Totenkopf-Uhren und -Armbänder: Das schaurig schöne Halloween-Special 1


Mors certa, hora incerta – Der Tod ist sicher, nur die Stunde ist ungewiss.

Mit diesem bedeutungsschwangeren Satz und einem Augenzwinkern möchte ich dieses kleine Halloween-Special über Totenkopf-Uhren und -Lederarmbänder/-Schließen eröffnen.

Aber was bedeutet der Totenkopf als Symbol eigentlich?

Im christlich geprägten Abendland gehört das Bild des Totenschädels zum Krieg und zum Kampf. Er beweist die Unerschrockenheit, bedingungslose Härte, soll Drohungen zu töten, glaubhaft machen.

Ein Klassiker, der gerne als Beispiel genannt wird, sind Piraten, die man sich nicht zuletzt dank der Iglo-Werbung oder den Asterix-Comics eher verniedlicht vorstellt. Ob ein Haken als Hand-Prothese, ein Holzbein, eine Augenklappe und ein Papagei auf der Schulter zur Standard-Ausrüstung eines Piraten gehört hat, darf jedenfalls bezweifelt werden.

Bild: Pixabay

Bild: Pixabay

Auch heute noch ist der Totenkopf ein Symbol, welches genutzt wird, um Härte auszudrücken, z.B. in diversen Ultras-Gruppierungen (oder beim FC St. Pauli als Standard-Symbol) sowie verschiedenen Militär-Einheiten.
Das Totenkopf-Symbol ist mittlerweile allerdings salonfähig geworden und hat längst Einzug in die Modewelt gefunden und dadurch nicht mehr die düstere Bedeutung wie früher – allen voran Rosa-Schleifchen-Totenköpfe auf Mädchen-T-Shirts oder fragwürdige Geschmacksverirrungen wie die Wohn-Kollektion Kare Rockstar by Carmen und Robert Geiss…

Okay, zugegeben: Auch die folgenden Totenkopf-Uhren-Modelle dürften die Gemüter spalten – Geschmäcker sind nun mal verschieden. Genau wie die Ausgabebereitschaft für eine solche – sicher nicht alltägliche – Totenkopf-Uhr. Daher habe ich ein paar bezahlbare Modelle zusammengestellt: Von teuer bis günstig…

Bell & Ross Totenkopf-Uhren: „Death from Above“

Los geht’s mit dem teuersten Modell in dieser Vorstellung von einer vergleichsweise jungen Uhrenmarke mit Hauptsitz in Frankreich, Bell & Ross. Nice to know: Einer der Gründer von Bell & Ross, der Industriedesigner Bruno Belamich („Bell“), startete seine Uhrenkarriere als Praktikant von Helmut Sinn, damaliger Inhaber der gleichnamigen Frankfurter Spezialuhrenschmide Sinn. Dort ließen Belamich und der zweite Gründer Carlos Rosillo („Ross“) auch die ersten eigenen Uhrenmodelle fertigen (Bell & Ross by Sinn). Heute befindet sich die Produktion im Schweizer La Chaux-de-Fonds.

Fernab des üblicherweise eher schlichten Designs der Bell & Ross Fliegeruhren, hat die Uhrenmarke aber auch noch Totenköpfe als Stilelement für sich entdeckt: Mit ca. 5000€ für die Bronze-Variante der BR01 (Skull Bronze) geht’s los. Aber auch bei diesem Modell wird der Bogen zum Fliegeruhren-Hintergrund von Bell & Ross geschlagen. So schreibt Bell & Ross etwas übertrieben glorifizierend:

Diese […] Version ist eine Hommage an das Epos der Fallschirmspringer des Zweiten Weltkriegs. Diese Elitekämpfer trugen voller Stolz auf ihren Springeranzügen ein Abzeichen mit dem Totenkopf und der Aufschrift: «Death from Above». Mit ihrem Einfall im Morgengrauen des 6. Juni 1944 spielten die Truppen der 101. und 82. Luftlandedivisionen eine entscheidende Rolle bei der Landung in der Normandie […]

Bild: Bell & Ross

Bild: Bell & Ross

Die Totenkopf-Uhr BR01 kommt mit entspiegeltem Saphirglas, einem 46mm großen Bronze-Gehäuse (92% Kupfer und 8% Messing) und einem Schweizer Automatikwerk auf Basis des Sellita SW300-1. Der Totenkopf leuchtet im Dunkeln, die Indizes und die Zeiger sind vergoldet.

