TAG Heuer Connected Modular 45 aus dem Online-Konfigurator: Viele frische Ideen, Swiss Made-Siegel, stolzer Preis

Die Ende 2015 erschienene erste Generation der TAG Heuer Connected (UVP: 1350€) darf man durchaus als Erfolg bezeichnen: 60.000 Stück wurden produziert und waren bereits Ende 2016 ausverkauft. Eine Neuauflage war also nur eine Frage der Zeit: Für die neue TAG Heuer Connected Modular 45, die Mitte März 2017 vorgestellt wurde, peilt Chef Jean-Claude Biver locker flockig über das doppelte an: 150.000 Stück sind das Ziel. Wieder mit im Boot ist natürlich auch der Kooperationspartner Intel, der einen leistungsfähigen Chip beisteuert.

Für Fans mechanischer Uhrwerke bzw. Smartwatch-Muffel hat sich TAG Heuer bei der Neuauflage auch noch etwas überlegt: Die Möglichkeit, das Smartwatch-Modul gegen ein klassisches Uhrenmodul mit Automatikwerk zu tauschen…

 

Modular und vollgepackt mit Ideen: Die neue TAG Heuer Connected Modular 45

Der Name „Modular“ kommt nicht von ungefähr und unterscheidet die Neuauflage von der ersten Generation der Connected: In einem Online-Selektor kann der geneigte Kunde aus satten 56 verschiedenen Kombinationen der TAG Heuer Connected Modular 45 wählen.

Im ersten Schritt wählt man das Hauptmodul, dessen Gehäuse in den meisten Varianten aus Titan ist (keine schlechte Idee bei einem 45mm großen Gehäuse). Insbesondere bei den Modul-Varianten mit Aluminium-Lünette tummeln sich auch einige poppig-moderne Farbkombinationen.

Im zweiten Schritt wählt man aus einer Reihe von Kautschuk-, Leder-, Keramik- oder Titan-Armbändern aus – irgendwie naheliegend. Überraschend fand ich allerdings, dass man sich auch die Hörner konfigurieren kann. Man muss den Konfigurator allerdings eher als Filter bzw. Selektor verstehen, d.h. „wilde“ Kombinationen aus diamantbesetzten Hörnern und einer quietsch-grünen Lünette sind nicht möglich.

(Alle Bilder: TAG Heuer)

 

Die Preise rangieren zwischen 1600€ für die Variante mit schlichter Stahl-Lünette, Titangehäuse und Kautschuk-Armband bis hin zu 6600€ für den absoluten Bling-Bling-Style mit Diamanten. Hier noch mal das System in der Übersicht:

A. TAG HEUER CONNECTED MODULAR 45 (6)
Bild: TAG Heuer

Und hier einige konfigurierte Beispiel-Varianten, auf denen auch einige Funktionen des digitalen Ziffernblattes zu erkennen sind (alle Bilder: TAG Heuer):

 

Während die alte TAG Heuer Connected noch auf das „Swiss Made“-Siegel verzichten musste, hebt TAG Heuer nun diesen Punkt stark hervor. In der Pressemitteilung heißt es selbstbewusst:

Die Connected Modular 45 ist ein Luxusprodukt in Swiss Made-Qualität, das in der TAG Heuer-Manufaktur im schweizerischen La Chaux-de-Fonds entworfen und entwickelt wurde und dort montiert wird – genau wie die berühmten mechanischen Chronographen der Marke und im gleichen Geist. Und das bedeutet: die gleichen Techniken, die gleiche makellose Verarbeitung, die gleiche Liebe zum Detail und die gleichen hohen Maßstäbe. Dank dieser Schweizer Sorgfalt, Präzision und Uhrmacherkompetenz verdient diese Uhr das „Swiss Made“-Siegel, die Garantie für die höchsten Schweizer Qualitätsstandards.

