke 3 Sektoren Uhr

Shanghai International Racing Circuit track map
Bild von Will Pittenger [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

… und zu guter Letzt: das flexible Band (samt Butterfly-Faltschließe), welches standardmäßig mit jedem Paddock-Chronographen kommen soll und nahtlos in das Gehäuse übergeht. Das Besondere: Das Band ist aus echtem (!) Alcantra-Stoff, einem flauschig-weichen Microfaservlies, welches heutzutage viele Automobilhersteller bei höheren Ausstattungslinien für Sitzbezüge, Verkleidungen, Dachhimmel, Armaturenbretter etc. verwenden. Die Innenseite des Bandes ist aus Leder. Eine einfache, aber ziemlich coole Idee…

 

Angetrieben wird der Pacemasters Paddock Chrono von einem Seiko Meca-Quarz-Werk (VK67), mit dem ich schon viele gute Erfahrungen gemacht habe, z.B. beim Straton Syncro Retro-Chronographen (die Welt ist kleine: Eugene und der Straton-Gründer Kyle kennen sich persönlich). Ich würde jedenfalls immer ein Meca-Quarz-Werk einem rein batteriebetriebenen Quarz-Werk (z.B. von Ronda) vorziehen, da zumindest etwas mechanisches Leben in der Uhr werkelt. Letztendlich verbindet ein Meca-Quarz-Werk die Vorteile eines mechanischen Werkes mit denen eines Quarz-Werkes – und das zu einem günstigen Preis, was ja letztendlich eines der Hauptargumente von Micro-Brands im allgemeinen ist. Eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung von Pacemasters also…

Mehr zur Funktionsweise und ein Blick auf ein Meca-Quarz-Werk durch einen Glasboden gibt’s in meinem Artikel zum UNDONE Urban Chronographen.

Seiko Meca Quarz Werk Vk67

Dadrunter schlummert das Seiko Meca-Quarz-Werk: Der eher zweckdienliche Gehäuseboden der Pacemasters Paddock

Fazit zum Pacemasters Paddock Chronograph

Pacemasters macht mit dem ersten Modell sehr sehr vieles richtig: Ein eigenständig-modernes Design, sehr hochwertige Verarbeitung und ein Preis, der vielleicht kein Schnäppchen ist, der Qualität aber mehr als angemessen ist. Wem das Design gefällt, der sollte sich schon mal bei Pacemasters in den E-Mail-Verteiler eintragen, um den Kickstarter-Rabatt nicht zu verpassen. Formel 1-Tickets gibt’s obendrauf auch noch zu gewinnen 🙂

Ich wünsche Eugene jedenfalls viel Erfolg für das Projekt 🙂

Pacemasters Paddock Review

Abschließend noch ein kleiner Ausblick: Nach erfolgreicher Beendigung der Kickstarter-Kampagne für die Variante mit Mecha-Quarz-Werk soll auch Ende 2018 eine (dezent skelettierte) mechanische Version mit ETA 7750 folgen.

 

Weitere Infos über PaceMasters findet ihr in diesem Video:

 

Mehr über Kickstarter-Uhren-Kampagnen:

Kickstarter.com: So funktioniert das Crowdfunding von Uhren-Projekten

 

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