Ich mag zwar Bronze-Uhren, diese limitierte (und etwas teurere) Variante von Bell & Ross ist aber definitiv noch ausgefallener:

Bild: Bell & Ross

Bild: Bell & Ross

Das besondere dieser Totenkopf-Uhr: Das gesamte Gehäuse rund um das Zifferblatt ist im Stil einer Tätowierung graviert und erinnert an Flammen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man auch noch weitere Symbole für Vergänglichkeit: Ein Herz, eine Rose und eine Sense.
Bei der Herstellung wird jede in den Stahl gravierte Furche von Hand mit einem Stift und schwarzem Tintenlack gefüllt. Während der Bearbeitung kommt das Gehäuse mehrfach in den Ofen, um den Lack dauerhaft zu fixieren – ein ziemlich aufwendiger Prozess…

Bild: Bell & Ross

Bild: Bell & Ross

Der Totenkopf selbst wird in das Metall geprägt: eine Technik, die für die Herstellung von Münzen oder Medaillen Anwendung findet und für eine plastischen Optik sorgt. Die Eckdaten (bis auf das Bronze-Gehäuse natürlich) entsprechen dem der Bronze-Variante. Preispunkt für das limitierte Modell: Über 6000€.

 

Bunt, bunter, Bomberg: Das Totenkopf-Modell Bolt-68 „Skull“

Auch ich stoße ab und zu mal auf Uhrenmarken, die ich bisher überhaupt noch nicht kannte: So auch die 2012 gegründete Marke Bomberg, die zwar mit Swiss Made wirbt, in Deutschland allerdings sehr spärlich vertrieben werden (z.B. bei Heyder-Exclusiv).

Schon der erste Blick auf die Website verrät: Standard-Designs gibt’s hier nicht und mit alles andere als unterdimensionierten Gehäusegrößen von 44mm aufwärts sollen die Uhren vor allem eins: Auffallen. Laut Aussage von Bomberg orientieren sich die Modelle an der Tattookunst. Um das auch wirklich idiotensicher deutlich darzustellen, springt dem ahnungslosen Besucher der Bomberg-Website alles entgegen, was die Model-Kartei in der Kategorie tattoowiert zu bieten hat.

Eines steht aber fest: Bei solch bunten Designs ist es natürlich oftmals ein schmaler Grat zu einer billig anmutenden Optik.

Nette Idee: Die Drücker der Uhren sind oben angeordnet, und das aus einem bestimmten Grund: Die Modelle lassen sich nämlich relativ unkompliziert in eine Taschenuhr bzw. Halskette umwandeln. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt…

Lüm-Tec: Carbon-Uhr Combat B23 USN Edition

Die US-amerikanische Uhrenmarke Lüm-Tec hat das Carbon-Modell Combat B23 USN-Edition herausgebracht. USN steht allerdings nicht für United States Navy, sondern für Usual Suspect Network – eine Online-Community von Messerfreunden.

Der 43mm große Chronograph mit japanischem Miyota 9015 Automatikwerk und Saphirglas ist stark limitiert (50 Stück) und in Deutschland eher schwierig zu bekommen. Der Preis: $975, was für eine Carbon-Uhr vergleichsweise human ist.

Helson Blackbeard Totenkopf-Uhr: Nichts für Landratten

Unter dem Namen Blackbeard hat die Hongkonger Micro-Brand Helson eine Taucheruhr im Portfolio, die nach dem gleichnamigen berühmt-berüchtigten englischen Piraten Edward „Blackbeard“ Teach benannt ist. Diesen Piratenspitznamen hatte er sich auch redlich verdient: Bevor Blackbeard Schiffe kaperte, steckte er sich brennende Lunten in seinen dichten, schwarzen Bart, um noch angsteinflößender zu wirken. Ob Edward Teach auch immer einen Eimer Wasser daneben stehen hatte, ist nicht überliefert.

Bild: Helson

Bild: Helson

Bild: Helson

Verbreitet auch Schrecken im Dunkeln: Die Helson Blackbeard, Bild: Helson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für US$ 749 inkl. Versand bekommt direkt beim Hersteller ein Paket aus einem zuverlässigen japanischem Miyjota 9015 Automatikwerk und Saphirglas, verpackt in einem 42mm großen Gehäuse mit satten 50bar Wasserdichtigkeit – Edward „Blackbeard“ Teach wäre stolz!