Tatsächlich ist es natürlich keine Selbstverständlichkeit, dass eine Smartwatch mit einem Elektro-Innenleben aus den Anlagen der Chip-Spezialisten in Fernost, Swiss Made getauft werden darf…

Hier einige (bewegte) Bilder aus der Produktion der TAG Heuer Connected Modular 45 (alle Bilder: TAG Heuer):

 

Das war’s aber noch nicht mit der Modularität…

 

Das mechanische Modul der TAG Heuer Connected Modular 45

TAG Heuer bot bei der ersten Generation der Connected noch an, die Smartwatch später (aufpreispflichtig für ca. 1400€) gegen eine mechanische Uhr tauschen zu können. Natürlich ist auch eine TAG Heuer Connected wie jede andere Smartwatch nach einigen Jahren ein Fall für den Elektroschrott, weshalb ich das Angebot an sich nicht schlecht fand. Dennoch hat das Ganze natürlich ein „Geschmäckle“, da man schon beim Kauf auf diesen großen (allgemeingültigen) Nachteil von Smartwatches gestoßen wird – und das bei einem Preis, der deutlich über vergleichbaren Smartwatches liegt.

Aber das soll nun Vergangenheit sein: Die Kunden haben nun die Möglichkeit zusätzlich zu ihrem Smartwatch-Modul ein Modul mit Mechanikwerk zu erwerben – so z.B. ein Dreizeigeruhr-Modul mit einem Schweizer ETA 2824 Automatikwerk (UVP: 1600€). Auch ein Tourbillon ist erhältlich: Der COSC-zertifizierte Manufakturchronograph mit Tourbillon Heuer 02-T, der ein Gehäuse aus Titan und Karbon besitzt.

Und so sehen die mechanischen Module aus:

(Bilder: TAG Heuer)

TAG HEUER HEUER 02-T TAG HEUER CALIBRE 5 Connected Modular 45

Kurzum: Der Träger kann das Herz seiner Uhr – das Modul – jederzeit austauschen und zwischen Smartwatch und mechanischer Uhr hin- und herwechseln. In diesem Video demonstriert Mats Hummels, wie der Modul-Wechsel funktioniert. Wenn das immer so einfach klappt und trotzdem im Alltag hält, bin ich positiv überrascht 😉

 

Technische Details und Funktionen der neuen TAG Heuer Connected

Da die Connected Modular 45 im Wesentlichen natürlich immer noch eine Smartwatch ist, dürfen die technischen Daten natürlich nicht vernachlässigt werden: Die TAG Heuer Connected Modular 45 ist mit einem Intel Atom Prozessor Z34XX ausgerüstet und basiert auf Android Wear 2.0. Der Speicherplatz beträgt 4 GB (zum Vergleich: Apple Watch 8 GB).

Der Akku soll laut TAG Heuer über einen Tag durchhalten. Letztendlich darf die Connected also bei regelmäßiger Nutzung sicherlich jeden Abend geladen werden. Schön: Aufgeladen wird die Smartwach mit einem Kontakt-Ladegerät. Einfach die Uhr darauflegen, und schon lädt sie sich auf.

Die Connected verfügt außerdem über ein kleines wasserfestes Mikrofon zur Kommunikation, z.B. via Google Assistent („OK, Google – „Wie ist das Wetter morgen Früh?“). Ein Touchscreen aus Saphirglas und eine Krone, die der Steuerung dient, sind ebenfalls mit an Bord.

Etwas kurios: TAG Heuer schreibt zur Wasserdichtigkeit:

Die TAG Heuer Connected Modular 45 begleitet ihren Besitzer sogar ins Wasser, denn sie ist bis 50m wasserfest. Schwimmen ist also kein Problem, genauso wenig wie Joggen, Skifahren und alles, was sonst noch Spaß macht.

50m (5bar) entsprechen eigentlich nur Spritzwasserschutz, ich wäre mit dem Abtauchen ins kühle Nass also vorsichtig.

