Exit-Uhr Rolex Submariner? Wie ein kleiner Juwelier mit Top-Beratung und -Service punktet 11


Ich oute mich: Ich bin ein notorischer Flipper. In meinem Uhrenkasten war zeitweise mehr Betrieb als in meiner Socken-Schublade (okay, vielleicht etwas übertrieben). Auch meine Frau habe ich mit inflationären Fragen zu potentiellen Neu-Käufen dabei fast in den Wahnsinn getrieben. Die Klassiker:

  • Wie findest du die Größe?
  • Sehen sich die Uhren (zu) ähnlich?
  • Wie findest du die Farbe?
  • Ob ich die Uhr wohl auch ohne Stahlband im Sommer trage?
  • Wäre die was auf Dauer?
  • Zu Bling-Bling?

Erst vor kurzem habe ich wieder mal eine Sau durch’s Dorf getrieben und in einer fast tagesfüllenden Aktion die neue TAG Heuer Aquaracer in Stuttgart gesucht, nur um sie dann doch nicht zu kaufen. Dabei war ich doch so angefixt! Irgendwas hat mich aber dann doch vom Kauf abgehalten (auch den Online-Kauf habe ich nicht durchgezogen, trotz ziemlich gutem Preis). Meine Frau musste ich am Ende dieses nervenaufreibenden Tages fast hinter mir her schleifen. Leider musste sie zwangsläufig durchhalten, da wir Tickets für den Abend hatten 😉

Anfangs habe ich v.a. gebrauchte Uhren gekauft und bei einem Weiterverkauf oftmals sogar ein kleines Plus gemacht – der Verkauf hat dann wenigstens nicht ganz so weh getan. Dass das nicht immer klappt, dürfte klar sein. Außerdem war ich selbst immer von meinen Verkaufsaktionen ziemlich genervt. Nur wenige Uhren sind bisher sehr lange bei mir geblieben (meine Breitling Colt darf aber noch eine Weile meinen Uhrenkasten bewohnen).

Irgendein Grund findet sich eigentlich auch immer eine Uhr wieder zu verkaufen:

  • Zu groß,
  • zu klein,
  • zu schwer,
  • zu hoch,
  • zu verspielt,
  • schlechter Tragekomfort im Büro-Alltag,
  • kein Stahlband,
  • schlechte Ablesbarkeit,
  • etc. pp.

Das freigewordene Budget aus dem Verkauf wurde natürlich immer fleißig für neue „Uhren-Projekte“ verwendet. Die letzten Wochen bin ich allerdings mit einer Idee schwanger gegangen: Kann ich möglicherweise den heiligen Gral, eine sogenannte Exit-Uhr, finden?

 

Der Mythos von der Exit-Uhr – die Klassiker Submariner, Moonwatch, Navitimer & Co.

Die Exit-Uhr ist recht einfach umschrieben:

Man kaufe einfach eine Uhr und werde auf immer glücklich mit ihr und bleibe ihr für immer treu, d.h. ohne jemals in Versuchung zu kommen auf andere Uhren zu schielen (also so ähnlich wie bei der Ehe).

Kurzum ist eine Exit-Uhr der Versuch die Uhren-Kauferei komplett einzustellen (oder zumindest stark einzuschränken). Das Konzept ist natürlich ziemlicher Schmarrn. Geschmäcker ändern sich von Zeit zu Zeit und die Uhrenhersteller sind natürlich nicht untätig und bringen immer wieder tolle neue Modelle auf den Markt, die Begehrlichkeiten wecken.

Ein Uhrenbeknackter kann sich ja auch schlecht einschließen und nie wieder in die Auslage eines Juweliers schauen, sämtliche Uhren-Anzeigen überblättern und dergleichen. Warum sollte man sich auch seinem eigenen Hobby berauben? Als Uhren-Blogger ist das ohnehin ziemlich sinnlos, außer man berichtet ausschließlich über Vintage-Modelle.

Dennoch: Mein Uhrenkasten braucht dringend mehr Konstanz, weshalb ich zumindest nach einer Uhr suche, die lange bei mir bleiben darf.

Doch was macht eine Exit-Uhr aus? Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Fleißige Leser meines Blogs wissen: Ich persönlich mag Uhren mit einer interessanten Geschichte. Das schränkt die Auswahl an Uhren zum Glück etwas ein… aber leider nicht übermäßig: Tatsächlich werben sehr viele Hersteller mit einer langen Historie. Ganz offensichtlich ist das ein funktionierendes Konzept: Der Erfolg von Klassikern wie der Omega Speedmaster „Moonwatch“, der TAG Heuer Carrera oder der Breitling Navitimer spricht Bände. Entsprechend saftig sind auch die Preise dieser Klassiker. Während man Einstiegsmodelle von Breitling oder TAG Heuer beispielweise für unter 2000€ bekommt, muss man bei den Klassikern die Geldbörse schon deutlich weiter aufmachen. Offensichtlich ist der geneigte Kunde bereit, für eine Uhr mit einer spannenden Historie einige Euro mehr auf den Tisch zu legen als das vielleicht bei einem 08/15-Modell der Fall wäre. Aus diesem Grund verwundert es auch nicht, dass z.B. Bulova ein Stück vom Moonwatch-Kuchen abhaben möchte.