Schade: Die Flagge, die Edward Teach hisste, wäre konsequenterweise sicherlich gut als Gehäuseboden-Dekoration gekommen…

By User:Fred the Oyster [CC0], via Wikimedia Commons

By User:Fred the Oyster [CC0], via Wikimedia Commons

Eine Bezahlung via PayPal ist möglich und aufgrund des internationalen Versandes auch anzuraten.

 

Detomaso San Remo Testa Di Morto: Macho, Macho Man

Die nächste Totenkopf-Uhr kommt von der Essener Uhrenmarke Detomaso, benannt nach dem Wahl-Italiener Alejandro De Tomaso, der auch den gleichnamigen Sportwagenhersteller gründete.

Zugegeben: Die Macho-Positionierung von Detomaso ist sicherlich nicht jedermanns Sache – auf der Website heißt es glorifizierend:

Die Männlichkeit, die ihm dort in die Wiege gelegt wurde, konnte er perfektionieren, denn Italien wurde zu seiner zweiten Heimat. Ein Land, in dem Männerkultur noch gepflegt wird: Autos, das Sich-Messen mit anderen, das Hervortreten aus der Masse, der Macho-Habitus. Ein Land, in dem Eigenschaften wie Stolz, Selbstbewusstsein und Charakterstärke unmittelbar zum Reifungsprozess eines echten Mannes gehören. Keine Frage: Männer werden aus Zeit gemacht.

Unterstrichen wird dieser Leitgedanke durch allerlei entsprechendes Bildmaterial auf der Detomaso-Website, darunter ein im Funkenmeer stehender Stahlarbeiter: Nichts für Weicheier! soll das dem geneigten Kunden vermitteln.

Dass Detomaso – wie viele kleinere Uhrenmarken – Designs abkupfert, kann man der Marke allerdings nicht vorwerfen: Die im Ruhrpot ansässige Temporex GmbH vertreibt Uhren der Marke Detomaso mit eigenen Design-Ideen – so auch die Automatikuhr San Remo „Testa Di Morto“, welche mit Saphirglas und einem soliden japanischem Automatikwerk (Miyota 8215) ein recht faires Preis-Leistungsverhältnis bietet.

Die Totenkopf-Taucheruhr ist verpackt in einem 43mm-Gehäuse, das bis 30bar wasserdicht ist (geeignet zum Tauchen). Es sind zwei Varianten erhältlich: Edelstahl und Edelstahl mit schwarzer PVD-Beschichtung.

 

 

Für Fans von Action der alten Schule: Jacques Lemans The Expendables 2 Geschenkset

Wer auf der Suche nach einem aktuellen Old-School-Actionfilm mit einem Haufen knallharter Schauspieler wie Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger & Co. ist, der kommt um The Expendables nicht herum.

Der unabhängige österreichische Uhrenhersteller Jacques Lemans hat für The Expendables 2 insgesamt drei Modellvarianten aufgelegt, zwei davon mit einem Totenkopf, welches das wahnsinnig kreative Emblem der Filmtitel-gebenden Söldnertruppe ist.

Die Quarz-Modelle sind mittlerweile mit ziemlich guten Rabatten zu bekommen, u.a. auch im Geschenkset mit den ersten beiden The Expendables Filmen als Blu Ray. Die runde Variante der Totenkopf-Uhr ist in den vier Herren-Größen 40, 44, 46, 49mm erhältlich. Für den Preis ab 114€ bekommt man (verständlicherweise) allerdings nur kratzempfindliches Mineralglas.

 

 

 

Maddog: Auf Kundenwunsch gefertigte Totenkopf-Schließen und -Armbänder

Wer keine Lust hat, extra eine neue Uhr für das nächste Festival, Rock-Konzert oder die Halloween-Party zu kaufen, der kann einen Blick auf die Lederbänder von Maddog-Straps werfen. Alle Bänder werden zu 100% auf Kundenwunsch handgefertigt – aus Vereinfachungsgründen kann man sich auch auf sehr viele Referenzbilder auf der Website beziehen. Zur Fertigung werden nur Angaben wie das gewünschte Rohmaterial, Abmessungen und sonstige Detail-Wünsche benötigt – zum Beispiel die Anzahl, Position und Größe diverser Totenköpfe auf Armband und Schließe.

 

Übrigens: 2015 hat Maddog-Straps für Sylvester Stallone diese zwei Bänder gefertigt – die Übergabe fand in Bulgarien im Rahmen der Dreharbeiten zu The Expendables 3 statt:

 

 

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