Zeitgemäß ist auch die Integration eines NFC-Chips, der bargeldlose Zahlungen per App ermöglicht: An entsprechend ausgerüsteten Verkaufsstellen können die Kunden somit direkt mit der TAG Heuer Connected aus wenigen Zentimetern Entfernung bezahlen. Deutschland ist in dieser Hinsicht gefühlt allerdings noch in der Steinzeit. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass sich die Bezahlung per NFC bald etwas mehr durchsetzt. Natürlich sind neben NFC auch Bluetooth und WLAN an Bord. Auch GPS ist direkt in der Connected-Smartwatch integriert, wodurch die Routenführung unabhängig vom Handy möglich ist.

Der Bildschirm schließlich bietet dank OLED-Technologie eine hohe Auflösung mit hohen Kontrasten. Die anpassbaren digitalen Ziffernblätter der TAG Heuer Connected Modular 45 dürften also knackig rüberkommen. Verfügbar sind Varianten in Weiß, Schwarz, Hellgrau, Anthrazit, Schokobraun, Marineblau oder Gold; mit Sonnenstrahlendekor, skelettiertem Zifferblatt, 3 Zeigern, GMT, Chronograph mit 1, 2 oder 3 Zählern sowie Datums- und Tagesfenster. Ein Fingerstreich genügt, um zwischen den unterschiedlichen Zifferblättern zu wechseln.

Der TAG Heuer Studio Zifferblatt-Konfigurator gibt den Kunden zudem die Möglichkeit, ein individuelles Zifferblatt zu kreieren.

Trotz Android Wear Betriebssystem in der TAG Heuer Connected brauchen Nutzer eines iPhones nicht verzagen: Das neue Android Wear 2.0 bietet viele zusätzliche Funktionen, die in früheren Versionen des Betriebssystems in Kombination mit Apples iOS noch nicht möglich waren. Mehr dazu in diesem Artikel auf Macwelt. Die perfekte Integration bietet aber natürlich nach wie vor nur ein iPhone in Kombination mit der Apple Watch oder ein Android-Handy mit Android Wear…

Überlegen ist die Apple Watch wohl weiterhin bei der Integration in iOS und bei der Kommunikation zwischen iPhone und Watch. […] So muss Googles iOS-App anscheinend im Hintergrund aktiv sein, damit eine Verbindung zwischen Watch und Smartphone möglich ist […]

Die TAG Heuer Connected Modular 45 lässt sich mit Telefonen mit den Betriebssystemen Android 4.3+ oder iOS 9+ synchronisieren.

Außerdem empfiehlt sich sicherlich noch ein Blick in dieses Video von Golem über Android Wear 2.0:

 

Fazit zur TAG Heuer Connected Modular 45

Ich war schon recht angetan von der ersten Generation der TAG Heuer Connected und war auch drauf und dran diese zu kaufen, da die Connected wenigstens aussieht wie eine „echte“ Uhr und nicht wie ein Technik-Geek-Gimmick. Aufgrund persönlicher Umstellung von Android auf iOS (mich hat doch ein iPhone gelockt) habe ich es dann aber doch sein lassen.

Die Ideen, die in der Neuauflage TAG Heuer Connected Modular 45 nun umgesetzt wurden, lesen sich auf dem Papier ziemlich beeindruckend. Auch die moderne Optik passt und dürfte mit dem Konfigurator wohl fast alle Geschmäcker bedienen. Der Preis ist allerdings recht knackig: Will man wirklich die Möglichkeit nutzen, von der Smartwatch auf ein mechanisches Modul zu wechseln, muss man mindestens 3200€ auf den Tisch legen.

Ob sich das Gesamtpaket für einen iPhone-Besitzer wie mich lohnt, könnte wohl nur ein ausführlicher Test zeigen. Schnäppchen-Bewusste Android-Handy-Besitzer können aber ab sofort Ausschau nach der Connected der ersten Generation halten: Die Preise dürften zeitnah fallen…

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