Achja, und dann wäre da natürlich noch Rolex mit dem Klassiker schlechthin und wohl eine der bekanntesten Uhren überhaupt: Die Rolex Submariner.

Und genau die Rolex Submariner fiel nun aufgrund ausgedehnter Lobgesänge in diversen Foren in meinen Blickwinkel. Die unnachgiebig gepredigten Vorzüge dieses Modells sind u.a.:

  • toller Tragekomfort, insbesondere mit der GlideLock-Schnellverstellung
  • ein zeitloses Design,
  • zu jeder Gelegenheit tragbar
  • ein über Jahrzehnte erprobtes und perfektioniertes, irre genaues Automatikwerk (Manufakturkaliber)
  • in der neuen Variante mit kratzfester und satt rastender Keramik-Lünette
  • grandiose Verarbeitung

So zumindest die Theorie – für mich aber die perfekten Voraussetzungen für eine Uhr, die lange bei mir bleiben darf. Da musste ich sie natürlich mal um das Handgelenk schnallen…

Rolex Submariner 114060

 

Der Besuch beim Rolex-Konzessionär: Juwelier Depperich in Reutlingen

Auf einen weiteren nervigen Juwelier-Abklapper-Versuch in Stuttgart wollte ich verzichten, um die Rolex Submariner in Augenschein zu nehmen. Einfach so online zu bestellen kam bei einer Uhr in der Preisklasse auch nicht in Frage. Also ab zum vergleichsweise kleinen und unabhängigen Juwelier fernab der großen Stadt!

Die Wahl fiel auf den Juwelier Depperich in Reutlingen, den ich trotz regionaler Nähe vorher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Sympathisch fand ich aber, dass der Juwelier eine lange Geschichte hat, die bis ins Jahre 1897 zurückreicht (da ist sie wieder, die lange Historie). Auch heute noch ist der Juwelier in Familienbesitz. Der Leitsatz dabei lautet:

Freude am Persönlichen.

Im Vergleich zu meiner Erfahrung in Stuttgart, die teilweise an Massenabfertigung erinnerte, konnte es ja fast nur noch besser werden. Der Leitgedanke von Depperich hat jedenfalls Hoffnung gemacht.

Juwelier Depperich, Reutlingen

Juwelier Depperich, Reutlingen

Und ich wurde nicht enttäuscht: Ich hatte kurz gesagt noch nie eine so persönliche, kompetente und geduldige Beratung wie von Uhrmachermeister und Werkstattleiter Martin Thom, der 2013 sein 25-jähriges Betriebsjubiläum bei Depperich feierte. Man hat sofort gemerkt, dass Herr Thom nicht nur sehr tiefes fachliches Know-How hat, sondern Uhren liebt und lebt. Es ist jedenfalls immer wieder schön, wenn man fachsimpeln kann und merkt, dass es auch andere Uhrenverrückte gibt. Daumen hoch!

Ich mache es kurz: Ich war ziemlich schnell verliebt (in die Rolex Submariner, nicht in Herr Thom 😉 ) und anhand der Anprobier-Dauer verschiedenster Modelle konnte meine Frau schon recht schnell erahnen worauf es hinauslief. Nach einer unruhigen Nacht wanderte dann letztendlich die Rolex Submariner (114060) in meine überschaubare Sammlung

 

Rolex Submariner NoDate: Exit-Uhr? Exit-Kollektion!

Ich bin realistisch: Ein Exit ist die Rolex Submariner sicherlich nicht für mich – und das muss sie auch gar nicht sein, schließlich möchte ich meinem Hobby auch weiterhin frönen und mit diesem Blog Ausdruck verleihen. Doch die Hoffnung ist auf jeden Fall da, dass das schöne Stück lange bei mir bleibt und mein Uhrenkasten nun endlich einen festen Bewohner kriegt.

Im Hinterkopf habe ich dabei ein selbstgestecktes Ziel, einen Masterplan sozusagen: Eine Exit-Kollektion, gespickt mit zeitlosen Klassikern der Uhrengeschichte: Eine Breitling Navitimer soll irgendwann noch dazu stoßen. Und eine Omega Speedmaster. Und vielleicht eine TAG Heuer Carrera.

Solange ich nicht im Lotto gewinne, wird sich dieser Plan sicherlich noch einige Jahre ziehen. Für einen ungeduldigen Menschen wie mich eine Qual, aber den nächsten Urlaub lasse ich sicherlich nicht wegen einer Uhr ausfallen.

Aber wie wir alle wissen:

Vorfreude ist die schönste Freude!

Ich versuche jedenfalls tapfer zu bleiben… Fortsetzung folgt! 😉


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